Im Endspurt zum Traumstart: Nur eine Verletzung trübt die Freude in Lahde über den ersten Oberliga-Sieg Marcus Riechmann Lahde. Sie sind angekommen: Mehr als ein Jahr nach dem Aufstieg in die Oberliga haben die Handballerinnen der HSG Petershagen/Lahde den ersten Sieg eingefahren. „Ich bin unheimlich stolz auf meine Mannschaft“, sagte Heiko Breuer, und nach 60 strapaziösen Minuten zierte ein entspanntes Lächeln das Gesicht des Trainers. Ein einziges Spiel hatte der Aufsteiger im Herbst 2020 in der neuen Liga bestreiten dürfen, dann setzte die Corona-Pandemie den Betrieb aus. Nun gelang nach langem Anlauf im Endspurt ein Einstand nach Maß: 22:21 (14:13) zwang die HSG den TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck in die Knie. „Das hat sich die Mannschaft heute verdient“, meinte Breuer und machte aus seiner Erleichterung kein Geheimnis: „Ich bin einfach nur froh.“ Allein ein Umstand schmälerte seine Freude: Vier Minuten vor dem Ende schied seine Rückraumspielerin Johanna Merks verletzt aus. Sie zog sich in einem Zweikampf eine Knieverletzung zu und wurde vom Spielfeld getragen. Nach bereits zwei Kreuzbandrissen zuvor ist die Sorge groß, dass sich Merks erneut an der sensiblen Stelle verletzt hat. Nähere Untersuchungen sollen am heutigen Montag genaueren Aufschluss über die Verletzung geben. Dem Neustart nach der Corona-Pause wollt Breuer die Verletzung nicht zuordnen. Vielmehr kritisierte er den stumpfen Untergrund in der betagten Lahder Sporthalle. „Der Hallenboden ist einfach nicht mehr zeitgemäß.“ Auch die Gäste hatten eine Verletzung zu beklagen. Ninja Materna-Spreen knickte zwei Minuten vor Abpfiff bei einem Tempogegenstoß um und schied aus. Besonders bitter: Beim Spielstand von 21:20 war sie dem Ausgleichstor entgegengestürmt. Nach ihrem Sturz wechselte der Ball zur HSG. Und die nutzte die Chance. Das Team holte einen Siebenmeter heraus, den Anika Ziercke mit ihrem neunten Tor zur 22:20-Führung verwandelte. Den rund 100 Zuschauern wurde zum Saisonstart für ihr Eintrittsgeld ein packendes Handballspiel geboten. Petershagen/Lahde legte gegen den langjährigen Verbandsliga-Konkurrenten mit munterem Handball eine 6:2-Führung vor. Doch bald waren die von Kai Bierbaum trainierten Gäste auf Augenhöhe. In der zweiten Halbzeit übernahm Bielefeld die Führung. Die HSG hechelte hinterher. In der 50. Minute gelang Lisa Brase zum 19:19 der Ausgleich. Acht Minuten später traf Agne Staskute zum 21:20 und damit zur ersten Führung. Ziercke schließlich machte den Sack zu. Zwar gelang Bielefeld noch der Anschlusstreffer, doch im letzten Angriff ertönte der Schlusspfiff, ehe der Ball im Tor landen konnte. „Ein Unentschieden wäre nach diesem Spiel das einzig richtige Ergebnis gewesen“, meinte Gäste-Coach Bierbaum, der sein Team nicht bei 100 Prozent angekommen sah. „Wir wussten, dass es hier hektisch werden würde, aber wir haben uns trotzdem anstecken lassen“, meinte der Mindener zur von zahlreichen Fehlern durchsetzten Schlussphase. Ähnlich äußerte sich Breuer: „Wir wollten die Hektik unbedingt vermeiden, die bekommt uns nicht gut. Aber wir haben etwas eher wieder zur Ruhe gefunden als Bielefeld.“ HSG Petershagen/Lahde: Lamprecht, Breuer, Kiel – Ahnefeld 1, Ziercke 9/6, Staskute 2, Zwingmann 2, Brase 2, McCarthy 2, Kurlbaum, Wohl 1, Balic-Ernst 2, Franke, Merks 1.

Im Endspurt zum Traumstart: Nur eine Verletzung trübt die Freude in Lahde über den ersten Oberliga-Sieg

Es ging zur Sache: HSG-Spielerin Lisa Marie Brase wird von zwei Bielefelder Abwehrspielerinnen in die Zange genommen. MT-Foto: Riechmann © Riechmann

Lahde. Sie sind angekommen: Mehr als ein Jahr nach dem Aufstieg in die Oberliga haben die Handballerinnen der HSG Petershagen/Lahde den ersten Sieg eingefahren. „Ich bin unheimlich stolz auf meine Mannschaft“, sagte Heiko Breuer, und nach 60 strapaziösen Minuten zierte ein entspanntes Lächeln das Gesicht des Trainers.

Ein einziges Spiel hatte der Aufsteiger im Herbst 2020 in der neuen Liga bestreiten dürfen, dann setzte die Corona-Pandemie den Betrieb aus. Nun gelang nach langem Anlauf im Endspurt ein Einstand nach Maß: 22:21 (14:13) zwang die HSG den TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck in die Knie. „Das hat sich die Mannschaft heute verdient“, meinte Breuer und machte aus seiner Erleichterung kein Geheimnis: „Ich bin einfach nur froh.“

Torhüterin Neele Kiel macht einen Luftsprung: Groß war der Jubel der HSG-Frauen über den ersten Sieg in der Oberliga. MT-Foto: Riechmann - © Marcus Riechmann
Torhüterin Neele Kiel macht einen Luftsprung: Groß war der Jubel der HSG-Frauen über den ersten Sieg in der Oberliga. MT-Foto: Riechmann - © Marcus Riechmann

Allein ein Umstand schmälerte seine Freude: Vier Minuten vor dem Ende schied seine Rückraumspielerin Johanna Merks verletzt aus. Sie zog sich in einem Zweikampf eine Knieverletzung zu und wurde vom Spielfeld getragen. Nach bereits zwei Kreuzbandrissen zuvor ist die Sorge groß, dass sich Merks erneut an der sensiblen Stelle verletzt hat. Nähere Untersuchungen sollen am heutigen Montag genaueren Aufschluss über die Verletzung geben. Dem Neustart nach der Corona-Pause wollt Breuer die Verletzung nicht zuordnen. Vielmehr kritisierte er den stumpfen Untergrund in der betagten Lahder Sporthalle. „Der Hallenboden ist einfach nicht mehr zeitgemäß.“

Auch die Gäste hatten eine Verletzung zu beklagen. Ninja Materna-Spreen knickte zwei Minuten vor Abpfiff bei einem Tempogegenstoß um und schied aus. Besonders bitter: Beim Spielstand von 21:20 war sie dem Ausgleichstor entgegengestürmt. Nach ihrem Sturz wechselte der Ball zur HSG. Und die nutzte die Chance. Das Team holte einen Siebenmeter heraus, den Anika Ziercke mit ihrem neunten Tor zur 22:20-Führung verwandelte.

Den rund 100 Zuschauern wurde zum Saisonstart für ihr Eintrittsgeld ein packendes Handballspiel geboten. Petershagen/Lahde legte gegen den langjährigen Verbandsliga-Konkurrenten mit munterem Handball eine 6:2-Führung vor. Doch bald waren die von Kai Bierbaum trainierten Gäste auf Augenhöhe. In der zweiten Halbzeit übernahm Bielefeld die Führung. Die HSG hechelte hinterher. In der 50. Minute gelang Lisa Brase zum 19:19 der Ausgleich. Acht Minuten später traf Agne Staskute zum 21:20 und damit zur ersten Führung. Ziercke schließlich machte den Sack zu. Zwar gelang Bielefeld noch der Anschlusstreffer, doch im letzten Angriff ertönte der Schlusspfiff, ehe der Ball im Tor landen konnte.

„Ein Unentschieden wäre nach diesem Spiel das einzig richtige Ergebnis gewesen“, meinte Gäste-Coach Bierbaum, der sein Team nicht bei 100 Prozent angekommen sah. „Wir wussten, dass es hier hektisch werden würde, aber wir haben uns trotzdem anstecken lassen“, meinte der Mindener zur von zahlreichen Fehlern durchsetzten Schlussphase. Ähnlich äußerte sich Breuer: „Wir wollten die Hektik unbedingt vermeiden, die bekommt uns nicht gut. Aber wir haben etwas eher wieder zur Ruhe gefunden als Bielefeld.“

HSG Petershagen/Lahde: Lamprecht, Breuer, Kiel – Ahnefeld 1, Ziercke 9/6, Staskute 2, Zwingmann 2, Brase 2, McCarthy 2, Kurlbaum, Wohl 1, Balic-Ernst 2, Franke, Merks 1.

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