Handball-Box: Nach der C-Lizenz-Prüfung legt Oberlübbes Trainer Jonas Lukowski mit seinem Team eine Meisterleistung ab Minden. Erstmals musste Mia Ziercke bei einem Handball-Gastspiel in heimischen Gefilden ohne die Unterstützung ihrer Eltern Aaron und Anika Ziercke auskommen. In Torfrau Yasmin-Celina entschied eine Mindenerin für HSG Blomberg-Lippe II ausgerechnet gegen Lit Tribe 1912 das Match. Trainer-Lob muss reichen Eine Mindenerin in Diensten der HSG Blomberg-Lippe II war die Matchwinnerin im Frauen-Drittliga-Spiel zwischen Lit Tribe 1912 und den Blombergerinnen. Mit einem gehaltenen Siebenmeter 20 Sekunden vor Schluss sicherte Torfrau Yasmin-Celina Friesen ihrer Mannschaft den 25:24-Auswärtssieg. „Erst denkt man, so ein Mist. Aber dann konzentriert man sich auf den Wurf. Und es hat ja geklappt“, sagt Friesen. In diesem Falle fuhr sie ihr Bein aus und wehrte damit den Wurf von Lit-Rückraumspielerin Leonie Wöbking ab. „Gegen Lit war es schon etwas ganz Besonderes für mich, weil ich da noch einige Spielerinnen kenne, die ich damals bewundert habe, als sie noch für den HSV Minden-Nord spielten“, sagt die junge Torhüterin. Ob sie nach dem gehalten Wurf von der Mannschaft noch einen ausgegeben bekommen würde, verneint sie. „Das ist nicht unbedingt üblich. Ein Trainerlob muss da reichen.“ Zeit blieb auch, um einige ihrer ehemaligen Mitspielerinnen zu begrüßen. Auch ihr ehemaliger Trainer Niklas Fiestelmann war in der Halle. „So hat ein tolles Spiel gemacht“, lobte der HSV-Nachwuchscoach.(jöw) Perfekter Sonntag Viel besser kann ein Sonntag für ein Trainer eigentlich nicht laufen, auch wenn es nicht ganz zum Auswärtssieg gereicht hat. „Einen Rückstand mit acht Toren holt man nicht jeden Tag auf. Das fühlt sich dann an wie ein Sieg“, sagte der Oberlübbes Oberliga-Frauentrainer Jonas Lukowski. Aus einem 11:19-Rückstand zauberten die Oberlübber Mädchen noch einen 25:25-Unentschieden. Am Sonntagvormittag um 9 Uhr stand der Eintracht-Trainer noch in der Sporthalle des Besselgymnasiums und legte den praktischen Teil des C-Lizenz-Trainer-Lehrgangs ab. „Ich habe bestanden. Die Note weiß ich noch gar nicht“, sagte Lukowski, der bei den Prüfern darum gebeten hatte, einen frühen Termin zu bekommen. Niels Pfannenschmidt, A-Jungen-Bundesliga-Trainer und Heiko Wesemann, Lehrwart im Handball-Kreis Minden-Lübbecke, erfüllten ihm diesen Wunsch. Einen ähnlich hohen Rückstand als Trainer hatte Lukowski übrigens in der Saison 2018/2019 mit den A-Mädchen aufgeholt, als sie nach einem 10:17 Pausenrückstand in Coesfeld noch 27:27 spielten. (jöw) Familientreffen fällt aus Viel näher geht es nicht, wenn die Tochter in der 3. Liga für Blomberg Handball spielt, schließlich wohnt die Familie Ziercke im benachbarten Petershagen. Aber auf die Unterstützung ihrer Eltern Aaron und Anika Ziercke musste Mia Ziercke diesmal verzichten. „Normalerweise sind sie auch immer dabei. Aber diesmal passte es einfach nicht“, sagte Mia nach der Partie. Papa Aaron musste arbeiten als Trainer bei Füchse Berlin II, und für Mutter Annika Ziercke stand eine längst geplante Familienfeier außerhalb der Region an. „Das war schon schade, es ging beim besten Willen nicht. Ich habe aus der Ferne die Daumen gedrückt und den Liveticker verfolgt“, sagt Annika Ziercke. Tochter Mia war mit ihrer Leistung nicht ganz zufrieden, obwohl ihr drei Treffer gelangen. „Wir haben es in der zweiten Halbzeit unnötig spannend gemacht, weil wir auch in der Abwehr nicht mehr so zugepackt haben“, sagte die Linksaußen der HSG. (jöw) Mit Rad zum Auswärtsspiel Die wohl ungewöhnlichste Anreise des Wochenendes wählte Dirk Horstmeier. Er radelte zum Auswärtsspiel des Landesligisten Lit 1912 IV beim HCE Bad Oeynhausen. Doch nicht etwa aus der Lit-Heimat Nordhemmern, sondern aus Osnabrück strampelte „Murdoch“, wie sein Spitzname lautet, mit der Sporttasche auf dem Gepäckträger etwa 60 Kilometer zur Eidinghauser Sporthalle. Der 51-Jährige absolvierte eigentlich eine Radtour mit Freunden. Weil aber Björn Gerling, mit dem er sich als zweiter Keeper bei den Litties abwechselt, dem Team krank fehlte, sagte Horstmeier kurzentschlossen sein Kommen zu und beendete die Radtour anders als geplant. In Eidinghausen zeigte er dann auch noch seine große Klasse und führte seine Mannschaft zum Auswärtssieg. Nach getaner Arbeit ging es dann wieder aufs Rad und nach Hause: Lockere 20 Kilometer über den berg nach Hille-Neuenbaum. „Er hat gesagt, dass er kommt, und dann ist er eben gekommen“, sagte Lit-Trainer Matthias Schmitz, den nicht nur diese Nummer seines Torwartroutiniers beeindruckt: „An dem, was Murdoch im Training an Einsatz zeigt, können sich die jungen Leute eine Scheibe abschneiden.“ (rich)

Handball-Box: Nach der C-Lizenz-Prüfung legt Oberlübbes Trainer Jonas Lukowski mit seinem Team eine Meisterleistung ab

Mit der Nummer 34 lief Mia Ziercke im Drittliga-Spiel für Blomberg II in Holzhausen II gegen Lit Tribe 1912 auf. Hier unterhält sie sich mit ihrer Mitspielerin Alina Gaubatz (rechts). MT-Foto: Jörg Wehling © Jörg Wehling

Minden. Erstmals musste Mia Ziercke bei einem Handball-Gastspiel in heimischen Gefilden ohne die Unterstützung ihrer Eltern Aaron und Anika Ziercke auskommen. In Torfrau Yasmin-Celina entschied eine Mindenerin für HSG Blomberg-Lippe II ausgerechnet gegen Lit Tribe 1912 das Match.

Trainer-Lob muss reichen

Eine Mindenerin in Diensten der HSG Blomberg-Lippe II war die Matchwinnerin im Frauen-Drittliga-Spiel zwischen Lit Tribe 1912 und den Blombergerinnen. Mit einem gehaltenen Siebenmeter 20 Sekunden vor Schluss sicherte Torfrau Yasmin-Celina Friesen ihrer Mannschaft den 25:24-Auswärtssieg. „Erst denkt man, so ein Mist. Aber dann konzentriert man sich auf den Wurf. Und es hat ja geklappt“, sagt Friesen. In diesem Falle fuhr sie ihr Bein aus und wehrte damit den Wurf von Lit-Rückraumspielerin Leonie Wöbking ab. „Gegen Lit war es schon etwas ganz Besonderes für mich, weil ich da noch einige Spielerinnen kenne, die ich damals bewundert habe, als sie noch für den HSV Minden-Nord spielten“, sagt die junge Torhüterin. Ob sie nach dem gehalten Wurf von der Mannschaft noch einen ausgegeben bekommen würde, verneint sie. „Das ist nicht unbedingt üblich. Ein Trainerlob muss da reichen.“ Zeit blieb auch, um einige ihrer ehemaligen Mitspielerinnen zu begrüßen. Auch ihr ehemaliger Trainer Niklas Fiestelmann war in der Halle. „So hat ein tolles Spiel gemacht“, lobte der HSV-Nachwuchscoach.(jöw)

Trainer-Prüfung bestanden und sensationellen Punkt in Greven geholt. Oberlübbes Frauen-Trainer Jonas Lukowski. Archivfoto: Christian Bendig - © Christian Bendig
Trainer-Prüfung bestanden und sensationellen Punkt in Greven geholt. Oberlübbes Frauen-Trainer Jonas Lukowski. Archivfoto: Christian Bendig - © Christian Bendig

Perfekter Sonntag

Viel besser kann ein Sonntag für ein Trainer eigentlich nicht laufen, auch wenn es nicht ganz zum Auswärtssieg gereicht hat. „Einen Rückstand mit acht Toren holt man nicht jeden Tag auf. Das fühlt sich dann an wie ein Sieg“, sagte der Oberlübbes Oberliga-Frauentrainer Jonas Lukowski. Aus einem 11:19-Rückstand zauberten die Oberlübber Mädchen noch einen 25:25-Unentschieden. Am Sonntagvormittag um 9 Uhr stand der Eintracht-Trainer noch in der Sporthalle des Besselgymnasiums und legte den praktischen Teil des C-Lizenz-Trainer-Lehrgangs ab. „Ich habe bestanden. Die Note weiß ich noch gar nicht“, sagte Lukowski, der bei den Prüfern darum gebeten hatte, einen frühen Termin zu bekommen. Niels Pfannenschmidt, A-Jungen-Bundesliga-Trainer und Heiko Wesemann, Lehrwart im Handball-Kreis Minden-Lübbecke, erfüllten ihm diesen Wunsch. Einen ähnlich hohen Rückstand als Trainer hatte Lukowski übrigens in der Saison 2018/2019 mit den A-Mädchen aufgeholt, als sie nach einem 10:17 Pausenrückstand in Coesfeld noch 27:27 spielten. (jöw)

Mindener Matchwinnerin: Yasmin-Celina Friesen. MT-Foto: Wehling - © Jörg Wehling
Mindener Matchwinnerin: Yasmin-Celina Friesen. MT-Foto: Wehling - © Jörg Wehling

Familientreffen fällt aus

Viel näher geht es nicht, wenn die Tochter in der 3. Liga für Blomberg Handball spielt, schließlich wohnt die Familie Ziercke im benachbarten Petershagen. Aber auf die Unterstützung ihrer Eltern Aaron und Anika Ziercke musste Mia Ziercke diesmal verzichten. „Normalerweise sind sie auch immer dabei. Aber diesmal passte es einfach nicht“, sagte Mia nach der Partie. Papa Aaron musste arbeiten als Trainer bei Füchse Berlin II, und für Mutter Annika Ziercke stand eine längst geplante Familienfeier außerhalb der Region an. „Das war schon schade, es ging beim besten Willen nicht. Ich habe aus der Ferne die Daumen gedrückt und den Liveticker verfolgt“, sagt Annika Ziercke. Tochter Mia war mit ihrer Leistung nicht ganz zufrieden, obwohl ihr drei Treffer gelangen. „Wir haben es in der zweiten Halbzeit unnötig spannend gemacht, weil wir auch in der Abwehr nicht mehr so zugepackt haben“, sagte die Linksaußen der HSG. (jöw)

Mit Rad zum Auswärtsspiel

Die wohl ungewöhnlichste Anreise des Wochenendes wählte Dirk Horstmeier. Er radelte zum Auswärtsspiel des Landesligisten Lit 1912 IV beim HCE Bad Oeynhausen. Doch nicht etwa aus der Lit-Heimat Nordhemmern, sondern aus Osnabrück strampelte „Murdoch“, wie sein Spitzname lautet, mit der Sporttasche auf dem Gepäckträger etwa 60 Kilometer zur Eidinghauser Sporthalle. Der 51-Jährige absolvierte eigentlich eine Radtour mit Freunden. Weil aber Björn Gerling, mit dem er sich als zweiter Keeper bei den Litties abwechselt, dem Team krank fehlte, sagte Horstmeier kurzentschlossen sein Kommen zu und beendete die Radtour anders als geplant. In Eidinghausen zeigte er dann auch noch seine große Klasse und führte seine Mannschaft zum Auswärtssieg. Nach getaner Arbeit ging es dann wieder aufs Rad und nach Hause: Lockere 20 Kilometer über den berg nach Hille-Neuenbaum. „Er hat gesagt, dass er kommt, und dann ist er eben gekommen“, sagte Lit-Trainer Matthias Schmitz, den nicht nur diese Nummer seines Torwartroutiniers beeindruckt: „An dem, was Murdoch im Training an Einsatz zeigt, können sich die jungen Leute eine Scheibe abschneiden.“ (rich)

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