Handball-Box: Familientreffen bei „Schluroff Senior“ - HSG-Coach tritt nach Derby-Sieg seiner Oberliga-Frauen bei Party auf die Bremse Minden. Nach einem Derby-Sieg lässt man schon mal die Korken knallen. Doch Heiko Breuer hielt am Samstag trotz aller Euphorie aus gutem Grund den Ball lieber flach. In Dankersen gab es derweil beim Drittligaspiel von GWD II ein Treffen der mit Talent gesegneten Handball-Dynastie Schluroff. Oktoberfest ohne Breuer Der Samstag wurde bei der HSG Petershagen/Lahde zum Feiertag. Die Oberliga-Frauen gewannen das Derby gegen Hahlen, die Männer holten kurz darauf den fünften Saisonsieg gegen Schlusslicht TG Herford. Anschließend stürzten sich alle ins Oktoberfest im Vereinsheim – bis auf Heiko Breuer. Der Coach der Frauen war am Sonntag beim B-Lizenz-Lehrgang gefordert. „Ein, zwei Bier kann ich vielleicht trinken, aber dann ist Schluss“, meinte der 38-Jährige kurz nach dem Spiel und fügte augenzwinkernd hinzu: „Sonst halte ich den ganzen Tag mit Zsolt Homovics nicht durch.“ (kül) Verzichtbare Premiere Auf diese Premiere hätte Björn Petereit gerne verzichtet. „Es war unser fünftes Verbandsliga-Spiel, und wir waren das erste Mal chancenlos“, sagte Eintracht Oberlübbes Trainer nach der 30:36-Niederlage im Kreisderby gegen die HSG Porta. Nach dem Aufstieg im Sommer 2020 absolvierte seine Mannschaft in der vergangenen Saison bis zum Abbruch nur zwei Spiele, in dieser Serie war es auch erst das dritte. Jetzt freut sich Petereit über einen regelmäßigen Wettkampfrhythmus und hofft auf die Lösung seiner Personalprobleme: „Am Freitag hatte ich genau zwei fitte Rückraumspieler“, schildert der Coach. Daran wollte er die Derby-Pleite aber nicht festmachen: „Abwehr kann man auch ohne gemeinsames Training spielen.“ (kül) Arne Kämper dankbar An sein letztes Handballspiel denkt Möllbergens Arne Kämper nur sehr ungern zurück. Im Januar 2019 verletzte sich der Rückraumspieler im Kreispokal-Wettbewerb. Danach begann seine etwa zweieinhalbjährige Leidenszeit. Seine Fußverletzung, unter anderem ein Riss der Sehnenplatte, sollte konservativ, also ohne Operation behandelt werden. „Es war kein Fortschritt erkennbar, also habe ich mich operieren lassen“, berichtet der 26-Jährige von dem Eingriff, der mittlerweile ein halbes Jahr zurückliegt. Nun ging es mit ihm dank regelmäßiger Reha voran, sodass er nun am Sonntag gegen den TV Isselhorst spielen konnte. „Unser Trainer sagte mir, dass ich bei entsprechendem Spielstand in den letzten sieben Minuten auflaufen dürfte“, sagt Kämper. Und seine Mannschaftskameraden taten ihm den Gefallen. Beim Stande von 31:22 stand der Rechtshänder mit Spielmacherqualitäten wieder auf der Platte. Es war ein Wahnsinnsgefühl“, sagte Arne Kämper anschließend. Und es kam noch besser. Beim nächsten Siebenmeter in der Schlussphase verzichteten die etatmäßigen Schützen Bastian Berg und Frederik Altvater zugunsten von Kämper. Und ihm gelang somit das Tor zum 32:23 und später noch aus dem Spiel heraus der Treffer zum 36:26. (jöw) Diplomatisches Ergebnis Am Samstag schlugen zwei Herzen in der Brust von Miro Schluroff. Der Bremer Handballer, der für GWD Minden in der Bundesliga spielt, war als Zuschauer beim Drittliga-Spiel von GWD Minden II gegen den Bremer Klub ATSV Habenhausen. Beim ATSV liegen sportliche Wurzeln des 21-Jährigen Rückraumspielers. Dort spielte er in der B-Jugend und nach seinem A-Jugend-Wechsel zum HC Bremen dann mit Doppelspielrecht bei den Männern in der Oberliga und der 3. Liga. Mit dem 27:27-Endstand in Dankersen konnte Schluroff gut leben: „Das ist ein diplomatisches Ergebnis. Und das Unentschieden geht auch in Ordnung“, war für ihn die Punkteteilung leistungsgerecht.Für die Bremer Handballfamilie Schluroff war das Drittliga-Spiel Anlass für ein kleines Familientreffen. Zum einem spielte Miros Cousin Luc Schluroff als Linksaußen beim ATSV und erzielte fünf Tore. Wochenendgäste bei Miro waren sein Bruder Fynn, der beim HC Bremen in der Oberliga spielt, und seine Schwester Tony, die seit diesem Sommer für den TV Oyten stürmt. „Wir haben ein kleines Familientreffen gemacht“, berichtete Miro, als „Schluroff Senior“ mit 21 Jahren der älteste der drei. Allein sein Cousin Janik, der ebenfalls bei Habenhausen spielt, fehlte verletzt. „Manchmal fahre ich auch nach Bremen, um den anderen beim Handball zuzuschauen“, berichtet Miro Schluroff und fügt an: „Wenn wir bei GWD mal ein freies Wochenende haben.“ Über den Zusammenhalt der Familie sagt er: „Wir verstehen uns alle gut. Luc ist nicht nur mein Cousin, sondern auch einer meiner besten Freunde.“ Offenbar auch ein Handballer mit Talent: „Der könnte auch höher spielen“, sagt Miro über den nur eineinhalb Monaten jüngeren Cousin. (rich).

Handball-Box: Familientreffen bei „Schluroff Senior“ - HSG-Coach tritt nach Derby-Sieg seiner Oberliga-Frauen bei Party auf die Bremse

Nachdenklich betrachtet Trainer Björn Petereit das Spiel seiner Oberlübber Handballer gegen die HSG Porta. MT-Foto: Sebastian Külbel

Minden. Nach einem Derby-Sieg lässt man schon mal die Korken knallen. Doch Heiko Breuer hielt am Samstag trotz aller Euphorie aus gutem Grund den Ball lieber flach. In Dankersen gab es derweil beim Drittligaspiel von GWD II ein Treffen der mit Talent gesegneten Handball-Dynastie Schluroff.

Oktoberfest ohne Breuer

Der Samstag wurde bei der HSG Petershagen/Lahde zum Feiertag. Die Oberliga-Frauen gewannen das Derby gegen Hahlen, die Männer holten kurz darauf den fünften Saisonsieg gegen Schlusslicht TG Herford. Anschließend stürzten sich alle ins Oktoberfest im Vereinsheim – bis auf Heiko Breuer. Der Coach der Frauen war am Sonntag beim B-Lizenz-Lehrgang gefordert. „Ein, zwei Bier kann ich vielleicht trinken, aber dann ist Schluss“, meinte der 38-Jährige kurz nach dem Spiel und fügte augenzwinkernd hinzu: „Sonst halte ich den ganzen Tag mit Zsolt Homovics nicht durch.“ (kül)

Ein Blick zurück ins Jahr 2019: Frederik Altvater und Arne Kämper (rechts) waren damals in der Zuschauerrolle. MT-Foto: Jörg Wehling - © MT-Foto: Jörg Wehling
Ein Blick zurück ins Jahr 2019: Frederik Altvater und Arne Kämper (rechts) waren damals in der Zuschauerrolle. MT-Foto: Jörg Wehling - © MT-Foto: Jörg Wehling

Verzichtbare Premiere

Auf diese Premiere hätte Björn Petereit gerne verzichtet. „Es war unser fünftes Verbandsliga-Spiel, und wir waren das erste Mal chancenlos“, sagte Eintracht Oberlübbes Trainer nach der 30:36-Niederlage im Kreisderby gegen die HSG Porta. Nach dem Aufstieg im Sommer 2020 absolvierte seine Mannschaft in der vergangenen Saison bis zum Abbruch nur zwei Spiele, in dieser Serie war es auch erst das dritte. Jetzt freut sich Petereit über einen regelmäßigen Wettkampfrhythmus und hofft auf die Lösung seiner Personalprobleme: „Am Freitag hatte ich genau zwei fitte Rückraumspieler“, schildert der Coach. Daran wollte er die Derby-Pleite aber nicht festmachen: „Abwehr kann man auch ohne gemeinsames Training spielen.“ (kül)

Arne Kämper dankbar

An sein letztes Handballspiel denkt Möllbergens Arne Kämper nur sehr ungern zurück. Im Januar 2019 verletzte sich der Rückraumspieler im Kreispokal-Wettbewerb. Danach begann seine etwa zweieinhalbjährige Leidenszeit. Seine Fußverletzung, unter anderem ein Riss der Sehnenplatte, sollte konservativ, also ohne Operation behandelt werden. „Es war kein Fortschritt erkennbar, also habe ich mich operieren lassen“, berichtet der 26-Jährige von dem Eingriff, der mittlerweile ein halbes Jahr zurückliegt. Nun ging es mit ihm dank regelmäßiger Reha voran, sodass er nun am Sonntag gegen den TV Isselhorst spielen konnte. „Unser Trainer sagte mir, dass ich bei entsprechendem Spielstand in den letzten sieben Minuten auflaufen dürfte“, sagt Kämper. Und seine Mannschaftskameraden taten ihm den Gefallen. Beim Stande von 31:22 stand der Rechtshänder mit Spielmacherqualitäten wieder auf der Platte. Es war ein Wahnsinnsgefühl“, sagte Arne Kämper anschließend. Und es kam noch besser. Beim nächsten Siebenmeter in der Schlussphase verzichteten die etatmäßigen Schützen Bastian Berg und Frederik Altvater zugunsten von Kämper. Und ihm gelang somit das Tor zum 32:23 und später noch aus dem Spiel heraus der Treffer zum 36:26. (jöw)

Diplomatisches Ergebnis

Am Samstag schlugen zwei Herzen in der Brust von Miro Schluroff. Der Bremer Handballer, der für GWD Minden in der Bundesliga spielt, war als Zuschauer beim Drittliga-Spiel von GWD Minden II gegen den Bremer Klub ATSV Habenhausen. Beim ATSV liegen sportliche Wurzeln des 21-Jährigen Rückraumspielers. Dort spielte er in der B-Jugend und nach seinem A-Jugend-Wechsel zum HC Bremen dann mit Doppelspielrecht bei den Männern in der Oberliga und der 3. Liga. Mit dem 27:27-Endstand in Dankersen konnte Schluroff gut leben: „Das ist ein diplomatisches Ergebnis. Und das Unentschieden geht auch in Ordnung“, war für ihn die Punkteteilung leistungsgerecht.

Für die Bremer Handballfamilie Schluroff war das Drittliga-Spiel Anlass für ein kleines Familientreffen. Zum einem spielte Miros Cousin Luc Schluroff als Linksaußen beim ATSV und erzielte fünf Tore. Wochenendgäste bei Miro waren sein Bruder Fynn, der beim HC Bremen in der Oberliga spielt, und seine Schwester Tony, die seit diesem Sommer für den TV Oyten stürmt. „Wir haben ein kleines Familientreffen gemacht“, berichtete Miro, als „Schluroff Senior“ mit 21 Jahren der älteste der drei. Allein sein Cousin Janik, der ebenfalls bei Habenhausen spielt, fehlte verletzt. „Manchmal fahre ich auch nach Bremen, um den anderen beim Handball zuzuschauen“, berichtet Miro Schluroff und fügt an: „Wenn wir bei GWD mal ein freies Wochenende haben.“ Über den Zusammenhalt der Familie sagt er: „Wir verstehen uns alle gut. Luc ist nicht nur mein Cousin, sondern auch einer meiner besten Freunde.“ Offenbar auch ein Handballer mit Talent: „Der könnte auch höher spielen“, sagt Miro über den nur eineinhalb Monaten jüngeren Cousin. (rich).

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