Handball-Box: Die Analyse fällt aus - Die Niederlage im Verbandsliga-Gipfel hallt in Hahlen bitter nach Minden. Erst hatte der Handballverband Westfalen vergessen, zwei Schiedsrichter für das Spitzenspiel der Männer-Verbandsliga anzusetzen. Nach dem Abpfiff des Liga-Gipfels gab es in Hahlen Stimmen, die es begrüßt hätten, wenn es dabei geblieben wäre. Denn nach der Niederlage des TSV standen die beiden Unparteiischen im Zentrum der Kritik. Sie hätten sich aber wohl auch einen anderen Tag gewünscht, denn sie erledigten den Job zusätzlich zum Normalprogramm noch obendrauf. Bereits am Nachmittag hatten sie den Heimsieg der Hahler Oberliga-Frauen an der Pfeife begleitet. Nun in der Rolle als Jäger Mit großer Vorfreude waren die Männer des TSV Hahlen in das Spitzenspiel gegen HB Bad Salzuflen gegangen. Mit der Unterstützung der heimischen Fans wollte der Tabellenführer den entscheidenden Schritt zum Titelgewinn und damit in Richtung Oberliga machen. Nach der 20:27-Niederlage war die Stimmung gekippt: Der Vorteil liegt nun bei Bad Salzuflen, der TSV muss in der Rolle des Jägers auf einen Ausrutscher des Konkurrenten hoffen. Im Hahler Feld hatte am Samstag die große Fan-Kolonie der Gäste die akustische Oberhand, und nach einer Anlaufphase dann auch das Team aus der Kurstadt die spielerische Überlegenheit. Als Hahlen im zweiten Abschnitt zum Gegenangriff blasen wollte, wurde dem Team nach dem Empfinden fast aller Beteiligten der Stecker gezogen: Eine Fülle von Strafzeiten – insgesamt spielten die Teams 40 Minuten in Unterzahl – ließen ein normales Spiel kaum mehr zu. Die Schiedsrichter rückten in der zweiten Halbzeit in den Blickpunkt – und auch in allen Bewertungen danach. „Ich kann keine sportliche Analyse abgeben“, sagte TSV-Trainer Henrik Thielking nach dem Abpfiff, „es war ja gar kein Handballspiel möglich.“ Er hatte Mühe, den Verlauf des Spitzenspiels zu verarbeiten. Doch klar gab er die weitere Richtung vor. „Wir werden in den restlichen drei Spielen alles geben.“ Falls Bad Salzuflen auf den letzten Metern noch straucheln sollte, wollen die Hahler da sein. (rich) Kritik am DHB Moritz Schäpsmeier kann es einfach nicht fassen. Nach mäßigem Start in die Drittligasaison steigerte sich sein Team GWD Minden II zusehends und verpasste nur hauchdünn den direkten Klassenerhalt. In der so heißenden Klassenverbleibsrunde ist die Bundesliga-Reserve bislang ungeschlagen und holte 10:2-Punkte – trotzdem ist die nächste Drittligasaison noch nicht gesichert. „Das ist völlig verrückt“, meint Schäpsmeier, „Lit ist schon locker durch, obwohl es zweimal verloren hat.“ Und Bissendorf habe zum Start der Abstiegsrunde ebenfalls noch die Chance auf den Klassenerhalt gehabt, obwohl der Tabellenletzte in der Vorrunde nur 6:38 Punkte geholt hat, GWD II aber immerhin 24:20. „Wer das beim DHB entschieden hat, hat nicht richtig nachgedacht“, meint Schäpsmeier. (apl) Sextett wird fehlen Vor welch großem Umbruch der TV Sachsenross Hille nach dem Abstieg in die Bezirksliga steht, zeigt ein rascher Blick in die Statistik. Der Verein verabschiedete in Nico Spechtmeier, Rudi Stobbe, Steffen Peper, Jannis Kruse, Jan Breuer und Devon Ossenfort gleich sechs Leistungsträger vor dem letzten Heimspiel dieser Saison. Das verloren die Hiller gegen den Meister HSG Petershagen-Lahde mit 23:29. Dabei erzielte 21 der 23 Hiller Treffer das verabschiedete Sextett. Die Tore werden auch eine Klasse tiefer fehlen. Die beiden restlichen Treffer erzielte übrigens Bastian Bredemeyer. (apl) „Es hat Spaß gemacht“ Die Handballerinnen der HSG Petershagen/Lahde haben es geschafft: Sie haben vorzeitig den Klassenerhalt erreicht und werden auch in der kommenden Saison in der Oberliga spielen. „Das ist ein großer Erfolg für uns. Wir haben irre viele Punkte geholt, auch schon in der Hinrunde. Und wir haben eine Menge personelle Schwierigkeiten gemeistert“, sagte Trainer Heiko Breuer nach dem entscheidenden 25:22-Heimsieg am Samstag gegen die SGE Ruhrtal Witten. Im Sommer 2020 hatte die Spielgemeinschaft erst den Sprung in westfälische Oberhaus geschafft. Ein einziges Spiel absolvierte das Team damals im Herbst in der neuen Spielklasse, dann legte Corona den Betrieb lahm. Entsprechend fühlte man sich auch in dieser Saison noch wie ein Aufsteiger. Doch trotz des vermehrten Abstiegs bestand das ungemein heimstarke Team die Herausforderung, obgleich es etliche Rückschläge gab wie beispielsweise die erneute schwere Knieverletzung von Johanna Merks. Die wichtige Rückraumspielerin schied bereits im ersten Spiel mit ihrem dritten Kreuzbandriss für den Rest der Saison aus. aus. Auch auf die schwangere Birte Zwingmann musste das Team im Endspurt verzichten. Für sie sprang als Spielmacherin Emma McCarthy in die Bresche. Die im Sommer vom HSV Minden-Nord gekommene Rückraumspielerin lief vor allem bei den letzten beiden Siegen zur Hochform auf und war hinter Anika Ziercke mit zwölf Toren zweitbeste Schützin. „Sie hat einen großen Entwicklungssprung gemacht, vielleicht den größten von allen in dieser Saison“, lobte Trainer Heiko Breuer, „auch in der Deckung macht sie das richtig gut.“ McCarthy selbst quittierte das Lob nach ihrem ersten Jahr in Lahde mit einem Lächeln: „Ich gehe mit einem guten Gefühl aus der Saison. Es hat Spaß gemacht und wir haben unser Ziel erreicht“, sagte sie bescheiden. (rich)

Handball-Box: Die Analyse fällt aus - Die Niederlage im Verbandsliga-Gipfel hallt in Hahlen bitter nach

Immer wieder waren die Hahler Spieler im Spitzenspiel fassungslos. Hier hebt Eike Böker fragend die Arme in die Höhe. MT-Foto: © Marcus Riechmann

Minden. Erst hatte der Handballverband Westfalen vergessen, zwei Schiedsrichter für das Spitzenspiel der Männer-Verbandsliga anzusetzen. Nach dem Abpfiff des Liga-Gipfels gab es in Hahlen Stimmen, die es begrüßt hätten, wenn es dabei geblieben wäre. Denn nach der Niederlage des TSV standen die beiden Unparteiischen im Zentrum der Kritik. Sie hätten sich aber wohl auch einen anderen Tag gewünscht, denn sie erledigten den Job zusätzlich zum Normalprogramm noch obendrauf. Bereits am Nachmittag hatten sie den Heimsieg der Hahler Oberliga-Frauen an der Pfeife begleitet.

Nun in der Rolle als Jäger

Mit großer Vorfreude waren die Männer des TSV Hahlen in das Spitzenspiel gegen HB Bad Salzuflen gegangen. Mit der Unterstützung der heimischen Fans wollte der Tabellenführer den entscheidenden Schritt zum Titelgewinn und damit in Richtung Oberliga machen. Nach der 20:27-Niederlage war die Stimmung gekippt: Der Vorteil liegt nun bei Bad Salzuflen, der TSV muss in der Rolle des Jägers auf einen Ausrutscher des Konkurrenten hoffen. Im Hahler Feld hatte am Samstag die große Fan-Kolonie der Gäste die akustische Oberhand, und nach einer Anlaufphase dann auch das Team aus der Kurstadt die spielerische Überlegenheit. Als Hahlen im zweiten Abschnitt zum Gegenangriff blasen wollte, wurde dem Team nach dem Empfinden fast aller Beteiligten der Stecker gezogen: Eine Fülle von Strafzeiten – insgesamt spielten die Teams 40 Minuten in Unterzahl – ließen ein normales Spiel kaum mehr zu. Die Schiedsrichter rückten in der zweiten Halbzeit in den Blickpunkt – und auch in allen Bewertungen danach. „Ich kann keine sportliche Analyse abgeben“, sagte TSV-Trainer Henrik Thielking nach dem Abpfiff, „es war ja gar kein Handballspiel möglich.“ Er hatte Mühe, den Verlauf des Spitzenspiels zu verarbeiten. Doch klar gab er die weitere Richtung vor. „Wir werden in den restlichen drei Spielen alles geben.“ Falls Bad Salzuflen auf den letzten Metern noch straucheln sollte, wollen die Hahler da sein. (rich)

Emma McCarthy warf am Samstag entscheidende Tore. MT-Foto: - © Marcus Riechmann
Emma McCarthy warf am Samstag entscheidende Tore. MT-Foto: - © Marcus Riechmann

Kritik am DHB

Moritz Schäpsmeier kann es einfach nicht fassen. Nach mäßigem Start in die Drittligasaison steigerte sich sein Team GWD Minden II zusehends und verpasste nur hauchdünn den direkten Klassenerhalt. In der so heißenden Klassenverbleibsrunde ist die Bundesliga-Reserve bislang ungeschlagen und holte 10:2-Punkte – trotzdem ist die nächste Drittligasaison noch nicht gesichert. „Das ist völlig verrückt“, meint Schäpsmeier, „Lit ist schon locker durch, obwohl es zweimal verloren hat.“ Und Bissendorf habe zum Start der Abstiegsrunde ebenfalls noch die Chance auf den Klassenerhalt gehabt, obwohl der Tabellenletzte in der Vorrunde nur 6:38 Punkte geholt hat, GWD II aber immerhin 24:20. „Wer das beim DHB entschieden hat, hat nicht richtig nachgedacht“, meint Schäpsmeier. (apl)

Devon Ossenfort wird von zwei Lahdern bearbeitet. Der Hiller war mit sieben Treffern der beste Torschütze seines Teams. Er wurde wie Steffen Peper (Nr. 17) vor dem Spiel verabschiedet. MT-Foto: - © Sebastian Külbel
Devon Ossenfort wird von zwei Lahdern bearbeitet. Der Hiller war mit sieben Treffern der beste Torschütze seines Teams. Er wurde wie Steffen Peper (Nr. 17) vor dem Spiel verabschiedet. MT-Foto: - © Sebastian Külbel

Sextett wird fehlen

Vor welch großem Umbruch der TV Sachsenross Hille nach dem Abstieg in die Bezirksliga steht, zeigt ein rascher Blick in die Statistik. Der Verein verabschiedete in Nico Spechtmeier, Rudi Stobbe, Steffen Peper, Jannis Kruse, Jan Breuer und Devon Ossenfort gleich sechs Leistungsträger vor dem letzten Heimspiel dieser Saison. Das verloren die Hiller gegen den Meister HSG Petershagen-Lahde mit 23:29. Dabei erzielte 21 der 23 Hiller Treffer das verabschiedete Sextett. Die Tore werden auch eine Klasse tiefer fehlen. Die beiden restlichen Treffer erzielte übrigens Bastian Bredemeyer. (apl)

„Es hat Spaß gemacht“

Die Handballerinnen der HSG Petershagen/Lahde haben es geschafft: Sie haben vorzeitig den Klassenerhalt erreicht und werden auch in der kommenden Saison in der Oberliga spielen. „Das ist ein großer Erfolg für uns. Wir haben irre viele Punkte geholt, auch schon in der Hinrunde. Und wir haben eine Menge personelle Schwierigkeiten gemeistert“, sagte Trainer Heiko Breuer nach dem entscheidenden 25:22-Heimsieg am Samstag gegen die SGE Ruhrtal Witten. Im Sommer 2020 hatte die Spielgemeinschaft erst den Sprung in westfälische Oberhaus geschafft. Ein einziges Spiel absolvierte das Team damals im Herbst in der neuen Spielklasse, dann legte Corona den Betrieb lahm. Entsprechend fühlte man sich auch in dieser Saison noch wie ein Aufsteiger. Doch trotz des vermehrten Abstiegs bestand das ungemein heimstarke Team die Herausforderung, obgleich es etliche Rückschläge gab wie beispielsweise die erneute schwere Knieverletzung von Johanna Merks. Die wichtige Rückraumspielerin schied bereits im ersten Spiel mit ihrem dritten Kreuzbandriss für den Rest der Saison aus. aus. Auch auf die schwangere Birte Zwingmann musste das Team im Endspurt verzichten. Für sie sprang als Spielmacherin Emma McCarthy in die Bresche. Die im Sommer vom HSV Minden-Nord gekommene Rückraumspielerin lief vor allem bei den letzten beiden Siegen zur Hochform auf und war hinter Anika Ziercke mit zwölf Toren zweitbeste Schützin. „Sie hat einen großen Entwicklungssprung gemacht, vielleicht den größten von allen in dieser Saison“, lobte Trainer Heiko Breuer, „auch in der Deckung macht sie das richtig gut.“ McCarthy selbst quittierte das Lob nach ihrem ersten Jahr in Lahde mit einem Lächeln: „Ich gehe mit einem guten Gefühl aus der Saison. Es hat Spaß gemacht und wir haben unser Ziel erreicht“, sagte sie bescheiden. (rich)

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