Handball: A-Mädchen des HSV Minden-Nord feiern historischen Aufstieg Christian Bendig Minden. Bereits nach dem zweiten Spiel der Qualifikationsrunde stand vorzeitig fest: Die A-Mädchen-Handballerinnen des HSV Minden-Nord gehen ab dem Wochenende 26./27. September in der Bundesliga an den Start. Die Mannschaft von Trainer Olaf Wittemeier schaffte damit sogar etwas Historisches. Denn es war die erstmalige Qualifikation des Handballspielverbundes für die höchste deutsche Jugendspielklasse. Dabei lief es ein wenig anders als geplant. Beim TV Verl wollten die HSV-Mädchen am Samstag den 32:31-Auftakterfolg über den TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck mit einem weiteren Sieg vergolden und alles klar machen. Doch in der Schlussphase verloren die Mindenerinnen den Anschluss und unterlagen 24:27. „Sicher war mehr drin. Aber im Rückraum konnten wir nicht den nötigen Druck erzeugen“, berichtete Wittemeier unmittelbar nach der Partie und stellte sich gedanklich – wie seine Spielerinnen auch – auf eine bevorstehende Nervenschlacht beim HTV Hemer am Sonntag ein. Es sei denn, Hemer würde kurte Zeit nach der HSV-Niederlage in Bielefeld gewinnen. Die Hoffnung erfüllte sich, schon während der Rückfahrt aus Verl stand fest, dass das Duell in Hemer (26:33) lediglich einen statistischen Wert besitzen sollte. Als in der Vierergruppe drittplatziertes Team folgt Minden-Nord Hemer und Verl in das Abenteuer Bundesliga. Das könnte jedoch von kurzer Dauer sein, weil die insgesamt 60 Bundesligisten auf zwölf Fünfergruppen aufgeteilt werden und lediglich die jeweils beiden besten Mannschaften an der Zwischenrunde teilnehmen werden. Nach Lage der Dinge wird die Vorrunde bereits Mitte Oktober abgeschlossen sein. Die Chancen auf einen der ersten beiden Plätze taxiert Wittemeier auf ein Minimum und sagt: „Wir wollen das Erlebnis genießen und so viel wie möglich aus dieser Runde mitnehmen.“ Das sportliche Erlebnis soll eine besondere Atmosphäre um die Heimspiele im Ausweichquartier der Sporthalle Minden-Süd herum abrunden. „Da trifft es sich gut, dass die Halle in Stemmer noch saniert wird. So können wir vielleicht vor mehr Zuschauern spielen“, mutmaßt Wittemeier aufgrund der begrenzten Zuschauerkapazitäten wegen der Corona-Pandemie. Diese wirkte sich auch unmittelbar auf die gestern beendete Qualifikationsrunde aus. „Es war dieses Jahr ein sehr kurzer Weg“, zieht der HSV-Trainer einen Vergleich zu den beiden vorigen Saisons, in denen der Verein auf NRW-Ebene scheiterte. „Davor musste man schon auf Kreis-, und Westfalenebene spielen. Das war zu viel“, wundert es Wittemeier nicht, dass sich in der entscheidenden Phase Leistungsträgerinnen verletzten. Nun ist die Freude umso größer. „Mir ist es ziemlich egal, dass die Bundesliga auf 60 Mannschaften aufgestockt wurde und der Weg kürzer war. Das Ergebnis zählt“, meint Wittemeier und ordnet die Bedeutung für den Verein ein, indem er sagt: „Der weibliche Nachwuchsbereich fühlt sich jetzt komplett an.“ In den zurückliegenden Jahren errang der HSV zwei Westfalenmeisterschaften bei den C-Mädchen, musste danach aber immer wieder Leistungsträgerinnen wie beispielsweise Milena Lübbing, Torhüterin Yasmin Friesen oder Mia Ziercke zum Bundesliga-Nachwuchs der HSG Blomberg-Lippe ziehen lassen. „Wir haben dann natürlich bei anderen Vereinen geschaut, wo Spielerinnen sind, die zu uns passen“, gibt Wittemeier offen zu und nennt dabei auch den Lokalrivalen JSG Lit 1912. Viele Akteurinnen aus dem Aufstiegsteam wurden aber selbst ausgebildet. So wie es beim HSV und auch schon beim Vorgängerverein HSG Stemmer/Friedewalde Tradition war. Unter diesem Namen spielte letztmalig in der Saison 2011/12 eine Mädchenmannschaft in der höchsten deutschen Spielklasse. Die hieß damals noch Regionalliga und beschränkte sich auf den Bereich des Westdeutschen Handballbundes. In diesem Team standen unter anderem Namen wie Leonie Wöbking, Joana und Rahel Rodehau oder auch Florence Niemann, die viele Jahre für den HSV in der 3. Liga der Frauen aufliefen. Inzwischen schnüren sie ihre Schuhe aber für den Frauen-Oberligisten Lit Tribe Germania.

Handball: A-Mädchen des HSV Minden-Nord feiern historischen Aufstieg

Überschwänglich bejubelten die A-Mädchen des HSV Minden-Nord am vergangenen Dienstag den Erfolg über den TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck. Dieser eine Sieg sollte zum Bundesliga-Aufsteig reichen. © Foto: Bendig

Minden. Bereits nach dem zweiten Spiel der Qualifikationsrunde stand vorzeitig fest: Die A-Mädchen-Handballerinnen des HSV Minden-Nord gehen ab dem Wochenende 26./27. September in der Bundesliga an den Start. Die Mannschaft von Trainer Olaf Wittemeier schaffte damit sogar etwas Historisches. Denn es war die erstmalige Qualifikation des Handballspielverbundes für die höchste deutsche Jugendspielklasse.

Dabei lief es ein wenig anders als geplant. Beim TV Verl wollten die HSV-Mädchen am Samstag den 32:31-Auftakterfolg über den TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck mit einem weiteren Sieg vergolden und alles klar machen. Doch in der Schlussphase verloren die Mindenerinnen den Anschluss und unterlagen 24:27. „Sicher war mehr drin. Aber im Rückraum konnten wir nicht den nötigen Druck erzeugen“, berichtete Wittemeier unmittelbar nach der Partie und stellte sich gedanklich – wie seine Spielerinnen auch – auf eine bevorstehende Nervenschlacht beim HTV Hemer am Sonntag ein.

Es sei denn, Hemer würde kurte Zeit nach der HSV-Niederlage in Bielefeld gewinnen. Die Hoffnung erfüllte sich, schon während der Rückfahrt aus Verl stand fest, dass das Duell in Hemer (26:33) lediglich einen statistischen Wert besitzen sollte. Als in der Vierergruppe drittplatziertes Team folgt Minden-Nord Hemer und Verl in das Abenteuer Bundesliga.

Das könnte jedoch von kurzer Dauer sein, weil die insgesamt 60 Bundesligisten auf zwölf Fünfergruppen aufgeteilt werden und lediglich die jeweils beiden besten Mannschaften an der Zwischenrunde teilnehmen werden. Nach Lage der Dinge wird die Vorrunde bereits Mitte Oktober abgeschlossen sein. Die Chancen auf einen der ersten beiden Plätze taxiert Wittemeier auf ein Minimum und sagt: „Wir wollen das Erlebnis genießen und so viel wie möglich aus dieser Runde mitnehmen.“

Das sportliche Erlebnis soll eine besondere Atmosphäre um die Heimspiele im Ausweichquartier der Sporthalle Minden-Süd herum abrunden. „Da trifft es sich gut, dass die Halle in Stemmer noch saniert wird. So können wir vielleicht vor mehr Zuschauern spielen“, mutmaßt Wittemeier aufgrund der begrenzten Zuschauerkapazitäten wegen der Corona-Pandemie. Diese wirkte sich auch unmittelbar auf die gestern beendete Qualifikationsrunde aus. „Es war dieses Jahr ein sehr kurzer Weg“, zieht der HSV-Trainer einen Vergleich zu den beiden vorigen Saisons, in denen der Verein auf NRW-Ebene scheiterte. „Davor musste man schon auf Kreis-, und Westfalenebene spielen. Das war zu viel“, wundert es Wittemeier nicht, dass sich in der entscheidenden Phase Leistungsträgerinnen verletzten.

Nun ist die Freude umso größer. „Mir ist es ziemlich egal, dass die Bundesliga auf 60 Mannschaften aufgestockt wurde und der Weg kürzer war. Das Ergebnis zählt“, meint Wittemeier und ordnet die Bedeutung für den Verein ein, indem er sagt: „Der weibliche Nachwuchsbereich fühlt sich jetzt komplett an.“ In den zurückliegenden Jahren errang der HSV zwei Westfalenmeisterschaften bei den C-Mädchen, musste danach aber immer wieder Leistungsträgerinnen wie beispielsweise Milena Lübbing, Torhüterin Yasmin Friesen oder Mia Ziercke zum Bundesliga-Nachwuchs der HSG Blomberg-Lippe ziehen lassen.

„Wir haben dann natürlich bei anderen Vereinen geschaut, wo Spielerinnen sind, die zu uns passen“, gibt Wittemeier offen zu und nennt dabei auch den Lokalrivalen JSG Lit 1912. Viele Akteurinnen aus dem Aufstiegsteam wurden aber selbst ausgebildet. So wie es beim HSV und auch schon beim Vorgängerverein HSG Stemmer/Friedewalde Tradition war.

Unter diesem Namen spielte letztmalig in der Saison 2011/12 eine Mädchenmannschaft in der höchsten deutschen Spielklasse. Die hieß damals noch Regionalliga und beschränkte sich auf den Bereich des Westdeutschen Handballbundes. In diesem Team standen unter anderem Namen wie Leonie Wöbking, Joana und Rahel Rodehau oder auch Florence Niemann, die viele Jahre für den HSV in der 3. Liga der Frauen aufliefen. Inzwischen schnüren sie ihre Schuhe aber für den Frauen-Oberligisten Lit Tribe Germania.

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