GWD-Gegner im Blickpunkt: Wiegert will Magdeburg zur ersten Meisterschaft seit 21 Jahren führen Stefan Rüter Magdeburg. Bennet Wiegert ist ein Typ, ein echter Typ. Authentisch, emotional, perfektionistisch. Damit steht er sich manchmal selbst im Weg, und das weiß er auch. Doch dieser Mann ordnet dem Erfolg alles unter. Wiegert wirft alles in seinen Job: „Mein Lebenselixier ist das Gewinnen. Und das Gewinnen macht mich süchtig.“ Es sind also gerade gute Zeiten für den 39-Jährigen. Im Herbst holte er mit Magdeburg überraschend den Titel bei der Klub-WM, in der Handball-Bundesliga liegen seine Jungs mit 22:0 Punkten an der Spitze. Die Frage nach der Meisterschaft stört ihn nicht. „Ich freue mich über diese Fragen, weil es zeigt, dass wir ganz oben dabei sind. Aber das ist alles noch viel zu früh. Zwei schlechte Englische Wochen und du hast acht Minuspunkte“, rechnet Wiegert vor. Es ist noch ein langer Weg, und deshalb achtet der SCM-Trainer genau auf die Belastung seiner Spieler. Das sei ein wichtiger Teil der täglichen Trainingsarbeit: „Natürlich habe ich Angst, dass uns irgendwann mal die Luft ausgeht.“So versucht er, für jeden Spieler das richtige Gespür zu entwickeln. Wie anstrengend darf das Training sein, welche Ansprache passt zu den einzelnen Jungs. „Das alles ist die große Kunst. Am Ende müssen mir die Spieler folgen.“ Als Sohn der SCM-Ikone Ingolf Wiegert wurde Bennet quasi in den Verein hineingeboren. Das ist für ihn meist ein Segen. Er weiß, wie die Fans ticken. Der SCM sei eine „sportliche Religion“ in der Stadt. Wiegert kann sich mit dem Verein identifizieren, bekommt ein riesiges Vertrauen. Die Schattenseite: „Beim Einkaufen quatscht mich jeder an, weil mich jeder kennt. Wenn es mal schlecht läuft, kann das hart sein.“ Diese Mischung aus Ehrgeiz und Identifikation machen Wiegert aktuell wohl zum perfekten Trainer des Teams. Dabei setzt der 39-Jährige auf Innovationen und versucht am Puls der Handball-Zeit zu bleiben. Sein Ziel ist klar: „Ich will was für die Ewigkeit schaffen“, sagt Wiegert. Das ist kein abgehobenes Gerede, sondern sein Antrieb.Bennet Wiegert hat auch viele Jahre selbst für den SCM gespielt und kennt die Vorzüge aus dieser aktiven Zeit. Handball war sein großes Hobby, er mochte es, wenn die Trainer ihm erklärten, was er zu tun hat. „Aber jetzt als Trainer ist das alles harte Arbeit für mich. Die Spieler sollen jede Minute ihrer Karriere genießen“, sagt der Familienvater. Der versucht sich neben seinem Rund-um-die-Uhr-Job noch möglichst viel Zeit für die Familie zu nehmen. Seine beiden Töchter haben ihn enorm verändert. Erst durch die beiden habe er gemerkt, was Verantwortung bedeute. Für ein Spiel wie jetzt gegen Minden verbringt Wiegert alleine rund 20 Stunden mit Videoanalyse und Videoschnitt. Er will diese vielen Stunden lieber gar nicht zählen. Was er festgestellt hat: „Die Mindener Mannschaft ist nicht so schlecht wie sie gemacht wird. Die können die Wende noch schaffen.“ Bei GWD denkt Wiegert sofort an die Duelle aus seiner Jugendzeit gegen Jan-Fiete Buschmann, Arne Niemeyer, Markus Ernst. „Minden steht für Handball-Tradition. Ich gehöre zu denen, die wissen, was die Abkürzung GWD bedeutet.“

GWD-Gegner im Blickpunkt: Wiegert will Magdeburg zur ersten Meisterschaft seit 21 Jahren führen

Da geht es lang: Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert verfolgt ein klares Ziel. © imago images/Jan Huebner

Magdeburg. Bennet Wiegert ist ein Typ, ein echter Typ. Authentisch, emotional, perfektionistisch. Damit steht er sich manchmal selbst im Weg, und das weiß er auch. Doch dieser Mann ordnet dem Erfolg alles unter. Wiegert wirft alles in seinen Job: „Mein Lebenselixier ist das Gewinnen. Und das Gewinnen macht mich süchtig.“

Es sind also gerade gute Zeiten für den 39-Jährigen. Im Herbst holte er mit Magdeburg überraschend den Titel bei der Klub-WM, in der Handball-Bundesliga liegen seine Jungs mit 22:0 Punkten an der Spitze. Die Frage nach der Meisterschaft stört ihn nicht. „Ich freue mich über diese Fragen, weil es zeigt, dass wir ganz oben dabei sind. Aber das ist alles noch viel zu früh. Zwei schlechte Englische Wochen und du hast acht Minuspunkte“, rechnet Wiegert vor.

Es ist noch ein langer Weg, und deshalb achtet der SCM-Trainer genau auf die Belastung seiner Spieler. Das sei ein wichtiger Teil der täglichen Trainingsarbeit: „Natürlich habe ich Angst, dass uns irgendwann mal die Luft ausgeht.“

So versucht er, für jeden Spieler das richtige Gespür zu entwickeln. Wie anstrengend darf das Training sein, welche Ansprache passt zu den einzelnen Jungs. „Das alles ist die große Kunst. Am Ende müssen mir die Spieler folgen.“

Als Sohn der SCM-Ikone Ingolf Wiegert wurde Bennet quasi in den Verein hineingeboren. Das ist für ihn meist ein Segen. Er weiß, wie die Fans ticken. Der SCM sei eine „sportliche Religion“ in der Stadt. Wiegert kann sich mit dem Verein identifizieren, bekommt ein riesiges Vertrauen. Die Schattenseite: „Beim Einkaufen quatscht mich jeder an, weil mich jeder kennt. Wenn es mal schlecht läuft, kann das hart sein.“

Diese Mischung aus Ehrgeiz und Identifikation machen Wiegert aktuell wohl zum perfekten Trainer des Teams. Dabei setzt der 39-Jährige auf Innovationen und versucht am Puls der Handball-Zeit zu bleiben. Sein Ziel ist klar: „Ich will was für die Ewigkeit schaffen“, sagt Wiegert. Das ist kein abgehobenes Gerede, sondern sein Antrieb.

Bennet Wiegert hat auch viele Jahre selbst für den SCM gespielt und kennt die Vorzüge aus dieser aktiven Zeit. Handball war sein großes Hobby, er mochte es, wenn die Trainer ihm erklärten, was er zu tun hat. „Aber jetzt als Trainer ist das alles harte Arbeit für mich. Die Spieler sollen jede Minute ihrer Karriere genießen“, sagt der Familienvater. Der versucht sich neben seinem Rund-um-die-Uhr-Job noch möglichst viel Zeit für die Familie zu nehmen. Seine beiden Töchter haben ihn enorm verändert. Erst durch die beiden habe er gemerkt, was Verantwortung bedeute.

Für ein Spiel wie jetzt gegen Minden verbringt Wiegert alleine rund 20 Stunden mit Videoanalyse und Videoschnitt. Er will diese vielen Stunden lieber gar nicht zählen. Was er festgestellt hat: „Die Mindener Mannschaft ist nicht so schlecht wie sie gemacht wird. Die können die Wende noch schaffen.“ Bei GWD denkt Wiegert sofort an die Duelle aus seiner Jugendzeit gegen Jan-Fiete Buschmann, Arne Niemeyer, Markus Ernst. „Minden steht für Handball-Tradition. Ich gehöre zu denen, die wissen, was die Abkürzung GWD bedeutet.“

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