Frauen-Oberliga: Lange Pausen prägen Spielplan - Petershagen/Lahde startet drei Wochen später Jörg Wehling Minden. Eigentlich müssten die Oberliga-Handballerinnen von Lit Tribe 1912 froh sein. Mit der Ibbenbürener SpVg ist die Mannschaft von Trainerin Andrea Leiding einen Konkurrenten im Kampf um die Topplätze los. Weil das Team aus dem Tecklenburger Land noch auf den letzten Drücker durch den Rückzug der TSG Ober Eschbach in die 3. Liga aufstieg, spielen in der Oberliga-Staffel 1 nun nur noch acht anstatt neun Mannschaften. Saisonstart bleibt aber der 3. Oktober. Zum Liga-Modus gehört es, dass die ersten drei Teams dieser Staffel mit den Top-Drei der Parallelstaffel in der Meisterrunde spielen. Die beginnt nach der Vorrunde am 28. März. Der Sieger dieser Runde steigt dann in die 3. Liga auf. Zum weiteren Modus gehört es, dass die Mannschaften der Plätze vier und fünf eine sportlich eher bedeutungslose Zwischenrunde spielen. Und ab Platz sechs geht es in einer gemeinsamen Runde der beiden Staffeln um den Klassenerhalt. Denn vier Teams steigen aus der Oberliga ab. Saisonende ist der 28. Mai, sofern nichts außergewöhnliches wie eine Corona-bedingte Zwangspause dies verhindert. „Ich weiß nicht, ob sich die Funktionäre damit einen Gefallen getan haben, Wildcards zu verteilen. Ich glaube, dass sich das sportliche Niveau dadurch erheblich verschieben wird“, sagt Andrea Leiding zum grundsätzlichen Vorgehen. Sie selber war eine Befürworterin von drei Sechser-Staffeln mit dem Vorteil, dass sie deutlich weniger Leerlauf innerhalb dieser Saison gehabt hätten. Davon sind auch die weiteren heimischen Vertreter mit der HSG Petershagen/Lahde, dem TSV Hahlen und dem HSV Minden-Nord betroffen. Jedes dieser Teams hat so seine Atempause. Für den Aufsteiger aus Petershagen startet Serie damit erst drei Wochen später am 24. Oktober. Der Grund: Am ersten Spieltag hätte der Gegner Ibbenbüren geheißen, am zweiten Spieltag hätte die HSG aufgrund der Staffelgröße ohnehin spielfrei gehabt. Und eine Woche später sind dann schon Herbstferien. „Ein später Start ist natürlich blöd, weil es schwierig ist, in der Vorbereitung so lange die Spannung hochzuhalten“, sagt Trainer Heiko Breuer. Das Lit-Team spielt im November nur am 28., weil zusätzlich mit dem Totensonntag noch ein stiller Feiertag für eine Spielpause sorgt. „So ist es natürlich sehr schwierig, den Rhythmus beizubehalten“, sagt Lit-Trainerin Andrea Leiding. Klassenpartner HSV Minden-Nord hätte die November-Pause sicher sehr gerne genommen. Denn der Mannschaft von Trainer Olaf Grintz fehlt in dieser Zeit die Heimhalle in Stemmer, weil dort renoviert wird und die Halle erst am ersten Dezember-Wochenende wieder für den Spiel- und Trainingsbetrieb zur Verfügung steht. „Die Hallensituation ist für uns ein äußerst unglücklicher Umstand. Mir wäre es am liebsten, wenn wir in der Hinrunde komplett auswärts spielen könnten“, sagt Grintz. Der HSV-Trainer kann sich sich nur sehr schwer mit dem Umstand anfreunden, in der von der Stadt angebotene Sporthalle Minden-Süd in Häverstädt zu spielen. Grintz verhandelt seinen Vorschlag noch mit dem HSV-Vorstand. Eine Entscheidung steht noch aus. Allerdings sieht es nach MT-Informationen aber danach aus, dass man das Heimrecht im Oktober und November im Mindener Süden wahrnimmt. Das wären die Spiele gegen HB Bad Salzuflen (3. Oktober), gegen Lit Tribe 1912 am 24. Oktober und gegen den TV Verl am 7. November. Andreas Tiemann, als Vizepräsident Spieltechnik beim Handball-Verband-Westfalen, mitverantwortlich für die Ausarbeitung des Spielplan, ficht die durchklingende Kritik nicht an. „Nachdem klar war, dass Ibbenbüren in die 3. Liga geht, haben wir mit allen 17 Oberliga-Klubs erneut gesprochen, ob wir den Modus beibehalten sollen. Eine klare Mehrheit hat sich dafür ausgesprochen“, berichtet Tiemann. Deutlich entspannter sieht man ohnehin die Lage beim TSV Hahlen. „Der Modus hat sicherlich seine Schwächen. Aber ich halte die Lösung für vernünftig. Einen passenden Modus für unsere Liga zu finden, war auch nicht ganz einfach“, sagt Trainer Sebastian Winkler. Die Corona-bedingte Pause hat sein Team gut gemeistert, die Stimmung ist dementsprechend gut und die Freude auf den Saisonstart groß. „Ich glaube, dass wir qualitativ und in der Breite sehr gut aufgestellt sind“, sagt Winkler. Sportliches Ziel ist es für die Hahlerinnen, die Abstiegsrunde zu vermeiden. Einig sind sich etablierten heimischen Trainer, dass mit der HSG Petershagen/Lahde ein verdienter Aufsteiger zum Kreis der Oberligisten gehört. Das sieht auch HSG-Trainer Heiko Breuer so. „Für die Mannschaft war es natürlich schade, dass ihr eine echte Aufstiegsfeier genommen wurde. Aber in dieser Phase gab es Wichtigeres“, sagt Breuer. Die Zielsetzung für seine Mannschaft ist nun der Klassenerhalt. Freude herrscht auch über die vielen Derbys und kurzen Wege. Zielsetzung für die HSV-Mannschaft soll ein vorderer Tabellenplatz werden. Das Ziel Meisterrunde steht klar bei Lit Tribe 1912 im Fokus aufgrund des top-besetzten Kaders. „Ein Selbstläufer wird das aber auch nicht. Gegen uns werden immer alle mindestens 100 Prozent geben“, sagt Andrea Leiding. Frauen Oberliga Spiele mit heimischer Beteiligung 1. Spieltag, 3./4. Oktober: HSV Minden-Nord - HB Bad SalzuflenLit Tribe 1912 - TuS Bielefeld/Jöllenbeck. 2. Spieltag, 10./11. Oktober: TSV Hahlen - HSV Minden-Nord HB Bad Salzuflen - Lit Tribe 1912. 3. Spieltag, 24. Oktober: TSV Hahlen - HSG Petershagen/Lahde HSV Minden-Nord - Lit Tribe 1912. 4. Spieltag, 31. Oktober HSG Petershagen/Lahde - HSV Minden-Nord, Lit Tribe 1912 - TV Ver, TuS Eintracht Brockhagen- TSV Hahlen. 5. Spieltag, 7. November TSV Hahlen - TuS Bielefeld/Jöllenbeck HSG Petershagen/Lahde - TuS Eintracht Brockhagen HSV Minden-Nord - TV Verl. 6. Spieltag, 14. November TuS Bielefeld/Jöllenbeck - HSG Petershagen/Lahde TuS Eintracht Brockhagen - HSV Minden-Nord HB Bad Salzuflen - TSV Hahlen. 7. Spieltag, 28. November TSV Hahlen - Lit Tribe 1912 HSG Petershagen/Lahde- HB Bad Salzuflen. 8. Spieltag, 5. Dezember HSV Minden-Nord - TuS Bielefeld/Jöllenbeck Lit Tribe 1912 - HSG Petershagen/Lahde TV Verl - TSV Hahlen. 9. Spieltag, 12. Dezember HSG Petershagen/Lahde - TV Verl, TuS Eintracht Brockhagen - Lit Tribe 1912 10. Spieltag, 19. Dezember TuS Bielefeld/Jöllenbeck - Lit Tribe 1912 HB Bad Salzuflen - HSV Minden-Nord. Ende der Vorrunde am 14. März, Meister-, Zwischen- und Abstiegsrunde ab dem 28. März. Saisonende am 30. Mai.

Frauen-Oberliga: Lange Pausen prägen Spielplan - Petershagen/Lahde startet drei Wochen später

Klare Ansage: HSG-Trainer Heiko Breuer. © Foto: Bendig

Minden. Eigentlich müssten die Oberliga-Handballerinnen von Lit Tribe 1912 froh sein. Mit der Ibbenbürener SpVg ist die Mannschaft von Trainerin Andrea Leiding einen Konkurrenten im Kampf um die Topplätze los. Weil das Team aus dem Tecklenburger Land noch auf den letzten Drücker durch den Rückzug der TSG Ober Eschbach in die 3. Liga aufstieg, spielen in der Oberliga-Staffel 1 nun nur noch acht anstatt neun Mannschaften. Saisonstart bleibt aber der 3. Oktober.

Zum Liga-Modus gehört es, dass die ersten drei Teams dieser Staffel mit den Top-Drei der Parallelstaffel in der Meisterrunde spielen. Die beginnt nach der Vorrunde am 28. März. Der Sieger dieser Runde steigt dann in die 3. Liga auf.

Zum weiteren Modus gehört es, dass die Mannschaften der Plätze vier und fünf eine sportlich eher bedeutungslose Zwischenrunde spielen. Und ab Platz sechs geht es in einer gemeinsamen Runde der beiden Staffeln um den Klassenerhalt. Denn vier Teams steigen aus der Oberliga ab. Saisonende ist der 28. Mai, sofern nichts außergewöhnliches wie eine Corona-bedingte Zwangspause dies verhindert.

Gestenreich: TSV Hahlens Trainer Sebastian Winkler. - © Foto: Bendig
Gestenreich: TSV Hahlens Trainer Sebastian Winkler. - © Foto: Bendig

„Ich weiß nicht, ob sich die Funktionäre damit einen Gefallen getan haben, Wildcards zu verteilen. Ich glaube, dass sich das sportliche Niveau dadurch erheblich verschieben wird“, sagt Andrea Leiding zum grundsätzlichen Vorgehen. Sie selber war eine Befürworterin von drei Sechser-Staffeln mit dem Vorteil, dass sie deutlich weniger Leerlauf innerhalb dieser Saison gehabt hätten.

Gratulation nach dem vergangenen Derbysieg bekommt hier Lit-Trainer Andrea Leiding von HSV-Coach Olaf Grintz. MT- - © Foto: Marcus Riechmann
Gratulation nach dem vergangenen Derbysieg bekommt hier Lit-Trainer Andrea Leiding von HSV-Coach Olaf Grintz. MT- - © Foto: Marcus Riechmann

Davon sind auch die weiteren heimischen Vertreter mit der HSG Petershagen/Lahde, dem TSV Hahlen und dem HSV Minden-Nord betroffen. Jedes dieser Teams hat so seine Atempause. Für den Aufsteiger aus Petershagen startet Serie damit erst drei Wochen später am 24. Oktober. Der Grund: Am ersten Spieltag hätte der Gegner Ibbenbüren geheißen, am zweiten Spieltag hätte die HSG aufgrund der Staffelgröße ohnehin spielfrei gehabt. Und eine Woche später sind dann schon Herbstferien. „Ein später Start ist natürlich blöd, weil es schwierig ist, in der Vorbereitung so lange die Spannung hochzuhalten“, sagt Trainer Heiko Breuer. Das Lit-Team spielt im November nur am 28., weil zusätzlich mit dem Totensonntag noch ein stiller Feiertag für eine Spielpause sorgt. „So ist es natürlich sehr schwierig, den Rhythmus beizubehalten“, sagt Lit-Trainerin Andrea Leiding.

Klassenpartner HSV Minden-Nord hätte die November-Pause sicher sehr gerne genommen. Denn der Mannschaft von Trainer Olaf Grintz fehlt in dieser Zeit die Heimhalle in Stemmer, weil dort renoviert wird und die Halle erst am ersten Dezember-Wochenende wieder für den Spiel- und Trainingsbetrieb zur Verfügung steht. „Die Hallensituation ist für uns ein äußerst unglücklicher Umstand. Mir wäre es am liebsten, wenn wir in der Hinrunde komplett auswärts spielen könnten“, sagt Grintz. Der HSV-Trainer kann sich sich nur sehr schwer mit dem Umstand anfreunden, in der von der Stadt angebotene Sporthalle Minden-Süd in Häverstädt zu spielen. Grintz verhandelt seinen Vorschlag noch mit dem HSV-Vorstand. Eine Entscheidung steht noch aus. Allerdings sieht es nach MT-Informationen aber danach aus, dass man das Heimrecht im Oktober und November im Mindener Süden wahrnimmt. Das wären die Spiele gegen HB Bad Salzuflen (3. Oktober), gegen Lit Tribe 1912 am 24. Oktober und gegen den TV Verl am 7. November.

Andreas Tiemann, als Vizepräsident Spieltechnik beim Handball-Verband-Westfalen, mitverantwortlich für die Ausarbeitung des Spielplan, ficht die durchklingende Kritik nicht an. „Nachdem klar war, dass Ibbenbüren in die 3. Liga geht, haben wir mit allen 17 Oberliga-Klubs erneut gesprochen, ob wir den Modus beibehalten sollen. Eine klare Mehrheit hat sich dafür ausgesprochen“, berichtet Tiemann.

Deutlich entspannter sieht man ohnehin die Lage beim TSV Hahlen. „Der Modus hat sicherlich seine Schwächen. Aber ich halte die Lösung für vernünftig. Einen passenden Modus für unsere Liga zu finden, war auch nicht ganz einfach“, sagt Trainer Sebastian Winkler. Die Corona-bedingte Pause hat sein Team gut gemeistert, die Stimmung ist dementsprechend gut und die Freude auf den Saisonstart groß. „Ich glaube, dass wir qualitativ und in der Breite sehr gut aufgestellt sind“, sagt Winkler. Sportliches Ziel ist es für die Hahlerinnen, die Abstiegsrunde zu vermeiden.

Einig sind sich etablierten heimischen Trainer, dass mit der HSG Petershagen/Lahde ein verdienter Aufsteiger zum Kreis der Oberligisten gehört. Das sieht auch HSG-Trainer Heiko Breuer so. „Für die Mannschaft war es natürlich schade, dass ihr eine echte Aufstiegsfeier genommen wurde. Aber in dieser Phase gab es Wichtigeres“, sagt Breuer. Die Zielsetzung für seine Mannschaft ist nun der Klassenerhalt. Freude herrscht auch über die vielen Derbys und kurzen Wege.

Zielsetzung für die HSV-Mannschaft soll ein vorderer Tabellenplatz werden. Das Ziel Meisterrunde steht klar bei Lit Tribe 1912 im Fokus aufgrund des top-besetzten Kaders. „Ein Selbstläufer wird das aber auch nicht. Gegen uns werden immer alle mindestens 100 Prozent geben“, sagt Andrea Leiding.

Frauen Oberliga

Spiele mit heimischer Beteiligung

1. Spieltag, 3./4. Oktober: HSV Minden-Nord - HB Bad SalzuflenLit Tribe 1912 - TuS Bielefeld/Jöllenbeck.

2. Spieltag, 10./11. Oktober: TSV Hahlen - HSV Minden-Nord HB Bad Salzuflen - Lit Tribe 1912.

3. Spieltag, 24. Oktober: TSV Hahlen - HSG Petershagen/Lahde HSV Minden-Nord - Lit Tribe 1912.

4. Spieltag, 31. Oktober HSG Petershagen/Lahde - HSV Minden-Nord, Lit Tribe 1912 - TV Ver, TuS Eintracht Brockhagen- TSV Hahlen.

5. Spieltag, 7. November TSV Hahlen - TuS Bielefeld/Jöllenbeck HSG Petershagen/Lahde - TuS Eintracht Brockhagen HSV Minden-Nord - TV Verl.

6. Spieltag, 14. November TuS Bielefeld/Jöllenbeck - HSG Petershagen/Lahde TuS Eintracht Brockhagen - HSV Minden-Nord HB Bad Salzuflen - TSV Hahlen.

7. Spieltag, 28. November TSV Hahlen - Lit Tribe 1912 HSG Petershagen/Lahde- HB Bad Salzuflen.

8. Spieltag, 5. Dezember HSV Minden-Nord - TuS Bielefeld/Jöllenbeck Lit Tribe 1912 - HSG Petershagen/Lahde TV Verl - TSV Hahlen.

9. Spieltag, 12. Dezember HSG Petershagen/Lahde - TV Verl, TuS Eintracht Brockhagen - Lit Tribe 1912

10. Spieltag, 19. Dezember TuS Bielefeld/Jöllenbeck - Lit Tribe 1912 HB Bad Salzuflen - HSV Minden-Nord.

Ende der Vorrunde am 14. März, Meister-, Zwischen- und Abstiegsrunde ab dem 28. März. Saisonende am 30. Mai.

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