Flatterball kostet dem TuS N-Lübbecke den Sieg Alexander Grohmann Hamburg/Lübbecke. Emir Kurtagic kannte keine Gnade mit sich. Auf der Rückfahrt im Mannschaftsbus spielte der Coach des TuS N-Lübbecke die entscheidende Szene immer und immer wieder auf dem Laptop ab. „Ich habe das Ganze mit Nikola sechs, sieben Mal angeschaut“, berichtete Kurtagic von der schmerzhaften Analyse des Hamburger Ausgleichs, der seinem Team beim 25:25 (14:13) im Zweitliga-Topspiel kurz vor Schluss den Sieg geraubt hatte. Am Ende war Kurtagic bei der Beurteilung der Szene mit Co-Trainer Blazicko aber einer Meinung: „Es war einfach extrem unglücklich.“ Lutz Heiny hatte Lübbecke mit einem klugen Wurf zehn Sekunden vor Schluss in Führung gebracht. Der Sieg? Nein! Denn obwohl sich die Lübbecker blitzschnell an den eigenen Kreis zurückzogen, tat sich dort im Gewühl eine kleine Lücke auf: Mit dem Mut der Verzweiflung warf Hamburgs Leif Tissier den Ball aus dem Rückraum aufs Tor. Leos Petrovsky war mit dem Block zur Stelle, fälschte den Ball dabei aber so unglücklich ab, dass dieser zum 25:25 ins Netz „flatterte“. Johannes Jepsen hechtete vergebens ins lange Eck. „Überhaupt kein Vorwurf an JayJay, nahm Kurtagic den Keeper in Schutz. „Für Hamburg war es Glück, für uns Pech“, so der Coach, der seine Spieler nach dem frustrierenden Ausgang noch in der Kabine wieder aufrichtete: „Wir müssen nicht mit gesenkten Köpfen nach Hause fahren. Wir sind die erste Mannschaft, die in dieser Saison in Hamburg gepunktet hat. Dass wir enttäuscht sind, zeigt mir einfach, wie gut wir geworden sind“, befand der Trainer. Beide Teams lieferten im Spitzenspiel ein wildes Spektakel ab. Das Geschehen wogte hin und her. „Das war beste Werbung für den Handball“, urteilte TuS-Geschäftsführer Torsten Appel. Dass beiden Teams einige Fehler unterliefen, trug zum Unterhaltungswert bei. „Es gab auf beiden Seiten viele Ups und Downs“, sagte TuS-Kapitän Peter Strosack, der nach seiner dritten Zwei-Minuten-Strafe auf der Tribüne gelandet war (45.). Die Lübbecker mussten vielen vergebenen Chancen hinterhertrauern. Alleine drei Siebenmeter konnten die Gäste in Durchgang eins nicht im Tor von HSV-Hexer Jens Vortmann unterbringen. Ohne ihren neuen Rückhalt (14 Paraden) hätte es für die Hamburger am Ende wohl nicht zum Remis gereicht. Auf der anderen Seite verriegelte auch Aljosa Rezar (drei gehaltene Siebenmeter) in der ersten Halbzeit den Kasten. Kurz vor der Pause zog der TuS auch dank des starken Auftritts von Florian Baumgärtner (vier Treffer bei fünf Würfen) kurzzeitig davon (14:11), ließ den HSV aber zu schnell wieder aufschließen. Nach der Pause verhalf Jens Vortmann seinem Team mit zwei starken Paraden hintereinander gegen Valentin Spohn und Tom Skroblien zu einer 19:17-Führung. Doch Lübbecke schlug zurück und war dem Big Point in der Schlussphase ganz nahe. Durch das glückliche Remis verteidigte der HSV sein Polster und hat weiter vier Minuspunkte weniger auf dem Konto als der TuS als Tabellendritter. „Ich mache das Remis nicht an der letzten Szene fest“, sagte Rolf Hermann. Der Sportliche Leiter haderte eher mit dem ein oder anderen Fehlwurf und kleineren Lücken in der Abwehr. So habe man HSV-Kreisläufer Heiko Weller (7/3 Tore) nicht wie erhofft in den Griff bekommen. Dennoch: „Wir können uns kurz ärgern, aber das Spiel ist kein Anlass, dass bei uns die Köpfe runtergehen.“ HSV-Coach Torsten Jansen konnte mit dem Remis leben: „Für meine Mannschaft war das heute Schwerstarbeit. Gegen einen Gegner wie Lübbecke ist das auch mental fordernd. Leider haben wir ein paar Bälle von Außen nicht reingemacht“, sagte Jansen, der mit dem Endstand aber zufrieden sein musste. Emir Kurtagic hatte seine Angriffslust am Sonntag längst wiedergefunden. „Wir müssen unserer Linie treu bleiben. Es sind noch 19 Spiele, da wird noch sehr viel Handball gespielt in dieser Saison“, sagte der Coach mit Blick auf das weiter spannende Aufstiegsrennen. Nach dem freien Sonntag starten die Handballer heute in die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen den ThSV Eisenach (Freitag, 19.30 Uhr). „Dafür müssen wieder die nötige Lust und Leidenschaft entwickeln.“

Flatterball kostet dem TuS N-Lübbecke den Sieg

Das große Zittern in der Schlussphase: TuS-Trainer Emir Kurtagic (links) zeigt die Richtung an. Seine Spieler Marko Bagaric, Yannick Dräger & Co. hält es nicht mehr auf den Stühlen. Foto: imgao © imago images/Lobeca

Hamburg/Lübbecke. Emir Kurtagic kannte keine Gnade mit sich. Auf der Rückfahrt im Mannschaftsbus spielte der Coach des TuS N-Lübbecke die entscheidende Szene immer und immer wieder auf dem Laptop ab. „Ich habe das Ganze mit Nikola sechs, sieben Mal angeschaut“, berichtete Kurtagic von der schmerzhaften Analyse des Hamburger Ausgleichs, der seinem Team beim 25:25 (14:13) im Zweitliga-Topspiel kurz vor Schluss den Sieg geraubt hatte. Am Ende war Kurtagic bei der Beurteilung der Szene mit Co-Trainer Blazicko aber einer Meinung: „Es war einfach extrem unglücklich.“

Lutz Heiny hatte Lübbecke mit einem klugen Wurf zehn Sekunden vor Schluss in Führung gebracht. Der Sieg? Nein! Denn obwohl sich die Lübbecker blitzschnell an den eigenen Kreis zurückzogen, tat sich dort im Gewühl eine kleine Lücke auf: Mit dem Mut der Verzweiflung warf Hamburgs Leif Tissier den Ball aus dem Rückraum aufs Tor. Leos Petrovsky war mit dem Block zur Stelle, fälschte den Ball dabei aber so unglücklich ab, dass dieser zum 25:25 ins Netz „flatterte“. Johannes Jepsen hechtete vergebens ins lange Eck.

„Überhaupt kein Vorwurf an JayJay, nahm Kurtagic den Keeper in Schutz. „Für Hamburg war es Glück, für uns Pech“, so der Coach, der seine Spieler nach dem frustrierenden Ausgang noch in der Kabine wieder aufrichtete: „Wir müssen nicht mit gesenkten Köpfen nach Hause fahren. Wir sind die erste Mannschaft, die in dieser Saison in Hamburg gepunktet hat. Dass wir enttäuscht sind, zeigt mir einfach, wie gut wir geworden sind“, befand der Trainer.

Beide Teams lieferten im Spitzenspiel ein wildes Spektakel ab. Das Geschehen wogte hin und her. „Das war beste Werbung für den Handball“, urteilte TuS-Geschäftsführer Torsten Appel. Dass beiden Teams einige Fehler unterliefen, trug zum Unterhaltungswert bei. „Es gab auf beiden Seiten viele Ups und Downs“, sagte TuS-Kapitän Peter Strosack, der nach seiner dritten Zwei-Minuten-Strafe auf der Tribüne gelandet war (45.).

Die Lübbecker mussten vielen vergebenen Chancen hinterhertrauern. Alleine drei Siebenmeter konnten die Gäste in Durchgang eins nicht im Tor von HSV-Hexer Jens Vortmann unterbringen. Ohne ihren neuen Rückhalt (14 Paraden) hätte es für die Hamburger am Ende wohl nicht zum Remis gereicht. Auf der anderen Seite verriegelte auch Aljosa Rezar (drei gehaltene Siebenmeter) in der ersten Halbzeit den Kasten.

Kurz vor der Pause zog der TuS auch dank des starken Auftritts von Florian Baumgärtner (vier Treffer bei fünf Würfen) kurzzeitig davon (14:11), ließ den HSV aber zu schnell wieder aufschließen. Nach der Pause verhalf Jens Vortmann seinem Team mit zwei starken Paraden hintereinander gegen Valentin Spohn und Tom Skroblien zu einer 19:17-Führung. Doch Lübbecke schlug zurück und war dem Big Point in der Schlussphase ganz nahe.

Durch das glückliche Remis verteidigte der HSV sein Polster und hat weiter vier Minuspunkte weniger auf dem Konto als der TuS als Tabellendritter. „Ich mache das Remis nicht an der letzten Szene fest“, sagte Rolf Hermann. Der Sportliche Leiter haderte eher mit dem ein oder anderen Fehlwurf und kleineren Lücken in der Abwehr. So habe man HSV-Kreisläufer Heiko Weller (7/3 Tore) nicht wie erhofft in den Griff bekommen. Dennoch: „Wir können uns kurz ärgern, aber das Spiel ist kein Anlass, dass bei uns die Köpfe runtergehen.“

HSV-Coach Torsten Jansen konnte mit dem Remis leben: „Für meine Mannschaft war das heute Schwerstarbeit. Gegen einen Gegner wie Lübbecke ist das auch mental fordernd. Leider haben wir ein paar Bälle von Außen nicht reingemacht“, sagte Jansen, der mit dem Endstand aber zufrieden sein musste.

Emir Kurtagic hatte seine Angriffslust am Sonntag längst wiedergefunden. „Wir müssen unserer Linie treu bleiben. Es sind noch 19 Spiele, da wird noch sehr viel Handball gespielt in dieser Saison“, sagte der Coach mit Blick auf das weiter spannende Aufstiegsrennen. Nach dem freien Sonntag starten die Handballer heute in die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen den ThSV Eisenach (Freitag, 19.30 Uhr). „Dafür müssen wieder die nötige Lust und Leidenschaft entwickeln.“

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