Erst ein Schock, dann ein Statement - Lübbecker Euphorie nach Sieg im Topspiel Alexander Grohmann,Ingo Notz Lübbecke. Trainer Emir Kurtagic war einfach nur stolz auf seine Mannschaft, Rückraum-Schütze Florian Baumgärtner lobte das als Helfer verkappte Fan-Dutzend und die Vereins-Homepage jubilierte gar von einem „Statement Richtung Handball-Deutschland“: Der furiose 35:27-Sieg im Topspiel der 2. Liga gegen den VfL Gummersbach hat beim TuS N-Lübbecke Euphorie ausgelöst. Und tatsächlich war der Auftritt im bislang wichtigsten Spiel der Saison ein Signal an die Konkurrenz: Mit hohem Tempo, unbändigem Kampfgeist und einer atemberaubenden Trefferquote ließen die Hausherren ihren bedauernswerten Gästen am Freitagabend keine Chance. Der Aufstieg scheint bei nun drei Punkten Vorsprung und noch vier ausstehenden Spielen für den TuS zum Greifen nah. „Ich darf meinen Spielern ein Riesenkompliment aussprechen. Körperlich wie psychisch haben sie das heute Abend sehr gut gemacht“, lobte Kurtagic den mitreißenden Auftritt seines Teams, das trotz der Bedeutung des Spiels ganz bei sich blieb: „Auf diese Reife der Mannschaft dürfen wir stolz sein.“ Auch der Trainer legte mit dem Triumph im Topspiel einen eindrücklichen Nachweis seiner Arbeit vor, denn seine Mannschaft war auf den Gegner bestens vorbereitet. Auf der Gegenseite bemängelte Gudjon Valur Sigurdsson nachdenklich genau das: „Unsere Spieler kritisiere ich nicht. Vielleicht hat eher das Trainerteam die Jungs nicht ausreichend genug vorbereitet.“ Allerdings musste der VfL-Coach auch früh einen unglücklichen Wirkungstreffer verdauen. Als Gummersbachs Timm Schneider bei einem Luftkampf mit Dominik Ebner und Yannick Dräger nach nur 90 Sekunden wie ein Stein zu Boden fiel, ging er beim Aufprall k.o. und konnte erst in der 20. Minute weiterspielen. Der TuS verlor nach dieser Aktion zwar Ebner mit einer Roten Karte, die Gäste aber eben auch ihren Spielmacher. Letzteres wog schwerer. Schneider rappelte sich zwar nach ein paar Minuten wieder auf und sorgte für Erleichterung bei allen Beteiligten. Als der Routinier allerdings wieder bereit zum Eingreifen war, hatte Lübbecke die entscheidenden Weichen längst gestellt. Zudem fand er mit Brummschädel nicht mehr zu seiner gewohnten Leistung. „Wenn der steuernde Mittelmann angeschlagen ist, ist das sicher schwer zu kompensieren“, sagte TuS-Spieler Lutz Heiny über das Manko für den Gegner. Auch für ihn war der Unfall in der Anfangsphase ein Schock: „Wir waren alle heilfroh, als er wieder auf die Platte kam.“ Die Lübbecker verdauten diesen frühen Bruch im Spiel auch deshalb besser, weil für Ebner im rechten Rückraum Florian Baumgärtner in die Bresche sprang – und einen erstklassigen Auftritt ablieferte. Immer wieder stieg der 2,06-Meter-Hüne hoch und traf gegen seinen Ex-Klub insgesamt sieben Mal. Kein Wunder, dass „Baumi“ nach dem Schlusspfiff über das ganze Gesicht strahlte. „Das war heute ein Tag, auf den jeder Sportler hin fiebert“, sagte der 26-Jährige über die Konstellation im Aufstiegsrennen beim Vergleich Zweiter gegen Dritter. Auf seine starke Leistung wollte Baumgärtner hinterher nicht eingehen, vielmehr verwies er auf das starke Kollektiv, das den TuS wieder einmal ausgezeichnet hatte: „Dieses Team ist unfassbar und sucht seinesgleichen. Wir ziehen alle an einem Strang.“ Das galt am Freitagabend sogar für die Fans: Zwölf Helfer, allesamt vom Fanclub „Red Devils“ abgestellt, hatten ihr Team von der ersten Minute an lautstark unterstützt – ein Griff in die Trickkiste angesichts des Zuschauer-Verbots. „Wir haben jedem Helfer gesagt, dass er am Spieltag nicht heiser sein darf“, sagte Geschäftsführer Torsten Appel lächelnd. Nach dem Spiel gab‘s dann sogar eine „Humba“ mit der Mannschaft. „Das ist geil, wie die uns gepusht haben“, sagte Baumgärtner über den ungewohnten Rückenwind von der Tribüne.

Erst ein Schock, dann ein Statement - Lübbecker Euphorie nach Sieg im Topspiel

Schlüsselszene: Nach diesem Luftkampf geht Gummersbachs Timm Schneider (Mitte) k.o., während Lübbeckes Dominik Ebner Rot sah. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Lübbecke. Trainer Emir Kurtagic war einfach nur stolz auf seine Mannschaft, Rückraum-Schütze Florian Baumgärtner lobte das als Helfer verkappte Fan-Dutzend und die Vereins-Homepage jubilierte gar von einem „Statement Richtung Handball-Deutschland“: Der furiose 35:27-Sieg im Topspiel der 2. Liga gegen den VfL Gummersbach hat beim TuS N-Lübbecke Euphorie ausgelöst.

Und tatsächlich war der Auftritt im bislang wichtigsten Spiel der Saison ein Signal an die Konkurrenz: Mit hohem Tempo, unbändigem Kampfgeist und einer atemberaubenden Trefferquote ließen die Hausherren ihren bedauernswerten Gästen am Freitagabend keine Chance. Der Aufstieg scheint bei nun drei Punkten Vorsprung und noch vier ausstehenden Spielen für den TuS zum Greifen nah.

„Ich darf meinen Spielern ein Riesenkompliment aussprechen. Körperlich wie psychisch haben sie das heute Abend sehr gut gemacht“, lobte Kurtagic den mitreißenden Auftritt seines Teams, das trotz der Bedeutung des Spiels ganz bei sich blieb: „Auf diese Reife der Mannschaft dürfen wir stolz sein.“ Auch der Trainer legte mit dem Triumph im Topspiel einen eindrücklichen Nachweis seiner Arbeit vor, denn seine Mannschaft war auf den Gegner bestens vorbereitet.

Auf der Gegenseite bemängelte Gudjon Valur Sigurdsson nachdenklich genau das: „Unsere Spieler kritisiere ich nicht. Vielleicht hat eher das Trainerteam die Jungs nicht ausreichend genug vorbereitet.“ Allerdings musste der VfL-Coach auch früh einen unglücklichen Wirkungstreffer verdauen.

Als Gummersbachs Timm Schneider bei einem Luftkampf mit Dominik Ebner und Yannick Dräger nach nur 90 Sekunden wie ein Stein zu Boden fiel, ging er beim Aufprall k.o. und konnte erst in der 20. Minute weiterspielen. Der TuS verlor nach dieser Aktion zwar Ebner mit einer Roten Karte, die Gäste aber eben auch ihren Spielmacher. Letzteres wog schwerer. Schneider rappelte sich zwar nach ein paar Minuten wieder auf und sorgte für Erleichterung bei allen Beteiligten. Als der Routinier allerdings wieder bereit zum Eingreifen war, hatte Lübbecke die entscheidenden Weichen längst gestellt. Zudem fand er mit Brummschädel nicht mehr zu seiner gewohnten Leistung. „Wenn der steuernde Mittelmann angeschlagen ist, ist das sicher schwer zu kompensieren“, sagte TuS-Spieler Lutz Heiny über das Manko für den Gegner. Auch für ihn war der Unfall in der Anfangsphase ein Schock: „Wir waren alle heilfroh, als er wieder auf die Platte kam.“

Die Lübbecker verdauten diesen frühen Bruch im Spiel auch deshalb besser, weil für Ebner im rechten Rückraum Florian Baumgärtner in die Bresche sprang – und einen erstklassigen Auftritt ablieferte. Immer wieder stieg der 2,06-Meter-Hüne hoch und traf gegen seinen Ex-Klub insgesamt sieben Mal. Kein Wunder, dass „Baumi“ nach dem Schlusspfiff über das ganze Gesicht strahlte.

„Das war heute ein Tag, auf den jeder Sportler hin fiebert“, sagte der 26-Jährige über die Konstellation im Aufstiegsrennen beim Vergleich Zweiter gegen Dritter. Auf seine starke Leistung wollte Baumgärtner hinterher nicht eingehen, vielmehr verwies er auf das starke Kollektiv, das den TuS wieder einmal ausgezeichnet hatte: „Dieses Team ist unfassbar und sucht seinesgleichen. Wir ziehen alle an einem Strang.“

Das galt am Freitagabend sogar für die Fans: Zwölf Helfer, allesamt vom Fanclub „Red Devils“ abgestellt, hatten ihr Team von der ersten Minute an lautstark unterstützt – ein Griff in die Trickkiste angesichts des Zuschauer-Verbots. „Wir haben jedem Helfer gesagt, dass er am Spieltag nicht heiser sein darf“, sagte Geschäftsführer Torsten Appel lächelnd. Nach dem Spiel gab‘s dann sogar eine „Humba“ mit der Mannschaft. „Das ist geil, wie die uns gepusht haben“, sagte Baumgärtner über den ungewohnten Rückenwind von der Tribüne.

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