Eine Niederlage, die Mut macht: Aufsteiger TuS N-Lübbecke verliert das erste Saisonspiel Marcus Riechmann,Lars Krückemeyer Lübbecke. Die gute Nachricht: Der TuS N-Lübbecke präsentierte sich zum Einstand absolut bundesligareif. Nach bangen Monaten der Vorbereitung stellte der Aufsteiger seine Konkurrenzfähigkeit in der höchsten deutschen Liga unter Beweis. Die schlechte Nachricht: Zum Heimsieg hat es für den Rekordaufsteiger beim siebten Comeback nicht gereicht. Lange hielt man mit, aber am Ende verlor Lübbecke am Donnerstagabend 20:24 (12:12) gegen den Bergischen HC. „Ich kann nicht zufrieden sein, wenn wir verlieren“, sagte Emir Kurtagic zwar, doch eine gewissen Genugtuung war dem TuS-Trainer unmittelbar nach dem Abpfiff anzumerken. Denn er durfte die Leistung seines Teams zufrieden abnicken und seine Kritik auf Kleinigkeiten wie eine stellenweise nachlässigen Chancenverwertung beschränken. „Wir müssen lernen, wir müssen schnell lernen“, sagt Kurtagic zwar, aber er sagte auch: „Wir dürfen aus diesem Spiel Mut tanken.“ Die Gäste nahmen die hart erkämpften Punkte erleichtert mit. „Wir wussten, dass Lübbecke hier in eigenen Halle brennen würde“, meinte BHC-Spieler Fabian Gutbrod, der mit sieben Toren vor allem in der Schlussphase großen Anteil am Auswärtssieg hatte. „Wir schaffen es in der zweiten Halbzeit gemeinsam mit Christopher Rudeck im Tor eine stabile Abwehr zu stellen“, sah der wuchtige Rückraumschütze den Unterschied in der Schlussphase. Er lobte die Arbeit in Lübbecke: „Man sieht, dass Kurtagic hier ein System implementiert hat, das seine Spieler verinnerlicht haben.“ 1.194 Tage nach dem letzten Bundesligaspiel meldete sich der TuS zum Anpfiff um 19.05 vor rund 700 Zuschauern in der Merkur-Arena zurück. Und knapp drei Minuten später gelang auch das erste Tor: Nach einem feinen Anspiel von Lutz Heiny traf Kreisläufer Tin Kontrec zum 1:1. Im nächsten Angriff legte Heiny aus dem Rückraum zum 2:1 nach. Die Ouvertüre war gelungen. Mit stabilen Leitplanken agierten die Rothemden gegen die routinierten Gäste. In der Abwehr stellten die beiden dicken Brocken Leos Petrovsky und Tin Kontrec einen starken Innenblock, offensiv glänzte neben Heiny auch Benas Petreikis. Der BHC übte Druck auf die Halbpositionen aus, und Petreikis nutzte seine Freiräume auf der Mitte mit Dynamik und Entschlossenheit aus. Es gelang dem TuS, der im Rückraum auf den verletzten Valentin Spohn verzichten musste, über weite Strecken, die Angriffe diszipliniert und stabil auszuspielen. Aufmerksam verhinderten die Gastgeber das sonst so gute Tempospiel des BHC. Bis zum 5:4 lag der TuS vorne, dann aber stockte der Angriff . Zehn Minuten blieben die Lübbecker ohne Tor und gerieten mit 5:9 (21.) in Rückstand. „Ihr spielt super“, beruhigte Kurtagic in einer Auszeit. Gestärkt blieb sein Team am Ball. Zudem stach der Joker. Last-Minute-Zugang Luka Mrakovcic kam zum Einsatz und zeigte sofort, dass er eine wertvolle Verstärkung für den TuS sein kann. Drei überlegte Anspiele führten zu Toren und in der 26. Minute meldete sich der Kroate mit seinem erstren Treffer endgültig in der Bundesliga an. Beim 12:12 war der TuS zurück im Spiel. Mit Beginn der zweiten Halbzeit legte der TuS sogar vor. Peter Strosack und Luka Mrakovcic trafen zum 14:12. Die Fans rieben sich freudig erstaunt die Augen. Dann jedoch war das 15:13, das Tom Skroblien per Gegenstoß erzielte bereits in der 40. Minute die letzte Führung. Der physisch starke Gutbrod schaffte mit einem Doppelschlag den Ausgleich, und als mit Heiny ein weiteres mal ein Lübbecker auf der Strafbank saß, erzielte BHC-Rechtsaußen Arnos Gunnarsson das 15:16. Ein weiteres Mal spielten die Hausherren die nun immer stärker werdende BHC-Abwehr aus. Petreikis bediente mit einem schönen Zuspiel den von Außen am Kreis eingelaufenen Skroblien. Doch mit dessen Tor zum 16:16 war Schluss mit der Lübbecker Herrlichkeit. Nach dem 16:18 beruhigte Kurtagic seine Männer erneut mit einer Auszeit. Nach einem exzellenten Spielzug landete der Ball bei Strosack, doch der Rechtsaußen vergoldete den Angriff gegen den immer stärkeren Rudeck nicht. Die Lübbecker mühten sich, doch sie konnten das Ruder nicht mehr herumreißen. Routiniert brachte der BHC den Vorsprung nach Hause. TuS N-Lübbecke – Bergischer HC 20:24 (12:12) TuS N-Lübbecke: Asheim 50.-60., Rezar 1.-50. – Skroblien 5, Kontrec 4, Mrakovcic 3, Strosack 3, Petreikis 2, Heiny 1, Baumgärtner 1, Dräger 1, Ebner, Mundus, Nissen, Speckmann. Bergischer HC: Rudeck, Mrkva – Gutbrod 7, Boomhouwer 3, Gunnarsson 3, Schmidt 3, Nikolaisen 2, Babak 2, Arnesson 1, Darj 1, Schönningsen 1, Weck 1, Szücs, Damm, Hansson, Stutzke. Schiedsrichter: Hannes/Hannes (Aachen/Frankfurt). „Beim 15:13 sind wir am Drücker. Aber wir lassen die Chancen liegen“, bedauerte Kurtagic. Der Mannschaft könne er keinen Vorwurf machen: „Wir spielen das gut, aber wir müssen die Dinger reinmachen.“ Dann erst, so stellte der Coach klar, sei man wirklich konkurrenzfähig.

Eine Niederlage, die Mut macht: Aufsteiger TuS N-Lübbecke verliert das erste Saisonspiel

Mit großer Entschlossenheit verwerte TuS-Kreisläufer Tin Kontrec die Zuspiele seiner Mitspieler. Foto: Oliver Krato © Oliver Krato

Lübbecke. Die gute Nachricht: Der TuS N-Lübbecke präsentierte sich zum Einstand absolut bundesligareif. Nach bangen Monaten der Vorbereitung stellte der Aufsteiger seine Konkurrenzfähigkeit in der höchsten deutschen Liga unter Beweis. Die schlechte Nachricht: Zum Heimsieg hat es für den Rekordaufsteiger beim siebten Comeback nicht gereicht. Lange hielt man mit, aber am Ende verlor Lübbecke am Donnerstagabend 20:24 (12:12) gegen den Bergischen HC.

„Ich kann nicht zufrieden sein, wenn wir verlieren“, sagte Emir Kurtagic zwar, doch eine gewissen Genugtuung war dem TuS-Trainer unmittelbar nach dem Abpfiff anzumerken. Denn er durfte die Leistung seines Teams zufrieden abnicken und seine Kritik auf Kleinigkeiten wie eine stellenweise nachlässigen Chancenverwertung beschränken. „Wir müssen lernen, wir müssen schnell lernen“, sagt Kurtagic zwar, aber er sagte auch: „Wir dürfen aus diesem Spiel Mut tanken.“

Die Gäste nahmen die hart erkämpften Punkte erleichtert mit. „Wir wussten, dass Lübbecke hier in eigenen Halle brennen würde“, meinte BHC-Spieler Fabian Gutbrod, der mit sieben Toren vor allem in der Schlussphase großen Anteil am Auswärtssieg hatte. „Wir schaffen es in der zweiten Halbzeit gemeinsam mit Christopher Rudeck im Tor eine stabile Abwehr zu stellen“, sah der wuchtige Rückraumschütze den Unterschied in der Schlussphase. Er lobte die Arbeit in Lübbecke: „Man sieht, dass Kurtagic hier ein System implementiert hat, das seine Spieler verinnerlicht haben.“

1.194 Tage nach dem letzten Bundesligaspiel meldete sich der TuS zum Anpfiff um 19.05 vor rund 700 Zuschauern in der Merkur-Arena zurück. Und knapp drei Minuten später gelang auch das erste Tor: Nach einem feinen Anspiel von Lutz Heiny traf Kreisläufer Tin Kontrec zum 1:1. Im nächsten Angriff legte Heiny aus dem Rückraum zum 2:1 nach. Die Ouvertüre war gelungen.

Mit stabilen Leitplanken agierten die Rothemden gegen die routinierten Gäste. In der Abwehr stellten die beiden dicken Brocken Leos Petrovsky und Tin Kontrec einen starken Innenblock, offensiv glänzte neben Heiny auch Benas Petreikis. Der BHC übte Druck auf die Halbpositionen aus, und Petreikis nutzte seine Freiräume auf der Mitte mit Dynamik und Entschlossenheit aus. Es gelang dem TuS, der im Rückraum auf den verletzten Valentin Spohn verzichten musste, über weite Strecken, die Angriffe diszipliniert und stabil auszuspielen. Aufmerksam verhinderten die Gastgeber das sonst so gute Tempospiel des BHC.

Bis zum 5:4 lag der TuS vorne, dann aber stockte der Angriff . Zehn Minuten blieben die Lübbecker ohne Tor und gerieten mit 5:9 (21.) in Rückstand. „Ihr spielt super“, beruhigte Kurtagic in einer Auszeit. Gestärkt blieb sein Team am Ball. Zudem stach der Joker. Last-Minute-Zugang Luka Mrakovcic kam zum Einsatz und zeigte sofort, dass er eine wertvolle Verstärkung für den TuS sein kann. Drei überlegte Anspiele führten zu Toren und in der 26. Minute meldete sich der Kroate mit seinem erstren Treffer endgültig in der Bundesliga an. Beim 12:12 war der TuS zurück im Spiel.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit legte der TuS sogar vor. Peter Strosack und Luka Mrakovcic trafen zum 14:12. Die Fans rieben sich freudig erstaunt die Augen. Dann jedoch war das 15:13, das Tom Skroblien per Gegenstoß erzielte bereits in der 40. Minute die letzte Führung. Der physisch starke Gutbrod schaffte mit einem Doppelschlag den Ausgleich, und als mit Heiny ein weiteres mal ein Lübbecker auf der Strafbank saß, erzielte BHC-Rechtsaußen Arnos Gunnarsson das 15:16.

Ein weiteres Mal spielten die Hausherren die nun immer stärker werdende BHC-Abwehr aus. Petreikis bediente mit einem schönen Zuspiel den von Außen am Kreis eingelaufenen Skroblien. Doch mit dessen Tor zum 16:16 war Schluss mit der Lübbecker Herrlichkeit.

Nach dem 16:18 beruhigte Kurtagic seine Männer erneut mit einer Auszeit. Nach einem exzellenten Spielzug landete der Ball bei Strosack, doch der Rechtsaußen vergoldete den Angriff gegen den immer stärkeren Rudeck nicht. Die Lübbecker mühten sich, doch sie konnten das Ruder nicht mehr herumreißen. Routiniert brachte der BHC den Vorsprung nach Hause.

TuS N-Lübbecke – Bergischer HC 20:24 (12:12)

TuS N-Lübbecke: Asheim 50.-60., Rezar 1.-50. – Skroblien 5, Kontrec 4, Mrakovcic 3, Strosack 3, Petreikis 2, Heiny 1, Baumgärtner 1, Dräger 1, Ebner, Mundus, Nissen, Speckmann.

Bergischer HC: Rudeck, Mrkva – Gutbrod 7, Boomhouwer 3, Gunnarsson 3, Schmidt 3, Nikolaisen 2, Babak 2, Arnesson 1, Darj 1, Schönningsen 1, Weck 1, Szücs, Damm, Hansson, Stutzke.

Schiedsrichter: Hannes/Hannes (Aachen/Frankfurt).

„Beim 15:13 sind wir am Drücker. Aber wir lassen die Chancen liegen“, bedauerte Kurtagic. Der Mannschaft könne er keinen Vorwurf machen: „Wir spielen das gut, aber wir müssen die Dinger reinmachen.“ Dann erst, so stellte der Coach klar, sei man wirklich konkurrenzfähig.

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