Ein Sieger und eigentlich kein Verlierer: TuS N-Lübbecke feiert einen 22:20-Heimsieg gegen den ASV Hamm Ingo Notz Lübbecke. Es gab am Samstagabend nur einen Sieger, einen richtigen Verlierer hatte das Zweitliga-Spiel zwischen dem TuS N-Lübbecke und dem ASV Hamm-Westfalen nicht. Die Lübbecker Handballer kehrten drei Tage nach der Pleite beim VfL Lübeck-Schwartau mit dem 22:20 (11:9)-Heimsieg zurück in die Spur. Die von massiven Verletzungsproblemen gebeutelten Gäste aus Hamm verkauften sich stark und forderten dem Aufstiegskandidaten eine Menge ab. Entsprechend zeigten sich hinterher auch beide Trainer, Lübbeckes Emir Kurtagic und Hamms Michael Lerscht, mit dem Abend zufrieden. „Die Jungs haben alles gegeben“, meinte Kurtagic und bilanzierte: „Was nehme ich mit aus dieser Partie? Zwei Punkte. Bei einem 40:20 gibt es auch nur zwei Punkte. Ich bin daher zufrieden. Wenn wir die restlichen sechs Spiele auch so gewinnen, wäre ich ja auch zufrieden.“ Lerscht lobte sein Team: „Nach einer Niederlage kann man nicht viel stolzer auf eine Mannschaft sein. Trotz der personell sehr angespannten Situation haben wir viel Spaß am Spiel gezeigt – und das bei einem absoluten Topteam. Ich kann damit leben und bin auch morgen nicht, wie sonst nach Niederlagen, schlechter Laune. Nettelstedt hat die Punkte geholt, aber wir sind die Sieger der Herzen.“ Mit einer aggressiven Deckung und einer guten Chancenverwertung erspielten sich die Hausherren eine Drei-Tore-Führung. Nach dem 6:3 folgte allerdings auch der erste Bruch, Hamm kam besser ins Spiel und bei Lübbecke häuften sich die Fehlversuche. Die Folge: In der 18. Minute war der Vorsprung verspielt, Hamm beim 7:7 wieder auf Augenhöhe. Schließlich nahm der TuS eine 11:9-Führung mit in die Halbzeit. Nach Wiederanpfiff machten die Lübbecker zunächst mit der Zielstrebigkeit der Anfangsminuten weiter: Schnell führten sie mit 14:10 und 16:12, Lutz Heiny erzielte in der 42. Minute den Treffer zum 17:12 und damit zur ersten Fünf-Tore-Führung. Der vorläufige Höhepunkt der Partie sollte aber auch zum Wendepunkt werden: Lübbecke ließ in der Konsequenz vorm gegnerischen Tor erneut deutlich nach, dafür sorgte bei den Gästen ein Torwartwechsel vom lange sehr starken Ex-Lübbecker Jan Wesemann zu Mathis Stecken für einen neuen Impuls. Die Konsequenz: Lübbeckes Vorsprung schmolz beängstigend schnell und zehn Minuten vor Schluss war Hamm beim 19:18 wieder dran. Nicht nur das: Zwei Minuten später schafften die Gäste den Ausgleich. Nun wurde die Partie zum nächsten Zitterspiel für den TuS: In den Schlussminuten lieferten sich beide Teams ein Duell auf Augenhöhe, in dem Lübbecke einen Minivorsprung hielt. Keeper Aljosa Rezar parierte 65 Sekunden vor dem Ende nach der letzten Hammer Auszeit, aber auch Lübbeckes Angriff von Lutz Heiny wurde geblockt. Mit viel Glück blieb Lübbecke 33 Sekunden vor Schluss aber im Ballbesitz. Den letzten Angriff verwertete Peter Strosack zum 22:20, fünf Sekunden vor Ende war der immens wichtige Heimsieg des TuS damit unter Dach und Fach. Lübbeckes Geschäftsführer Torsten Appel atmete nach dem Schlusspfiff tief durch: „Das war eine schwere Geburt, aber für uns war das auch ein ganz wichtiger Schritt.“ Seine Erleichterung dürfte sich am Sonntagabend noch gesteigert haben: Denn Spitzenreiter HSV Hamburg verlor das Heimspiel gegen den TuS Ferndorf, nur noch zwei Punkte liegt der TuS hinter dem HSV zurück. Appel hatte gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter Rolf Hermann vor der Partie die früheren Leistungsträger Marian Orlowski und Jo Gerrit Genz verabschiedet, die im Sommer 2020 zum ASV gewechselt waren. „Wir hatten es versprochen und dann war es für uns auch Ehrensache, dass wir die Verabschiedung in der Halle nachholen“, erklärte Appel. Genz erzielte im Spiel dann zwei Tore gegen seinen Ex-Klub, Orlowski gehörte zu den zahlreichen verletzten Hammer-Profis und musste zuschauen. Deutlich länger als Orlowski und Genz ist Jan Wesemann nicht mehr beim TuS. Der Keeper, der sich vor drei Jahren dem ASV angeschlossen hatte, bekam daher Samstag keine Geschenke, verteilte aber auch keine. Im Gegenteil: Wesemann, der im Lübbecker Unterbau JSG Lit 1912 groß wurde, glänzte an alter Wirkungsstätte mit etlichen Paraden. TuS N-Lübbecke – ASV Hamm-Westfalen 22:20 (11:9) TuS N-Lübbecke: TuS N-Lübbecke: Rezar (15 Paraden), Gercar – Becvar, Heiny 4, Baumgärtner 4, Ebner 1, Petreikis, Bagaric, Strosack 3, Mundus, Dräger, Spohn 2, Nissen, Speckmann, Petrovsky 2, Skroblien 6/2. ASV Hamm-Westfalen: Stecken (3 P.), Wesemann (10 P.) – Genz 2, Huesmann 4/2, Brosch 4, Runkel, Zimny, Rubiño Fernandez 1, Schwabe 1, Krings 5, Schoesse 3. Siebenmeter: 2/2 – 2/2. Zeitstrafen: 2:3

Ein Sieger und eigentlich kein Verlierer: TuS N-Lübbecke feiert einen 22:20-Heimsieg gegen den ASV Hamm

Der Druck nach 60 zehrenden Spielminuten entlud sich im Jubel bei den Lübbeckern Leos Petrovsky (oben), Roman Becvar unten) und Marek Nissen (rechts). Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Lübbecke. Es gab am Samstagabend nur einen Sieger, einen richtigen Verlierer hatte das Zweitliga-Spiel zwischen dem TuS N-Lübbecke und dem ASV Hamm-Westfalen nicht. Die Lübbecker Handballer kehrten drei Tage nach der Pleite beim VfL Lübeck-Schwartau mit dem 22:20 (11:9)-Heimsieg zurück in die Spur. Die von massiven Verletzungsproblemen gebeutelten Gäste aus Hamm verkauften sich stark und forderten dem Aufstiegskandidaten eine Menge ab.

Entsprechend zeigten sich hinterher auch beide Trainer, Lübbeckes Emir Kurtagic und Hamms Michael Lerscht, mit dem Abend zufrieden. „Die Jungs haben alles gegeben“, meinte Kurtagic und bilanzierte: „Was nehme ich mit aus dieser Partie? Zwei Punkte. Bei einem 40:20 gibt es auch nur zwei Punkte. Ich bin daher zufrieden. Wenn wir die restlichen sechs Spiele auch so gewinnen, wäre ich ja auch zufrieden.“ Lerscht lobte sein Team: „Nach einer Niederlage kann man nicht viel stolzer auf eine Mannschaft sein. Trotz der personell sehr angespannten Situation haben wir viel Spaß am Spiel gezeigt – und das bei einem absoluten Topteam. Ich kann damit leben und bin auch morgen nicht, wie sonst nach Niederlagen, schlechter Laune. Nettelstedt hat die Punkte geholt, aber wir sind die Sieger der Herzen.“

Mit einer aggressiven Deckung und einer guten Chancenverwertung erspielten sich die Hausherren eine Drei-Tore-Führung. Nach dem 6:3 folgte allerdings auch der erste Bruch, Hamm kam besser ins Spiel und bei Lübbecke häuften sich die Fehlversuche. Die Folge: In der 18. Minute war der Vorsprung verspielt, Hamm beim 7:7 wieder auf Augenhöhe. Schließlich nahm der TuS eine 11:9-Führung mit in die Halbzeit.

Nach Wiederanpfiff machten die Lübbecker zunächst mit der Zielstrebigkeit der Anfangsminuten weiter: Schnell führten sie mit 14:10 und 16:12, Lutz Heiny erzielte in der 42. Minute den Treffer zum 17:12 und damit zur ersten Fünf-Tore-Führung. Der vorläufige Höhepunkt der Partie sollte aber auch zum Wendepunkt werden: Lübbecke ließ in der Konsequenz vorm gegnerischen Tor erneut deutlich nach, dafür sorgte bei den Gästen ein Torwartwechsel vom lange sehr starken Ex-Lübbecker Jan Wesemann zu Mathis Stecken für einen neuen Impuls. Die Konsequenz: Lübbeckes Vorsprung schmolz beängstigend schnell und zehn Minuten vor Schluss war Hamm beim 19:18 wieder dran. Nicht nur das: Zwei Minuten später schafften die Gäste den Ausgleich.

Nun wurde die Partie zum nächsten Zitterspiel für den TuS: In den Schlussminuten lieferten sich beide Teams ein Duell auf Augenhöhe, in dem Lübbecke einen Minivorsprung hielt. Keeper Aljosa Rezar parierte 65 Sekunden vor dem Ende nach der letzten Hammer Auszeit, aber auch Lübbeckes Angriff von Lutz Heiny wurde geblockt. Mit viel Glück blieb Lübbecke 33 Sekunden vor Schluss aber im Ballbesitz. Den letzten Angriff verwertete Peter Strosack zum 22:20, fünf Sekunden vor Ende war der immens wichtige Heimsieg des TuS damit unter Dach und Fach. Lübbeckes Geschäftsführer Torsten Appel atmete nach dem Schlusspfiff tief durch: „Das war eine schwere Geburt, aber für uns war das auch ein ganz wichtiger Schritt.“ Seine Erleichterung dürfte sich am Sonntagabend noch gesteigert haben: Denn Spitzenreiter HSV Hamburg verlor das Heimspiel gegen den TuS Ferndorf, nur noch zwei Punkte liegt der TuS hinter dem HSV zurück.

Appel hatte gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter Rolf Hermann vor der Partie die früheren Leistungsträger Marian Orlowski und Jo Gerrit Genz verabschiedet, die im Sommer 2020 zum ASV gewechselt waren. „Wir hatten es versprochen und dann war es für uns auch Ehrensache, dass wir die Verabschiedung in der Halle nachholen“, erklärte Appel. Genz erzielte im Spiel dann zwei Tore gegen seinen Ex-Klub, Orlowski gehörte zu den zahlreichen verletzten Hammer-Profis und musste zuschauen.

Deutlich länger als Orlowski und Genz ist Jan Wesemann nicht mehr beim TuS. Der Keeper, der sich vor drei Jahren dem ASV angeschlossen hatte, bekam daher Samstag keine Geschenke, verteilte aber auch keine. Im Gegenteil: Wesemann, der im Lübbecker Unterbau JSG Lit 1912 groß wurde, glänzte an alter Wirkungsstätte mit etlichen Paraden.

TuS N-Lübbecke – ASV Hamm-Westfalen 22:20 (11:9)

TuS N-Lübbecke: TuS N-Lübbecke: Rezar (15 Paraden), Gercar – Becvar, Heiny 4, Baumgärtner 4, Ebner 1, Petreikis, Bagaric, Strosack 3, Mundus, Dräger, Spohn 2, Nissen, Speckmann, Petrovsky 2, Skroblien 6/2.

ASV Hamm-Westfalen: Stecken (3 P.), Wesemann (10 P.) – Genz 2, Huesmann 4/2, Brosch 4, Runkel, Zimny, Rubiño Fernandez 1, Schwabe 1, Krings 5, Schoesse 3.

Siebenmeter: 2/2 – 2/2.

Zeitstrafen: 2:3

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