Der Ball liegt bei den Klubs: Sie müssen entscheiden, wie und wann es wieder losgeht. Verschiedene Modelle liegen auf dem Tisch Marcus Riechmann Minden. Die Wünsche für einen Saisonauftakt im September gingen ins Leere. Die heimischen Männer-Teams müssen sich im westfälischen Handball auf einen Start im Oktober entweder unmittelbar vor oder direkt nach den Herbstferien einstellen. Klar ist auch: Der Spielplan wird eng getaktet sein, die Zahl der Absteiger und damit auch der Druck wird groß. Das sind die Erkenntnisse der Online-Staffeltage, die am Mittwochabend vom westfälischen Handballverband HVW mit den Vereinsvertretern abgehalten wurde. Drei Online-Staffeltage in drei Stunden Dem von einigen Mühlenkreisklubs favorisierten Septemberstart erteilte Andreas Tiemann, Vizepräsident Spieltechnik im Verband und Gastgeber der Staffeltage, aus Gründen der Chancengleichheit eine klare Absage, da einige Mannschaften in der Corona-Zeit große Probleme bei der Rückkehr in ihre Heimspielstätten haben. Das wurde auch in den drei jeweils einstündigen Video-Konferenzen deutlich. Rund 160 Vereinsvertreter (90 Landesliga, 45 Verbandsliga, 25 Oberliga) nahmen an den Staffeltagen auf der Plattform „Gotomeeting“ teil, für die Ralf Kurz großes Lob in Richtung Verbandsspitze schickte: „Das war extrem professionell aufgezogen“, sagte Kurz, der als Sportlicher Leiter des TuS 09 Möllbergen dabei war. Anerkennung sprach auch Tiemann aus: „Es gab viele Fragen und auch kritische Beiträge, aber alles lösungsorientiert“, berichtete der Hiller Funktionär von einem konstruktiven Austausch. Bis Sonntag haben die Vereine nun Zeit, über die vorliegenden Varianten und über die Starttermine 3./4. oder 24./25 Oktober zu entschieden. „Sie können aber auch noch eigene Vorschläge einringen. Wenn da eine gute neue Idee dabei ist, drehen wir noch eine Extra-Runde“, erläuterte Tiemann: „Wir haben die Wahrheit nicht gepachtet, wir wollen gemeinsam die bestmögliche Lösung für alle erreichen.“ Wie alle anderen Planungen steht der erste Anpfiff unter dem Vorbehalt einer stabilen Corona-Lage. „Wir gehen alle davon aus, dass es gut läuft, aber absolute Planungssicherheit gibt es nicht“, sagte Tiemann, der betont: „Unser Ziel ist, dass mit Zuschauern gespielt werden kann. Das ist auch wirtschaftlich für die vereine von Bedeutung.“ Wenn der Saisonstart leicht verschoben werden muss, würden die ausfallenden Spieltage hinten angehängt. Bei größeren Verwerfungen müsste ein neuer Staffeltag folgen. Oberliga: 16er Standard oder Meisterrunde In der Männer-Oberliga mit dem TuS 09 Möllbergen müssen sich die 16 (statt früher 14) Vereine in der Abstimmung zwischen zwei Modellen entscheiden. Eine 16er Staffel mit 30 Spieltagen bis maximal zum ersten Juni-Wochenende oder eine Aufteilung der Liga in zwei Achter-Staffeln. Hier wären 14 Spieltage angesetzt, die ersten vier jeder Staffel zögen in eine Meisterrunde ein, die letzten vier spielten eine Abstiegsrunde aus. Die in der Vorrunde erzielten Ergebnisse würden mitgenommen. In dieser zweiten Variante wären dann insgesamt 22 Spiele zu absolvieren und ein Saisonende Mitte Mai möglich. In beiden Alternativen sind ein früher oder später Oktoberstart möglich. „Wir hätten gern früher losgelegt. Aber wir haben den Vorteil der eigenen Halle, den haben andere nicht“, sagt Ralf Kurz. Der Sportliche Leiter des TuS Möllbergen mag sich über die zwei Varianten noch nicht äußern. „Da spielen viel Aspekte eine Rolle. Wir werden das im Verein in Ruhe beraten“, kündigte Kurz an, um dann doch einen Punkt zu betonen: „Eine Saison mit 30 Spieltagen ist schon sehr lang.“ Heimisches Team: TuS 09 Möllbergen. Verbandsliga: Drei Staffeln oder eine Speziallösung Mit 34 Teams ist die XXL-Verbandsliga der schwierigste Fall. Hier gibt es neben einer klassischen Lösung auch eine Spezialvariante. Der Normalfall scheidet aber aus. „Mit zwei 17er Staffeln können wir nicht spielen“, sagt Tiemann angesichts eines ausufernden Spielplans mit 34 Spieltagen nach dem 18er Rechenschlüssel. Möglich ist im Modell 1 die Gründung von drei Staffeln – zwei mit elf und eine mit zwölf Mannschaften. „Hier steigt dann jeder Staffelsieger auf“, sagt Tiemann. Als Startpunkt sind früher und später Oktobertermin möglich. Modell zwei sieht die Aufspaltung in zwei Achter- und zwei Neuner-Staffeln vor. Hier spielen jeweils zwei Staffeln am Ende analog zur Oberligavariante eine Meister- und eine Abstiegsrunde aus. Die bereits in der „Vorrunde“ absolvierten Spiele würden eingerechnet. „So wie bei der letzten WM“, sagt Tiemann und nennt die Variante „durchaus charmant“. Grund: Sie bietet den Vereinen bei insgesamt 28 Spieltagen mehr Heimspiele als das Drei-Staffel-Modell. Allerdings kann die zweite Variante nur am 4. Oktober starten, sonst wird es zeitlich zu eng. Heimische Teams: TSV Hahlen, HSG Hüllhorst, TuS Eintracht Oberlübbe, HSG Porta, Lit 1912 II und TuS Wehe. Landesliga: Bis zu 25 Absteiger sind möglich Wie in allen anderen Spielklassen ist auch die Landesliga nach der Corona-Wertung der Abbruch-Saison ohne Absteiger gewachsen. 70 Teams sind in einen Spielplan aufzuteilen. Variante 1 ist die Aufteilung in fünf Staffeln mit jeweils 14 Mannschaften. Hier wären jeweils fünf Absteiger pro Staffel (insgesamt also 25) vorgesehen. In Variante 2 entstehen sechs Staffeln mit elf oder zwölf Vereinen, hier gäbe es vier Absteiger pro Staffel. In der Elfer-Staffel begänne ab Platz acht die Abstiegszone. „So richtig gefallen mir beide Optionen nicht, aber ein früher Saisonstart ist leider nicht machbar“, sagt Alexander Röthemeier, der mit Sven Hachmeier die Landesliga-Männer des HSV Minden-Nord trainiert. Wenn er zwischen den Oktoberterminen wählen soll, „dann nehme ich den späten Saisonstart.“ Grund: „Einen einzigen Spieltag vor den Ferien zu spielen und dann gleich wieder Pause zu machen, finde ich nicht sinnvoll.“ Heimische Teams: HCE Bad Oeynhausen, HSG EURo, TuS Gehlenbeck, TV Hille, HSV Minden-Nord, HSG Petershagen/Lahde und Lit 1912 III. So geht es weiter: Freitag kann der Spielplan stehen Wenn am Sonntag die Rückmeldungen aus den Vereinen vorliegen und sich aus ihnen ein klares Mehrheitsvotum für jeweils eine Variante ergibt, kann es schnell weitergehen. Die Verbandsspitze wird dann eine Vorlage erstellen und sie dem erweiterten Präsidium mit allen Kreisvorsitzenden zur Entscheidung vorlegen. „Wenn es problemlos läuft, können wir Freitag schon soweit sein“, sagt Tiemann und kündigt im besten Fall die Veröffentlichung von Staffeleinteilungen und Rahmenterminplänen bis zum kommenden Wochenende an. Die Idee einer Mindener Mini-Liga Die Wartezeit ist Alex Röthemeier zu lang. „Seit Anfang März gibt es keine Spiele mehr. Wenn wir Ende Oktober erst wieder anfangen, sind wir mehr als ein halbes Jahr ohne jeden Wettbewerb“, sagt der Trainer des Landesligisten HSV Minden-Nord. Doch der 32-Jährige hat eine Idee: „Eine lokale Liga“, könnte man im Mindener Land ausspielen. Für Ralf Kurz, der beim Klassenpartner HCE Bad Oeynhausen das Tor hütet, ist eine heimische Turnierrunde der Landesligisten eine interessante Variante. „Warum nicht. Ich freue mich auf jedes Spiel. Erst recht, weil ich jetzt mit meinem Sohn spiele.“ (rich)

Der Ball liegt bei den Klubs: Sie müssen entscheiden, wie und wann es wieder losgeht. Verschiedene Modelle liegen auf dem Tisch

Zuschauer und Zweikämpfe – das ist lange her. Am 8. März absolvierten die beiden Landesligisten HSV Minden-Nord (in grün) und der TuS Wehe in Stemmer ihr letztes Handballspiel. Darüber, wie und wann es weitergeht, müssen die Vereine bis Sonntag entscheiden. MT- © Foto: Riechmann

Minden. Die Wünsche für einen Saisonauftakt im September gingen ins Leere. Die heimischen Männer-Teams müssen sich im westfälischen Handball auf einen Start im Oktober entweder unmittelbar vor oder direkt nach den Herbstferien einstellen. Klar ist auch: Der Spielplan wird eng getaktet sein, die Zahl der Absteiger und damit auch der Druck wird groß. Das sind die Erkenntnisse der Online-Staffeltage, die am Mittwochabend vom westfälischen Handballverband HVW mit den Vereinsvertretern abgehalten wurde.

Drei Online-Staffeltage in drei Stunden

Dem von einigen Mühlenkreisklubs favorisierten Septemberstart erteilte Andreas Tiemann, Vizepräsident Spieltechnik im Verband und Gastgeber der Staffeltage, aus Gründen der Chancengleichheit eine klare Absage, da einige Mannschaften in der Corona-Zeit große Probleme bei der Rückkehr in ihre Heimspielstätten haben. Das wurde auch in den drei jeweils einstündigen Video-Konferenzen deutlich. Rund 160 Vereinsvertreter (90 Landesliga, 45 Verbandsliga, 25 Oberliga) nahmen an den Staffeltagen auf der Plattform „Gotomeeting“ teil, für die Ralf Kurz großes Lob in Richtung Verbandsspitze schickte: „Das war extrem professionell aufgezogen“, sagte Kurz, der als Sportlicher Leiter des TuS 09 Möllbergen dabei war.

Anerkennung sprach auch Tiemann aus: „Es gab viele Fragen und auch kritische Beiträge, aber alles lösungsorientiert“, berichtete der Hiller Funktionär von einem konstruktiven Austausch. Bis Sonntag haben die Vereine nun Zeit, über die vorliegenden Varianten und über die Starttermine 3./4. oder 24./25 Oktober zu entschieden. „Sie können aber auch noch eigene Vorschläge einringen. Wenn da eine gute neue Idee dabei ist, drehen wir noch eine Extra-Runde“, erläuterte Tiemann: „Wir haben die Wahrheit nicht gepachtet, wir wollen gemeinsam die bestmögliche Lösung für alle erreichen.“

Wie alle anderen Planungen steht der erste Anpfiff unter dem Vorbehalt einer stabilen Corona-Lage. „Wir gehen alle davon aus, dass es gut läuft, aber absolute Planungssicherheit gibt es nicht“, sagte Tiemann, der betont: „Unser Ziel ist, dass mit Zuschauern gespielt werden kann. Das ist auch wirtschaftlich für die vereine von Bedeutung.“ Wenn der Saisonstart leicht verschoben werden muss, würden die ausfallenden Spieltage hinten angehängt. Bei größeren Verwerfungen müsste ein neuer Staffeltag folgen.

Oberliga: 16er Standard oder Meisterrunde

In der Männer-Oberliga mit dem TuS 09 Möllbergen müssen sich die 16 (statt früher 14) Vereine in der Abstimmung zwischen zwei Modellen entscheiden. Eine 16er Staffel mit 30 Spieltagen bis maximal zum ersten Juni-Wochenende oder eine Aufteilung der Liga in zwei Achter-Staffeln. Hier wären 14 Spieltage angesetzt, die ersten vier jeder Staffel zögen in eine Meisterrunde ein, die letzten vier spielten eine Abstiegsrunde aus. Die in der Vorrunde erzielten Ergebnisse würden mitgenommen. In dieser zweiten Variante wären dann insgesamt 22 Spiele zu absolvieren und ein Saisonende Mitte Mai möglich. In beiden Alternativen sind ein früher oder später Oktoberstart möglich.

„Wir hätten gern früher losgelegt. Aber wir haben den Vorteil der eigenen Halle, den haben andere nicht“, sagt Ralf Kurz. Der Sportliche Leiter des TuS Möllbergen mag sich über die zwei Varianten noch nicht äußern. „Da spielen viel Aspekte eine Rolle. Wir werden das im Verein in Ruhe beraten“, kündigte Kurz an, um dann doch einen Punkt zu betonen: „Eine Saison mit 30 Spieltagen ist schon sehr lang.“

Heimisches Team: TuS 09 Möllbergen.

Verbandsliga: Drei Staffeln oder eine Speziallösung

Mit 34 Teams ist die XXL-Verbandsliga der schwierigste Fall. Hier gibt es neben einer klassischen Lösung auch eine Spezialvariante. Der Normalfall scheidet aber aus. „Mit zwei 17er Staffeln können wir nicht spielen“, sagt Tiemann angesichts eines ausufernden Spielplans mit 34 Spieltagen nach dem 18er Rechenschlüssel.

Möglich ist im Modell 1 die Gründung von drei Staffeln – zwei mit elf und eine mit zwölf Mannschaften. „Hier steigt dann jeder Staffelsieger auf“, sagt Tiemann. Als Startpunkt sind früher und später Oktobertermin möglich. Modell zwei sieht die Aufspaltung in zwei Achter- und zwei Neuner-Staffeln vor. Hier spielen jeweils zwei Staffeln am Ende analog zur Oberligavariante eine Meister- und eine Abstiegsrunde aus. Die bereits in der „Vorrunde“ absolvierten Spiele würden eingerechnet. „So wie bei der letzten WM“, sagt Tiemann und nennt die Variante „durchaus charmant“. Grund: Sie bietet den Vereinen bei insgesamt 28 Spieltagen mehr Heimspiele als das Drei-Staffel-Modell. Allerdings kann die zweite Variante nur am 4. Oktober starten, sonst wird es zeitlich zu eng.

Heimische Teams: TSV Hahlen, HSG Hüllhorst, TuS Eintracht Oberlübbe, HSG Porta, Lit 1912 II und TuS Wehe.

Landesliga: Bis zu 25 Absteiger sind möglich

Wie in allen anderen Spielklassen ist auch die Landesliga nach der Corona-Wertung der Abbruch-Saison ohne Absteiger gewachsen. 70 Teams sind in einen Spielplan aufzuteilen. Variante 1 ist die Aufteilung in fünf Staffeln mit jeweils 14 Mannschaften. Hier wären jeweils fünf Absteiger pro Staffel (insgesamt also 25) vorgesehen. In Variante 2 entstehen sechs Staffeln mit elf oder zwölf Vereinen, hier gäbe es vier Absteiger pro Staffel. In der Elfer-Staffel begänne ab Platz acht die Abstiegszone. „So richtig gefallen mir beide Optionen nicht, aber ein früher Saisonstart ist leider nicht machbar“, sagt Alexander Röthemeier, der mit Sven Hachmeier die Landesliga-Männer des HSV Minden-Nord trainiert. Wenn er zwischen den Oktoberterminen wählen soll, „dann nehme ich den späten Saisonstart.“ Grund: „Einen einzigen Spieltag vor den Ferien zu spielen und dann gleich wieder Pause zu machen, finde ich nicht sinnvoll.“

Heimische Teams: HCE Bad Oeynhausen, HSG EURo, TuS Gehlenbeck, TV Hille, HSV Minden-Nord, HSG Petershagen/Lahde und Lit 1912 III.

So geht es weiter: Freitag kann der Spielplan stehen

Wenn am Sonntag die Rückmeldungen aus den Vereinen vorliegen und sich aus ihnen ein klares Mehrheitsvotum für jeweils eine Variante ergibt, kann es schnell weitergehen. Die Verbandsspitze wird dann eine Vorlage erstellen und sie dem erweiterten Präsidium mit allen Kreisvorsitzenden zur Entscheidung vorlegen. „Wenn es problemlos läuft, können wir Freitag schon soweit sein“, sagt Tiemann und kündigt im besten Fall die Veröffentlichung von Staffeleinteilungen und Rahmenterminplänen bis zum kommenden Wochenende an.

Die Idee einer Mindener Mini-Liga

Die Wartezeit ist Alex Röthemeier zu lang. „Seit Anfang März gibt es keine Spiele mehr. Wenn wir Ende Oktober erst wieder anfangen, sind wir mehr als ein halbes Jahr ohne jeden Wettbewerb“, sagt der Trainer des Landesligisten HSV Minden-Nord. Doch der 32-Jährige hat eine Idee: „Eine lokale Liga“, könnte man im Mindener Land ausspielen.

Für Ralf Kurz, der beim Klassenpartner HCE Bad Oeynhausen das Tor hütet, ist eine heimische Turnierrunde der Landesligisten eine interessante Variante. „Warum nicht. Ich freue mich auf jedes Spiel. Erst recht, weil ich jetzt mit meinem Sohn spiele.“ (rich)

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