Das Ziel bleibt die erste Liga: Ex-GWD-Mann Savvas Savvas findet sein Glück in Großwallstadt Jörg Wehling Minden/Großwallstadt. Eine große Bedeutung will Savvas Savvas seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte nicht beimessen. „Es gehört im Profisport dazu, dass man kommt, den Verein wechselt und irgendwann mit seiner neuen Mannschaft zurückkehrt“, sagt der ehemalige Handball-Profi GWD Mindens. Am kommenden Freitag läuft der Deutsch-Grieche wieder in der Lübbecker Merkur-Arena auf und trifft im Topspiel der 2. Handball-Bundesliga mit seinem neuen Klub TV Großwallstadt auf den TuS N-Lübbecke. In seiner Mindener Zeit war Lübbecke am Ende die GWD-Heimspielstätte des Bundesligisten. Für zwei Spielzeiten lief Savvas Savvas im grün-weißen Trikot auf. Als Torschützenkönig der 2. Handball-Bundesliga wechselte er 2018 von Hildesheim nach Ostwestfalen. Eine Kreuzbandverletzung in der Saison-Vorbereitung warf ihn zurück. Statt in der Bundesliga durchzustarten, traf ihn der Karriereknick hart und nagte in der finalen Phase seines zweijährigen Engagements an seinem Selbstvertrauen. Die Folge: Der 23-Jährige bekam keinen neuen Vertrag in Minden und stand für fünf Monate auf Straße. „Es war eine harte Zeit für mich. Die fünf Monate ohne Handball waren einfach brutal, weil dieser Sport mein Leben ist. Ich habe mich in München bei einem Oberligisten fit gehalten mit zwei Trainingseinheiten pro Woche“, sagt Savvas Savvas. Ergänzend dazu hat er an seiner Physis gearbeitet und gemeinsam mit seinem Vater sich bereits ein zweites berufliches Standbein aufgebaut. „Ohne die Familie wäre es mental schwierig für mich geworden“, sagt Savvas Savvas im Rückblick. Als das Telefon klingelte und sich der TV Großwallstadt bei ihm meldete, brauchte er nicht lange zu überlegen, um in die Nähe von Aschaffenburg zu wechseln. „Bereits bei meinem Wechsel nach Minden hatte ich darauf geachtet zu einem Klub mit großer Tradition zu wechseln. Dazu gehört natürlich auch der TV Großwallstadt“, sagt der Rückraum-Shooter. Eine große Eingewöhnungszeit brauchte er nicht. Nach einem Fehlstart in die Saison stabilisierte sich das TVG-Team auch Dank der Treffer von Savvas Savvas. Auf Platz sieben liegt das Team, bei dem unter anderem auch einst GWD-Keeper Carsten Lichtlein spielte. Eine Warnung sollte für den TuS N-Lübbecke sein, dass Großwallstadt extrem auswärtsstark ist, während man in eigner Halle viele Punkte abgegeben hat. „Warum das so ist, kann ich auch nicht sagen. Vielleicht weil wir in fremder Halle ohne Druck spielen können und mittlerweile auch sehr viel Selbstvertrauen getankt haben.“ Das bekamen in dieser Saison der VfL Gummersbach und der HSV Hamburg zu spüren, die ihre Heimspiele gegen den TVG knapp verloren. Insbesondere die Partie in Hamburg war ganz nach dem Geschmack von Savvas Savvas. Erst erzielte er in der letzten Spielminute das Führungstor und verhinderte im Gegenzug mit einem Abwehr-Block den Ausgleich. „Es zeigt, wie wichtig es ist, mit Selbstvertrauen an die Sache heran zugehen. In Minden war es mir damals abhanden gekommen“, erinnert sich der 23-Jährige. In Großwallstadt genießt er nun hohe Wertschätzung. „Als Silberstreif am Horizont“ war der Grieche damals von TVG-Geschäftsführer Stefan Wüst aufgrund personeller Not nachverpflichtet worden. Schnell zeichnete sich ab, dass der Vertrag, der eigentlich nur bis zum Saisonende Gültigkeit haben sollte, um ein Jahr verlängert wurde. „Ich habe viel Vertrauen vom Trainer“, schätzt der 23-Jährige so auch die Zusammenarbeit mit Ralf Bader. Dass es nur ein Jahr Verlängerung gab, war ausdrücklich der Wunsch von Savvas Savvas, dem zwei Angebote aus der Bundesliga vorlagen. Aber er lehnte ab und entschied sich für Großwallstadt. „Hier kann ich mich weiterentwickeln zu einem Stammspieler. Wenn ich irgendwann wechseln sollte, dann nicht als Spieler zweiter Wahl auf meiner Position.“ Aus seinen Worten wird deutlich, dass der Deutsch-Grieche wieder an Selbstvertrauen gewonnen hat. Leistungsträger ist er in Großwallstadt ohnehin als Torschütze vom Dienst. „In der Abwehr muss ich mich weiter verbessern“, sagt der Rückraum-Linke. In den fünf Monaten unfreiwilliger Auszeit hatte er auch viel Zeit, sich selbst zu reflektieren. Seine Zielsetzung bleibt klar. „Die zweite Liga ist nur ein kleiner Umweg zurück in die erste Bundesliga.“ Ob das vielleicht schon in der kommenden Serie mit dem TV Großwallstadt möglich sei? Das beantwortet er vielsagend. „Ein Aufstieg ist wie ein Marathonlauf. Man braucht Ausdauer und Stehvermögen. Und am Ende muss alles passen.“ Im Hier und Jetzt steht für den ehemaligen Mindener die Partie beim TuS N-Lübbecke an. Für Großwallstadt ist es die erste Partie nach 14-tägiger Quarantäne, in der sich der Traditionsklub bis Ende April befand. Voll ins Schwärmen gerät der Deutsch-Grieche beim Blick auf den TuS N-Lübbecke. „Das ist eine sehr gute Truppe, die aufsteigen will. Aber wir brauchen uns nicht zu verstecken. . Beide Teams spielen einen tollen Handball. Das wird ganz sicher ein cooles Spiel.“ Die Verbindungen nach Minden sind nie abgerissen. Bei GWD spielt sein bester Kumpel Joscha Ritterbach. Und beim TuS freut er sich auf ein Wiedersehen mit Lutz Heiny. Beide kennen sich noch aus ihrer gemeinsamen Zeit aus Hildesheim. Einen Groll auf die Zeit in Minden hegt Savvas Savvas nicht mehr. „Profisport ist ein hartes Geschäft. Wichtig ist, dass man wieder aufsteht, wenn man einmal hingefallen ist.“

Das Ziel bleibt die erste Liga: Ex-GWD-Mann Savvas Savvas findet sein Glück in Großwallstadt

Durchsetzungsstark und torgefährlich präsntiert sich der ehemalige Mindener Savvas Savvas beim TV Großwallstadt. Foto: Joaquim Ferreira/imago © imago images/HMB-Media

Minden/Großwallstadt. Eine große Bedeutung will Savvas Savvas seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte nicht beimessen. „Es gehört im Profisport dazu, dass man kommt, den Verein wechselt und irgendwann mit seiner neuen Mannschaft zurückkehrt“, sagt der ehemalige Handball-Profi GWD Mindens. Am kommenden Freitag läuft der Deutsch-Grieche wieder in der Lübbecker Merkur-Arena auf und trifft im Topspiel der 2. Handball-Bundesliga mit seinem neuen Klub TV Großwallstadt auf den TuS N-Lübbecke.

In seiner Mindener Zeit war Lübbecke am Ende die GWD-Heimspielstätte des Bundesligisten. Für zwei Spielzeiten lief Savvas Savvas im grün-weißen Trikot auf. Als Torschützenkönig der 2. Handball-Bundesliga wechselte er 2018 von Hildesheim nach Ostwestfalen. Eine Kreuzbandverletzung in der Saison-Vorbereitung warf ihn zurück. Statt in der Bundesliga durchzustarten, traf ihn der Karriereknick hart und nagte in der finalen Phase seines zweijährigen Engagements an seinem Selbstvertrauen. Die Folge: Der 23-Jährige bekam keinen neuen Vertrag in Minden und stand für fünf Monate auf Straße.

„Es war eine harte Zeit für mich. Die fünf Monate ohne Handball waren einfach brutal, weil dieser Sport mein Leben ist. Ich habe mich in München bei einem Oberligisten fit gehalten mit zwei Trainingseinheiten pro Woche“, sagt Savvas Savvas. Ergänzend dazu hat er an seiner Physis gearbeitet und gemeinsam mit seinem Vater sich bereits ein zweites berufliches Standbein aufgebaut. „Ohne die Familie wäre es mental schwierig für mich geworden“, sagt Savvas Savvas im Rückblick.

Als das Telefon klingelte und sich der TV Großwallstadt bei ihm meldete, brauchte er nicht lange zu überlegen, um in die Nähe von Aschaffenburg zu wechseln. „Bereits bei meinem Wechsel nach Minden hatte ich darauf geachtet zu einem Klub mit großer Tradition zu wechseln. Dazu gehört natürlich auch der TV Großwallstadt“, sagt der Rückraum-Shooter.

Eine große Eingewöhnungszeit brauchte er nicht. Nach einem Fehlstart in die Saison stabilisierte sich das TVG-Team auch Dank der Treffer von Savvas Savvas. Auf Platz sieben liegt das Team, bei dem unter anderem auch einst GWD-Keeper Carsten Lichtlein spielte.

Eine Warnung sollte für den TuS N-Lübbecke sein, dass Großwallstadt extrem auswärtsstark ist, während man in eigner Halle viele Punkte abgegeben hat. „Warum das so ist, kann ich auch nicht sagen. Vielleicht weil wir in fremder Halle ohne Druck spielen können und mittlerweile auch sehr viel Selbstvertrauen getankt haben.“ Das bekamen in dieser Saison der VfL Gummersbach und der HSV Hamburg zu spüren, die ihre Heimspiele gegen den TVG knapp verloren. Insbesondere die Partie in Hamburg war ganz nach dem Geschmack von Savvas Savvas. Erst erzielte er in der letzten Spielminute das Führungstor und verhinderte im Gegenzug mit einem Abwehr-Block den Ausgleich. „Es zeigt, wie wichtig es ist, mit Selbstvertrauen an die Sache heran zugehen. In Minden war es mir damals abhanden gekommen“, erinnert sich der 23-Jährige.

In Großwallstadt genießt er nun hohe Wertschätzung. „Als Silberstreif am Horizont“ war der Grieche damals von TVG-Geschäftsführer Stefan Wüst aufgrund personeller Not nachverpflichtet worden. Schnell zeichnete sich ab, dass der Vertrag, der eigentlich nur bis zum Saisonende Gültigkeit haben sollte, um ein Jahr verlängert wurde. „Ich habe viel Vertrauen vom Trainer“, schätzt der 23-Jährige so auch die Zusammenarbeit mit Ralf Bader.

Dass es nur ein Jahr Verlängerung gab, war ausdrücklich der Wunsch von Savvas Savvas, dem zwei Angebote aus der Bundesliga vorlagen. Aber er lehnte ab und entschied sich für Großwallstadt. „Hier kann ich mich weiterentwickeln zu einem Stammspieler. Wenn ich irgendwann wechseln sollte, dann nicht als Spieler zweiter Wahl auf meiner Position.“

Aus seinen Worten wird deutlich, dass der Deutsch-Grieche wieder an Selbstvertrauen gewonnen hat. Leistungsträger ist er in Großwallstadt ohnehin als Torschütze vom Dienst. „In der Abwehr muss ich mich weiter verbessern“, sagt der Rückraum-Linke. In den fünf Monaten unfreiwilliger Auszeit hatte er auch viel Zeit, sich selbst zu reflektieren. Seine Zielsetzung bleibt klar. „Die zweite Liga ist nur ein kleiner Umweg zurück in die erste Bundesliga.“ Ob das vielleicht schon in der kommenden Serie mit dem TV Großwallstadt möglich sei? Das beantwortet er vielsagend. „Ein Aufstieg ist wie ein Marathonlauf. Man braucht Ausdauer und Stehvermögen. Und am Ende muss alles passen.“

Im Hier und Jetzt steht für den ehemaligen Mindener die Partie beim TuS N-Lübbecke an. Für Großwallstadt ist es die erste Partie nach 14-tägiger Quarantäne, in der sich der Traditionsklub bis Ende April befand. Voll ins Schwärmen gerät der Deutsch-Grieche beim Blick auf den TuS N-Lübbecke. „Das ist eine sehr gute Truppe, die aufsteigen will. Aber wir brauchen uns nicht zu verstecken. . Beide Teams spielen einen tollen Handball. Das wird ganz sicher ein cooles Spiel.“

Die Verbindungen nach Minden sind nie abgerissen. Bei GWD spielt sein bester Kumpel Joscha Ritterbach. Und beim TuS freut er sich auf ein Wiedersehen mit Lutz Heiny. Beide kennen sich noch aus ihrer gemeinsamen Zeit aus Hildesheim. Einen Groll auf die Zeit in Minden hegt Savvas Savvas nicht mehr. „Profisport ist ein hartes Geschäft. Wichtig ist, dass man wieder aufsteht, wenn man einmal hingefallen ist.“

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