Bis an die Grenzen: Die Einteilung der A-Jugend-Bundesliga sorgt für Unverständnis Christian Bendig Minden. Die Drähte oder besser gesagt die Rechner glühten. Wohl noch nie wie in den zurückliegenden Monaten war der Gesprächsbedarf zwischen dem Deutschen Handballbund (DHB) und den potenziellen und sicheren Teilnehmern der A-Jugend-Bundesliga (JBLH) so groß. Doch nach den vielen Gesprächen herrscht bei den Verantwortlichen der JSG Lit 1912 und GWD Minden Verwunderung. Dafür sorgt die Einteilung der acht Vorrundenstaffeln, die am Wochenende 11./12. September den Spielbetrieb aufnehmen sollen. Dem ursprünglichen Versprechen, die acht Gruppen mit je sechs Teams nach regionalen Gesichtspunkten einzuteilen, kamen die DHB-Verantwortlichen nur teilweise nach. „Ich weiß nicht, ob meine Erdkunde-Kenntnisse so schlecht sind. Aber regional ist anders“, übt JSG-Trainer Niels Pfannenschmidt deutliche Kritik. Seine Mannschaft trifft in Staffel 3 auf den Deutschen Meister Füchse Berlin, den SC Magdeburg als amtierenden DHB-Pokalsieger der Altersklasse, den an der polnischen Grenze gelegenen LHC Cottbus sowie auf Eintracht Hildesheim. Hinzu kommt noch ein Qualifikant aus Hamburg, Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern. Sportlich, da ist sich Pfannenschmidt sicher, wird es für seine Schützlinge in der Vorrunde lediglich um Platz drei gehen. In die gleiche Kerbe schlägt GWD Mindens Nachwuchskoordinator Lars Halstenberg. „Es ist schon erstaunlich, dass wir, die JSG und Lemgo in drei verschiedenen Gruppen gelandet sind.“ Das Salz – die OWL-Derbys – fehlt in der Vorrunden-Suppe. Obwohl die Mindener in ihrer Staffel 1 auf die TSG Altenhagen-Heepen treffen werden, bleibt die Suppe vorerst fade. Weitere Kontrahenten der Dankerser sind die SG Flensburg-Handewitt, der VfL Horneburg, Empor Rostock und ebenfalls ein Qualifikant aus Hamburg, Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern. Eine Gruppen-Zusammensetzung, in der die Grün-Weißen in den lediglich fünf Vorrundenspielen als Favorit auf einen der ersten beiden Plätze gelten. Die berechtigen zum Einzug in die sogenannte Hauptrunde A. Die ist in zwei regional ausgerichtete Achtergruppen aufgeteilt. Pro Staffel ergeben sich 14 Hauptrunden-Spieltage. Diese dienen lediglich dazu, eine Reihenfolge auszuspielen. Die insgesamt 16 Mannschaften sind automatisch für das Sechzehntel-Finale qualifiziert. Darüber hinaus wurde noch eine Hauptrunde B geschaffen. In die ziehen die in den Vorrundengruppen zwischen Platz drei und sechs einlaufenden Teams ein. Die dann 32 Mannschaften werden auf vier Achtergruppen verteilt. Platz eins bis vier in einer der Gruppen bedeutet die Teilnahme an den mit dem Sechzehntel-Finale beginnenden K.o.-Spielen. Halstenberg nennt diese Runde mit 14 Spieltagen den „doppelten Boden“, um sich doch noch für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. Wer jedoch lediglich Platz fünf bis acht erreicht, verabschiedet sich nach zusammengerechnet nur 19 Saisonspielen in das Saisonende. Für die Verlierer des Sechzehntelfinals zögert sich das aufgrund einer DHB-Pokalrunde noch hinaus, die Sieger aus den Duellen der besten 32 Mannschaften spielen in gewohnter Form über weitere K.o.-Runden den Deutschen Meister aus. Bis zum Finale (22. und 29. Mai) wären 27 Spiele zu absolvieren. Alle 16 Achtelfinalisten qualifizieren sich automatisch für die Bundesliga-Spielzeit 2022/23. Alle weiteren Teams müssen in die Qualifikation. Die acht Vorrundenstaffeln der Jugend-Bundesliga Staffel 1: SG Flensburg-Handewitt, HC Empor Rostock, VfL Horneburg, GWD Minden, TSG Altenhagen-Heepen, Qualifikant. Staffel 2: THW Kiel, HSV Hamburg, HC Bremen, HSG Handball Lemgo, Qualifikant Westfalen/Nordrhein, Qualifikant. Staffel 3: Füchse Berlin, SC Magdeburg, LHC Cottbus, Eintracht Hildesheim, JSG Lit 1912, Qualifikant. Staffel 4: SC DHfK Leipzig, 1. VfL Potsdam, EHV Aue, TSV Burgdorf, HSG Dutenhofen/Münchh., Qualifikant. Staffel 5: TSV Bayer Dormagen, Tusem Essen, VfL Eintracht Hagen, Bergischer HC, VfL Gummersbach, Qualifikant Westfalen/Nordrhein. Staffel 6: JSG Melsungen/K./G., TSG Münster, TV Gelnhausen, HSG Hanau, HG Saarlouis, Qualifikant. Staffel 7: HC Erlangen, SG Pforzheim/Eutingen, TV Bittenfeld, FA Göppingen, Qualifikant. Staffel 8: Rhein-Neckar Löwen, HG Oftersheim-Schwetzingen, JSG Balingen-Weilstetten, HSG Konstanz, TSV Allach, Qualifikant. Saisonstart: 11./12. September

Bis an die Grenzen: Die Einteilung der A-Jugend-Bundesliga sorgt für Unverständnis

Jannis Hoff im Zusammenspiel mit Jonas Tabel im DHB-Pokalspiel gegen den HC Bremen. Auf die Hansestädter können die JSG-A-Jungen frühestens in der Hauptrunde treffen. Stattdessen heißen die Gegner Füchse Berlin, SC Magdeburg, Eintracht Hildesheim und LHC Cottbus. Hinzu kommt ein Qualifikant aus dem Norden. Foto: Bendig © Christian Bendig

Minden. Die Drähte oder besser gesagt die Rechner glühten. Wohl noch nie wie in den zurückliegenden Monaten war der Gesprächsbedarf zwischen dem Deutschen Handballbund (DHB) und den potenziellen und sicheren Teilnehmern der A-Jugend-Bundesliga (JBLH) so groß. Doch nach den vielen Gesprächen herrscht bei den Verantwortlichen der JSG Lit 1912 und GWD Minden Verwunderung. Dafür sorgt die Einteilung der acht Vorrundenstaffeln, die am Wochenende 11./12. September den Spielbetrieb aufnehmen sollen.

Dem ursprünglichen Versprechen, die acht Gruppen mit je sechs Teams nach regionalen Gesichtspunkten einzuteilen, kamen die DHB-Verantwortlichen nur teilweise nach. „Ich weiß nicht, ob meine Erdkunde-Kenntnisse so schlecht sind. Aber regional ist anders“, übt JSG-Trainer Niels Pfannenschmidt deutliche Kritik. Seine Mannschaft trifft in Staffel 3 auf den Deutschen Meister Füchse Berlin, den SC Magdeburg als amtierenden DHB-Pokalsieger der Altersklasse, den an der polnischen Grenze gelegenen LHC Cottbus sowie auf Eintracht Hildesheim. Hinzu kommt noch ein Qualifikant aus Hamburg, Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern. Sportlich, da ist sich Pfannenschmidt sicher, wird es für seine Schützlinge in der Vorrunde lediglich um Platz drei gehen.

In die gleiche Kerbe schlägt GWD Mindens Nachwuchskoordinator Lars Halstenberg. „Es ist schon erstaunlich, dass wir, die JSG und Lemgo in drei verschiedenen Gruppen gelandet sind.“ Das Salz – die OWL-Derbys – fehlt in der Vorrunden-Suppe. Obwohl die Mindener in ihrer Staffel 1 auf die TSG Altenhagen-Heepen treffen werden, bleibt die Suppe vorerst fade. Weitere Kontrahenten der Dankerser sind die SG Flensburg-Handewitt, der VfL Horneburg, Empor Rostock und ebenfalls ein Qualifikant aus Hamburg, Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern. Eine Gruppen-Zusammensetzung, in der die Grün-Weißen in den lediglich fünf Vorrundenspielen als Favorit auf einen der ersten beiden Plätze gelten.

Die berechtigen zum Einzug in die sogenannte Hauptrunde A. Die ist in zwei regional ausgerichtete Achtergruppen aufgeteilt. Pro Staffel ergeben sich 14 Hauptrunden-Spieltage. Diese dienen lediglich dazu, eine Reihenfolge auszuspielen. Die insgesamt 16 Mannschaften sind automatisch für das Sechzehntel-Finale qualifiziert.

Darüber hinaus wurde noch eine Hauptrunde B geschaffen. In die ziehen die in den Vorrundengruppen zwischen Platz drei und sechs einlaufenden Teams ein. Die dann 32 Mannschaften werden auf vier Achtergruppen verteilt. Platz eins bis vier in einer der Gruppen bedeutet die Teilnahme an den mit dem Sechzehntel-Finale beginnenden K.o.-Spielen. Halstenberg nennt diese Runde mit 14 Spieltagen den „doppelten Boden“, um sich doch noch für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren.

Wer jedoch lediglich Platz fünf bis acht erreicht, verabschiedet sich nach zusammengerechnet nur 19 Saisonspielen in das Saisonende. Für die Verlierer des Sechzehntelfinals zögert sich das aufgrund einer DHB-Pokalrunde noch hinaus, die Sieger aus den Duellen der besten 32 Mannschaften spielen in gewohnter Form über weitere K.o.-Runden den Deutschen Meister aus. Bis zum Finale (22. und 29. Mai) wären 27 Spiele zu absolvieren. Alle 16 Achtelfinalisten qualifizieren sich automatisch für die Bundesliga-Spielzeit 2022/23. Alle weiteren Teams müssen in die Qualifikation.

Die acht Vorrundenstaffeln der Jugend-Bundesliga

Staffel 1: SG Flensburg-Handewitt, HC Empor Rostock, VfL Horneburg, GWD Minden, TSG Altenhagen-Heepen, Qualifikant.

Staffel 2: THW Kiel, HSV Hamburg, HC Bremen, HSG Handball Lemgo, Qualifikant Westfalen/Nordrhein, Qualifikant.

Staffel 3: Füchse Berlin, SC Magdeburg, LHC Cottbus, Eintracht Hildesheim, JSG Lit 1912, Qualifikant.

Staffel 4: SC DHfK Leipzig, 1. VfL Potsdam, EHV Aue, TSV Burgdorf, HSG Dutenhofen/Münchh., Qualifikant.

Staffel 5: TSV Bayer Dormagen, Tusem Essen, VfL Eintracht Hagen, Bergischer HC, VfL Gummersbach, Qualifikant Westfalen/Nordrhein.

Staffel 6: JSG Melsungen/K./G., TSG Münster, TV Gelnhausen, HSG Hanau, HG Saarlouis, Qualifikant.

Staffel 7: HC Erlangen, SG Pforzheim/Eutingen, TV Bittenfeld, FA Göppingen, Qualifikant.

Staffel 8: Rhein-Neckar Löwen, HG Oftersheim-Schwetzingen, JSG Balingen-Weilstetten, HSG Konstanz, TSV Allach, Qualifikant.

Saisonstart: 11./12. September

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Handball