Aus Freundschaft entstanden: Wie sich Lit 1912 im Frauen-Handball empor gearbeitet hat Christian Bendig Hille. Aufstiegserfahrung ist reichlich vorhanden: Viele Spielerinnen der aktuellen Mannschaft von Lit Tribe 1912 schafften bereits mit dem HSV Minden-Nord den Aufstieg in die 3. Liga. Dazu glückte Lit vor zwei Jahren die Rückkehr in die Handball-Oberliga. Die größte Aufstiegserfahrung kommt aber wohl von der Bank: Trainerin Andrea Leiding führte neben Minden-Nord, den TSV Hahlen und Eintracht Oberlübbe in Liga drei. Dass Lit überhaupt an die Drittliga-Tür anklopft, entsprang allerdings einem Zufall. „Denn“, so sagt der Vereinsvorsitzende Christian Niemann, „diese Stärke entwickelte sich nicht durch ein Konzept von außen, sondern über die Jahre aus dem Kreis der Mannschaft heraus.“ Jene, die den Handball und speziell den Frauenhandball in der Region verfolgen, werden sich erinnern: Rosig sah es zwischen den Jahren 2015 und 2017 nicht aus. 2015 stürzte die damals noch unter dem Namen Lit Handball antretende Spielgemeinschaft mit nur 9:43 Zählern aus der Oberliga in die Verbandsliga ab. Gleich danach trat der Anfang der in den 1980er und 1990er Jahren im Frauenhandball sehr erfolgreiche VfB Holzhausen in die Lit-Spielgemeinschaft ein. Der Wunsch, aus zwei schlagkräftigen Verbandsliga-Mannschaften einen Aufstiegsanwärter zu formen, erfüllte sich aber nicht. Im Gegenteil: Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag war in der Serie 2015/16 die bittere Realität. Der erste Schritt in eine bessere Zukunft erfolgte eher zufällig. Niemanns Tochter Florence kehrte Ende 2017 von einer beruflichen Station in Berlin zurück in den Mühlenkreis und heuerte anstatt bei ihrem Heimatverein HSV Minden-Nord bei den Lit-Frauen an. Bei ihr entstand der Wunsch, wieder mit den früheren Mannschaftskameradinnen aus HSV-Zeiten zusammenzuspielen. „So fanden die Spielerinnen wie Alena Knicker, Madeleine Benecke und später Leonie Wöbking wieder zusammen“, erinnert sich Niemann. Dass dieses Quartett eine ganze Menge sportliche Qualität mitbringt, entpuppte sich als angenehmer Nebeneffekt. Die schlagkräftige Truppe entfaltete eine gewisse Sogwirkung, der weiter starke Spielerinnen wie Miriam Bolduan oder Vanessa Fischer nachgaben. „Irgendwie war ja auch klar, dass es aufgrund des sportlichen Potenzials im Kreis nur eine Oberliga-Spitzenmannschaft geben kann. Für mehr fehlt einfach die Breite von guten Spielerinnen, die diesen Aufwand auch betreiben möchten“, sagt Christian Niemann. Die Idee, nach höherem als Oberliga-Mittelmaß zu streben, war geboren. Niemann erklärt den Denkansatz: „Als Lit möchten wir mit der Jugendbundesliga bei den Jungen, den Drittliga-Männern und den Frauen im Mühlenkreis die Nummer eins im mittleren Leistungsbereich sein. Diese Plattform möchten wir den Aktiven der Region anbieten.“ Einen Hehl machten die Lit-Verantwortlichen aus diesem Ziel – und speziell das mittelfristige Erreichen der 3. Liga – nicht. Das lockte dann auch weitere Spielerinnen wie die Bundesliga-erfahrene Ann-Cathrin Kaatze an. Die Oberliga-Rückkehr 2019 markierte den ersten Zwischenschritt. Seitdem polierten weitere ehemalige HSV-Spielerinnen wie Josi Kelle, Benica Pross sowie die drei Rodehau-Schwestern Joana, Rahel und Reha den Kader stetig auf. In der aktuellen Lit-Mannschaft stehen somit inklusive der mittlerweile als Stand-by-Spielerinnen fungierenden Alena Knicker, Florence Niemann, Benecke, Rahel und Joana Rodehau sowie Wöbking sechs Handballerinnen, die mit Minden-Nord unter Trainerin Andrea Leiding 2016 den Wiederaufstieg in die 3. Liga schafften. Meriten der Vergangenheit sind im Sport aber keine werthaltige Währung. Das weiß auch Niemann, der sich selbst im Schatten der in der Verantwortung stehenden Leiding, dem Abteilungsleiter André Benecke, Andrea Meyer und Stefan Wiese sieht. Ein gutes Team, wie Niemann empfindet. Für eine erfolgreiche Zukunft müsse das Fundament aber in der Breite wachsen. Nicht nur im Sponsoring-Bereich, sondern auch im weiblichen Nachwuchs. Obwohl es noch einige offene Flanken gibt, sagt Niemann selbstbewusst: „Wir möchten die Anlaufstelle für die besten Spielerinnen des Kreises sein.“

Aus Freundschaft entstanden: Wie sich Lit 1912 im Frauen-Handball empor gearbeitet hat

Mit Florence Niemanns Rückkehr nahm der Wiederaufbau der Lit-Frauenabteilung eher durch Zufall Fahrt auf. Trainerin Andrea Leiding, und Abteilungsleiter André Benecke leisten ebenfalls wichtige Anschubarbeit. Foto: Bendig © Christian Bendig

Hille. Aufstiegserfahrung ist reichlich vorhanden: Viele Spielerinnen der aktuellen Mannschaft von Lit Tribe 1912 schafften bereits mit dem HSV Minden-Nord den Aufstieg in die 3. Liga. Dazu glückte Lit vor zwei Jahren die Rückkehr in die Handball-Oberliga. Die größte Aufstiegserfahrung kommt aber wohl von der Bank: Trainerin Andrea Leiding führte neben Minden-Nord, den TSV Hahlen und Eintracht Oberlübbe in Liga drei. Dass Lit überhaupt an die Drittliga-Tür anklopft, entsprang allerdings einem Zufall.

„Denn“, so sagt der Vereinsvorsitzende Christian Niemann, „diese Stärke entwickelte sich nicht durch ein Konzept von außen, sondern über die Jahre aus dem Kreis der Mannschaft heraus.“ Jene, die den Handball und speziell den Frauenhandball in der Region verfolgen, werden sich erinnern: Rosig sah es zwischen den Jahren 2015 und 2017 nicht aus. 2015 stürzte die damals noch unter dem Namen Lit Handball antretende Spielgemeinschaft mit nur 9:43 Zählern aus der Oberliga in die Verbandsliga ab. Gleich danach trat der Anfang der in den 1980er und 1990er Jahren im Frauenhandball sehr erfolgreiche VfB Holzhausen in die Lit-Spielgemeinschaft ein. Der Wunsch, aus zwei schlagkräftigen Verbandsliga-Mannschaften einen Aufstiegsanwärter zu formen, erfüllte sich aber nicht. Im Gegenteil: Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag war in der Serie 2015/16 die bittere Realität.

Der erste Schritt in eine bessere Zukunft erfolgte eher zufällig. Niemanns Tochter Florence kehrte Ende 2017 von einer beruflichen Station in Berlin zurück in den Mühlenkreis und heuerte anstatt bei ihrem Heimatverein HSV Minden-Nord bei den Lit-Frauen an. Bei ihr entstand der Wunsch, wieder mit den früheren Mannschaftskameradinnen aus HSV-Zeiten zusammenzuspielen. „So fanden die Spielerinnen wie Alena Knicker, Madeleine Benecke und später Leonie Wöbking wieder zusammen“, erinnert sich Niemann.

Dass dieses Quartett eine ganze Menge sportliche Qualität mitbringt, entpuppte sich als angenehmer Nebeneffekt. Die schlagkräftige Truppe entfaltete eine gewisse Sogwirkung, der weiter starke Spielerinnen wie Miriam Bolduan oder Vanessa Fischer nachgaben. „Irgendwie war ja auch klar, dass es aufgrund des sportlichen Potenzials im Kreis nur eine Oberliga-Spitzenmannschaft geben kann. Für mehr fehlt einfach die Breite von guten Spielerinnen, die diesen Aufwand auch betreiben möchten“, sagt Christian Niemann.

Die Idee, nach höherem als Oberliga-Mittelmaß zu streben, war geboren. Niemann erklärt den Denkansatz: „Als Lit möchten wir mit der Jugendbundesliga bei den Jungen, den Drittliga-Männern und den Frauen im Mühlenkreis die Nummer eins im mittleren Leistungsbereich sein. Diese Plattform möchten wir den Aktiven der Region anbieten.“ Einen Hehl machten die Lit-Verantwortlichen aus diesem Ziel – und speziell das mittelfristige Erreichen der 3. Liga – nicht. Das lockte dann auch weitere Spielerinnen wie die Bundesliga-erfahrene Ann-Cathrin Kaatze an. Die Oberliga-Rückkehr 2019 markierte den ersten Zwischenschritt.

Seitdem polierten weitere ehemalige HSV-Spielerinnen wie Josi Kelle, Benica Pross sowie die drei Rodehau-Schwestern Joana, Rahel und Reha den Kader stetig auf. In der aktuellen Lit-Mannschaft stehen somit inklusive der mittlerweile als Stand-by-Spielerinnen fungierenden Alena Knicker, Florence Niemann, Benecke, Rahel und Joana Rodehau sowie Wöbking sechs Handballerinnen, die mit Minden-Nord unter Trainerin Andrea Leiding 2016 den Wiederaufstieg in die 3. Liga schafften.

Meriten der Vergangenheit sind im Sport aber keine werthaltige Währung. Das weiß auch Niemann, der sich selbst im Schatten der in der Verantwortung stehenden Leiding, dem Abteilungsleiter André Benecke, Andrea Meyer und Stefan Wiese sieht. Ein gutes Team, wie Niemann empfindet. Für eine erfolgreiche Zukunft müsse das Fundament aber in der Breite wachsen. Nicht nur im Sponsoring-Bereich, sondern auch im weiblichen Nachwuchs. Obwohl es noch einige offene Flanken gibt, sagt Niemann selbstbewusst: „Wir möchten die Anlaufstelle für die besten Spielerinnen des Kreises sein.“

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