3. Liga: Zwei Top-Talente und ein Ex-Profi glänzen - doch für GWD II und Lit II reicht es auswärts trotzdem nicht Marcus Riechmann Minden. Beide Trainer hatten gewarnt: Diese Saison der 3. Liga wird hart. Es dürfte weder Moritz Schäpsmeier noch Daniel Gerling erfreuen, dass sie mit ihrer Einschätzung offenbar richtig liegen. Sowohl Schäpsmeier mit GWD Minden II als auch Gerling mit Lit 1912 II bekamen die Härte der Handballsaison gleich am ersten Spieltag zu spüren. Ihre Gegner nutzten die Schwächen der heimischen Teams jeweils eiskalt aus und schickten GWD II und Lit II geschlagen nach Hause. In den kommenden Heimspielen sollen für Lit (am Freitagabend gegen HB Lippe) und GWD (am Sonntag gegen Aufsteiger TV Bissendorf-Holte) dann die ersten Siege her. OHV Aurich – Lit 1912 35:28 (16:12). Die Gäste kamen gut ins Spiel. Vor allem der neue Linkshänder Marten Franke legte los wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Aus dem rechten Rückraum erzielte der langjährige Zweitliga-Profi bis zum 5:4 gleich vier der ersten fünf Lit-Treffer. Auch, als erst Franke und sodann Spielmacher Jannik Borcherding Strafzeiten absitzen mussten, blieben die Gäste „on fire“ und legten bis zum 10:8 (erneut Franke) vor. „Das war in Ordnung“, bewertete Coach Gerling, dem aber nicht gefiel, was dann passierte. Zum einen stellte Aurich die Abwehr um und sorgte für mehr Stabilität gegen Franke, zum anderen vergab sein Team ein paar gute Torchancen. Als Aurich zum 10:10 den Ausgleich schaffte, überdrehten die Gäste. Das Angriffsspiel wurde hektisch, hastig schlossen die Lit-Boys die Angriffe ab. Das spielte dem OHV in die Karten: Aurich löste sich zur Pause auf 16:12. „Einfach ärgerlich. Beim 10:10 hätten wir eigentlich deutlich führen müssen und dann geben wir es weg“, grantelte Gerling. „Danach haben wir keinen Zugriff mehr auf das Spiel bekommen“, hakte der Coach die zweite Halbzeit ab. In seinem Team fehlte es an der Durchschlagskraft von der linken Angriffsseite und damit an Entlastung für Franke und Mittelmann Borcherding. Aurich hatte vor rund 500 zufriedenen Heimfans nun leichtes Spiel und hatte beim 26:19 eine Viertelstunde vom Schluss für die Vorentscheidung gesorgt. Lit 1912 II: Ernstmeyer, Wollert – Kruse 1, Franke 9, Borcherding 7/3, Thielking, Bruns 1, Gernus 1, Gerfen, Knüttel 3, Gartmann, Knickmeier, Kliver 6, Krassort, Plaß, Klesniks. Ahlener SG – GWD Minden II 31:28 (16:13). Die Gäste waren immer dran, aber nie auf der Überholspur. Und so attestierte Coach Moritz Schäpsmeier: „Das war eine engagierte Leitung, die Jungs haben alles reingelegt.“ Aber: „Unterm Strich hat uns über 60 Minuten vor allem im Rückraum die Substanz gefehlt.“ Sein Team machte am Samstag von Beginn an Druck und stellte mit gewohnt offensiver Abwehr die Ahlener SG vor Probleme. Nach dem 7:7 hatten sich die Gastgeber in der heimischen Friedrich-Ebert-Halle besser auf die Mindener Abwehr eingestellt und gingen mit 12:9 nach vorn. „In dieser Phase haben wir in der Deckung zu passiv agiert“, bemängelte Schäpsmeier. GWD blieb aber an Ahlen dran, weil vor allem zwei Spieler aufdrehten: Mittelmann Jonah Jungmann (8) und der Rückraumlinke Fynn Hermeling (9), beide frisch aus der A-Jugend gekommen, waren kaum zu bremsen und erzielten zusammen 17 Tore. Als „Abnutzungskampf mit vielen Zweikämpfen“ beschrieb Schäpsmeier das Spiel und stellte fest: „Das hat Kraft gekostet.“ Daher gingen dem Torjäger-Duo irgendwann die Körner aus. Wechselmöglichkeiten gab es nicht, weil mit Alexej Demerza und Magnus Holpert die zweite Besetzung auf Mitte und Halblinks verletzt fehlte. Zudem ließen die Gäste, bei denen Kreisläufer Timo Studberg nach 45 Minuten die Rote Karte sah, einige gute Chancen aus. „Das fehlt noch die Kaltschnäuzigkeit“, meinte der Trainer, der trotz der Niederlage nicht unzufrieden war: „Wir waren dran, es hat nicht viel gefehlt.“ GWD Minden II: Grabitz, Maroldt 1 – Studberg 1, Holzhacker 2/2, Stoyke 2, Mattausch 3, Günther 2, Fenske, Hermeling 9, Brauen, Jungmann 8, Frederking, Streitberger.

3. Liga: Zwei Top-Talente und ein Ex-Profi glänzen - doch für GWD II und Lit II reicht es auswärts trotzdem nicht

Der junge Kreisläufer Niklas Knüttel erzielte für Lit 1912 gestern drei Tore im Spiel gegen Aurich. MT-Archivfoto: Riechmann © Riechmann

Minden. Beide Trainer hatten gewarnt: Diese Saison der 3. Liga wird hart. Es dürfte weder Moritz Schäpsmeier noch Daniel Gerling erfreuen, dass sie mit ihrer Einschätzung offenbar richtig liegen. Sowohl Schäpsmeier mit GWD Minden II als auch Gerling mit Lit 1912 II bekamen die Härte der Handballsaison gleich am ersten Spieltag zu spüren. Ihre Gegner nutzten die Schwächen der heimischen Teams jeweils eiskalt aus und schickten GWD II und Lit II geschlagen nach Hause. In den kommenden Heimspielen sollen für Lit (am Freitagabend gegen HB Lippe) und GWD (am Sonntag gegen Aufsteiger TV Bissendorf-Holte) dann die ersten Siege her.

OHV Aurich – Lit 1912 35:28 (16:12). Die Gäste kamen gut ins Spiel. Vor allem der neue Linkshänder Marten Franke legte los wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Aus dem rechten Rückraum erzielte der langjährige Zweitliga-Profi bis zum 5:4 gleich vier der ersten fünf Lit-Treffer. Auch, als erst Franke und sodann Spielmacher Jannik Borcherding Strafzeiten absitzen mussten, blieben die Gäste „on fire“ und legten bis zum 10:8 (erneut Franke) vor.

„Das war in Ordnung“, bewertete Coach Gerling, dem aber nicht gefiel, was dann passierte. Zum einen stellte Aurich die Abwehr um und sorgte für mehr Stabilität gegen Franke, zum anderen vergab sein Team ein paar gute Torchancen. Als Aurich zum 10:10 den Ausgleich schaffte, überdrehten die Gäste. Das Angriffsspiel wurde hektisch, hastig schlossen die Lit-Boys die Angriffe ab. Das spielte dem OHV in die Karten: Aurich löste sich zur Pause auf 16:12. „Einfach ärgerlich. Beim 10:10 hätten wir eigentlich deutlich führen müssen und dann geben wir es weg“, grantelte Gerling.

„Danach haben wir keinen Zugriff mehr auf das Spiel bekommen“, hakte der Coach die zweite Halbzeit ab. In seinem Team fehlte es an der Durchschlagskraft von der linken Angriffsseite und damit an Entlastung für Franke und Mittelmann Borcherding. Aurich hatte vor rund 500 zufriedenen Heimfans nun leichtes Spiel und hatte beim 26:19 eine Viertelstunde vom Schluss für die Vorentscheidung gesorgt.

Lit 1912 II: Ernstmeyer, Wollert – Kruse 1, Franke 9, Borcherding 7/3, Thielking, Bruns 1, Gernus 1, Gerfen, Knüttel 3, Gartmann, Knickmeier, Kliver 6, Krassort, Plaß, Klesniks.

Ahlener SG – GWD Minden II 31:28 (16:13). Die Gäste waren immer dran, aber nie auf der Überholspur. Und so attestierte Coach Moritz Schäpsmeier: „Das war eine engagierte Leitung, die Jungs haben alles reingelegt.“ Aber: „Unterm Strich hat uns über 60 Minuten vor allem im Rückraum die Substanz gefehlt.“

Sein Team machte am Samstag von Beginn an Druck und stellte mit gewohnt offensiver Abwehr die Ahlener SG vor Probleme. Nach dem 7:7 hatten sich die Gastgeber in der heimischen Friedrich-Ebert-Halle besser auf die Mindener Abwehr eingestellt und gingen mit 12:9 nach vorn. „In dieser Phase haben wir in der Deckung zu passiv agiert“, bemängelte Schäpsmeier.

GWD blieb aber an Ahlen dran, weil vor allem zwei Spieler aufdrehten: Mittelmann Jonah Jungmann (8) und der Rückraumlinke Fynn Hermeling (9), beide frisch aus der A-Jugend gekommen, waren kaum zu bremsen und erzielten zusammen 17 Tore.

Als „Abnutzungskampf mit vielen Zweikämpfen“ beschrieb Schäpsmeier das Spiel und stellte fest: „Das hat Kraft gekostet.“ Daher gingen dem Torjäger-Duo irgendwann die Körner aus. Wechselmöglichkeiten gab es nicht, weil mit Alexej Demerza und Magnus Holpert die zweite Besetzung auf Mitte und Halblinks verletzt fehlte. Zudem ließen die Gäste, bei denen Kreisläufer Timo Studberg nach 45 Minuten die Rote Karte sah, einige gute Chancen aus. „Das fehlt noch die Kaltschnäuzigkeit“, meinte der Trainer, der trotz der Niederlage nicht unzufrieden war: „Wir waren dran, es hat nicht viel gefehlt.“

GWD Minden II: Grabitz, Maroldt 1 – Studberg 1, Holzhacker 2/2, Stoyke 2, Mattausch 3, Günther 2, Fenske, Hermeling 9, Brauen, Jungmann 8, Frederking, Streitberger.

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