Handball-Box: Ein Sieg mit EM-Rückenwind und einer mit geballter Routine Minden (mt). Die Europameisterschaft bestimmt in diesen Tagen die sportlichen Schlagzeilen. Das Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft rund um den GWD-Profi Marian Michalczik wird allerorten heiß diskutiert. Die Titelkämpfe schlagen auch in der heimischen Szene nieder. Und nicht nur in Form eines Blumenstrauß und eines Präsentkorbes. Die HSG Porta könnte sich sogar als EM-Profiteur fühlen. Danke für die Blumen Christian Niemann sollte kein Recht bekommen. „Ebbe, wenn du heute genauso verteidigst wie gegen Deutschland, gewinnen wir“, mutmaßte der Geschäftsführer von Lit Tribe Germania. Vor dem Spiel gegen den Longericher SC ehrte der Drittligist seinen lettischen Nationalspieler Evars Klesniks für seine gelungenen EM-Auftritte mit Präsentkorb und Blumenstrauß. „Die Blumen gebe ich am Besten direkt deiner Frau“, meinte Niemann. Kopfnicken von Klesniks – und ab auf die Platte. Der Abwehrchef hielt im Übrigen seinen Laden zusammen, trotzdem musste Lit in ein 23:25 einwilligen. Einen etwas schöneren Rahmen für die Ehrung seines EM-Teilnehmers, Torwart Edgars Kuksa konnte der OHV Aurich bieten. Nicht nur, dass beim Heimspiel gegen die SG Schalksmühle-Halver 1.600 Zuschauer in der Halle waren. Sondern auch weil der Lit-Mitaufsteiger sein Heimspiel 30:29 gewann und sich bis auf Platz vier hochkämpfte. (apl) Mit Abzug abgefunden Dass der SG Schalksmühle/Halver die gegen Lit Tribe Germania sportlich gewonnenen Zähler aberkannt worden sind, stieß bei den Verantwortlichen auf Widerstand. Denn die SG-Bosse hatten sich vor dem Einsatz des Jugendspielers Christopher Börner kundig gemacht und waren nach Studium der Spielordnung zu dem Schluss gekommen, dass Börners Drittliga-Debüt nichts im Wege stand. Denn der Spieler habe in drei Einsätzen binnen 48 Stunden am betreffenden Wochenende in der A-Jugend und in der zweiten Männermannschaft (Verbandsliga) nicht über die volle Spielzeit mitgewirkt. Tatsächlich hatten die SGSH-Verantwortlichen den Spieler am Freitagabend beim Verbandsliga-Spiel gegen den SuS Oberaden wohlweislich erst zur zweiten Halbzeit nachgetragen. Nach dem Einsatz über die volle Distanz in der Oberliga-A-Jugend wurde Börner bei der Drittliga-Partie wiederum erst zur Halbzeit nachgetragen. „Wichtig für uns war der Zusatz „über die volle Spielzeit“, schreibt die Klubführung. Die Spielleitende Stelle des Deutschen Handballbundes (DHB) folgte dieser Interpretation nicht. Auf die Möglichkeit, das Bundessportgericht anzurufen, verzichtet der Verein, möchte aber mit dem Verband in einen Dialog über eine Anpassung des Paragrafen 22 Abs. 2 treten. (cb) Wetter spielt mit Kenner der heimischen Handballszene durften am Ende der Übertragung des EM-Spiels der DHB-Auswahl gegen Österreich das strahlend gelbe Trikot der HSG Porta entdeckt haben. Der Mann in dem Jersey ist Michael Förster. Der Schiedsrichter, Zeitnehmer und Spieler der dritten Männermannschaft sowie neun weitere Veltheimer Handballer hatten sich zu einem mehrtägigen EM-Trip nach Wien aufgemacht. Darunter auch das Trio Malte Tretzack, Niklas Delius und Jan-Christoph Hohlfeld aus dem Verbandsliga-Team. Für dieses Trio war die Wien-Reise jedoch schon am Sonntagmorgen beendet. Der Grund: Ihre Mannschaft war am Abend gegen den TuS Brake (29:25) im Einsatz. Um auf Nummer sicher zu gehen, hatte HSG-Trainer Daniel Franke im Vorfeld einige personelle Alternativen organisiert. Doch die konnten die Sporttasche zu Hause lassen. Denn auf der Rückreise des Trios ging alles glatt. Im Gegensatz zum Hinflug. „Wegen des schlechten Wetters hatte unser Flug fast zwei Stunden Verspätung“, erzählt Kreisläufer Malte Tretzack. Und das Wetter sollte sich – zumindest lautete so die Vorhersage – nicht zum Guten wenden. Kein Wunder, dass Franke nervös wurde. „Am Sonntag schien der Flieger aber Rückenwind gehabt zu haben“, meint Tretzack. Er und seine beiden Mannschaftskollegen landeten vor der eigentlich für 16.15 Uhr in Hannover anvisierten Ankunftszeit. Das Einhalten des Treffpunkts um 17 Uhr war kein Problem. Es folgte eines der besten Saisonspiele der HSG, die sich mit dem zweiten Sieg in Folge im Jahr 2020 auf Platz fünf hocharbeitete. „Im Hinblick auf das Spiel haben wir uns natürlich vorbildlich zurückgehalten und waren nach dem mit drei Spielen langen Tag in der Halle vor Mitternacht im Bett“, sagte Tretzack augenzwinkernd. (cb) 43 Mal Routine Samstagnachmittag vor der Bürgerhalle in Holzhausen. Viele Parkbuchten sind nicht mehr frei. Vor der Halle sinnieren Julian Siebeking und Patrick Büsking über die EM im Speziellen und den Handball im Allgemeinen. „Mist. Ich bin gerade wieder fit. Heute würde ich gerne mitspielen“, sagt Siebeking vor dem anstehenden Spitzenspiel. In der Kreisliga stehen sich Tabellenführer Lit Tribe Germania IV und der TuS Hartum gegenüber. Während sich auf der einen Seite die Hartumer Spieler gewissenhaft auf das Topspiel vorbereiten, ist in der anderen Spielhälftenichts von Anspannung zu spüren. Die Lit-Routiniers haben etlich dieser Spiele gespielt – in deutlich höheren Ligen. „Ich glaube, die wenigsten bei uns haben unter Oberliga gespielt“, sagt Feiko Kuscer. Der spielte ebenso wie Stefan Möhle und Sebastian Hanf einst in der 3. Liga. Ernst nehmen die früheren Cracks die Sache aber spätestens mit dem Anpfiff beziehungsweise nach dem 1:3-Rückstand nach vier Minuten. Fortan rollt der Lit-Express. Vor allem die Rückraumspieler Benjamin Arning und Freddi Schröder sind nicht zu bremsen und ebnen den Weg zum 30:21-Heimerfolg. Bei der Frage nach dem angestrebten Aufstieg hält sich Kuscer zurück: „Diese Frage möchte ich mit meinen erst 34 Jahren und als einer der Jünglinge im Team nicht beantworten.“ Die Meisterschaft soll es aber schon sein. Und damit die Lit-Vierte auch im jeden Duell Vollgas gehen kann, ist der Kader von Trainer Dirk Finke neben Qualität auch auf Quantität ausgelegt. Die mannschaftsinterne WhatsApp-Gruppe umfasst 43 Mitglieder. (cb)

Handball-Box: Ein Sieg mit EM-Rückenwind und einer mit geballter Routine

Im offiziellen Fantreff des Deutschen Handballbundes, dem Augustiner Keller in Wien, stimmte sich die Reisegruppe der HSG Porta um Niklas Delius, Jan-Christoph Hohlfeld sowie Malte Tretzack (links) sowie Michael Förster (rechts) auf das wichtige Spiel der deutschen Mannschaft gegen Kroatien ein. © Foto: privat

Minden (mt). Die Europameisterschaft bestimmt in diesen Tagen die sportlichen Schlagzeilen. Das Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft rund um den GWD-Profi Marian Michalczik wird allerorten heiß diskutiert. Die Titelkämpfe schlagen auch in der heimischen Szene nieder. Und nicht nur in Form eines Blumenstrauß und eines Präsentkorbes. Die HSG Porta könnte sich sogar als EM-Profiteur fühlen.

Danke für die Blumen

Christian Niemann sollte kein Recht bekommen. „Ebbe, wenn du heute genauso verteidigst wie gegen Deutschland, gewinnen wir“, mutmaßte der Geschäftsführer von Lit Tribe Germania. Vor dem Spiel gegen den Longericher SC ehrte der Drittligist seinen lettischen Nationalspieler Evars Klesniks für seine gelungenen EM-Auftritte mit Präsentkorb und Blumenstrauß. „Die Blumen gebe ich am Besten direkt deiner Frau“, meinte Niemann. Kopfnicken von Klesniks – und ab auf die Platte. Der Abwehrchef hielt im Übrigen seinen Laden zusammen, trotzdem musste Lit in ein 23:25 einwilligen. Einen etwas schöneren Rahmen für die Ehrung seines EM-Teilnehmers, Torwart Edgars Kuksa konnte der OHV Aurich bieten. Nicht nur, dass beim Heimspiel gegen die SG Schalksmühle-Halver 1.600 Zuschauer in der Halle waren. Sondern auch weil der Lit-Mitaufsteiger sein Heimspiel 30:29 gewann und sich bis auf Platz vier hochkämpfte. (apl)

Mit Abzug abgefunden

Stefan Möhle spielte gegen Hartum seine große Klasse aus. Der ehemalige Drittliga-Kreisläufer erzielte elf Tore für Lit Tribe Germania IV. - © Foto: Bendig
Stefan Möhle spielte gegen Hartum seine große Klasse aus. Der ehemalige Drittliga-Kreisläufer erzielte elf Tore für Lit Tribe Germania IV. - © Foto: Bendig

Dass der SG Schalksmühle/Halver die gegen Lit Tribe Germania sportlich gewonnenen Zähler aberkannt worden sind, stieß bei den Verantwortlichen auf Widerstand. Denn die SG-Bosse hatten sich vor dem Einsatz des Jugendspielers Christopher Börner kundig gemacht und waren nach Studium der Spielordnung zu dem Schluss gekommen, dass Börners Drittliga-Debüt nichts im Wege stand. Denn der Spieler habe in drei Einsätzen binnen 48 Stunden am betreffenden Wochenende in der A-Jugend und in der zweiten Männermannschaft (Verbandsliga) nicht über die volle Spielzeit mitgewirkt. Tatsächlich hatten die SGSH-Verantwortlichen den Spieler am Freitagabend beim Verbandsliga-Spiel gegen den SuS Oberaden wohlweislich erst zur zweiten Halbzeit nachgetragen. Nach dem Einsatz über die volle Distanz in der Oberliga-A-Jugend wurde Börner bei der Drittliga-Partie wiederum erst zur Halbzeit nachgetragen. „Wichtig für uns war der Zusatz „über die volle Spielzeit“, schreibt die Klubführung. Die Spielleitende Stelle des Deutschen Handballbundes (DHB) folgte dieser Interpretation nicht. Auf die Möglichkeit, das Bundessportgericht anzurufen, verzichtet der Verein, möchte aber mit dem Verband in einen Dialog über eine Anpassung des Paragrafen 22 Abs. 2 treten. (cb)

Wetter spielt mit

Freddi Schröder kann es nicht lassen. Gegen Hartum blitzte seine Klasse auf. - © Foto: Bendig
Freddi Schröder kann es nicht lassen. Gegen Hartum blitzte seine Klasse auf. - © Foto: Bendig

Kenner der heimischen Handballszene durften am Ende der Übertragung des EM-Spiels der DHB-Auswahl gegen Österreich das strahlend gelbe Trikot der HSG Porta entdeckt haben. Der Mann in dem Jersey ist Michael Förster. Der Schiedsrichter, Zeitnehmer und Spieler der dritten Männermannschaft sowie neun weitere Veltheimer Handballer hatten sich zu einem mehrtägigen EM-Trip nach Wien aufgemacht. Darunter auch das Trio Malte Tretzack, Niklas Delius und Jan-Christoph Hohlfeld aus dem Verbandsliga-Team. Für dieses Trio war die Wien-Reise jedoch schon am Sonntagmorgen beendet. Der Grund: Ihre Mannschaft war am Abend gegen den TuS Brake (29:25) im Einsatz. Um auf Nummer sicher zu gehen, hatte HSG-Trainer Daniel Franke im Vorfeld einige personelle Alternativen organisiert. Doch die konnten die Sporttasche zu Hause lassen. Denn auf der Rückreise des Trios ging alles glatt. Im Gegensatz zum Hinflug. „Wegen des schlechten Wetters hatte unser Flug fast zwei Stunden Verspätung“, erzählt Kreisläufer Malte Tretzack. Und das Wetter sollte sich – zumindest lautete so die Vorhersage – nicht zum Guten wenden. Kein Wunder, dass Franke nervös wurde. „Am Sonntag schien der Flieger aber Rückenwind gehabt zu haben“, meint Tretzack. Er und seine beiden Mannschaftskollegen landeten vor der eigentlich für 16.15 Uhr in Hannover anvisierten Ankunftszeit. Das Einhalten des Treffpunkts um 17 Uhr war kein Problem. Es folgte eines der besten Saisonspiele der HSG, die sich mit dem zweiten Sieg in Folge im Jahr 2020 auf Platz fünf hocharbeitete. „Im Hinblick auf das Spiel haben wir uns natürlich vorbildlich zurückgehalten und waren nach dem mit drei Spielen langen Tag in der Halle vor Mitternacht im Bett“, sagte Tretzack augenzwinkernd. (cb)

43 Mal Routine

Gegen Longerich hat es für Evars Klesniks (rechts) trotz der Wünsche von Christian Niemann (links) und Paul Neumann nicht gereicht. Mit leeren Händen ging Klesniks trotzdem nicht nach Hause. MT- - © Foto: pla
Gegen Longerich hat es für Evars Klesniks (rechts) trotz der Wünsche von Christian Niemann (links) und Paul Neumann nicht gereicht. Mit leeren Händen ging Klesniks trotzdem nicht nach Hause. MT- - © Foto: pla

Samstagnachmittag vor der Bürgerhalle in Holzhausen. Viele Parkbuchten sind nicht mehr frei. Vor der Halle sinnieren Julian Siebeking und Patrick Büsking über die EM im Speziellen und den Handball im Allgemeinen. „Mist. Ich bin gerade wieder fit. Heute würde ich gerne mitspielen“, sagt Siebeking vor dem anstehenden Spitzenspiel. In der Kreisliga stehen sich Tabellenführer Lit Tribe Germania IV und der TuS Hartum gegenüber. Während sich auf der einen Seite die Hartumer Spieler gewissenhaft auf das Topspiel vorbereiten, ist in der anderen Spielhälftenichts von Anspannung zu spüren.

Die Lit-Routiniers haben etlich dieser Spiele gespielt – in deutlich höheren Ligen. „Ich glaube, die wenigsten bei uns haben unter Oberliga gespielt“, sagt Feiko Kuscer. Der spielte ebenso wie Stefan Möhle und Sebastian Hanf einst in der 3. Liga. Ernst nehmen die früheren Cracks die Sache aber spätestens mit dem Anpfiff beziehungsweise nach dem 1:3-Rückstand nach vier Minuten. Fortan rollt der Lit-Express. Vor allem die Rückraumspieler Benjamin Arning und Freddi Schröder sind nicht zu bremsen und ebnen den Weg zum 30:21-Heimerfolg. Bei der Frage nach dem angestrebten Aufstieg hält sich Kuscer zurück: „Diese Frage möchte ich mit meinen erst 34 Jahren und als einer der Jünglinge im Team nicht beantworten.“ Die Meisterschaft soll es aber schon sein. Und damit die Lit-Vierte auch im jeden Duell Vollgas gehen kann, ist der Kader von Trainer Dirk Finke neben Qualität auch auf Quantität ausgelegt. Die mannschaftsinterne WhatsApp-Gruppe umfasst 43 Mitglieder. (cb)

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