Handball-Box: Die EM macht es möglich - Drittligist GWD Minden II setzt auf Bundesliga-Power Minden. Die Europameisterschaft wirkt sich auch auf lokaler Ebene aus. Zum einen schauen auch heimische Schiedsrichter Fernsehen. Zum anderen haben so manche Bundesliga-Profis gerade Zeit. Das will man beim Drittligisten GWD Minden II nutzen. In den kommenden Spielen dürfen sich die Gegner warm anziehen. Klasmann wie Gensheimer Seit dem Siebenmeter-Kopftreffer von Uwe Gensheimer im EM-Auftaktspiel gegen die Niederlande sind diese Würfe wieder in aller Munde und die Unparteiischen sensibilisiert. So auch die Schiedsrichter der Drittliga-Begegnung zwischen der SG Schalksmühle-Halver und Lit Tribe Germania (36:22). Die Partie hatte bereits in der siebten Minuten eine ähnliche Szene zu bieten. Christopher Klasmann traf Lit-Keeper Linus Happel beim Strafwurf am Kopf. „Das war nicht so wild. Aber es hatten eben alle Leute Fernsehen geguckt“, bewertete Gerling. Ebenso wie der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft sah Klasmann die Rote Karte. Die wirkte sich aber nicht negativ auf Schalksmühle, sondern auf das Gerling-Team aus. Das fand zu keinem Zeitpunkt in die Partie und verlor auch in der Höhe verdient. Das Fehlen des 38-jährigen lettischen Nationalspielers Evars Klesniks und Lit-Abwehrchefs wollte Gerling für die dritte Niederlage im vierten Spiel nicht verantwortlich machen: „Wenn die Spieler das als Begründung angeführt hätten, hätten wir ein ziemliches Problem.“ (cb) GWD II rüstet auf Drittliga-Trainer studieren vor dem Saisonstart ganz genau den Gesamtspielplan. Besonders unbeliebt sind Spiele gegen zweite Mannschaften von Profiklubs während der EM oder WM. Denn in jenen Wochen ruht der Spielbetrieb in den ersten beiden Profiligen. Gerne setzen die Bundesligaklubs in diesen Wochen ihre Spieler in der 3. Liga ein. Zum einen, um diesen Spielpraxis zu verschaffen – meist nach Verletzungen – oder auch um, wie im Fall von GWD Minden II, im Kampf um den Klassenerhalt zu unterstützen. Deswegen sagt auch GWD-II-Trainer Moritz Schäpsmeier: „In der EM-Pause wollen wir alle Spiele gewinnen.“ Der Anfang wurde bereits am vergangenen Wochenende mit dem Erfolg beim TV Leichlingen gemacht, auch dank der Hilfe von Profi Mats Korte (acht Tore). Nun rollen an den beiden folgenden Spieltagen aber ganz andere Kaliber als der Mitkonkurrent auf die Dankerser zu. Am kommenden Samstag empfangen die Mindener den starken TuS Spenge zum Derby, dann kommt das Profiteam des Wilhelmshavener HV in die Sporthalle Olafstraße. Beide Teams dürfen sich neben Korte auch auf Namen wie Savvas Savvas, Max Staar oder Juri Knorr einstellen. (cb) TSG lernt aus Fehlern nicht Dort, wo GWD Minden II und Lit Tribe Germania sind, möchte die TSG AH Bielefeld unbedingt hin. Doch für den Männer-Oberligisten ist der Traum vom Aufstieg in die 3. Liga nach 13 Spielen nahezu ausgeträumt. Wie zu Saisonbeginn beim 23:23 beim TuS 09 Möllbergen ließen die Bielefelder mit dem aus Holzhausen stammenden Trainer Leif Anton auch beim Aufsteiger CVJM Rödinghausen einen Punkt liegen und verpatzten den Start in die zweite Saisonhälfte. Der Rückstand auf Spitzenreiter ASV Hamm-Westfalen II, der erst elf Spiele absolviert hat, beträgt bereits sechs Zähler. Anton reagierte nach dem Rödinghausen-Spiel, in dem seine Startruppe bereits 24:21 führte, genervt: „Wir haben schon öfter in dieser Saison Fehler gemacht. Aber das wir daraus nicht lernen, ist ernüchternd.“ Seitdem das ambitionierte Projekt, das mittelfristig Bundesliga-Handball in Bielefeld bieten möchte, vor drei Jahren startete, musste die TSG erst dem TuS Spenge und im vergangenen Jahr Lit Tribe Germania den Aufstieg überlassen. (cb) Witte macht's mit Routine Beim kommenden TSG-Gegner, dem TuS 09 Möllbergen, ist die Stimmungslage nach dem 33:28-Sieg gegen den TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck und 14:10 Zählern deutlich entspannter. Auch, weil die Möllberger nicht nur über einen inzwischen qualitativ gut besetzten Kader verfügen, sondern auch noch einige Cracks in der Hinterhand haben. So wie Simon Witte, der gegen die „Jürmker“ ein überraschendes und sehr starkes Comeback gab. Sein Trainer lobte: „Er war sofort präsent. Er macht viel mit seiner Routine und vor allem gibt er Kommandos, auf die die jungen Mitspieler hören.“ Das Comeback, so gab Witte zu, hätte es nach Torges Wünschen aufgrund der Verletzungssorgen auf den Linkshänderpositionen bereits im Dezember geben sollen. „Da stand für mich aber die Familie im Vordergrund.“ Nun, im Januar habe das Comeback „richtig viel Spaß gemacht“. Ob Wittes Einsätze nun dauerhaft zu erwarten sind, ließ der offen: „Mir hat das Leben auch ohne Handball sehr viel Spaß gemacht. Und außerdem werden die Beine auf der Couch nun auch nicht schneller.“ (cb) Titelrennen spitzt sich zu Das Aufstiegsrennen in der Männer-Bezirksliga spitzt sich zu einem Zweikampf zu. Beste Chancen besitzen Spitzenreiter HSG EURo und Lit Tribe Germania III. Die Lit-Dritte wurde in den vergangenen drei Jahren Vizemeister und brennt darauf, endlich den ersten Platz zu ergattern. Den direkten Wiederaufstieg peilen die „EURo-Eulen“ an. Bis auf einen Patzer gegen den TuS 09 Möllbergen II läuft es für die Truppe von Trainer Carsten Poggemeier rund. Am vergangenen Samstag gewann die HSG souverän das Derby bei Eintracht Oberlübbe II 33:27, Kreisläufer Jens Mülken rettete derweil Lit III beim 23:22 gegen den TuS Vlotho-Uffeln den Sieg. Zum Topspiel und wahrscheinlich vorentscheidenden Duell um den Aufstieg kommt es am 1. Februar in Nordhemmern. Das Hinspiel am zweiten Spieltag ging 27:23 an EURo. Es war die bisher einzige Lit-III-Niederlage. Nicht mehr bei der Sache Das C-Jungen-Derby zwischen GWD Minden und der JSG NSM-Nettelstedt war mitreißend. Die Fans waren begeistert. JSG-Trainer Jona Finke sagte jedoch nach dem 24:24: „Das werde ich nie wieder machen.“ Damit spielte er jedoch nicht auf seine Arbeit als Trainer an, sondern auf seinen stressigen Samstagnachmittag. Denn nach dem heißen Derby in Dankersen eilte Finke nach Nordhemmern, um dort die Verbandsliga-Mannschaft von Lit Tribe Germania II im Spiel gegen den ASV Senden zumindest in der zweiten Halbzeit zu unterstützen. „Aber das Spiel vorher ging so an die Nerven, dass man dann bei dem Männerspiel nicht ganz bei der Sache sein kann.“ (cb)

Handball-Box: Die EM macht es möglich - Drittligist GWD Minden II setzt auf Bundesliga-Power

Jonas Fabry befindet sich mit der HSG EURo auf Aufstiegskurs. Bald steigt das vermeintliche Aufstiegsfinale gegen Lit III. Fotos: Bendig

Minden. Die Europameisterschaft wirkt sich auch auf lokaler Ebene aus. Zum einen schauen auch heimische Schiedsrichter Fernsehen. Zum anderen haben so manche Bundesliga-Profis gerade Zeit. Das will man beim Drittligisten GWD Minden II nutzen. In den kommenden Spielen dürfen sich die Gegner warm anziehen.

Klasmann wie Gensheimer

Seit dem Siebenmeter-Kopftreffer von Uwe Gensheimer im EM-Auftaktspiel gegen die Niederlande sind diese Würfe wieder in aller Munde und die Unparteiischen sensibilisiert. So auch die Schiedsrichter der Drittliga-Begegnung zwischen der SG Schalksmühle-Halver und Lit Tribe Germania (36:22). Die Partie hatte bereits in der siebten Minuten eine ähnliche Szene zu bieten. Christopher Klasmann traf Lit-Keeper Linus Happel beim Strafwurf am Kopf. „Das war nicht so wild. Aber es hatten eben alle Leute Fernsehen geguckt“, bewertete Gerling. Ebenso wie der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft sah Klasmann die Rote Karte. Die wirkte sich aber nicht negativ auf Schalksmühle, sondern auf das Gerling-Team aus. Das fand zu keinem Zeitpunkt in die Partie und verlor auch in der Höhe verdient. Das Fehlen des 38-jährigen lettischen Nationalspielers Evars Klesniks und Lit-Abwehrchefs wollte Gerling für die dritte Niederlage im vierten Spiel nicht verantwortlich machen: „Wenn die Spieler das als Begründung angeführt hätten, hätten wir ein ziemliches Problem.“ (cb)

GWD II rüstet auf

Simon Witte hatte keine Anpassungsschwierigkeiten.
Simon Witte hatte keine Anpassungsschwierigkeiten.

Drittliga-Trainer studieren vor dem Saisonstart ganz genau den Gesamtspielplan. Besonders unbeliebt sind Spiele gegen zweite Mannschaften von Profiklubs während der EM oder WM. Denn in jenen Wochen ruht der Spielbetrieb in den ersten beiden Profiligen. Gerne setzen die Bundesligaklubs in diesen Wochen ihre Spieler in der 3. Liga ein. Zum einen, um diesen Spielpraxis zu verschaffen – meist nach Verletzungen – oder auch um, wie im Fall von GWD Minden II, im Kampf um den Klassenerhalt zu unterstützen. Deswegen sagt auch GWD-II-Trainer Moritz Schäpsmeier: „In der EM-Pause wollen wir alle Spiele gewinnen.“ Der Anfang wurde bereits am vergangenen Wochenende mit dem Erfolg beim TV Leichlingen gemacht, auch dank der Hilfe von Profi Mats Korte (acht Tore). Nun rollen an den beiden folgenden Spieltagen aber ganz andere Kaliber als der Mitkonkurrent auf die Dankerser zu. Am kommenden Samstag empfangen die Mindener den starken TuS Spenge zum Derby, dann kommt das Profiteam des Wilhelmshavener HV in die Sporthalle Olafstraße. Beide Teams dürfen sich neben Korte auch auf Namen wie Savvas Savvas, Max Staar oder Juri Knorr einstellen. (cb)

TSG lernt aus Fehlern nicht

Pure Anspannung im Derby: JSG-Trainer Jona Finke
Pure Anspannung im Derby: JSG-Trainer Jona Finke

Dort, wo GWD Minden II und Lit Tribe Germania sind, möchte die TSG AH Bielefeld unbedingt hin. Doch für den Männer-Oberligisten ist der Traum vom Aufstieg in die 3. Liga nach 13 Spielen nahezu ausgeträumt. Wie zu Saisonbeginn beim 23:23 beim TuS 09 Möllbergen ließen die Bielefelder mit dem aus Holzhausen stammenden Trainer Leif Anton auch beim Aufsteiger CVJM Rödinghausen einen Punkt liegen und verpatzten den Start in die zweite Saisonhälfte. Der Rückstand auf Spitzenreiter ASV Hamm-Westfalen II, der erst elf Spiele absolviert hat, beträgt bereits sechs Zähler. Anton reagierte nach dem Rödinghausen-Spiel, in dem seine Startruppe bereits 24:21 führte, genervt: „Wir haben schon öfter in dieser Saison Fehler gemacht. Aber das wir daraus nicht lernen, ist ernüchternd.“ Seitdem das ambitionierte Projekt, das mittelfristig Bundesliga-Handball in Bielefeld bieten möchte, vor drei Jahren startete, musste die TSG erst dem TuS Spenge und im vergangenen Jahr Lit Tribe Germania den Aufstieg überlassen. (cb)

Witte macht's mit Routine

Beim kommenden TSG-Gegner, dem TuS 09 Möllbergen, ist die Stimmungslage nach dem 33:28-Sieg gegen den TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck und 14:10 Zählern deutlich entspannter. Auch, weil die Möllberger nicht nur über einen inzwischen qualitativ gut besetzten Kader verfügen, sondern auch noch einige Cracks in der Hinterhand haben. So wie Simon Witte, der gegen die „Jürmker“ ein überraschendes und sehr starkes Comeback gab. Sein Trainer lobte: „Er war sofort präsent. Er macht viel mit seiner Routine und vor allem gibt er Kommandos, auf die die jungen Mitspieler hören.“ Das Comeback, so gab Witte zu, hätte es nach Torges Wünschen aufgrund der Verletzungssorgen auf den Linkshänderpositionen bereits im Dezember geben sollen. „Da stand für mich aber die Familie im Vordergrund.“ Nun, im Januar habe das Comeback „richtig viel Spaß gemacht“. Ob Wittes Einsätze nun dauerhaft zu erwarten sind, ließ der offen: „Mir hat das Leben auch ohne Handball sehr viel Spaß gemacht. Und außerdem werden die Beine auf der Couch nun auch nicht schneller.“ (cb)

Titelrennen spitzt sich zu

Das Aufstiegsrennen in der Männer-Bezirksliga spitzt sich zu einem Zweikampf zu. Beste Chancen besitzen Spitzenreiter HSG EURo und Lit Tribe Germania III. Die Lit-Dritte wurde in den vergangenen drei Jahren Vizemeister und brennt darauf, endlich den ersten Platz zu ergattern. Den direkten Wiederaufstieg peilen die „EURo-Eulen“ an. Bis auf einen Patzer gegen den TuS 09 Möllbergen II läuft es für die Truppe von Trainer Carsten Poggemeier rund. Am vergangenen Samstag gewann die HSG souverän das Derby bei Eintracht Oberlübbe II 33:27, Kreisläufer Jens Mülken rettete derweil Lit III beim 23:22 gegen den TuS Vlotho-Uffeln den Sieg. Zum Topspiel und wahrscheinlich vorentscheidenden Duell um den Aufstieg kommt es am 1. Februar in Nordhemmern. Das Hinspiel am zweiten Spieltag ging 27:23 an EURo. Es war die bisher einzige Lit-III-Niederlage.

Nicht mehr bei der Sache

Das C-Jungen-Derby zwischen GWD Minden und der JSG NSM-Nettelstedt war mitreißend. Die Fans waren begeistert. JSG-Trainer Jona Finke sagte jedoch nach dem 24:24: „Das werde ich nie wieder machen.“ Damit spielte er jedoch nicht auf seine Arbeit als Trainer an, sondern auf seinen stressigen Samstagnachmittag. Denn nach dem heißen Derby in Dankersen eilte Finke nach Nordhemmern, um dort die Verbandsliga-Mannschaft von Lit Tribe Germania II im Spiel gegen den ASV Senden zumindest in der zweiten Halbzeit zu unterstützen. „Aber das Spiel vorher ging so an die Nerven, dass man dann bei dem Männerspiel nicht ganz bei der Sache sein kann.“ (cb)

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