Beachhandballer haben Generalprobe nicht in den Sand gesetzt Christian Bendig Hille (cb). Hochklassiger Sport, perfekte Organisation: Die 3. Oberlübber Beach Open hielten alles, was sie versprochen hatte. Lediglich am Wetter ließ sich nicht drehen. Mit den beiden amtierenden deutschen Meistern im Beachhandball setzten sich die Favoriten verdient durch. Bei den Männern siegte das Team Beach and Da Gang. Bei den Frauen blieb der Titel im Mühlenkreis. Nach Platz zwei im vergangenen Jahr holte sich Strandgeflüster ohne Satzverlust den Turniersieg. Bei den Männern liefen die beiden heimischen Spitzenteams, die Sand Devils U23 und die Sand Devils auf den Plätzen drei und vier ein. Unabhängig vom Ergebnis war Trainer Kai Bierbaum mit dem Auftritt des jungen Sand Devils-Ablegers hoch zufrieden. „Die Jungs machen immer mehr Fortschritte. Wir werden inzwischen in der Szene wahrgenommen.“ In der Premierensaison 2018 wurde das Team, das fast ausschließlich mit in der Jugend bei GWD Minden ausgebildeten Spielern aufläuft, zwar nicht belächelt, aber „es hieß immer, 'ah, guck mal, da kommen die Neuen'“, erzählte Bierbaum nach dem Turnier. Durch den dritten Platz in Oberlübbe hat sein Team auch wichtige Punkte für die German Beach Open, der Qualifikationsrunde für die vom 2. bis 4. August in Berlin stattfindende Deutsche Meisterschaft, eingesammelt. „Wir sind zwar schon qualifiziert. Aber es geht auch um eine gute Platzierung in der Rangliste, um eine gute Gruppeneinteilung zu erwischen“, erläuterte Bierbaum. Zu welchen Leistungen seine Schützlinge in der Lage sind, bewiesen sie im Halbfinale gegen Beach and Da Gang. Der erste Durchgang ging zwar sang- und klanglos verloren (14:22), doch im zweiten Satz hielten die jungen Devils gegen den Deutschen Meister mit, gewannen 21:16 und zwangen die Kelkheimer mit Beachnationalspieler Fynn Hangstein in den Shoot-Out. Der ging verloren, aber Bierbaum war angetan von der Darbietung: „Wenn sie in der Entwicklung dahin kommen, solche Halbzeiten zweimal in den Sand zu bekommen, dann sind sie bei der DM ein Kandidat fürs Viertelfinale.“ Bei den „großen“ Sand Devils war ein wenig der Wurm drin. Das beherrschende Team der vergangenen Jahre um Nationalspieler Jörn Wolterink schlug zwar in der Neuauflage des letztjährigen DM-Bronzemedaillenduell die Nordlichter souverän, schied aber im Halbfinale gegen die Kölner 12 Monkeys aus und verlor auch das Duell gegen das eigene Nachwuchsteam. „Die Devils haben in diesem Jahr große Kaderprobleme“, klärte Bierbaum auf. Viele Leistungsträger waren in Oberlübbe nicht mit von der Partie. „Schaffen sie die DM-Qualifikation und spielen sie dort in voller Besetzung, sind die immer ein Kandidat für das Halbfinale“, blickte Bierbaum voraus. Ein Halbfinal-Kandidat in Berlin sind auf jeden Fall auch die Titelverteidiger Strandgeflüster. Die hatten bereits zuvor genügend Punkte für die DM-Qualifikation gesammelt und konnten in Oberlübbe völlig befreit aufspielen. Beeindruckend war die Dominanz des Teams um Trainerin Andrea Leiding. „Wir sind definitiv noch einmal variabler geworden“, betonte die Trainerin, die auf die Leistungsträgerinnen Madeleine Benecke und Vanessa Fischer (Tor) aus Urlaubsgründen verzichten musste. Insbesondere die beiden nach schlimmen Knieverletzung wieder zurückgekehrten Fischer und Miriam Bolduan erhöhen Leidings taktische Möglichkeiten. Zudem entwickelt sich die im vergangenen Jahr fast ausschließlich in der Abwehr eingesetzte Benica Pross auch in der Offensive zu einer torgefährlichen Option und Josi Kelle findet sich in ihrem ersten Jahr im Sand laut Leiding „schon sehr gut zurecht“. Rund zwei Wochen vor der DM in Berlin befindet sich Strandgeflüster in Top-Form. „Jetzt werden wir noch ein paar Mal trainieren“, umriss Leiding den Fahrplan bis Berlin. Eine weitere Turnierteilnahme, nach zuletzt fünf Serie, steht nicht mehr auf dem Programm. „Die Mädels freuen sich auf eine freies Wochenende“, sagte Leiding nach den tollen Tagen in Oberlübbe. Turniersplitter Lange: Wie bei den vergangenen beiden Auflagen war auch dieses mal die große Party am Samstagabend ein voller Erfolg. Und wieder begeisterte die heimische Band „30 Minutes“. Die feiernden Beachhandballer wollten das Trio auch nach der zweiten Zugabe nicht von der Bühne lassen. Doch die Stimme des Sängers Oliver Rohlfing gab nichts mehr her. Als nächstes sind die drei Mindener bei den Weserliedern am Samstag, 27. Juli zu sehen. (cb) Ordnung: Als sich die Teams nach dem Turnierende zügig auf die teilweise weiten Heimreisen machten, erstaunte, in welchem Zustand die Mannschaften ihre Zeltplätze hinterließen. Nämlich tadellos. Das hat aber auch einen Grund. „Wir kassieren 50 EURo Pfand“, erklärte Mitorganisator Henrik Finke. Wird der Platz sauber hinterlassen, gibt es das Geld nach einer Abnahme zurück. (cb

Beachhandballer haben Generalprobe nicht in den Sand gesetzt

Benica Pross erhielt von Trainerin Andrea Leiding ein Sonderlob. Vor allem in Halbfinale gegen die Sandmöpse bewies die letztjährige Defensivspezialistin ihre neu gewonnene Torgefahr. Fotos: Christian Bendig

Hille (cb). Hochklassiger Sport, perfekte Organisation: Die 3. Oberlübber Beach Open hielten alles, was sie versprochen hatte. Lediglich am Wetter ließ sich nicht drehen. Mit den beiden amtierenden deutschen Meistern im Beachhandball setzten sich die Favoriten verdient durch. Bei den Männern siegte das Team Beach and Da Gang. Bei den Frauen blieb der Titel im Mühlenkreis. Nach Platz zwei im vergangenen Jahr holte sich Strandgeflüster ohne Satzverlust den Turniersieg. Bei den Männern liefen die beiden heimischen Spitzenteams, die Sand Devils U23 und die Sand Devils auf den Plätzen drei und vier ein.

Unabhängig vom Ergebnis war Trainer Kai Bierbaum mit dem Auftritt des jungen Sand Devils-Ablegers hoch zufrieden. „Die Jungs machen immer mehr Fortschritte. Wir werden inzwischen in der Szene wahrgenommen.“ In der Premierensaison 2018 wurde das Team, das fast ausschließlich mit in der Jugend bei GWD Minden ausgebildeten Spielern aufläuft, zwar nicht belächelt, aber „es hieß immer, 'ah, guck mal, da kommen die Neuen'“, erzählte Bierbaum nach dem Turnier.

Patrick Kurz und die Sand Devils haben noch Steigerungspotenzial.
Patrick Kurz und die Sand Devils haben noch Steigerungspotenzial.

Durch den dritten Platz in Oberlübbe hat sein Team auch wichtige Punkte für die German Beach Open, der Qualifikationsrunde für die vom 2. bis 4. August in Berlin stattfindende Deutsche Meisterschaft, eingesammelt. „Wir sind zwar schon qualifiziert. Aber es geht auch um eine gute Platzierung in der Rangliste, um eine gute Gruppeneinteilung zu erwischen“, erläuterte Bierbaum. Zu welchen Leistungen seine Schützlinge in der Lage sind, bewiesen sie im Halbfinale gegen Beach and Da Gang. Der erste Durchgang ging zwar sang- und klanglos verloren (14:22), doch im zweiten Satz hielten die jungen Devils gegen den Deutschen Meister mit, gewannen 21:16 und zwangen die Kelkheimer mit Beachnationalspieler Fynn Hangstein in den Shoot-Out. Der ging verloren, aber Bierbaum war angetan von der Darbietung: „Wenn sie in der Entwicklung dahin kommen, solche Halbzeiten zweimal in den Sand zu bekommen, dann sind sie bei der DM ein Kandidat fürs Viertelfinale.“

Leon Grabenstein zeichnete sich im Halbfinale gegen Beach and Da Gang mit einigen Glanzparaden aus und war einer der besten Keeper des Turniers.
Leon Grabenstein zeichnete sich im Halbfinale gegen Beach and Da Gang mit einigen Glanzparaden aus und war einer der besten Keeper des Turniers.

Bei den „großen“ Sand Devils war ein wenig der Wurm drin. Das beherrschende Team der vergangenen Jahre um Nationalspieler Jörn Wolterink schlug zwar in der Neuauflage des letztjährigen DM-Bronzemedaillenduell die Nordlichter souverän, schied aber im Halbfinale gegen die Kölner 12 Monkeys aus und verlor auch das Duell gegen das eigene Nachwuchsteam. „Die Devils haben in diesem Jahr große Kaderprobleme“, klärte Bierbaum auf. Viele Leistungsträger waren in Oberlübbe nicht mit von der Partie. „Schaffen sie die DM-Qualifikation und spielen sie dort in voller Besetzung, sind die immer ein Kandidat für das Halbfinale“, blickte Bierbaum voraus.

Ein Halbfinal-Kandidat in Berlin sind auf jeden Fall auch die Titelverteidiger Strandgeflüster. Die hatten bereits zuvor genügend Punkte für die DM-Qualifikation gesammelt und konnten in Oberlübbe völlig befreit aufspielen. Beeindruckend war die Dominanz des Teams um Trainerin Andrea Leiding. „Wir sind definitiv noch einmal variabler geworden“, betonte die Trainerin, die auf die Leistungsträgerinnen Madeleine Benecke und Vanessa Fischer (Tor) aus Urlaubsgründen verzichten musste. Insbesondere die beiden nach schlimmen Knieverletzung wieder zurückgekehrten Fischer und Miriam Bolduan erhöhen Leidings taktische Möglichkeiten. Zudem entwickelt sich die im vergangenen Jahr fast ausschließlich in der Abwehr eingesetzte Benica Pross auch in der Offensive zu einer torgefährlichen Option und Josi Kelle findet sich in ihrem ersten Jahr im Sand laut Leiding „schon sehr gut zurecht“.

Rund zwei Wochen vor der DM in Berlin befindet sich Strandgeflüster in Top-Form. „Jetzt werden wir noch ein paar Mal trainieren“, umriss Leiding den Fahrplan bis Berlin. Eine weitere Turnierteilnahme, nach zuletzt fünf Serie, steht nicht mehr auf dem Programm. „Die Mädels freuen sich auf eine freies Wochenende“, sagte Leiding nach den tollen Tagen in Oberlübbe.

Turniersplitter

Lange: Wie bei den vergangenen beiden Auflagen war auch dieses mal die große Party am Samstagabend ein voller Erfolg. Und wieder begeisterte die heimische Band „30 Minutes“. Die feiernden Beachhandballer wollten das Trio auch nach der zweiten Zugabe nicht von der Bühne lassen. Doch die Stimme des Sängers Oliver Rohlfing gab nichts mehr her. Als nächstes sind die drei Mindener bei den Weserliedern am Samstag, 27. Juli zu sehen. (cb)

Ordnung: Als sich die Teams nach dem Turnierende zügig auf die teilweise weiten Heimreisen machten, erstaunte, in welchem Zustand die Mannschaften ihre Zeltplätze hinterließen. Nämlich tadellos. Das hat aber auch einen Grund. „Wir kassieren 50 EURo Pfand“, erklärte Mitorganisator Henrik Finke. Wird der Platz sauber hinterlassen, gibt es das Geld nach einer Abnahme zurück. (cb

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