Premiere in Minden zum Jubiläum: Nadine Angerer trifft im Handball-Buch auf Siegfried Lenz Marcus Riechmann Minden (mt). In anderen Städten spielt sich Handballsport in den Sporthallen ab. In Minden ist der Handball auch im Museum zu Hause. Mit der umfassenden Betrachtung „Und auch der Handball ist rund“ und dem GWD-Kompendium „Grün und Weiß“ sind bereits zwei Bücher mit begleitender Ausstellung unter großem öffentlichen Interesse im Mindener Museum präsentiert worden.So traf Detlef Kuhlmann eine logische Entscheidung: Der Bielefelder wählte für die Premiere seiner Textsammlung „100 Jahre Handball“ ebenfalls das Haus an der Ritterstraße. Hunderte Bücher hat der Sportwissenschaftler der Leibnitz Universität Hannover gesichtet, 50 Texte extrahiert und in ein frisches Druckwerk transformiert.Am 29. Oktober 1917 wurden in Berlin erstmals die amtlichen Regeln für das Handballspiel für Frauen verabschiedet - die Geburtsstunde des nach Fußball beliebtesten deutschen Mannschaftssports. Die Männer folgten erst zwei Jahre später. Der Handball feiert Jubiläum - und passend dazu präsentiert Kuhlmann eine Anthologie, die der Herausgeber als „kleines Geschenk zum runden Geburtstag des Handballs für alle, die das Spiel lieben beziehungsweise selbst ein Stück Handballgeschichte geschrieben haben,“ verstanden wissen will. Es finden sich erwartbare Texte von Szenegrößen wie Dagur Sigurdsson, Bernhard Kempa oder Stefan Kretzschmar, aber auch Stücke der Fußball-Weltmeisterin Nadine Angerer oder Fußball-Ikone Uwe Seeler. Sie treffen auf Handball-Lieder des Jahres 1924 und auf Passagen von Schriftstellern wie Siegfried Lenz oder Christoph Hein. Kleine Perlen nicht nur für Handballer, aneinandergereiht auf 216 Seiten.Die handverlesenen Texte eint, dass es im weitesten Sinn um Handball geht. Sie berichten Biografisches und Autobiografisches, sie erzählen von triumphalen Siegen und bitteren Niederlagen. Sie tauchen ab in die Tiefen der einst als Turnspiel für Frauen erdachten Sportart. Dabei verbinden sich unterschiedliche Stile und Erzählweisen auf wunderbarste Art und verschaffen dem Leser unerwartete Einblicke.„Es ist ein Versuch, die literarische und kulturelle Seite des Handballs abzubilden“, beschreibt Kuhlmann seine Intention und sagt über sein jüngstes Buchprojekt: „Eine solche Zusammenstellung gibt es bisher im Handball nicht.“ Und so hat er sie nach rund fünfjährigem Vorlauf mit dem Hildesheimer Arete-Verlag realisiert.Am Mittwochabend präsentierte der einstige Hobbyhandballer das Ergebnis vor rund 50 Gästen in Minden. In einer von Museumschef Philipp Koch geladenen Talkrunde gaben zunächst die Handballgrößen Herbert Lübking, Dieter Waltke und Bürgermeister Michael Jäcke als ehemaliger Kreisligaspieler sowie die „Kind-Schwestern“ Ilona Sundermeier und Veronika Maaß unterhaltsame Einblicke in Karrierehöhepunkte und -tiefen.Dann nahm der bis Sonntag noch 62 Jahre alte Kuhlmann den Platz am Pult ein und entführte zum Auftakt seiner Lesereise die Gäste mit kurzweiligen Geschichten in die Historie des Handballs. Kuhlmann ließ mit einem Text von Erik Eggers die legendäre „Nacht der Bierdosen“ aufleben, in der 1978 vor dem WM-Finale der für Ostdeutschland spielende Wolfgang Böhme mit den westdeutschen Endspielteilnehmern Kurt Klühspies und Heiner Brand beim gemeinsamen Pilsgenuss den Klassenkampf ignorierte und in einer sagenumwobenen Gesprächsrunde seine Freunde in die Taktik des favorisierten Finalgegners aus der Sowjetunion einweihte - mit Erfolg.Zum Abschluss bot Kuhlmann einen Auszug aus dem „Krimi in der Lipperland-Halle“, in dem der denkwürdige 42:23-Sieg des TBV Lemgo gegen GWD Minden am 25. Mai 2002 ein unerwartet anderes Ende nimmt. Lesenswert.INFO100 Jahre Handball, Hrsg. Detlef Kuhlmann, 216 Seiten, 40 Bilder, 16,80 Euro, Arete Verlag. Im Museumsshop und im Mindener Bücherwurm (Obermarktstraße) lässt sich das Buch blättern. Erhältlich ist es dort sowie im weiteren Buchhandel oder direkt beim Verlag, www.arete-verlag.de.

Premiere in Minden zum Jubiläum: Nadine Angerer trifft im Handball-Buch auf Siegfried Lenz

Pointiert las Herausgeber Detlef Kuhlmann im Mindener Museum erstmals Texte aus seinem jüngst erschienenen Buch „100 Jahre Handball“. MT- © Foto: Riechmann

Minden (mt). In anderen Städten spielt sich Handballsport in den Sporthallen ab. In Minden ist der Handball auch im Museum zu Hause. Mit der umfassenden Betrachtung „Und auch der Handball ist rund“ und dem GWD-Kompendium „Grün und Weiß“ sind bereits zwei Bücher mit begleitender Ausstellung unter großem öffentlichen Interesse im Mindener Museum präsentiert worden.

So traf Detlef Kuhlmann eine logische Entscheidung: Der Bielefelder wählte für die Premiere seiner Textsammlung „100 Jahre Handball“ ebenfalls das Haus an der Ritterstraße. Hunderte Bücher hat der Sportwissenschaftler der Leibnitz Universität Hannover gesichtet, 50 Texte extrahiert und in ein frisches Druckwerk transformiert.

Am 29. Oktober 1917 wurden in Berlin erstmals die amtlichen Regeln für das Handballspiel für Frauen verabschiedet - die Geburtsstunde des nach Fußball beliebtesten deutschen Mannschaftssports. Die Männer folgten erst zwei Jahre später. Der Handball feiert Jubiläum - und passend dazu präsentiert Kuhlmann eine Anthologie, die der Herausgeber als „kleines Geschenk zum runden Geburtstag des Handballs für alle, die das Spiel lieben beziehungsweise selbst ein Stück Handballgeschichte geschrieben haben,“ verstanden wissen will. Es finden sich erwartbare Texte von Szenegrößen wie Dagur Sigurdsson, Bernhard Kempa oder Stefan Kretzschmar, aber auch Stücke der Fußball-Weltmeisterin Nadine Angerer oder Fußball-Ikone Uwe Seeler. Sie treffen auf Handball-Lieder des Jahres 1924 und auf Passagen von Schriftstellern wie Siegfried Lenz oder Christoph Hein. Kleine Perlen nicht nur für Handballer, aneinandergereiht auf 216 Seiten.

Die handverlesenen Texte eint, dass es im weitesten Sinn um Handball geht. Sie berichten Biografisches und Autobiografisches, sie erzählen von triumphalen Siegen und bitteren Niederlagen. Sie tauchen ab in die Tiefen der einst als Turnspiel für Frauen erdachten Sportart. Dabei verbinden sich unterschiedliche Stile und Erzählweisen auf wunderbarste Art und verschaffen dem Leser unerwartete Einblicke.

„Es ist ein Versuch, die literarische und kulturelle Seite des Handballs abzubilden“, beschreibt Kuhlmann seine Intention und sagt über sein jüngstes Buchprojekt: „Eine solche Zusammenstellung gibt es bisher im Handball nicht.“ Und so hat er sie nach rund fünfjährigem Vorlauf mit dem Hildesheimer Arete-Verlag realisiert.

Am Mittwochabend präsentierte der einstige Hobbyhandballer das Ergebnis vor rund 50 Gästen in Minden. In einer von Museumschef Philipp Koch geladenen Talkrunde gaben zunächst die Handballgrößen Herbert Lübking, Dieter Waltke und Bürgermeister Michael Jäcke als ehemaliger Kreisligaspieler sowie die „Kind-Schwestern“ Ilona Sundermeier und Veronika Maaß unterhaltsame Einblicke in Karrierehöhepunkte und -tiefen.

Dann nahm der bis Sonntag noch 62 Jahre alte Kuhlmann den Platz am Pult ein und entführte zum Auftakt seiner Lesereise die Gäste mit kurzweiligen Geschichten in die Historie des Handballs. Kuhlmann ließ mit einem Text von Erik Eggers die legendäre „Nacht der Bierdosen“ aufleben, in der 1978 vor dem WM-Finale der für Ostdeutschland spielende Wolfgang Böhme mit den westdeutschen Endspielteilnehmern Kurt Klühspies und Heiner Brand beim gemeinsamen Pilsgenuss den Klassenkampf ignorierte und in einer sagenumwobenen Gesprächsrunde seine Freunde in die Taktik des favorisierten Finalgegners aus der Sowjetunion einweihte - mit Erfolg.

Zum Abschluss bot Kuhlmann einen Auszug aus dem „Krimi in der Lipperland-Halle“, in dem der denkwürdige 42:23-Sieg des TBV Lemgo gegen GWD Minden am 25. Mai 2002 ein unerwartet anderes Ende nimmt. Lesenswert.

INFO

100 Jahre Handball, Hrsg. Detlef Kuhlmann, 216 Seiten, 40 Bilder, 16,80 Euro, Arete Verlag. Im Museumsshop und im Mindener Bücherwurm (Obermarktstraße) lässt sich das Buch blättern. Erhältlich ist es dort sowie im weiteren Buchhandel oder direkt beim Verlag, www.arete-verlag.de.

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