Mordprozess gegen Albert S.: Staatsanwaltschaft fordert lebenslänglich Sandra Spieker Pr. Oldendorf/Bielefeld. Albert S. zeichnete in der Verhandlung ein Bild, das sehr von Tränen und Selbstmitleid geprägt war, auch in seiner Wortwahl. Der 59-jährige Mann aus Pr. Oldendorf muss sich wegen des Verdachts des Mordes aus niedrigen Beweggründen vor dem Bielefelder Landgericht verantworten. Die Beweisaufnahme ist abgeschlossen. In einer mehrstündigen Verhandlung wurden die Plädoyers vor dem Landgericht gehalten. Staatsanwaltschaft und Nebenklage forderten demnach eine lebenslange Freiheitsstraße für die Tat, bei der am Nachmittag des 5. Januars seine von ihm getrennt lebende Ehefrau durch eine Pistolenkugel getötet wurde. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann nicht verkraftet hatte, dass sich seine Frau im November 2019 von ihm getrennt hatte. Er habe keine Erinnerung, sagte der Angeklagte Sein Verteidiger plädierte am Donnerstagnachmittag auf fahrlässige Tötung. Albert S. habe sich selbst töten wollen. Die Schüsse seien ein „Unfall" gewesen, hieß es. Schon am ersten Verhandlungstag hatte der 59-Jährige geschildert, dass seine Erinnerungen an den Abend lückenhaft seien: „Dann muss sich ein Schuss gelöst haben. Sie schlug noch mit ihrer Tasche auf mich ein. Was danach passiert ist, weiß ich nicht mehr. Als ich wieder zu mir kam, lag ich auf dem Boden und zwei oder drei Männer saßen auf mir." Er habe keine Erinnerung, hieß es auch am Verhandlungstag. An jenem Tag habe er sich am ZOB in Pr. Oldendorf selbst töten wollen. Doch die Waffe habe eine Ladehemmung gehabt. Dann sei er seiner Frau noch hinterher und habe weitere Schüsse abgegeben, um die Ladehemmung der Waffe „zu demonstrieren". Schuss aus weniger als fünf Zentimetern Entfernung abgegeben Zeugen hatten Albert S. vor der Eisdiele überwältigt. Die Frau des Angeklagten erlitt einen Brustkorbdurchschuss und verblutete noch am Tatort. Die Anklage ging zunächst davon aus, dass Albert S. der Frau in den Rücken geschossen habe. Ein Schussspurengutachten legt nun jedoch nahe, dass der Schuss aus weniger als fünf Zentimeter Entfernung von vorne abgegeben worden sein muss. Die Tatwaffe habe er vor rund zehn Jahren an einem Kanal gefunden, hatte er gesagt. Am kommenden Montag, 20. Juli, soll das Urteil in dem Prozess fallen.

Mordprozess gegen Albert S.: Staatsanwaltschaft fordert lebenslänglich

Vor dem Landgericht in Bielefeld unter Mordverdacht: Albert S. aus Preußisch Oldendorf. © Wolfgang Rudolf

Pr. Oldendorf/Bielefeld. Albert S. zeichnete in der Verhandlung ein Bild, das sehr von Tränen und Selbstmitleid geprägt war, auch in seiner Wortwahl. Der 59-jährige Mann aus Pr. Oldendorf muss sich wegen des Verdachts des Mordes aus niedrigen Beweggründen vor dem Bielefelder Landgericht verantworten. Die Beweisaufnahme ist abgeschlossen. In einer mehrstündigen Verhandlung wurden die Plädoyers vor dem Landgericht gehalten.

Staatsanwaltschaft und Nebenklage forderten demnach eine lebenslange Freiheitsstraße für die Tat, bei der am Nachmittag des 5. Januars seine von ihm getrennt lebende Ehefrau durch eine Pistolenkugel getötet wurde. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann nicht verkraftet hatte, dass sich seine Frau im November 2019 von ihm getrennt hatte.

Er habe keine Erinnerung, sagte der Angeklagte

Als Ausdruck ihrer Trauer legten Einwohner am Tatort an der Mindener Straße im Januar Blumen nieder und stellten Kerzen auf. - © Heike von Schulz
Als Ausdruck ihrer Trauer legten Einwohner am Tatort an der Mindener Straße im Januar Blumen nieder und stellten Kerzen auf. - © Heike von Schulz

Sein Verteidiger plädierte am Donnerstagnachmittag auf fahrlässige Tötung. Albert S. habe sich selbst töten wollen. Die Schüsse seien ein „Unfall" gewesen, hieß es. Schon am ersten Verhandlungstag hatte der 59-Jährige geschildert, dass seine Erinnerungen an den Abend lückenhaft seien: „Dann muss sich ein Schuss gelöst haben. Sie schlug noch mit ihrer Tasche auf mich ein. Was danach passiert ist, weiß ich nicht mehr. Als ich wieder zu mir kam, lag ich auf dem Boden und zwei oder drei Männer saßen auf mir."

Er habe keine Erinnerung, hieß es auch am Verhandlungstag. An jenem Tag habe er sich am ZOB in Pr. Oldendorf selbst töten wollen. Doch die Waffe habe eine Ladehemmung gehabt. Dann sei er seiner Frau noch hinterher und habe weitere Schüsse abgegeben, um die Ladehemmung der Waffe „zu demonstrieren".

Schuss aus weniger als fünf Zentimetern Entfernung abgegeben

Zeugen hatten Albert S. vor der Eisdiele überwältigt. Die Frau des Angeklagten erlitt einen Brustkorbdurchschuss und verblutete noch am Tatort.

Die Anklage ging zunächst davon aus, dass Albert S. der Frau in den Rücken geschossen habe. Ein Schussspurengutachten legt nun jedoch nahe, dass der Schuss aus weniger als fünf Zentimeter Entfernung von vorne abgegeben worden sein muss. Die Tatwaffe habe er vor rund zehn Jahren an einem Kanal gefunden, hatte er gesagt.

Am kommenden Montag, 20. Juli, soll das Urteil in dem Prozess fallen.

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