Drei intensive Spiele in acht Tagen: Für GWD folgt auf Leipzig und Kiel das immens wichtige Kellerduell in Balingen Astrid Plaßhenrich Minden. Frank Carstens hatte es eilig. Nur wenige Sekunden nach der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei HBW Balingen-Weilstetten schwang sich der Trainer des Handball-Bundesligisten GWD Minden wieder auf sein Rad, um die Spielvorbereitung auf das Abstiegsduell voranzutreiben. Kein Wunder: Denn wenn eines dieser Tage bei GWD knapp ist, ist es die Ressource Zeit. Nach der 26:29-Heimniederlage gegen THW Kiel am Donnerstagabend und dem Anwurf in Balingen am Samstag um 20.30 Uhr bleiben ziemlich genau 72 Stunden. Drei große Säulen liegen aktuell in Carstens' Blick. Sie bestimmen die kurze Zeitspanne zwischen den Partien gegen die aktuell beste deutsche Mannschaft und den Abstiegskandidaten, der 2020 bislang alle Spiele verloren hat. Zum einen ist da die Nachbereitung des Kiel-Spiels, zum anderen die Vorbereitung auf das immens wichtige Kellerduell in Baden-Württemberg. Und dann steht die Regeneration der Spieler auf dem Programm. Denn wenn es am Samstagabend in der Sparkassenarena losgeht, beginnt für die Michalczik, Rambo & Co. das dritte Spiel innerhalb von acht Tagen. „Leipzig und Kiel waren schon intensiv – und ich gehe davon aus, dass Balingen noch intensiver wird“, sagt Carstens: „Wir müssen jetzt die richtige Balance finden.“ Immerhin kann der GWD-Coach trotz der hohen Belastung mit seinem vollen Kader planen – alle Spieler sind fit. Carstens selbst hat allerdings keine Zeit zu regenerieren. Noch in der Nacht nach dem Kiel-Spiel hat sich der 48-Jährige eine Partie der Balinger angeschaut und Szenen zur Vorbereitung für seine Spieler geschnitten. „Wir haben jetzt die Chance, eine Mannschaft, die hinter uns steht, zu distanzieren“, erklärt Carstens. Der Mindener Trainer geht die Aufgabe gegen den Tabellenvorletzten, der zwei Punkte hinter seinem Team steht, mit sehr viel Optimismus an. Denn trotz der Niederlagen gegen Leipzig (28:31) und Kiel (26:29) nimmt GWD viel Positives mit: „Unsere Leistungen sind in den vergangenen Wochen konstant. Wir sind auf einen guten Weg, und ich bin mir sicher, dass wir das Gezeigte jetzt in Punkte ummünzen werden.“ Zudem seien die Spieler sehr fokussiert und arbeiten hart daran, dass Ziel Klassenerhalt zu erreichen. Trotzdem gibt es Gründe, warum die beiden jüngsten Spiele verloren gingen. In Leipzig habe sich sein Team zu viel mit den Entscheidungen der Schiedsrichter beschäftigt. „Da wollten wir irgendwann mit dem Kopf durch die Wand“, erklärt Carstens. Das sah gegen Kiel anders aus. Nach einer außerordentlich starken ersten Halbzeit und einer 17:16-Pausenführung kippte das Spiel nach dem Wechsel. „Wir haben unsere spielerische Linie verloren. Entweder haben wir uns in Einzelaktionen verzettelt, oder uns sind beim finalen Pass technische Fehler unterlaufen. Davor haben wir den Ball viel besser laufen lassen“, erklärt der Mindener Coach. Dazu geriet GWD nach Kiels Umstellung von der 6:0-Defensive auf die 3:2:1-Variante mehr und mehr unter Druck. Trotz der unverminderten Geschwindigkeit im engen Bundesliga-Zeitplan müssen die unausgeruhten Mindener bei HBW Ruhe bewahren. Dagegen hatten die Balinger wesentlich mehr Zeit, um sich auf das GWD-Spiel vorzubereiten. Die Gastgeber mussten unter der Woche nicht ran, verlor zuletzt vergangenen Sonntag gegen Stuttgart 26:32. „Sicherlich ist der Druck auf beiden Seiten hoch, aber bei Balingen ist der nach der Negativserie von 2:20-Punkten ungleich höher“, ist sich Carstens sicher. Zwischenstopp mit Training in Rimpar In der Vergangenheit trainierte das GWD-Team vor der Abfahrt nach Balingen noch vormittags in Minden. Erst nach Videoschulung und Mittagessen traten die Grün-Weißen mit dem Bus die 600 Kilometer in Richtung Baden-Württemberg an und kamen am späten Abend in Balingen an. Dieses Mal gehen die Mindener einen anderen Weg: Abfahrt ist bereits um 7 Uhr. Dann folgt ein Zwischenstopp im 360 Kilometer entfernten Rimpar, um dort zu trainieren. Von 11 und 13 Uhr steht GWD eine Halle für die Einheit zur Verfügung. Den Tipp zum Zwischenstopp hat Carstens von seinem Balinger Trainerkollegen Jens Bürkle erhalten: „Die Balinger machen das regelmäßig, schließlich haben sie oft weite Strecken zurückzulegen.“

Drei intensive Spiele in acht Tagen: Für GWD folgt auf Leipzig und Kiel das immens wichtige Kellerduell in Balingen

Die Zweikämpfe zwischen Miljan Pusica (links) und Kiels Steffen Weinhold waren von höchster Intensität. „Das war, als ob zwei Züge immer wieder aufeinderrauschen“, sagte Frank Carstens. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden. Frank Carstens hatte es eilig. Nur wenige Sekunden nach der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei HBW Balingen-Weilstetten schwang sich der Trainer des Handball-Bundesligisten GWD Minden wieder auf sein Rad, um die Spielvorbereitung auf das Abstiegsduell voranzutreiben. Kein Wunder: Denn wenn eines dieser Tage bei GWD knapp ist, ist es die Ressource Zeit. Nach der 26:29-Heimniederlage gegen THW Kiel am Donnerstagabend und dem Anwurf in Balingen am Samstag um 20.30 Uhr bleiben ziemlich genau 72 Stunden.

Drei große Säulen liegen aktuell in Carstens' Blick. Sie bestimmen die kurze Zeitspanne zwischen den Partien gegen die aktuell beste deutsche Mannschaft und den Abstiegskandidaten, der 2020 bislang alle Spiele verloren hat. Zum einen ist da die Nachbereitung des Kiel-Spiels, zum anderen die Vorbereitung auf das immens wichtige Kellerduell in Baden-Württemberg. Und dann steht die Regeneration der Spieler auf dem Programm. Denn wenn es am Samstagabend in der Sparkassenarena losgeht, beginnt für die Michalczik, Rambo & Co. das dritte Spiel innerhalb von acht Tagen. „Leipzig und Kiel waren schon intensiv – und ich gehe davon aus, dass Balingen noch intensiver wird“, sagt Carstens: „Wir müssen jetzt die richtige Balance finden.“ Immerhin kann der GWD-Coach trotz der hohen Belastung mit seinem vollen Kader planen – alle Spieler sind fit.

Carstens selbst hat allerdings keine Zeit zu regenerieren. Noch in der Nacht nach dem Kiel-Spiel hat sich der 48-Jährige eine Partie der Balinger angeschaut und Szenen zur Vorbereitung für seine Spieler geschnitten. „Wir haben jetzt die Chance, eine Mannschaft, die hinter uns steht, zu distanzieren“, erklärt Carstens. Der Mindener Trainer geht die Aufgabe gegen den Tabellenvorletzten, der zwei Punkte hinter seinem Team steht, mit sehr viel Optimismus an. Denn trotz der Niederlagen gegen Leipzig (28:31) und Kiel (26:29) nimmt GWD viel Positives mit: „Unsere Leistungen sind in den vergangenen Wochen konstant. Wir sind auf einen guten Weg, und ich bin mir sicher, dass wir das Gezeigte jetzt in Punkte ummünzen werden.“ Zudem seien die Spieler sehr fokussiert und arbeiten hart daran, dass Ziel Klassenerhalt zu erreichen.

Trotzdem gibt es Gründe, warum die beiden jüngsten Spiele verloren gingen. In Leipzig habe sich sein Team zu viel mit den Entscheidungen der Schiedsrichter beschäftigt. „Da wollten wir irgendwann mit dem Kopf durch die Wand“, erklärt Carstens. Das sah gegen Kiel anders aus. Nach einer außerordentlich starken ersten Halbzeit und einer 17:16-Pausenführung kippte das Spiel nach dem Wechsel. „Wir haben unsere spielerische Linie verloren. Entweder haben wir uns in Einzelaktionen verzettelt, oder uns sind beim finalen Pass technische Fehler unterlaufen. Davor haben wir den Ball viel besser laufen lassen“, erklärt der Mindener Coach. Dazu geriet GWD nach Kiels Umstellung von der 6:0-Defensive auf die 3:2:1-Variante mehr und mehr unter Druck.

Trotz der unverminderten Geschwindigkeit im engen Bundesliga-Zeitplan müssen die unausgeruhten Mindener bei HBW Ruhe bewahren. Dagegen hatten die Balinger wesentlich mehr Zeit, um sich auf das GWD-Spiel vorzubereiten. Die Gastgeber mussten unter der Woche nicht ran, verlor zuletzt vergangenen Sonntag gegen Stuttgart 26:32. „Sicherlich ist der Druck auf beiden Seiten hoch, aber bei Balingen ist der nach der Negativserie von 2:20-Punkten ungleich höher“, ist sich Carstens sicher.

Zwischenstopp mit Training in Rimpar

In der Vergangenheit trainierte das GWD-Team vor der Abfahrt nach Balingen noch vormittags in Minden. Erst nach Videoschulung und Mittagessen traten die Grün-Weißen mit dem Bus die 600 Kilometer in Richtung Baden-Württemberg an und kamen am späten Abend in Balingen an.

Dieses Mal gehen die Mindener einen anderen Weg: Abfahrt ist bereits um 7 Uhr. Dann folgt ein Zwischenstopp im 360 Kilometer entfernten Rimpar, um dort zu trainieren. Von 11 und 13 Uhr steht GWD eine Halle für die Einheit zur Verfügung.

Den Tipp zum Zwischenstopp hat Carstens von seinem Balinger Trainerkollegen Jens Bürkle erhalten: „Die Balinger machen das regelmäßig, schließlich haben sie oft weite Strecken zurückzulegen.“

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