„Eigentlich ganz schön hier“ - GWD Mindens Coach Carstens lobt denkende Spieler und mutige Torhüter Marcus Riechmann Lübbecke. Der erste Jubel war so wild und ausgelassen, dass sich Miljan Pusica im Freuden-Pogo einen Nasenstüber einfing und kurz zur Seite treten musste. Zwei Minuten später fanden sich die GWD-Handballer ein zweites Mal zusammen und tanzten – dieses Mal etwas geordneter – zusammen im Kreis. Von den Tribünen prasselte Applaus auf die Männer in Grün nieder. Keine Frage: Den Bundesliga-Handballern von GWD Minden war nach dem Heimsieg in Lübbecke eine große Last von den Schultern gefallen. „Besser kann es gar nicht sein, das war ein tolles und enges Spiel“, meinte Kreisläufer Magnus Gullerud mit maximalem Grinsen nach dem hauchdünnen 27:26 gegen Frisch Auf Göppingen. Rechtsaußen Kevin Gulliksen saß ein paar Meter entfernt auf der Tribüne neben seiner Freundin, der fotografierenden Handballtorhüterin Beate Dahle, und meinte entspannt nach der Premiere in der neuen Heimstatt: „Eigentlich ganz schön hier. Schön kompakt, gute Stimmung, enger als in der Kampa-Halle.“ Vor allem gefiel dem pfeilschnellen Norweger das Ergebnis: „Vor dem Spiel lagen wir nur einen Punkt über dem Strich, jetzt haben wir drei Punkte Vorsprung. Das ist super.“ Die Freude über den gelungenen Start nach der langen EM-Pause war groß. „Ich bin total erleichtert. Das war für GWD heute ein sehr, sehr guter Tag“, sagte Sportgeschäftsführer Frank von Behren, der die Partie gegen den Tabellennachbarn als emotionale Achterbahnfahrt erlebte. Als Marian Michalczik kurz vor Schluss eine Zeitstrafe erhielt, drohte die Partie in die falsche Richtung zu kippen. Göppingen spielte auf Rechtsaußen Marco Rentschler frei, doch Malte Semisch zeigte die Parade des Tages. Der Torwart, der zuvor schon Klasse-Aktionen hingelegt hatte, sprang dem Göppinger entgegen, streckte seine 2,08 Meter Körpergröße auf XXL-Maß auseinander und hatte Erfolg: Rentschler, dem die vorangegangene Semisch-Parade beim 23:23 offenbar Respekt eingeflößt hatte, zielte am Tor vorbei. „Wir wollten Rentschler in Unterzahl werfen lassen, das war schon der Plan. Aber wir wollten ihn nicht so frei werfen“, meinte GWD-Coach Frank Carsten und lobte Semisch: „Das war eine mutige Aktion von Malte.“ Beinahe hätte GWD, wie so oft zuvor, an diesem Tag den Vorteil wieder hergeschenkt, doch bei angezeigtem Zeitspiel verwandelte Christoffer Rambo einen feinen Freiwurftrick auf der halblinken Position zum 27:25. Da ballte von Behren am Rand die Fäuste. Zwar pfefferte der Norweger mit der Rakete im Arm den nächsten Wurf ins Fangnetz des Zuschauer-Gucklochs an der Hallenwand, doch den Göppinger Ausgleichstreffer verhinderten Rambo und seine Mitstreiter mit Glück und Gottes Hilfe. „Ich bin sehr stolz darauf, dass wir dem Druck Stand gehalten haben. Dass wir nach dem 21:23 wieder zurückgekommen sind, ist eine tolle Qualität“, lobte Carstens seine Mannschaft, der er im Abnutzungskampf gegen einen ersatzgeschwächten Gast bescheinigte: „Viele Lösungen haben die Spieler heute selbst gefunden.“ Bei wem er sich nach dem sechsten Saisonsieg noch bedanken konnte, wusste er: „Die Zuschauer haben uns heute super unterstützt.“ Trainer im Zwiespalt: Raus oder rein? Genie und Wahnsinn lagen bei Christoffer Rambo nah beieinander: Exzellente Würfe und Anspiele wechselten mit haarsträubenden Fehlern. Coach Carstens war hin- und hergerissen, ob er seinen Torjäger in Halbzeit zwei gegen Christoph Reißky auswechseln sollte – oder eben nicht. „Christoph hat fast die gesamte zweite Hälfte ohne Trainingsjacke auf der Bank gesessen, ich habe 20 Mal mit ihm gesprochen“, erzählte Carstens vom Zwiespalt, den er am Ende pro Rambo entschied, der in Halbzeit zwei mit vier Toren bester Schütze war.

„Eigentlich ganz schön hier“ - GWD Mindens Coach Carstens lobt denkende Spieler und mutige Torhüter

Nach dem Abpfiff ging es in Lübbecke drunter und drüber: Die siegreichen GWD-Spieler fielen sich ausgelassen in die Arme, sprangen sich in wilder Freude gegenseitig an: Allen voran Christoffer Rambo (Mitte oben), der kaum noch zu halten war. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Lübbecke. Der erste Jubel war so wild und ausgelassen, dass sich Miljan Pusica im Freuden-Pogo einen Nasenstüber einfing und kurz zur Seite treten musste. Zwei Minuten später fanden sich die GWD-Handballer ein zweites Mal zusammen und tanzten – dieses Mal etwas geordneter – zusammen im Kreis. Von den Tribünen prasselte Applaus auf die Männer in Grün nieder.

Keine Frage: Den Bundesliga-Handballern von GWD Minden war nach dem Heimsieg in Lübbecke eine große Last von den Schultern gefallen. „Besser kann es gar nicht sein, das war ein tolles und enges Spiel“, meinte Kreisläufer Magnus Gullerud mit maximalem Grinsen nach dem hauchdünnen 27:26 gegen Frisch Auf Göppingen. Rechtsaußen Kevin Gulliksen saß ein paar Meter entfernt auf der Tribüne neben seiner Freundin, der fotografierenden Handballtorhüterin Beate Dahle, und meinte entspannt nach der Premiere in der neuen Heimstatt: „Eigentlich ganz schön hier. Schön kompakt, gute Stimmung, enger als in der Kampa-Halle.“ Vor allem gefiel dem pfeilschnellen Norweger das Ergebnis: „Vor dem Spiel lagen wir nur einen Punkt über dem Strich, jetzt haben wir drei Punkte Vorsprung. Das ist super.“

Schwer unter Strom: Mindens Sportgeschäftsführer Frank von Behren bejubelt eine gute Aktion seines Teams in der Schlussphase. Fotos: Noah Wedel - © Noah Wedel
Schwer unter Strom: Mindens Sportgeschäftsführer Frank von Behren bejubelt eine gute Aktion seines Teams in der Schlussphase. Fotos: Noah Wedel - © Noah Wedel

Die Freude über den gelungenen Start nach der langen EM-Pause war groß. „Ich bin total erleichtert. Das war für GWD heute ein sehr, sehr guter Tag“, sagte Sportgeschäftsführer Frank von Behren, der die Partie gegen den Tabellennachbarn als emotionale Achterbahnfahrt erlebte. Als Marian Michalczik kurz vor Schluss eine Zeitstrafe erhielt, drohte die Partie in die falsche Richtung zu kippen. Göppingen spielte auf Rechtsaußen Marco Rentschler frei, doch Malte Semisch zeigte die Parade des Tages. Der Torwart, der zuvor schon Klasse-Aktionen hingelegt hatte, sprang dem Göppinger entgegen, streckte seine 2,08 Meter Körpergröße auf XXL-Maß auseinander und hatte Erfolg: Rentschler, dem die vorangegangene Semisch-Parade beim 23:23 offenbar Respekt eingeflößt hatte, zielte am Tor vorbei. „Wir wollten Rentschler in Unterzahl werfen lassen, das war schon der Plan. Aber wir wollten ihn nicht so frei werfen“, meinte GWD-Coach Frank Carsten und lobte Semisch: „Das war eine mutige Aktion von Malte.“

Beinahe hätte GWD, wie so oft zuvor, an diesem Tag den Vorteil wieder hergeschenkt, doch bei angezeigtem Zeitspiel verwandelte Christoffer Rambo einen feinen Freiwurftrick auf der halblinken Position zum 27:25. Da ballte von Behren am Rand die Fäuste. Zwar pfefferte der Norweger mit der Rakete im Arm den nächsten Wurf ins Fangnetz des Zuschauer-Gucklochs an der Hallenwand, doch den Göppinger Ausgleichstreffer verhinderten Rambo und seine Mitstreiter mit Glück und Gottes Hilfe.

„Ich bin sehr stolz darauf, dass wir dem Druck Stand gehalten haben. Dass wir nach dem 21:23 wieder zurückgekommen sind, ist eine tolle Qualität“, lobte Carstens seine Mannschaft, der er im Abnutzungskampf gegen einen ersatzgeschwächten Gast bescheinigte: „Viele Lösungen haben die Spieler heute selbst gefunden.“ Bei wem er sich nach dem sechsten Saisonsieg noch bedanken konnte, wusste er: „Die Zuschauer haben uns heute super unterstützt.“

Trainer im Zwiespalt: Raus oder rein?

Genie und Wahnsinn lagen bei Christoffer Rambo nah beieinander: Exzellente Würfe und Anspiele wechselten mit haarsträubenden Fehlern. Coach Carstens war hin- und hergerissen, ob er seinen Torjäger in Halbzeit zwei gegen Christoph Reißky auswechseln sollte – oder eben nicht.

„Christoph hat fast die gesamte zweite Hälfte ohne Trainingsjacke auf der Bank gesessen, ich habe 20 Mal mit ihm gesprochen“, erzählte Carstens vom Zwiespalt, den er am Ende pro Rambo entschied, der in Halbzeit zwei mit vier Toren bester Schütze war.

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