GWD Minden besteht den Hallentest in Lübbecke - nur das Ergebnis passt nicht Sebastian Külbel Lübbecke. Das Wichtigste in Freundschaftsspielen ist selten das Ergebnis, und diesmal stand es noch mehr im Hintergrund als sonst. Zum ersten Mal traten GWD Mindens Bundesliga-Handballer als Gastgeber in der Lübbecker Kreissporthalle an, und die Generalprobe für das erste Bundesliga-Heimspiel in der Ausweich-Spielstätte gelang. Dass die Grün-Weißen aufgrund zu vieler Defizite in der zweiten Halbzeit 25:27 (16:11) gegen den TuS N-Lübbecke verloren, war am Ende nur eine Randnotiz. Denn während an den sportlichen Abläufen vor allem bei der Zweit- und Drittbesetzung noch zu feilen ist, lief es bei den Rahmenbedingungen besser. Die LED-Bande funktionierte, auch auf der Videowand lief wie geplant das GWD-Programm. Dass einige Dauerkarteninhaber sich erst an ihre neuen Sitzplätze gewöhnen müssen, gehört genauso zum Umstellungsprozess wie die fehlenden Rückenlehnen auf vielen Sitzplätzen. Die Kreissporthalle wird für die Mindener nach dem Verlust der Kampa-Halle ein Provisorium bleiben – der gestrige Abend mit gut 1.000 Zuschauern zeigte aber, dass auch GWD Minden in Lübbecke Bundesliga-Heimspiele ausrichten kann. Für den Gegner war das Duell mit dem Kreisrivalen ebenfalls eine Umstellung: Erstmals trat der TuS N-Lübbecke in seiner Heimhalle als Auswärtsmannschaft auf und nahm diese Rolle klaglos an. Die Fans skandierten am Ende „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ und die Spieler ließen sich nicht von ihrer völlig verschlafenen Anfangsphase beirren. „Für die Seele war es gut, dass wir noch gewonnen haben“, sagte TuS-Spieler Jan-Eric Speckmann, der ein entscheidender Faktor für den Sieg war. Der Linksaußen kam nach der Pause und wurde mit sechs Treffern zum erfolgreichsten Schützen des Abends. Auf der Gegenseite suchte Trainer Frank Carstens die Verantwortung für das Ergebnis bei sich selbst: „Wenn ich alle sechs, sieben Minuten wechsle, habe ich natürlich einen Riesen-Anteil daran, dass wir den Faden verloren haben.“ Denn dass seine Mannschaft auch wie aus einem Guss spielen kann, zeigte sie in den ersten 20 Minuten, als sie in der bestmöglichen Besetzung inklusive der EM-Teilnehmer Lucas Meister und Miljan Pusica den TuS förmlich überrollte und über die Zwischenstände 4:0 und 7:3 auf 12:4 davonzog. Als Carstens dann mit den Wechseln begann, verlor sein Team diesen Schwung. GWD ging zwar mit einem Fünf-Tore-Vorsprung in die Pause , danach jedoch holten die Lübbecker immer mehr auf und glichen beim 21:21 von Jo Gerrit Genz (46.) erstmals aus. „Wir haben in der zweiten Halbzeit gezeigt, was in uns steckt“, freute sich Speckmann. Aber auch Mindens Coach Carstens hatte viel Positives gesehen: „Mit der Phase von der 35. bis zur 50. Minute bin ich nicht zufrieden. Mit dem Rest schon.“ Denn das Derby zeigte ihm vor allem die Fortschritte im Zweikampf – ein zentraler Inhalt der laufenden Vorbereitung. „Die Attacke am Mann war sowohl bei der 6:0- als auch bei der 3:2:1-Deckung gut“, urteilte Carstens. Was nicht passte, war die Angriffsleistung nach der Pause: Immer wieder trafen die Mindener eine schlechte Wurfentscheidung oder begingen technische Fehler. Der TuS nutzte das zu einigen einfachen Toren und bestrafte auch die Abwehr-Schwächephase des Gegners eiskalt: „Sie spielen bestimmt 20-mal die gleiche Angriffshandlung, aber wir kriegen es nicht gelöst“, sagte Carstens. Der blickt dem ersten Heimspiel am 9. Februar gegen FA Göppingen dennoch zuversichtlich entgegen: „Wenn wir die guten Dinge von heute zusammenbringen, sind wir konkurrenzfähig.“ Das gilt auch für das Ausweichdomizil, für das bis dahin vor allem kosmetische Arbeiten anstehen. Gestern fehlten noch die Vorhänge und Banner, mit denen die Kreissporthalle ein grün-weißes Gesicht erhalten soll. Und für die harten Tribünenplätze soll es schon bald im GWD-Fanshop Sitzkissen geben. GWD Minden: Grabenstein, Semisch - Meister 2, Nowatzki, Ritterbach 4, Savvas 2, Rambo 3, Korte 1/1, Strakeljahn 2, Knorr 4/1, Pusica 1, Staar 3, Reißky 2, Richtzenhain 1. TuS N-Lübbecke: Tatai, Beckmann - Genz 1, Walczak 2, Ebner 2, Gierak 5, Bagaric 2, Strosack 5/2, Mundus, Spohn 2, Schade 2, Speckmann 6/2, Krassort.

GWD Minden besteht den Hallentest in Lübbecke - nur das Ergebnis passt nicht

Festgerannt: GWD-Angreifer Savvas Savvas (Mitte) wird von der Lübbecker Abwehr mit Dominik Ebner (rechts) und Patryk Walczak gestoppt. MT- © Foto: Sebastian Külbel

Lübbecke. Das Wichtigste in Freundschaftsspielen ist selten das Ergebnis, und diesmal stand es noch mehr im Hintergrund als sonst. Zum ersten Mal traten GWD Mindens Bundesliga-Handballer als Gastgeber in der Lübbecker Kreissporthalle an, und die Generalprobe für das erste Bundesliga-Heimspiel in der Ausweich-Spielstätte gelang. Dass die Grün-Weißen aufgrund zu vieler Defizite in der zweiten Halbzeit 25:27 (16:11) gegen den TuS N-Lübbecke verloren, war am Ende nur eine Randnotiz.

Denn während an den sportlichen Abläufen vor allem bei der Zweit- und Drittbesetzung noch zu feilen ist, lief es bei den Rahmenbedingungen besser. Die LED-Bande funktionierte, auch auf der Videowand lief wie geplant das GWD-Programm. Dass einige Dauerkarteninhaber sich erst an ihre neuen Sitzplätze gewöhnen müssen, gehört genauso zum Umstellungsprozess wie die fehlenden Rückenlehnen auf vielen Sitzplätzen. Die Kreissporthalle wird für die Mindener nach dem Verlust der Kampa-Halle ein Provisorium bleiben – der gestrige Abend mit gut 1.000 Zuschauern zeigte aber, dass auch GWD Minden in Lübbecke Bundesliga-Heimspiele ausrichten kann.

Für den Gegner war das Duell mit dem Kreisrivalen ebenfalls eine Umstellung: Erstmals trat der TuS N-Lübbecke in seiner Heimhalle als Auswärtsmannschaft auf und nahm diese Rolle klaglos an. Die Fans skandierten am Ende „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ und die Spieler ließen sich nicht von ihrer völlig verschlafenen Anfangsphase beirren. „Für die Seele war es gut, dass wir noch gewonnen haben“, sagte TuS-Spieler Jan-Eric Speckmann, der ein entscheidender Faktor für den Sieg war. Der Linksaußen kam nach der Pause und wurde mit sechs Treffern zum erfolgreichsten Schützen des Abends.

Auf der Gegenseite suchte Trainer Frank Carstens die Verantwortung für das Ergebnis bei sich selbst: „Wenn ich alle sechs, sieben Minuten wechsle, habe ich natürlich einen Riesen-Anteil daran, dass wir den Faden verloren haben.“ Denn dass seine Mannschaft auch wie aus einem Guss spielen kann, zeigte sie in den ersten 20 Minuten, als sie in der bestmöglichen Besetzung inklusive der EM-Teilnehmer Lucas Meister und Miljan Pusica den TuS förmlich überrollte und über die Zwischenstände 4:0 und 7:3 auf 12:4 davonzog. Als Carstens dann mit den Wechseln begann, verlor sein Team diesen Schwung.

GWD ging zwar mit einem Fünf-Tore-Vorsprung in die Pause , danach jedoch holten die Lübbecker immer mehr auf und glichen beim 21:21 von Jo Gerrit Genz (46.) erstmals aus. „Wir haben in der zweiten Halbzeit gezeigt, was in uns steckt“, freute sich Speckmann. Aber auch Mindens Coach Carstens hatte viel Positives gesehen: „Mit der Phase von der 35. bis zur 50. Minute bin ich nicht zufrieden. Mit dem Rest schon.“

Denn das Derby zeigte ihm vor allem die Fortschritte im Zweikampf – ein zentraler Inhalt der laufenden Vorbereitung. „Die Attacke am Mann war sowohl bei der 6:0- als auch bei der 3:2:1-Deckung gut“, urteilte Carstens. Was nicht passte, war die Angriffsleistung nach der Pause: Immer wieder trafen die Mindener eine schlechte Wurfentscheidung oder begingen technische Fehler. Der TuS nutzte das zu einigen einfachen Toren und bestrafte auch die Abwehr-Schwächephase des Gegners eiskalt: „Sie spielen bestimmt 20-mal die gleiche Angriffshandlung, aber wir kriegen es nicht gelöst“, sagte Carstens.

Der blickt dem ersten Heimspiel am 9. Februar gegen FA Göppingen dennoch zuversichtlich entgegen: „Wenn wir die guten Dinge von heute zusammenbringen, sind wir konkurrenzfähig.“ Das gilt auch für das Ausweichdomizil, für das bis dahin vor allem kosmetische Arbeiten anstehen. Gestern fehlten noch die Vorhänge und Banner, mit denen die Kreissporthalle ein grün-weißes Gesicht erhalten soll. Und für die harten Tribünenplätze soll es schon bald im GWD-Fanshop Sitzkissen geben.

GWD Minden: Grabenstein, Semisch - Meister 2, Nowatzki, Ritterbach 4, Savvas 2, Rambo 3, Korte 1/1, Strakeljahn 2, Knorr 4/1, Pusica 1, Staar 3, Reißky 2, Richtzenhain 1.

TuS N-Lübbecke: Tatai, Beckmann - Genz 1, Walczak 2, Ebner 2, Gierak 5, Bagaric 2, Strosack 5/2, Mundus, Spohn 2, Schade 2, Speckmann 6/2, Krassort.

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