Mutig und mit Messer - GWD Minden fährt am Sonntag kämpferisch nach Kiel Sebastian Külbel Minden (mt). Noch ist der Rekordmeister nicht zurück an der Tabellenspitze, aber dennoch ist der THW Kiel in dieser Saison für Frank Carstens wieder das Maß der Dinge in der Handball-Bundesliga. „Von der Grundqualität her sind sie mit Abstand die Besten“, sagt GWD Mindens Trainer vor dem Auftritt seiner Mannschaft am Sonntag in der Sparkassen-Arena. Dass die Gäste dort trotzdem nicht chancenlos sind, haben sie in dieser Saison schon mehrmals gezeigt. Beim aktuellen Tabellenvierten Füchse Berlin gelang den Grün-Weißen sogar ein Sieg, gegen Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt und zuletzt gegen den Dritten Rhein-Neckar Löwen sahen sie zumindest lange gut aus. Vor einer Woche überzeugte GWD gegen die Mannheimer in vielen Belangen, bis ihnen in der entscheidenden Phase Kraft und Präzision ausgingen. „Wir hatten eine gute Angriffsstruktur, haben uns viele Chancen erarbeitet und hatten auch gar nicht viele Fehlwürfe“, blickt Carstens zurück. Hauptmanko waren jedoch die technischen Fehler, 33 Prozent der Mindener Angriffe endeten auf diese Weise: „Das ist schlechteste Wert, seit ich hier bin“, sagt der Coach: „Wenn man so etwas gegen Spitzenmannschaften macht, liegt man normalerweise sehr früh sehr deutlich hinten.“ Dass das nicht passiert ist, unterstreicht die engagierte Leistung der Mindener. „Wir haben viele Dinge gut gemacht“, sagt Carstens und denkt an die starke Kreis-Abwehr gegen Jannik Kohlbacher oder auch die mutigen Angriffe: „Die Fehlerquote ist auch eine Folge unseres hohen Risikos. Aber mit Sicherheitshandball können wir gegen die Rhein-Neckar Löwen oder in Kiel nicht gewinnen.“ Und so will GWD auch das Spiel beim Rekordmeister forsch angehen und freut sich dabei über mehr Personalauswahl: Nachdem am vorigen Samstag vier Spieler fehlten und auch Kevin Gulliksen während der Partie mit Hüftproblemen raus musste, stehen Abwehrchef Miljan Pusica und Linksaußen Joscha Ritterbach vor der Rückkehr. „Beide haben die ganze Woche trainiert und sind voll belastbar. Sie werden nicht 60 Minuten spielen, aber wir werden sie aufs Feld schicken“, kündigt Carstens an. Nicht dabei ist dagegen weiterhin Christoffer Rambo. Der Norweger hat bei Belastung muskuläre Verspannungen im Rücken und wird mit einer Spritzenkur behandelt. Ohne den Rückraum-Werfer hat GWD eine Option weniger für seine Angriffe, die umso mehr Planung bedürfen: „Wir müssen wissen, welche Nahtstellen wir angreifen wollen und den Ball schnell dahin bekommen“, sagt Carstens. Noch wichtiger ist eine ähnliche kämpferische Leistung wie gegen die Löwen: „Wenn wir in den Bus steigen, muss jeder sein Messer dabei haben“, fordert der Coach – natürlich nur im übertragenen Sinne. Volles Haus und Video zum Abschied GWD Minden beschäftigt sich mit dem bevorstehenden Abschied aus der Kampa-Halle. Für das letzte Heimspiel in der bald schließenden Arena an der Hahler Straße am 29. Dezember gegen die TSV Hannover-Burgdorf sind bereits weit mehr als 3.000 Karten verkauft. „Es gibt nur noch Stehplätze“, teilte GWD-Mitarbeiterin Anke Brinkmann gestern mit. Für die weiteren Dezember-Auftritte gegen den HC Erlangen und den Bergischen HC sind noch mehr Tickets zu haben. Um den Verkauf anzukurbeln, soll am Samstag ein dreiminütiges Video auf der GWD-Homepage erscheinen. Darin zu sehen sind Bilder und Texte aus 50 Jahren Handball in der Kampa-Halle, unterlegt mit emotionaler Musik. (kül)

Mutig und mit Messer - GWD Minden fährt am Sonntag kämpferisch nach Kiel

Kämpfer bei der Arbeit: GWD Mindens Kreisläufer Lucas Meister (links) muss sich gegen Löwen-Spieler Niclas Kirkelökke strecken. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden (mt). Noch ist der Rekordmeister nicht zurück an der Tabellenspitze, aber dennoch ist der THW Kiel in dieser Saison für Frank Carstens wieder das Maß der Dinge in der Handball-Bundesliga. „Von der Grundqualität her sind sie mit Abstand die Besten“, sagt GWD Mindens Trainer vor dem Auftritt seiner Mannschaft am Sonntag in der Sparkassen-Arena. Dass die Gäste dort trotzdem nicht chancenlos sind, haben sie in dieser Saison schon mehrmals gezeigt.

Beim aktuellen Tabellenvierten Füchse Berlin gelang den Grün-Weißen sogar ein Sieg, gegen Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt und zuletzt gegen den Dritten Rhein-Neckar Löwen sahen sie zumindest lange gut aus. Vor einer Woche überzeugte GWD gegen die Mannheimer in vielen Belangen, bis ihnen in der entscheidenden Phase Kraft und Präzision ausgingen.

„Wir hatten eine gute Angriffsstruktur, haben uns viele Chancen erarbeitet und hatten auch gar nicht viele Fehlwürfe“, blickt Carstens zurück. Hauptmanko waren jedoch die technischen Fehler, 33 Prozent der Mindener Angriffe endeten auf diese Weise: „Das ist schlechteste Wert, seit ich hier bin“, sagt der Coach: „Wenn man so etwas gegen Spitzenmannschaften macht, liegt man normalerweise sehr früh sehr deutlich hinten.“

Dass das nicht passiert ist, unterstreicht die engagierte Leistung der Mindener. „Wir haben viele Dinge gut gemacht“, sagt Carstens und denkt an die starke Kreis-Abwehr gegen Jannik Kohlbacher oder auch die mutigen Angriffe: „Die Fehlerquote ist auch eine Folge unseres hohen Risikos. Aber mit Sicherheitshandball können wir gegen die Rhein-Neckar Löwen oder in Kiel nicht gewinnen.“

Und so will GWD auch das Spiel beim Rekordmeister forsch angehen und freut sich dabei über mehr Personalauswahl: Nachdem am vorigen Samstag vier Spieler fehlten und auch Kevin Gulliksen während der Partie mit Hüftproblemen raus musste, stehen Abwehrchef Miljan Pusica und Linksaußen Joscha Ritterbach vor der Rückkehr. „Beide haben die ganze Woche trainiert und sind voll belastbar. Sie werden nicht 60 Minuten spielen, aber wir werden sie aufs Feld schicken“, kündigt Carstens an. Nicht dabei ist dagegen weiterhin Christoffer Rambo. Der Norweger hat bei Belastung muskuläre Verspannungen im Rücken und wird mit einer Spritzenkur behandelt.

Ohne den Rückraum-Werfer hat GWD eine Option weniger für seine Angriffe, die umso mehr Planung bedürfen: „Wir müssen wissen, welche Nahtstellen wir angreifen wollen und den Ball schnell dahin bekommen“, sagt Carstens. Noch wichtiger ist eine ähnliche kämpferische Leistung wie gegen die Löwen: „Wenn wir in den Bus steigen, muss jeder sein Messer dabei haben“, fordert der Coach – natürlich nur im übertragenen Sinne.

Volles Haus und Video zum Abschied

GWD Minden beschäftigt sich mit dem bevorstehenden Abschied aus der Kampa-Halle. Für das letzte Heimspiel in der bald schließenden Arena an der Hahler Straße am 29. Dezember gegen die TSV Hannover-Burgdorf sind bereits weit mehr als 3.000 Karten verkauft. „Es gibt nur noch Stehplätze“, teilte GWD-Mitarbeiterin Anke Brinkmann gestern mit.

Für die weiteren Dezember-Auftritte gegen den HC Erlangen und den Bergischen HC sind noch mehr Tickets zu haben. Um den Verkauf anzukurbeln, soll am Samstag ein dreiminütiges Video auf der GWD-Homepage erscheinen. Darin zu sehen sind Bilder und Texte aus 50 Jahren Handball in der Kampa-Halle, unterlegt mit emotionaler Musik. (kül)

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