Appell an den Ernst - Kiel-Debakel bestimmt Vorbereitung auf das letzte Heimspiel Sebastian Külbel Minden (mt). Die Klatsche von Kiel steckt GWD Mindens Spielern in den Knochen und noch mehr in den Köpfen, den Verantwortlichen ist sie am Gesicht abzulesen. Trainer Frank Carstens und Sport-Geschäftsführer Frank von Behren verziehen beim Gespräch über das anstehende Heimspiel gegen den Bergischen HC keine Miene. Klar ist nur eins: Sie erwarten von der Mannschaft am Mittwoch ab 20.30 Uhr eine Reaktion auf das 19:39-Debakel beim Rekordmeister. „Wir müssen zeigen, dass wir es ernst meinen, noch einmal angreifen zu wollen“, fordert Coach Carstens, den die schwache Leistung in Kiel tief enttäuscht hat: „Ich möchte dazu nichts mehr sagen. Wir blicken voraus, denn bis Mittwoch ist nicht viel Zeit.“ Als das Thema nach zwei Nachfragen immer noch im Raum schwebte, zischte Carstens nur: „Das war ein Tritt in den Arsch.“ Eben den würde auch er wohl gerne seinem Team versetzen. Allerdings bleibt ihm nur eine Trainingseinheit, um sich auf einen komplexen Gegner einzustellen. „Der BHC ist eine der besten Mannschaften in der taktischen Ausrichtung. Sie sind sehr variabel, man muss auf Vieles vorbereitet sein.“ Vor allem das herausragende Tempospiel, mit dem schon Kiel die Mindener am Sonntag zerlegt hat, flößt GWD Respekt ein. Carstens' Rezept: „Wir brauchen eine gute Vorbereitung und Auswahl der Würfe sowie einen schnellen Rückzug.“ Beim 21:26 im Hinspiel war seine Mannschaft vor allem am schlechten Angriff gescheitert. Die Partie am 9. Dezember wurde zum Wendepunkt der bis dahin beeindruckenden Mindener Saison. Beide Teams standen sich damals in einem Duell um Platz sieben gegenüber, die Niederlage leitete eine Durststrecke für GWD ein, wie von Behren verdeutlicht: „Ein Sieg hätte Kräfte freigesetzt. Man sieht am BHC, wohin es hätte gehen können.“ Während der Aufsteiger als Sensationsteam trotz der jüngsten Rückschläge immer noch von Platz fünf und der Europapokal-Teilnahme träumen darf, kämpfen die Mindener um den versöhnlichen Abschluss einer eigentlich positiven Entwicklung. „Vor Kiel hätte ich gesagt, das Heimspiel gegen den Bergischen HC ist ein besonderes für uns. Nach Kiel sollten wir uns besser auf uns selbst konzentrieren“, betont von Behren. Das jüngste Debakel dürfte ihn und das Team dennoch länger beschäftigen. „So ein Spiel ist nicht mit einer Aktion oder dem nächsten Sieg erledigt, es ist jetzt Teil unserer Geschichte“, betont Carstens. Bedenklich ist vor allem, dass seine Mannschaft den Blackout der letzten 20 Minuten im Heimspiel gegen Leipzig in Kiel fortgesetzt hat. „Wir müssen jetzt ein anderes Gesicht zeigen und beweisen, dass das nur ein Ausrutscher war“, sagt Geschäftsführer von Behren. Der Trainer appelliert derweil an die Motivation seiner Profis. Platz zehn ist in den letzten beiden Saisonspielen immer noch möglich, und sowohl gegen den BHC als auch beim Tabellenletzten Ludwigshafen rechnet sich GWD Punkte aus. „Ich erwarte, dass wir das auf dem Feld zeigen.“ Das will vor allem Dalibor Doder, der am Mittwoch zum letzten Mal in der Kampa-Halle antritt. Allerdings bangt der Kapitän um seinen Einsatz: Nach Kiel reiste der 40-Jährige wegen einer Wadenverhärtung gar nicht erst mit, Therapie erschien laut Carstens als sinnvollere Alternative. „Er wird alles daran setzen, dabei zu sein“, sagt der Coach, der Doder aber nicht um jeden Preis bringen wird: „Es macht keinen Sinn, halbgar anzutreten. Dafür ist der BHC zu stark.“

Appell an den Ernst - Kiel-Debakel bestimmt Vorbereitung auf das letzte Heimspiel

Kein Durchkommen: Andreas Cederholm und der Mindener Angriff fanden am Sonntag keine Mittel gegen die Kieler Deckung. Foto: Holsteinoffice.de/Jörg Lühn © Jörg Lühn

Minden (mt). Die Klatsche von Kiel steckt GWD Mindens Spielern in den Knochen und noch mehr in den Köpfen, den Verantwortlichen ist sie am Gesicht abzulesen. Trainer Frank Carstens und Sport-Geschäftsführer Frank von Behren verziehen beim Gespräch über das anstehende Heimspiel gegen den Bergischen HC keine Miene. Klar ist nur eins: Sie erwarten von der Mannschaft am Mittwoch ab 20.30 Uhr eine Reaktion auf das 19:39-Debakel beim Rekordmeister.

„Wir müssen zeigen, dass wir es ernst meinen, noch einmal angreifen zu wollen“, fordert Coach Carstens, den die schwache Leistung in Kiel tief enttäuscht hat: „Ich möchte dazu nichts mehr sagen. Wir blicken voraus, denn bis Mittwoch ist nicht viel Zeit.“ Als das Thema nach zwei Nachfragen immer noch im Raum schwebte, zischte Carstens nur: „Das war ein Tritt in den Arsch.“

Eben den würde auch er wohl gerne seinem Team versetzen. Allerdings bleibt ihm nur eine Trainingseinheit, um sich auf einen komplexen Gegner einzustellen. „Der BHC ist eine der besten Mannschaften in der taktischen Ausrichtung. Sie sind sehr variabel, man muss auf Vieles vorbereitet sein.“

Vor allem das herausragende Tempospiel, mit dem schon Kiel die Mindener am Sonntag zerlegt hat, flößt GWD Respekt ein. Carstens' Rezept: „Wir brauchen eine gute Vorbereitung und Auswahl der Würfe sowie einen schnellen Rückzug.“ Beim 21:26 im Hinspiel war seine Mannschaft vor allem am schlechten Angriff gescheitert.

Die Partie am 9. Dezember wurde zum Wendepunkt der bis dahin beeindruckenden Mindener Saison. Beide Teams standen sich damals in einem Duell um Platz sieben gegenüber, die Niederlage leitete eine Durststrecke für GWD ein, wie von Behren verdeutlicht: „Ein Sieg hätte Kräfte freigesetzt. Man sieht am BHC, wohin es hätte gehen können.“

Während der Aufsteiger als Sensationsteam trotz der jüngsten Rückschläge immer noch von Platz fünf und der Europapokal-Teilnahme träumen darf, kämpfen die Mindener um den versöhnlichen Abschluss einer eigentlich positiven Entwicklung. „Vor Kiel hätte ich gesagt, das Heimspiel gegen den Bergischen HC ist ein besonderes für uns. Nach Kiel sollten wir uns besser auf uns selbst konzentrieren“, betont von Behren.

Das jüngste Debakel dürfte ihn und das Team dennoch länger beschäftigen. „So ein Spiel ist nicht mit einer Aktion oder dem nächsten Sieg erledigt, es ist jetzt Teil unserer Geschichte“, betont Carstens. Bedenklich ist vor allem, dass seine Mannschaft den Blackout der letzten 20 Minuten im Heimspiel gegen Leipzig in Kiel fortgesetzt hat. „Wir müssen jetzt ein anderes Gesicht zeigen und beweisen, dass das nur ein Ausrutscher war“, sagt Geschäftsführer von Behren.

Der Trainer appelliert derweil an die Motivation seiner Profis. Platz zehn ist in den letzten beiden Saisonspielen immer noch möglich, und sowohl gegen den BHC als auch beim Tabellenletzten Ludwigshafen rechnet sich GWD Punkte aus. „Ich erwarte, dass wir das auf dem Feld zeigen.“

Das will vor allem Dalibor Doder, der am Mittwoch zum letzten Mal in der Kampa-Halle antritt. Allerdings bangt der Kapitän um seinen Einsatz: Nach Kiel reiste der 40-Jährige wegen einer Wadenverhärtung gar nicht erst mit, Therapie erschien laut Carstens als sinnvollere Alternative. „Er wird alles daran setzen, dabei zu sein“, sagt der Coach, der Doder aber nicht um jeden Preis bringen wird: „Es macht keinen Sinn, halbgar anzutreten. Dafür ist der BHC zu stark.“

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