Espelkamp Ehefrau und Schwager erschossen: Maurer steht bald vor Gericht Ercan K. aus Diepenau soll im Sommer in der Innenstadt erst seinen Schwager und anschließend seine Frau umgebracht haben. Demnächst startet der Prozess vor dem Landgericht. Karsten Schulz Espelkamp Diepenau. Mehrere Tage lang stand die Espelkamper Innenstadt nach einer blutigen Beziehungstat im Sommer wie unter Schock: Der Maurer Ercan K. (53) aus dem benachbarten Diepenau soll - so ergaben die ersten Ermittlungen - mit mehreren Schüssen zunächst seinen Schwager und anschließend seine Ehefrau ermordet haben. Ein halbes Jahr später steht der mutmaßliche Mörder wegen des Verdachts des zweifachen Mordes vor dem Bielefelder Landgericht. Prozessauftakt ist Freitag, 17. Dezember, 8.15 Uhr. Das bestätigte jetzt Guiskard Eisenberg, Vorsitzender Richter am Landgericht und Pressedezernent. Ehefrau verlangte Zugewinnausgleich aus der Ehe Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Folgendes vor: Am 16. Juni soll er sich mit einer Pistole bewaffnet mithilfe eines Nachschlüssels in die Wohnung seiner getrennt lebenden Ehefrau in Espelkamp begeben haben, um dieser und ihrem Bruder dort aufzulauern. Bei deren Eintreffen soll der Angeklagte zunächst den Bruder seiner Ehefrau in der Wohnung mit insgesamt fünf Schüssen in den Oberkörper und seine fliehende Ehefrau vor dem Haus mit drei Schüssen von hinten in den Kopf und Rücken getötet haben. Den Entschluss zur Tötung seiner Ehefrau soll der Angeklagte aufgrund der aus seiner Sicht zu hohen Zugewinnausgleichsforderungen seiner Ehefrau im Rahmen der anstehenden Scheidung gefasst haben. Prozess soll im Januar fortgesetzt werden Der Prozess soll am Donnerstag, 6. Januar 2022, 13 Uhr, vor der 20. Strafkammer im Saal 3 des Landgerichts Bielefeld fortgesetzt werden. Inzwischen sind durch Befragungen und Vernehmungen der Mordkommission weitere Details des Tathergang und auch den Umständen, die zu dieser Tat führten, rekonstruiert worden. Bekannt war bereits, dass sich Ehefrau Sati K. schon im Herbst 2020 von ihrem Ehemann getrennt hat und anschließend nach Espelkamp in die Nähe ihres Bruders gezogen ist. Wie jetzt bekannt wurde, soll sie nach einem Urlaub in der Türkei dort einen anderen Mann kennengelernt haben, daraufhin zog sie in ein Zweifamilien-Reihenhaus an die Rahdener Straße. Vor der Tat traf sich das Paar beim Scheidungsanwalt Gerüchten zufolge hatte das Ehepaar am Tag vor der Tat einen Anwaltstermin, bei dem es wohl ausschließlich um die Scheidung gehen sollte. Unbestätigten Hinweisen zufolge beanspruchte die Frau von ihrem Man 60.000 Euro Zugewinnausgleich aus der gemeinsamen Ehe, was von Ercan K,. rundweg abgelehnt wurde. Er wollte verhindern, dass die eigene Frau mit einem Fremden sein Geld ausgibt, so konnte nw.de erfahren. Aus diesen Motiven heraus schmiedete der Ehemann daraufhin seine Pläne, die am Tag darauf zur blutigen Tat in der Espelkamper Innenstadt führten. Wohl mit einem nachgemachten Schlüssel verschaffte sich der mutmaßliche Mörder Zutritt zur Wohnung seiner Frau, wo er auf sie wartete. Diese kam aber nicht alleine, sondern hatte ihren Bruder Muharem K. dabei. Als Ercan K. vor dieser neuerlichen Situation stand, habe er zunächst mit fünf gezielten Schüssen seinen Schwager umgebracht. Noch konnte nicht geklärt werden, ob er die Pistole bei sich hatte oder ob sich eine Waffe in der Wohnung seiner Frau befand. Schwer verletzt vor Hauseingang zusammengebrochen Erst nach dem Tode seines Schwagers wollte Ercan K. seine Frau töten. Doch diese floh nach den ersten Schüssen auf ihren Bruder aus dem Haus in die gegenüberliegende kleine Gasse Mittelgang, um ihrem Ehemann zu entgehen. Der holte sie schnell ein und streckte sie mit den restlichen drei Patronen aus der Pistole nieder. Dabei traf er das Opfer wohl in Kopf und Rücken. Die Frau brach schwer verletzt auf den Treppenstufen in einem der dort befindlichen Hauseingänge zusammen. Auch die sofort eingeleiteten Rettungsversuche eines Notfallteams konnten sie nicht mehr retten. Ercan K. floh in Richtung niedersächsische Landesgrenze in den Ort Diepenau, wo er mit seiner Ehefrau ein Haus gebaut hatte und wo auch die Kinder lebten. Das eilig aus Bielefeld herbeigerufene Sondereinsatzkommando (SEK) machte sich auf die Suche nach dem flüchtigen und fasste ihn schließlich am Landschaftssee Diepenau. Carsten Ernst aus Bielefeld ist als Verteidiger vorgesehen Die Familie des Angeklagten hatte zur Verteidigung von Ercan K zunächst den Kölner Staranwalt Mustafa Kaplan beauftragt, doch inzwischen soll es einen Wechsel gegeben haben: Carsten Ernst von der renommierten Bielefelder Kanzlei Binder & Partner wird ihn wohl vor dem Landgericht vertreten.
Espelkamp

Ehefrau und Schwager erschossen: Maurer steht bald vor Gericht

Gaffer und weitere Schaulustige beobachteten das Geschehen, das sich vor allem in Höhe des Atrium auf der Rahdener Straße abspielte. © Karsten Schulz

Espelkamp Diepenau. Mehrere Tage lang stand die Espelkamper Innenstadt nach einer blutigen Beziehungstat im Sommer wie unter Schock: Der Maurer Ercan K. (53) aus dem benachbarten Diepenau soll - so ergaben die ersten Ermittlungen - mit mehreren Schüssen zunächst seinen Schwager und anschließend seine Ehefrau ermordet haben.

Ein halbes Jahr später steht der mutmaßliche Mörder wegen des Verdachts des zweifachen Mordes vor dem Bielefelder Landgericht. Prozessauftakt ist Freitag, 17. Dezember, 8.15 Uhr. Das bestätigte jetzt Guiskard Eisenberg, Vorsitzender Richter am Landgericht und Pressedezernent.

Ehefrau verlangte Zugewinnausgleich aus der Ehe


Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Folgendes vor: Am 16. Juni soll er sich mit einer Pistole bewaffnet mithilfe eines Nachschlüssels in die Wohnung seiner getrennt lebenden Ehefrau in Espelkamp begeben haben, um dieser und ihrem Bruder dort aufzulauern. Bei deren Eintreffen soll der Angeklagte zunächst den Bruder seiner Ehefrau in der Wohnung mit insgesamt fünf Schüssen in den Oberkörper und seine fliehende Ehefrau vor dem Haus mit drei Schüssen von hinten in den Kopf und Rücken getötet haben.

Schaulustige schauten sich das Geschehen auf der Rahdener Straße aus respektvoller Entfernung an. - © Karsten Schulz
Schaulustige schauten sich das Geschehen auf der Rahdener Straße aus respektvoller Entfernung an. - © Karsten Schulz

Den Entschluss zur Tötung seiner Ehefrau soll der Angeklagte aufgrund der aus seiner Sicht zu hohen Zugewinnausgleichsforderungen seiner Ehefrau im Rahmen der anstehenden Scheidung gefasst haben.

Prozess soll im Januar fortgesetzt werden

Der Prozess soll am Donnerstag, 6. Januar 2022, 13 Uhr, vor der 20. Strafkammer im Saal 3 des Landgerichts Bielefeld fortgesetzt werden.

Inzwischen sind durch Befragungen und Vernehmungen der Mordkommission weitere Details des Tathergang und auch den Umständen, die zu dieser Tat führten, rekonstruiert worden. Bekannt war bereits, dass sich Ehefrau Sati K. schon im Herbst 2020 von ihrem Ehemann getrennt hat und anschließend nach Espelkamp in die Nähe ihres Bruders gezogen ist. Wie jetzt bekannt wurde, soll sie nach einem Urlaub in der Türkei dort einen anderen Mann kennengelernt haben, daraufhin zog sie in ein Zweifamilien-Reihenhaus an die Rahdener Straße.

Vor der Tat traf sich das Paar beim Scheidungsanwalt

Gerüchten zufolge hatte das Ehepaar am Tag vor der Tat einen Anwaltstermin, bei dem es wohl ausschließlich um die Scheidung gehen sollte. Unbestätigten Hinweisen zufolge beanspruchte die Frau von ihrem Man 60.000 Euro Zugewinnausgleich aus der gemeinsamen Ehe, was von Ercan K,. rundweg abgelehnt wurde. Er wollte verhindern, dass die eigene Frau mit einem Fremden sein Geld ausgibt, so konnte nw.de erfahren.

Aus diesen Motiven heraus schmiedete der Ehemann daraufhin seine Pläne, die am Tag darauf zur blutigen Tat in der Espelkamper Innenstadt führten. Wohl mit einem nachgemachten Schlüssel verschaffte sich der mutmaßliche Mörder Zutritt zur Wohnung seiner Frau, wo er auf sie wartete.

Diese kam aber nicht alleine, sondern hatte ihren Bruder Muharem K. dabei. Als Ercan K. vor dieser neuerlichen Situation stand, habe er zunächst mit fünf gezielten Schüssen seinen Schwager umgebracht. Noch konnte nicht geklärt werden, ob er die Pistole bei sich hatte oder ob sich eine Waffe in der Wohnung seiner Frau befand.

Schwer verletzt vor Hauseingang zusammengebrochen

Erst nach dem Tode seines Schwagers wollte Ercan K. seine Frau töten. Doch diese floh nach den ersten Schüssen auf ihren Bruder aus dem Haus in die gegenüberliegende kleine Gasse Mittelgang, um ihrem Ehemann zu entgehen. Der holte sie schnell ein und streckte sie mit den restlichen drei Patronen aus der Pistole nieder. Dabei traf er das Opfer wohl in Kopf und Rücken. Die Frau brach schwer verletzt auf den Treppenstufen in einem der dort befindlichen Hauseingänge zusammen. Auch die sofort eingeleiteten Rettungsversuche eines Notfallteams konnten sie nicht mehr retten.

Ercan K. floh in Richtung niedersächsische Landesgrenze in den Ort Diepenau, wo er mit seiner Ehefrau ein Haus gebaut hatte und wo auch die Kinder lebten. Das eilig aus Bielefeld herbeigerufene Sondereinsatzkommando (SEK) machte sich auf die Suche nach dem flüchtigen und fasste ihn schließlich am Landschaftssee Diepenau.

Carsten Ernst aus Bielefeld ist als Verteidiger vorgesehen

Die Familie des Angeklagten hatte zur Verteidigung von Ercan K zunächst den Kölner Staranwalt Mustafa Kaplan beauftragt, doch inzwischen soll es einen Wechsel gegeben haben: Carsten Ernst von der renommierten Bielefelder Kanzlei Binder & Partner wird ihn wohl vor dem Landgericht vertreten.

Copyright © Mindener Tageblatt 2022
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in GWD Minden - Siebenmeter