Zurück an die Arbeit: Quarantäne für GWD gelockert – Hallenposse auch beim nächsten Gegner Marcus Riechmann Minden. Die Handballer von GWD Minden dürfen wieder an die Arbeit gehen. Die erneute PCR-Testung der Mannschaft bestätigte gestern: Kein Spieler des Handball-Bundesligisten hat sich mit dem Corona-Virus infiziert. Damit kann Trainer Frank Carstens seine Profis nach neuntägigem Heimtraining von Samstag an wieder in die Halle bitten und auf die kommenden sportlichen Aufgaben vorbereiten. Am Mittwoch, 11. November, hatte die Mannschaft eine Trainingseinheit mit Juri Knorr nach dessen Länderspielreise absolviert. Tags darauf war bei Knorr eine Erkrankung mit Covid-19 festgestellt worden. Das gesamte Team wurde daraufhin unter häusliche Quarantäne gestellt. Drei Bundesliga-Spiele wurden abgesagt. Doch nun geht es ein Stück zurück in den Alltag. „Wir haben vom Kreis Minden-Lübbecke die Erlaubnis erhalten, die Quarantäne für das Training zu lockern. Darüber sind wir sehr glücklich“, sagte GWD-Sportgeschäftsführer Frank von Behren am Freitagnachmittag. Die neue „Arbeitsquarantäne“ bedeutet: Noch bis Mittwoch bleiben die GWD-Profis zwar in häuslicher Isolation, doch sie dürfen die Wohnungen verlassen, um ausschließlich am Training teilzunehmen. „Das ist für uns als Klub, aber auch für die Spieler, die seit Tagen zu Hause sitzen, eine Erleichterung“, meinte von Behren. Anders als die restliche Mannschaft muss der erkrankte Juri Knorr weiter in Quarantäne bleiben. „Erst, wenn er zwei Wochen beschwerdefrei ist, wird er im Herzzentrum gründlich gecheckt“, berichtet von Behren vom Gespräch mit Dr. Klaus-Peter Mellwig vom Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen. Frühestens in der zweiten Dezemberwoche wird die Untersuchung stattfinden. Wann der Spielmacher ins Teamtraining zurückkehren kann, ist offen. „Da müssen wir einfach abwarten“, sagte von Behren. Mit der Rückkehr der Mindener Handballer ins normale Training ist eine Absage des nächsten Liga-Spiels vom Tisch. Allerdings wird die Partie bei den Eulen Ludwigshafen nicht wie ursprünglich geplant am Donnerstag, 26. November, sondern zwei Tage später, am Samstag um 18.30 Uhr, in der Ludwigshafener Ebert-Halle angepfiffen. Einen neuen Termin gibt es bereits für das ausgefallene Spiel beim HSC Coburg, das am Donnerstag, 25. Februar 2021, nachgeholt werden soll. Auch für die anderen beiden abgesetzten Spiele sind Ersatztermine im Gespräch. Das Heimspiel gegen den Bergischen HC soll am Sonntag, 6. Dezember, in Lübbecke ausgetragen werden und liegt damit zwischen dem Heimspiel gegen Tusem Essen (am Donnerstag davor) und der Reise zum TVB Stuttgart. Die Heimbegegnung gegen die Rhein-Neckar Löwen passt nicht mehr in das ohnehin pralle Dezember-Programm. Hier ist der 28. Februar 2021 als Termin in der Planung. Die Erstliga-Ansetzungen der heimatlosen Mindener blockieren die Lübbecker Kreissporthalle für den „Gastgeber“ aus der 2. Liga. Der TuS N-Lübbecke muss ebenfalls noch drei aus Corona-Gründen abgesagte Heimspiele in den engen Spielplan einpflegen. Torsten Appel sieht daher zeitliche Probleme auf den TuS N-Lübbecke zukommen. „Wir teilen uns die Halle mit GWD Minden und haben dadurch weniger Kapazitäten“, sagt der TuS-Geschäftsführer. „Das Ganze schiebt sich in einen immer engeren zeitlichen Korridor“, warnt Appel, der die Situation als „sehr frustrierend“ beschreibt. Das gilt umso mehr, da gestern die nächste Absage auf seinen Schreibtisch flatterte. Das für kommenden Dienstag neu angesetzte Nachholspiel gegen die SG BBM Bietigheim wird erneut nicht stattfinden können, weil bei den Süddeutschen ein weiteres Mal Corona-Fälle im Team diagnostiziert wurden. EXTRA: Auch in Ludwigshafen muss der Bundesligist aus der Halle ausziehen Minden/Ludwigshafen (mt/dpa). Mit einer Sporthallen-Posse kann nicht nur der Kreis Minden-Lübbecke dienen. Wie in Minden, wo dem Handballbundesligisten GWD die Kampa-Halle Ende Dezember 2019 vor der Nase zugesperrt und für Jahre geschlossen wurde, muss sich auch in Ludwigshafen das Handball-Profiteam der Eulen kurzfristig eine neue Bleibe suchen. Von Dezember an wird die Friedrich-Ebert-Halle als Corona-Impfzentrum genutzt. Deshalb war auch Samstag, 28. November, der letztmögliche Termin zur Austragung des GWD-Spiels in Ludwigshafen. Die Abschiedsvorstellung der Eulen gegen Minden wird als erstes „Duell der Heimatlosen“ in der Handball-Bundesliga Geschichte schreiben. „Ich wurde am Dienstag davon telefonisch in Kenntnis gesetzt, dass die Friedrich-Ebert-Halle für die Dauer von wohl einem halben Jahr als Impfzentrum umfunktioniert wird“, schreibt Geschäftsführerin Lisa Heßler am Freitag in einem offenen Brief auf der Homepage des Klubs. Von dieser Entscheidung sei man „ohne Vorwarnung und Vorahnung“ sowie „ohne jeglichen Ansatzpunkt“ für eine alternative Heimspielstätte überrascht worden. „Das irritiert, schockiert und stimmt nachdenklich“, schreibt Heßler. Laut der Geschäftsführerin haben andere Bundesliga-Clubs bereits Hilfe angeboten. Man prüfe derzeit, „ob wir dort unsere Spiele wohl wechselnd austragen können.“ In unmittelbarer Nähe befindet sich beispielsweise die SAP Arena in Mannheim, Heimspielstätte der Rhein-Neckar Löwen.

Zurück an die Arbeit: Quarantäne für GWD gelockert – Hallenposse auch beim nächsten Gegner

Für das Handballtraining, hier eine Szene aus der Saisonvorbereitung, wurden die Profis von der häuslichen Quarantäne befreit. © Archivfoto: Sebastian Külbel

Minden. Die Handballer von GWD Minden dürfen wieder an die Arbeit gehen. Die erneute PCR-Testung der Mannschaft bestätigte gestern: Kein Spieler des Handball-Bundesligisten hat sich mit dem Corona-Virus infiziert. Damit kann Trainer Frank Carstens seine Profis nach neuntägigem Heimtraining von Samstag an wieder in die Halle bitten und auf die kommenden sportlichen Aufgaben vorbereiten.

Am Mittwoch, 11. November, hatte die Mannschaft eine Trainingseinheit mit Juri Knorr nach dessen Länderspielreise absolviert. Tags darauf war bei Knorr eine Erkrankung mit Covid-19 festgestellt worden. Das gesamte Team wurde daraufhin unter häusliche Quarantäne gestellt. Drei Bundesliga-Spiele wurden abgesagt. Doch nun geht es ein Stück zurück in den Alltag. „Wir haben vom Kreis Minden-Lübbecke die Erlaubnis erhalten, die Quarantäne für das Training zu lockern. Darüber sind wir sehr glücklich“, sagte GWD-Sportgeschäftsführer Frank von Behren am Freitagnachmittag.

Doch bisher war die Friedrich-Ebert-Halle eine verlässliche Heimstatt für den Handball-Bundesligisten Eulen Ludwigshafen. Nun müssen die Handballer aber ausziehen, aus der Halle wird für das nächste halbe Jahr ein Impfzentrum. - © Marcus Riechmann
Doch bisher war die Friedrich-Ebert-Halle eine verlässliche Heimstatt für den Handball-Bundesligisten Eulen Ludwigshafen. Nun müssen die Handballer aber ausziehen, aus der Halle wird für das nächste halbe Jahr ein Impfzentrum. - © Marcus Riechmann

Die neue „Arbeitsquarantäne“ bedeutet: Noch bis Mittwoch bleiben die GWD-Profis zwar in häuslicher Isolation, doch sie dürfen die Wohnungen verlassen, um ausschließlich am Training teilzunehmen. „Das ist für uns als Klub, aber auch für die Spieler, die seit Tagen zu Hause sitzen, eine Erleichterung“, meinte von Behren.

Anders als die restliche Mannschaft muss der erkrankte Juri Knorr weiter in Quarantäne bleiben. „Erst, wenn er zwei Wochen beschwerdefrei ist, wird er im Herzzentrum gründlich gecheckt“, berichtet von Behren vom Gespräch mit Dr. Klaus-Peter Mellwig vom Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen. Frühestens in der zweiten Dezemberwoche wird die Untersuchung stattfinden. Wann der Spielmacher ins Teamtraining zurückkehren kann, ist offen. „Da müssen wir einfach abwarten“, sagte von Behren.

Mit der Rückkehr der Mindener Handballer ins normale Training ist eine Absage des nächsten Liga-Spiels vom Tisch. Allerdings wird die Partie bei den Eulen Ludwigshafen nicht wie ursprünglich geplant am Donnerstag, 26. November, sondern zwei Tage später, am Samstag um 18.30 Uhr, in der Ludwigshafener Ebert-Halle angepfiffen.

Einen neuen Termin gibt es bereits für das ausgefallene Spiel beim HSC Coburg, das am Donnerstag, 25. Februar 2021, nachgeholt werden soll. Auch für die anderen beiden abgesetzten Spiele sind Ersatztermine im Gespräch. Das Heimspiel gegen den Bergischen HC soll am Sonntag, 6. Dezember, in Lübbecke ausgetragen werden und liegt damit zwischen dem Heimspiel gegen Tusem Essen (am Donnerstag davor) und der Reise zum TVB Stuttgart. Die Heimbegegnung gegen die Rhein-Neckar Löwen passt nicht mehr in das ohnehin pralle Dezember-Programm. Hier ist der 28. Februar 2021 als Termin in der Planung.

Die Erstliga-Ansetzungen der heimatlosen Mindener blockieren die Lübbecker Kreissporthalle für den „Gastgeber“ aus der 2. Liga. Der TuS N-Lübbecke muss ebenfalls noch drei aus Corona-Gründen abgesagte Heimspiele in den engen Spielplan einpflegen.

Torsten Appel sieht daher zeitliche Probleme auf den TuS N-Lübbecke zukommen. „Wir teilen uns die Halle mit GWD Minden und haben dadurch weniger Kapazitäten“, sagt der TuS-Geschäftsführer. „Das Ganze schiebt sich in einen immer engeren zeitlichen Korridor“, warnt Appel, der die Situation als „sehr frustrierend“ beschreibt. Das gilt umso mehr, da gestern die nächste Absage auf seinen Schreibtisch flatterte. Das für kommenden Dienstag neu angesetzte Nachholspiel gegen die SG BBM Bietigheim wird erneut nicht stattfinden können, weil bei den Süddeutschen ein weiteres Mal Corona-Fälle im Team diagnostiziert wurden.

EXTRA: Auch in Ludwigshafen muss der Bundesligist aus der Halle ausziehen

Minden/Ludwigshafen (mt/dpa). Mit einer Sporthallen-Posse kann nicht nur der Kreis Minden-Lübbecke dienen. Wie in Minden, wo dem Handballbundesligisten GWD die Kampa-Halle Ende Dezember 2019 vor der Nase zugesperrt und für Jahre geschlossen wurde, muss sich auch in Ludwigshafen das Handball-Profiteam der Eulen kurzfristig eine neue Bleibe suchen. Von Dezember an wird die Friedrich-Ebert-Halle als Corona-Impfzentrum genutzt. Deshalb war auch Samstag, 28. November, der letztmögliche Termin zur Austragung des GWD-Spiels in Ludwigshafen. Die Abschiedsvorstellung der Eulen gegen Minden wird als erstes „Duell der Heimatlosen“ in der Handball-Bundesliga Geschichte schreiben.

„Ich wurde am Dienstag davon telefonisch in Kenntnis gesetzt, dass die Friedrich-Ebert-Halle für die Dauer von wohl einem halben Jahr als Impfzentrum umfunktioniert wird“, schreibt Geschäftsführerin Lisa Heßler am Freitag in einem offenen Brief auf der Homepage des Klubs. Von dieser Entscheidung sei man „ohne Vorwarnung und Vorahnung“ sowie „ohne jeglichen Ansatzpunkt“ für eine alternative Heimspielstätte überrascht worden. „Das irritiert, schockiert und stimmt nachdenklich“, schreibt Heßler.

Laut der Geschäftsführerin haben andere Bundesliga-Clubs bereits Hilfe angeboten. Man prüfe derzeit, „ob wir dort unsere Spiele wohl wechselnd austragen können.“ In unmittelbarer Nähe befindet sich beispielsweise die SAP Arena in Mannheim, Heimspielstätte der Rhein-Neckar Löwen.

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