Nicht erstligareif: GWD verliert das Kreisderby gegen den TuS deutlich Astrid Plaßhenrich Minden. Enttäuschend. Bitter. Frustrierend. Die Handballer von GWD Minden verloren das mit Spannung erwartete 68. Kreisderby gegen den TuS N-Lübbecke deutlich mit 18:23 (7:13). Das war über weite Strecken keine erstligareife Leistung der Grün-Weißen. Damit bleiben die Mindener mit 0:12 Punkten am Tabellenende. Der Aufsteiger aus Lübbecke feierte dagegen seinen zweiten Sieg und führte GWD in der Kampa-Halle zeitweise vor. "Ich bin sehr enttäuscht darüber, wie wir in dieses Spiel gegangen sind", sagte Mindens Coach Frank Carstens, "wir waren zu ängstlich und zu verkrampft." Doch zunächst ging es nicht um Handball. Bereits nach wenigen Sekunden gab es einen Schockmoment: Lübbeckes Dominik Ebner verletzte sich beim ersten Abschlussversuch an der rechten Hüfte. Es folgte eine lange Behandlungspause. Der Rückraumrechte wurde von Sanitätern schließlich auf einer Liege aus der Halle getragen und ins Mindener Klinikum gebracht. "Wir haben uns dadurch nicht aus der Bahn werfen lassen und leidenschaftlich gekämpft", sagte TuS-Trainer Emir Kurtagic. Den folgenden Siebenmeter nutzte Tom Skoblien zum 1:0 für den TuS (2.). Die Mindener hatten aber postwendend die Antwort parat: Nikola Jukic traf zum 1:1. Carsten Lichtlein verhinderte mit einer Parade das mögliche 1:2 und forderte die GWD-Fans mit wilden Gesten zu mehr Stimmung auf. Die ließen sich nicht zweimal bitten. Doch solche gelungenen Aktionen waren in der Folgezeit sehr selten. Denn bei den Mindenern ging nichts mehr. Vor allem im Angriff fehlte die Abstimmung, die Präzision, aber auch das Glück. Nach einem Heber von Mindens Kreisläufer Lucas Meister über TuS-Torwart Alijosa Rezar sprang der Ball vom Innenpfosten zurück ins Feld. All das führte zum 1:3-Rückstand (9.). Die Lübbeker zeigten GWD, wie es gehen kann. Sie waren energisch in der Abwehr, nutzten ihre Chancen konsequenter und bauten nach einem Treffer von Peter Strosack den Vorsprung auf drei Tore aus (7:4, 19.). Und: Für die Mindener sollte es noch schlimmer kommen. Marvin Mundus aus dem Lübbecker Anschlusskader traf zum 11:5 (26.). GWD gelang sechseinhalb Minuten kein Tor. Das sagt viel über die Angriffsleistung aus. Aber auch im Abwehrverbund agierte GWD ungenügend. Das führte zu einer Abwärtsspirale. Während die Mindener in jeder Aktion abbauten und unsicherer wurden, fand der TuS immer besser seinen Rhythmus. Und auch die Lübbecker Fans übernahmen mit ihren Nettelstedt-Rufen akustisch die Oberhand in der Kampa-Halle. Es war eine ernüchternde Vorstellung aus GWD-Sicht. Schließlich ging es mit 7:13 in die Halbzeitpause. Nach dem Wechsel wurde das Mindener Spiel etwas besser. Das war vor allem auch Torwart Malte Semisch zu verdanken, der nach seinem Muskelfaserriss erstmals wieder im Kader stand, in der 37. Minute eingewechselt wurde und mit seinen Paraden den Rückstand in Grenzen hielt. Er hatte eine Quote von knapp 80 Prozent. Auf Lübbecker Seite war aber vor allem der starke Tom Skroblien nie zu stoppen. Der Lübbecker traf 14-mal (!) ins Schwarze. Immerhin kämpften die Mindener nun und kamen auf drei Tore heran (15:18, 51.). Diese nötige Einstellung kam aber zu spät. Der TuS hielt GWD auf Distanz. In den Schlussminuten brachte Mindens Trainer Frank Carsten in Justus Richtzenhain den zweiten Kreisläufer.Aber auch das brachte nicht die Wende. "Mit der zweiten Halbzeit muss ich einverstanden sein. Aber auch da haben wir in der Abwehr und Angriff Aktionen, die so nicht passieren dürfen", erklärte Carstens. Die Lübbecker tanzten in der Mindener Kampa-Halle, feierten mit ihren Fans. Die GWD-Spieler blieben enttäuscht zurück. Für sie war der Abend enttäuschend, bitter und frustrierend. Torschützen GWD: Niclas Pieczkowski (5), Tomas Urban (4/4), Mats Korte (3), Max Staar (2), Nikola Jukic (2), Lucas Meister (1), Jan Grebenc (1). Im Tor: Carsten Lichtlein (1.-37. Minute mit 5 Paraden), Malte Semisch (38.- 60. Minute mit 8 Paraden). Torschützen TuS: Tom Skroblien (14/4), Tin Kontrec, (3), Lutz Heiny (2), Peter Strosack (1), Leos Petrovsky (1), Marvin, Mundus (1), Luka Mrakovcic (1). Im Tor: Aljosa Rezar (1.-60. Minute mit 10 Paraden), Havard Assheim (bei einem Siebenmeter). Zeitstrafen: Staar (18.)., Pieczkowski (19), Meister (24., 54.), Jukic (32.), – Spohn (7.), Kontrec (13., 58.), Dräger (47.). Spielfilm: 1:1 (5.), 2:3 (10.), 4:5 (15.), 4:7 (20.), 5:10 (25.), 7:13 (30.), 8:15 (35.), 10:16 (40.), 12:16 (45.), 14:17 (50.), 16:20 (55.), 18:23 (60.). Schiedsrichter: Christian vom Dorff, Fabian vom Dorff. Zuschauer: 2481.

Nicht erstligareif: GWD verliert das Kreisderby gegen den TuS deutlich

GWD-Kapitän Niclas Pieczkowski setzt sich durch. © Copyright 2021 Angela Metge – All rights reserved

Minden. Enttäuschend. Bitter. Frustrierend. Die Handballer von GWD Minden verloren das mit Spannung erwartete 68. Kreisderby gegen den TuS N-Lübbecke deutlich mit 18:23 (7:13). Das war über weite Strecken keine erstligareife Leistung der Grün-Weißen. Damit bleiben die Mindener mit 0:12 Punkten am Tabellenende. Der Aufsteiger aus Lübbecke feierte dagegen seinen zweiten Sieg und führte GWD in der Kampa-Halle zeitweise vor. "Ich bin sehr enttäuscht darüber, wie wir in dieses Spiel gegangen sind", sagte Mindens Coach Frank Carstens, "wir waren zu ängstlich und zu verkrampft."

Doch zunächst ging es nicht um Handball. Bereits nach wenigen Sekunden gab es einen Schockmoment: Lübbeckes Dominik Ebner verletzte sich beim ersten Abschlussversuch an der rechten Hüfte. Es folgte eine lange Behandlungspause. Der Rückraumrechte wurde von Sanitätern schließlich auf einer Liege aus der Halle getragen und ins Mindener Klinikum gebracht. "Wir haben uns dadurch nicht aus der Bahn werfen lassen und leidenschaftlich gekämpft", sagte TuS-Trainer Emir Kurtagic. Den folgenden Siebenmeter nutzte Tom Skoblien zum 1:0 für den TuS (2.).

Lübbeckes Luka Mrakovcic setzt sich gegen Mindens Lucas Meister durch. - © Eibner-Pressefoto / Jan Strohdiek
Lübbeckes Luka Mrakovcic setzt sich gegen Mindens Lucas Meister durch. - © Eibner-Pressefoto / Jan Strohdiek

Die Mindener hatten aber postwendend die Antwort parat: Nikola Jukic traf zum 1:1. Carsten Lichtlein verhinderte mit einer Parade das mögliche 1:2 und forderte die GWD-Fans mit wilden Gesten zu mehr Stimmung auf. Die ließen sich nicht zweimal bitten. Doch solche gelungenen Aktionen waren in der Folgezeit sehr selten.

Lübbeckes Dominik Ebner wird verletzt auf einer Trage aus der Halle gebracht. - © Eibner-Pressefoto / Jan Strohdiek
Lübbeckes Dominik Ebner wird verletzt auf einer Trage aus der Halle gebracht. - © Eibner-Pressefoto / Jan Strohdiek

Denn bei den Mindenern ging nichts mehr. Vor allem im Angriff fehlte die Abstimmung, die Präzision, aber auch das Glück. Nach einem Heber von Mindens Kreisläufer Lucas Meister über TuS-Torwart Alijosa Rezar sprang der Ball vom Innenpfosten zurück ins Feld. All das führte zum 1:3-Rückstand (9.).

Die Lübbeker zeigten GWD, wie es gehen kann. Sie waren energisch in der Abwehr, nutzten ihre Chancen konsequenter und bauten nach einem Treffer von Peter Strosack den Vorsprung auf drei Tore aus (7:4, 19.). Und: Für die Mindener sollte es noch schlimmer kommen. Marvin Mundus aus dem Lübbecker Anschlusskader traf zum 11:5 (26.). GWD gelang sechseinhalb Minuten kein Tor. Das sagt viel über die Angriffsleistung aus.

Aber auch im Abwehrverbund agierte GWD ungenügend. Das führte zu einer Abwärtsspirale. Während die Mindener in jeder Aktion abbauten und unsicherer wurden, fand der TuS immer besser seinen Rhythmus. Und auch die Lübbecker Fans übernahmen mit ihren Nettelstedt-Rufen akustisch die Oberhand in der Kampa-Halle. Es war eine ernüchternde Vorstellung aus GWD-Sicht. Schließlich ging es mit 7:13 in die Halbzeitpause.

Nach dem Wechsel wurde das Mindener Spiel etwas besser. Das war vor allem auch Torwart Malte Semisch zu verdanken, der nach seinem Muskelfaserriss erstmals wieder im Kader stand, in der 37. Minute eingewechselt wurde und mit seinen Paraden den Rückstand in Grenzen hielt. Er hatte eine Quote von knapp 80 Prozent. Auf Lübbecker Seite war aber vor allem der starke Tom Skroblien nie zu stoppen. Der Lübbecker traf 14-mal (!) ins Schwarze.

Immerhin kämpften die Mindener nun und kamen auf drei Tore heran (15:18, 51.). Diese nötige Einstellung kam aber zu spät. Der TuS hielt GWD auf Distanz. In den Schlussminuten brachte Mindens Trainer Frank Carsten in Justus Richtzenhain den zweiten Kreisläufer.Aber auch das brachte nicht die Wende. "Mit der zweiten Halbzeit muss ich einverstanden sein. Aber auch da haben wir in der Abwehr und Angriff Aktionen, die so nicht passieren dürfen", erklärte Carstens.

Die Lübbecker tanzten in der Mindener Kampa-Halle, feierten mit ihren Fans. Die GWD-Spieler blieben enttäuscht zurück. Für sie war der Abend enttäuschend, bitter und frustrierend.

Torschützen GWD: Niclas Pieczkowski (5), Tomas Urban (4/4), Mats Korte (3), Max Staar (2), Nikola Jukic (2), Lucas Meister (1), Jan Grebenc (1).

Im Tor: Carsten Lichtlein (1.-37. Minute mit 5 Paraden), Malte Semisch (38.- 60. Minute mit 8 Paraden).

Torschützen TuS: Tom Skroblien (14/4), Tin Kontrec, (3), Lutz Heiny (2), Peter Strosack (1), Leos Petrovsky (1), Marvin, Mundus (1), Luka Mrakovcic (1). Im Tor: Aljosa Rezar (1.-60. Minute mit 10 Paraden), Havard Assheim (bei einem Siebenmeter).

Zeitstrafen: Staar (18.)., Pieczkowski (19), Meister (24., 54.), Jukic (32.), – Spohn (7.), Kontrec (13., 58.), Dräger (47.).

Spielfilm: 1:1 (5.), 2:3 (10.), 4:5 (15.), 4:7 (20.), 5:10 (25.), 7:13 (30.), 8:15 (35.), 10:16 (40.), 12:16 (45.), 14:17 (50.), 16:20 (55.), 18:23 (60.).

Schiedsrichter: Christian vom Dorff, Fabian vom Dorff.

Zuschauer: 2481.

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