„Wir kennen das ja“ - Torwart Malte Semisch spricht über die Krise bei GWD Minden Marcus Riechmann Minden. Ins Frankenland reisen die Handballer von GWD Minden mit leichtem Gepäck. Mut, Selbstvertrauen oder Entschlossenheit tragen sie lediglich in kleinen Portionen bei sich. Die ersten beiden Saisonspiele haben die in der Bundesliga elementar wichtigen Eigenschaften im umfassend umgebauten Team noch nicht wachsen lassen. Das ist auch Malte Semisch nicht entgangen. „Wir haben Spiele verloren, die man verlieren kann. Es ist die Art und Weise der Niederlagen, die nicht gut war. Uns hat immer ausgezeichnet, dass wir bis zum Ende dagegenhalten und unsere Chance suchen, egal wie es steht. Das war nicht der Fall", hat der Torhüter bislang eine wichtige Tugend vermisst und macht eine Erwartung deutlich, die noch nicht jeder im Mindener Team verinnerlicht zu haben scheint: „In der Bundesliga ist jede Minute kostbar." Im Kampf um den Klassenerhalt zählt am Ende jedes Tor. Doch der 29-Jährige hat in seinen zehn Profi-Jahren gelernt, dass hektische Erregung kein guter Ratgeber ist. „Es hilft nicht, zu verzweifeln. Man muss den Kopf oben halten", sagt Semisch, der dem Team mit stabilen Leistungen Rückhalt gibt. Er beruhigt: „Wir haben gerade mal zwei Spiele verloren. Das ist noch nicht dramatisch. Das wird noch eine lange Saison." Vor dem Spiel gegen den HC Erlangen am Samstagabend in der Arena Nürnberg (20.30 Uhr) gibt sich der 2,08 Meter große Torwart betont gelassen. „Wir kennen das ja" erinnert Semisch an die letzten beiden Saisons. Im Spätsommer 2019 gab es zwei Niederlagen, ehe mit dem 29:25-Auswärtssieg bei den Füchsen Berlin der Schalter umgelegt wurde. 2020 startete GWD mit drei Niederlagen, ehe in Melsungen ein erster Punkt (24:24) auf dem Konto stand und sodann beim fulminanten 31:26-Heimsieg erneut gegen Berlin der erste Sieg gelang. „Man braucht auch mal Geduld", sagt Semisch und adressiert diese Erkenntnis vor allem an die zahlreichen Spieler, die erstmals mit GWD oder überhaupt den Saisonstart in der Bundesliga erleben. Er hat bei seinen Stationen bei der TSV Hannover-Burgdorf, beim TuS N-Lübbecke und bei den Füchsen Berlin sowie in den beiden Mindener Jahren gelernt: „Auf jede schwere Phase folgt eine gute. Darauf kann man selbst Einfluss nehmen." Er steht im Einklang mit der Philosophie seines Trainers Frank Carstens der sagt: Man muss sich den Erfolg erarbeiten, jedes Training und jedes Spiel hilft. Dazu sei das Team bereit, meint Semisch. „Alle sind ein bisschen angespannt, aber die Stimmung ist positiv. Alle arbeiten konstruktiv im Training mit", beschreibt er die Lage. Das deckt sich mit den Empfindungen des Trainers, der die Mannschaft mit einer intensiven Trainingswoche auf die heutige Partie gegen den HC Erlangen vorbereitet hat. Der HCE um Trainer Michael Haaß ist blendend in die Saison gestartet. Das Team mit dem aus seiner GWD-Zeit auch in Minden noch bestens bekannten Neuzugang Christoph Steinert (vom SC Magdeburg) hat dem Heimsieg gegen den SC Leipzig ein 27:27-Remis bei der SG Flensburg-Handewitt folgen lassen. Vor allem die Defensive der Franken steht stabil, das zeigte sich vor allem beim torarmen 19:15-Sieg gegen Leipzig. „Sie haben eine starke und bewegliche Abwehr mit Sebastian Firnhaber und Nikolai Link im Innenblock. Dahinter steht mit Klemen Ferlin ein sehr guter Torwart", lobt Carstens die Gastgeber. Der HCE ist GWD übrigens nicht nur tabellarisch voraus. Zu Beginn der Saison arbeitet man in Erlangen bereits an der nächsten. Nach Johannes Sellin und Simon Jeppsson hat der Klub auch den Vertrag mit Hampus Olsson frühzeitig um zwei Jahre bis 2024 verlängert.

„Wir kennen das ja“ - Torwart Malte Semisch spricht über die Krise bei GWD Minden

Turm in der Schlacht, auch wenn alles Kopf zu stehen scheint: GWD-Torhüter Malte Semisch, der hier im Spiel gegen die SG Flensburg-Handewitt einen Wurf von Linksaußen Emil Jakobsen (man sieht nur die Füße in der Luft) abgewehrt hat, vermittelt Gelassenheit. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden. Ins Frankenland reisen die Handballer von GWD Minden mit leichtem Gepäck. Mut, Selbstvertrauen oder Entschlossenheit tragen sie lediglich in kleinen Portionen bei sich. Die ersten beiden Saisonspiele haben die in der Bundesliga elementar wichtigen Eigenschaften im umfassend umgebauten Team noch nicht wachsen lassen.

Das ist auch Malte Semisch nicht entgangen. „Wir haben Spiele verloren, die man verlieren kann. Es ist die Art und Weise der Niederlagen, die nicht gut war. Uns hat immer ausgezeichnet, dass wir bis zum Ende dagegenhalten und unsere Chance suchen, egal wie es steht. Das war nicht der Fall", hat der Torhüter bislang eine wichtige Tugend vermisst und macht eine Erwartung deutlich, die noch nicht jeder im Mindener Team verinnerlicht zu haben scheint: „In der Bundesliga ist jede Minute kostbar." Im Kampf um den Klassenerhalt zählt am Ende jedes Tor.

Doch der 29-Jährige hat in seinen zehn Profi-Jahren gelernt, dass hektische Erregung kein guter Ratgeber ist. „Es hilft nicht, zu verzweifeln. Man muss den Kopf oben halten", sagt Semisch, der dem Team mit stabilen Leistungen Rückhalt gibt. Er beruhigt: „Wir haben gerade mal zwei Spiele verloren. Das ist noch nicht dramatisch. Das wird noch eine lange Saison."

Vor dem Spiel gegen den HC Erlangen am Samstagabend in der Arena Nürnberg (20.30 Uhr) gibt sich der 2,08 Meter große Torwart betont gelassen. „Wir kennen das ja" erinnert Semisch an die letzten beiden Saisons. Im Spätsommer 2019 gab es zwei Niederlagen, ehe mit dem 29:25-Auswärtssieg bei den Füchsen Berlin der Schalter umgelegt wurde. 2020 startete GWD mit drei Niederlagen, ehe in Melsungen ein erster Punkt (24:24) auf dem Konto stand und sodann beim fulminanten 31:26-Heimsieg erneut gegen Berlin der erste Sieg gelang. „Man braucht auch mal Geduld", sagt Semisch und adressiert diese Erkenntnis vor allem an die zahlreichen Spieler, die erstmals mit GWD oder überhaupt den Saisonstart in der Bundesliga erleben.

Er hat bei seinen Stationen bei der TSV Hannover-Burgdorf, beim TuS N-Lübbecke und bei den Füchsen Berlin sowie in den beiden Mindener Jahren gelernt: „Auf jede schwere Phase folgt eine gute. Darauf kann man selbst Einfluss nehmen." Er steht im Einklang mit der Philosophie seines Trainers Frank Carstens der sagt: Man muss sich den Erfolg erarbeiten, jedes Training und jedes Spiel hilft. Dazu sei das Team bereit, meint Semisch. „Alle sind ein bisschen angespannt, aber die Stimmung ist positiv. Alle arbeiten konstruktiv im Training mit", beschreibt er die Lage.

Das deckt sich mit den Empfindungen des Trainers, der die Mannschaft mit einer intensiven Trainingswoche auf die heutige Partie gegen den HC Erlangen vorbereitet hat. Der HCE um Trainer Michael Haaß ist blendend in die Saison gestartet. Das Team mit dem aus seiner GWD-Zeit auch in Minden noch bestens bekannten Neuzugang Christoph Steinert (vom SC Magdeburg) hat dem Heimsieg gegen den SC Leipzig ein 27:27-Remis bei der SG Flensburg-Handewitt folgen lassen. Vor allem die Defensive der Franken steht stabil, das zeigte sich vor allem beim torarmen 19:15-Sieg gegen Leipzig. „Sie haben eine starke und bewegliche Abwehr mit Sebastian Firnhaber und Nikolai Link im Innenblock. Dahinter steht mit Klemen Ferlin ein sehr guter Torwart", lobt Carstens die Gastgeber.

Der HCE ist GWD übrigens nicht nur tabellarisch voraus. Zu Beginn der Saison arbeitet man in Erlangen bereits an der nächsten. Nach Johannes Sellin und Simon Jeppsson hat der Klub auch den Vertrag mit Hampus Olsson frühzeitig um zwei Jahre bis 2024 verlängert.

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