Wie die Schulbuben: GWD Minden stolpert weiter ins neue Jahr und verliert 29:36 gegen den Bergischen HC Marcus Riechmann Lübbecke. Handball-Bundesligist GWD Minden läuft nach der Winterpause einfach nicht warm. Gegen den Bergischen HC kassierte das Team von Trainer Frank Carstens am Donnerstagabend mit 29:36 (13:16) im zweiten Spiel des Jahres die zweite Heimniederlage und stürzt immer tiefer in die Abstiegszone. Wie schon bei der 20:27-Heimpleite gegen HBW-Balingen-Weilstetten am Samstag zeigte das Mindener Team in der Kreissporthalle Lübbecke erneut keine erstligareife Leistung. Wieder ebneten zahlreiche Fehlpässe und Fehlwürfe gegen einen abgeklärten Gegner den Weg in eine Niederlage, die nicht nur Punkte sondern auch eine Menge Selbstvertrauen kostete. Vor dem Anpfiff hielten beide Mannschaften inne und legten eine Gedenkminute ein. In Erinnerung an Gerhard „Zahni“ Müller, der knapp ein Vierteljahrhundert von 1981 bis 2005 als Betreuer der GWD-Profis die gute Seele der Bundesliga-Mannschaft und danach enger und leidenschaftlicher Begleiter geblieben war, spielte das Mindener Team mit Trauerflor. „Zahni“ Müller war am Dienstag, einen Tag vor seinem 82. Geburtstag, verstorben. Danach kamen die Gäste aus den Städten Solingen und Wuppertal deutlich schneller auf Touren. Bereits nach gut acht Spielminuten sorgte Rückraumspieler Lukas Stutzke mit seinem dritten Treffer in Folge für das 6:3 und damit die erste Drei-Tore-Führung. GWD hatte dem nicht viel entgegenzusetzen. Christoffer Rambo war im Angriff quasi Alleinunterhalter. Der Norweger, der beim 7:9 in der 16. Minute sein drittes Tor erzielte, war bis dahin als Schütze und Zuspieler an fast allen Mindener Treffern beteiligt. GWD-Coach Frank Carstens ordnete kurz darauf sein Team in einer Auszeit neu und brachte Winterzugang Miro Schluroff im linken Rückraum für Doruk Pehlivan, doch besser wurde es nicht. Wie schon am Samstag gegen HBW Balingen fand GWD nicht in die Spur. Mittelmann Linus Arnesson erhöhte in der 19. Minute die Uhr zum 11:7 auf vier Tore Vorsprung für den BHC. Carstens reagierte und brachte im Tor Malte Semisch für den glücklosen Carsten Lichtlein. Doch auch Semisch machte keine gute Figur. Dreimal nacheinander wurde er von BHC-Nationalspieler David Schmidt vernascht, beim Tor zum 14:9 donnerte Linkshänder Schmidt den Ball dem 2,08 Meter großen GWD-Keeper über den Scheitel. Erst danach fingen sich die Mindener, bei denen nun Aliaksandr Padshyvalau für Schluroff spielte. Semisch zeigte eine Glanzparade gegen den frei vor ihm auftauchenden Schmidt, Mats Korte gelang in Überzahl ein freches 30-Meter-Weitwurftor zum 11:14 in den leeren BHC-Kasten. Bis zur Pause hielten die Gastgeber den Rückstand mit 13:16 im Rahmen und behielten die Gäste in Sichtweite. Mit frischem Schwung kamen die Mindener aus der Kabine und waren drei Minuten nach Wiederanpfiff beim 16:17 durch Joshua Thiele dran. Doch binnen Minuten brachte sich GWD um jede Perspektive, brach das Team geradezu auseinander. BHC-Torwart Christopher Rudeck zeigte innerhalb von zehn Minuten fünf Glanzparaden und entschied die Eins-zu-Eins-Duelle gegen die wie am Sonntagl schwächelnden GWD-Schützen für sich. Danach liefen die Grün-Weißen wie Schulbuben den Gästen in eine einfache Tempo-Falle: Den mühevoll erarbeiteten Mindener Toren begegnete der BHC mit überfallartig ausgespielter Schneller Mitte. Die Gastgeber, bei denen Juri Knorr nicht nur wegen seiner vier Tore in Folge vom 23:27 bis 26:30 die Rolle Rambos als Alleinunterhalters übernommen hatte, waren mental überfordert und kamen für einen Gegenschlag nicht mehr in Frage, zumal die Abwehr heillos überfordert gegen BHC-Kreisläufer Max Darj war. Als David Schmidt fünf Minuten vor dem Ende zum 32:27 für den Bergischen HC traf, wussten seine jubelnden Teamkollegen auf der Bank, dass die Punkte gesichert waren. Viel Zeit, sich mit der zweiten bitteren Niederlage des Jahres zu beschäftigen, bliebt den GWD-Männern nicht. Bereits am Sonntag geht es um 16 Uhr weiter mit dem Auswärtsspiel beim SC Magdeburg. Stimmen zum Spiel Frank von Behren (GWD-Sportgeschäftsführer): „Der BHC hat gnadenlos unsere Schwachstellen ausgenutzt und ist die gesamten 60 Minuten ein hohes Tempo gegangen. Unsere Abwehr hat nie einen Zugriff bekommen. Ich weiß nicht, wann wir das letzte Mal 36 Gegentore kassiert haben.“ Mats Korte (GWD-Linksaußen): „Wir müssen schleunigst zusehen, dass wir in der Abwehr wieder die mannschaftliche Geschlossenheit wiederfinden. Diese Kompaktheit hat uns im Dezember ausgezeichnet, ist aber im Moment komplett abhanden gekommen. Wir werden das Spiel kurz aufarbeiten, dann ist es aber auch gut, dass wir direkt wieder Sonntag spielen.“ Sebastian Hinze (BHC-Trainer): „In Summe war das eine herausragende Leistung meiner Jungs. Bis auf eine Phase direkt nach dem Wechsel haben wir sehr souverän agiert und uns Stück für Stück abgesetzt.“ GWD Minden - Bergischer HC 29:36 (13:16). Tore für GWD Minden: Korte (7/2), Knorr (7), Rambo (5), Richtzenhain (4), Thiele (2), Gulliksen (2), Pehlivan (1), Padshyvalau (1). Tore für den Bergischen HC: Darj (8), Fraatz (7), Schmidt (6), Boomhouwer (4), Stutzke (4), Arnesson (4), Gunnarsson (2), Gutbrod (1).

Wie die Schulbuben: GWD Minden stolpert weiter ins neue Jahr und verliert 29:36 gegen den Bergischen HC

Miro Schluroff (rechts) erhielt in seinem zweiten Spiel für GWD mehr Einsatzzeit als zuletzt gegen Balingen. Der U21-Nationalspieler versucht hier BHC-Rückraumspieler Linus Arnesson zu stoppen. Fotos: Noah Wedel © Noah Wedel

Lübbecke. Handball-Bundesligist GWD Minden läuft nach der Winterpause einfach nicht warm. Gegen den Bergischen HC kassierte das Team von Trainer Frank Carstens am Donnerstagabend mit 29:36 (13:16) im zweiten Spiel des Jahres die zweite Heimniederlage und stürzt immer tiefer in die Abstiegszone. Wie schon bei der 20:27-Heimpleite gegen HBW-Balingen-Weilstetten am Samstag zeigte das Mindener Team in der Kreissporthalle Lübbecke erneut keine erstligareife Leistung. Wieder ebneten zahlreiche Fehlpässe und Fehlwürfe gegen einen abgeklärten Gegner den Weg in eine Niederlage, die nicht nur Punkte sondern auch eine Menge Selbstvertrauen kostete.

Vor dem Anpfiff hielten beide Mannschaften inne und legten eine Gedenkminute ein. In Erinnerung an Gerhard „Zahni“ Müller, der knapp ein Vierteljahrhundert von 1981 bis 2005 als Betreuer der GWD-Profis die gute Seele der Bundesliga-Mannschaft und danach enger und leidenschaftlicher Begleiter geblieben war, spielte das Mindener Team mit Trauerflor. „Zahni“ Müller war am Dienstag, einen Tag vor seinem 82. Geburtstag, verstorben.

Danach kamen die Gäste aus den Städten Solingen und Wuppertal deutlich schneller auf Touren. Bereits nach gut acht Spielminuten sorgte Rückraumspieler Lukas Stutzke mit seinem dritten Treffer in Folge für das 6:3 und damit die erste Drei-Tore-Führung. GWD hatte dem nicht viel entgegenzusetzen. Christoffer Rambo war im Angriff quasi Alleinunterhalter. Der Norweger, der beim 7:9 in der 16. Minute sein drittes Tor erzielte, war bis dahin als Schütze und Zuspieler an fast allen Mindener Treffern beteiligt.

GWD-Coach Frank Carstens ordnete kurz darauf sein Team in einer Auszeit neu und brachte Winterzugang Miro Schluroff im linken Rückraum für Doruk Pehlivan, doch besser wurde es nicht. Wie schon am Samstag gegen HBW Balingen fand GWD nicht in die Spur. Mittelmann Linus Arnesson erhöhte in der 19. Minute die Uhr zum 11:7 auf vier Tore Vorsprung für den BHC. Carstens reagierte und brachte im Tor Malte Semisch für den glücklosen Carsten Lichtlein. Doch auch Semisch machte keine gute Figur. Dreimal nacheinander wurde er von BHC-Nationalspieler David Schmidt vernascht, beim Tor zum 14:9 donnerte Linkshänder Schmidt den Ball dem 2,08 Meter großen GWD-Keeper über den Scheitel.

Erst danach fingen sich die Mindener, bei denen nun Aliaksandr Padshyvalau für Schluroff spielte. Semisch zeigte eine Glanzparade gegen den frei vor ihm auftauchenden Schmidt, Mats Korte gelang in Überzahl ein freches 30-Meter-Weitwurftor zum 11:14 in den leeren BHC-Kasten. Bis zur Pause hielten die Gastgeber den Rückstand mit 13:16 im Rahmen und behielten die Gäste in Sichtweite.

Mit frischem Schwung kamen die Mindener aus der Kabine und waren drei Minuten nach Wiederanpfiff beim 16:17 durch Joshua Thiele dran. Doch binnen Minuten brachte sich GWD um jede Perspektive, brach das Team geradezu auseinander. BHC-Torwart Christopher Rudeck zeigte innerhalb von zehn Minuten fünf Glanzparaden und entschied die Eins-zu-Eins-Duelle gegen die wie am Sonntagl schwächelnden GWD-Schützen für sich. Danach liefen die Grün-Weißen wie Schulbuben den Gästen in eine einfache Tempo-Falle: Den mühevoll erarbeiteten Mindener Toren begegnete der BHC mit überfallartig ausgespielter Schneller Mitte. Die Gastgeber, bei denen Juri Knorr nicht nur wegen seiner vier Tore in Folge vom 23:27 bis 26:30 die Rolle Rambos als Alleinunterhalters übernommen hatte, waren mental überfordert und kamen für einen Gegenschlag nicht mehr in Frage, zumal die Abwehr heillos überfordert gegen BHC-Kreisläufer Max Darj war. Als David Schmidt fünf Minuten vor dem Ende zum 32:27 für den Bergischen HC traf, wussten seine jubelnden Teamkollegen auf der Bank, dass die Punkte gesichert waren.

Viel Zeit, sich mit der zweiten bitteren Niederlage des Jahres zu beschäftigen, bliebt den GWD-Männern nicht. Bereits am Sonntag geht es um 16 Uhr weiter mit dem Auswärtsspiel beim SC Magdeburg.

Stimmen zum Spiel

Frank von Behren (GWD-Sportgeschäftsführer): „Der BHC hat gnadenlos unsere Schwachstellen ausgenutzt und ist die gesamten 60 Minuten ein hohes Tempo gegangen. Unsere Abwehr hat nie einen Zugriff bekommen. Ich weiß nicht, wann wir das letzte Mal 36 Gegentore kassiert haben.“

Mats Korte (GWD-Linksaußen): „Wir müssen schleunigst zusehen, dass wir in der Abwehr wieder die mannschaftliche Geschlossenheit wiederfinden. Diese Kompaktheit hat uns im Dezember ausgezeichnet, ist aber im Moment komplett abhanden gekommen. Wir werden das Spiel kurz aufarbeiten, dann ist es aber auch gut, dass wir direkt wieder Sonntag spielen.“

Sebastian Hinze (BHC-Trainer): „In Summe war das eine herausragende Leistung meiner Jungs. Bis auf eine Phase direkt nach dem Wechsel haben wir sehr souverän agiert und uns Stück für Stück abgesetzt.“

GWD Minden - Bergischer HC 29:36 (13:16).

Tore für GWD Minden: Korte (7/2), Knorr (7), Rambo (5), Richtzenhain (4), Thiele (2), Gulliksen (2), Pehlivan (1), Padshyvalau (1).

Tore für den Bergischen HC: Darj (8), Fraatz (7), Schmidt (6), Boomhouwer (4), Stutzke (4), Arnesson (4), Gunnarsson (2), Gutbrod (1).

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