Von Stars und Sternchen: Die Liste der GWD-Linkshänder im rechten Rückraum Michael Lorenz Minden. Es mag berühmtere Spieler in der Geschichte von GWD Minden gegeben haben, die im rechten Rückraum auf Torejagd gingen. Doch Christoffer Rambo hat sie in der Anzahl der erzielte Tore für Dankersen alle weit in den Schatten gestellt. Im enttäuschenden Spiel gegen HBW Balingen-Weilstetten erzielte der Norweger sein tausendstes Tor für den Traditionsklub. Damit sorgte der Mann, den sie „John“ nennen, dafür, dass aus dem illustren Klub derer, der eine vierstellige Anzahl an Toren für GWD erzielte, ein Quintett wurde. Aleksandar Svitlica, Dalibor Doder, Dmitri Kuselev und Arne Niemeyer vervollständigen diesen Kreis. Bernd Munck Die Liste der Linkshänder, die in den vergangenen 50 Jahren für GWD im Rückraum spielten, ist lang. Wir beginnen sie mit Bernd Munck. Der elegante Edeltechniker aus Niedersachsen spielte von 1969 bis 1975 an der Weser und zählte zu der legendären Truppe, die 1970/1971 das einmalige Kunststück fertigbrachte, drei deutsche Meisterschaften binnen weniger als 365 Tagen einzufahren. Der Lehrer bestritt mehr als 100 Länderspiele für Deutschland. Walter von Oepen spielte von 1975 bis 1980 bei GWD. ZDF-Reporter Klaus Schwarze attestierte dem Lüdenscheider, der bis heute in Minden lebt, einen „furchteinflößenden Wurf“. Von Oepen kam bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal zum Einsatz. Mit GWD holte er eine Deutsche Meisterschaft und zwei DHB-Pokalsiege. Bernd Seehase Der Berliner Bernd Seehase spielte dreimal, von 1979 bis 1983, 1984 und von 1991 bis 1992 für GWD. Der Spezialist für Hüft- und Schlagwürfe zeigte sein überragendes Talent für Ballsportarten auch nach seiner Karriere beim Tennis und vor allem beim Golf. Milomir Mijatovic aus dem damaligen Jugoslawien war von 1983 bis 1985 der Torgarant bei GWD. Der spätere GWD-Trainer verstarb im vergangenen Sommer. Sein Landsmann Jovica Cvetkovic spielte in der Saison 1987/1988 bei GWD in der 2. Liga Nord, was im Nachhinein ein kleines Wunder war. Denn der Mann aus Belgrad gilt vielen Beobachtern bis heute als einer der weltbesten Handballer aller Zeiten. Thomas Brandes Ihm folgte ein junger Deutscher namens Thomas Brandes. Er war kein klassischer Shooter, der wie heute Rambo seine Tore aus großer Distanz erzielt, war aber sehr effektiv. Würfe am Mann und Überzieher waren seine Spezialität. Brandes spielte in der Saison 1988/89 in Minden. 1988 stand mit ihm ein echter „Mindener Jung“ im Kader. Guido Klöpper war ein Halbrechter mit Spielmacherqualitäten. Sein früher Krebstod sorgte bei allen Weggefährten für tiefe Bestürzung. Bei GWD spielte er bis 1991. Von 1989 bis 1991 bildete er ein Gespann mit Jörg Reichert, einem Distanzschützen. Rüdiger Borchardt 1990 gelang den GWD-Verantwortlichen ein echter Coup: Rüdiger Borchardt, einer der Topstars der gerade erst untergegangenen DDR, spielte für zwei Jahre in der 2. Liga in Minden. Auf ihn folgte in Bodo Leckelt ein variantenreicher Werfer, der aber nicht aus großer Distanz feuerte. Diesem Mangel wurde in der Winterpause der Aufstiegssaison 1995/96 abgeholfen: Der Nationalspieler Hendrik Ochel kam vom THW Kiel. Ein Jochbeinbruch zum Ende der Saison beendete seine Laufbahn jäh. Später wanderte er nach Kanada aus. Stephan Stoecklin Eine Art Weltstar, jedenfalls auf Handball bezogen, folgte im Jahr 1996. Der Franzose Stephan Stoecklin kam als Weltmeister, wurde bei GWD-Bundesliga-Torschützenkönig und Welthandballer. 1998 erhielt er vom japanischen Verein Honda Suzuka ein Angebot, welches er, um es mit Vito Corleone zu sagen, nicht ablehnen konnte. Alexander Tutschkin Alexander Tutschkin gilt bis heute als eine der größten Werfer, den die Welt je sah. Auch wenn er in Minden seine Glanzjahre bereits hinter sich hatte, traf er bisweilen zweistellig aus dem Feld. Auf ihn folgte Blazo Lisicic, ein Werfer, der auch im Innenblock decken konnte. Mit ihm begann die lange GWD-Laufbahn von Jan-Fiete Buschmann. Der deutsche A-Jugendmeister von 2001 war nicht gerade durch einen furchteinflößend harten Wurf bekannt, aber er war ein Virtuose, zudem ein starker Beachhandballer. Elmar Romanesen, der Blondschopf aus Bayern, kam nicht über den Status der Nummer drei hinaus. Moritz Schäpsmeier Du musst ein überragender Abwehrspieler werden, nur dann kannst Du es in die Bundesliga schaffen“, sagte GWD-Manager Horst Bredemeier zu dem jungen Mindener Moritz Schäpsmeier einst. Gehört, getan. Nach seiner ersten GWD-Zeit spielte er in Großwallstadt und Magdeburg im Europapokal, ehe er seine Karriere an der Weser ausklingen ließ. Heute Trainiert Schäpsmeier den Drittligisten GWD Minden II. Denis Maksimowitch kam ebenfalls 2002. Der Mann aus Minsk hinterließ keine verwertbaren Spuren und war schnell wieder weg. Für ihn kam noch während der Saison der Spanier José Panadero, der für Torgefahr von rechts sorgte. Evars Klesniks Ivan Vukas folgte ihm, und der spielte nicht schlecht. Er half aber auch nicht in der Form, wie man es von einem kroatischen Nationalspieler hätte erwarten dürfen. Evars Klesniks spielte von 2009 an vier Jahre in Minden. Zur Kultfigur wurde er erst danach in Wetzlar und mit seinen Erfolgen mit der Nationalmannschaft Lettlands. Der Slowake Marian Hunady blieb unauffällig und nur ein Jahr an der Weser. Christoph Steinert Ganz anders Christoph Steinert: Der Kumpel von Spielmacher Sören Südmeier setzte vorne wie hinten Akzente, verließ nach dem zweiten Abstieg mit GWD den Verein im Jahr 2015 aber. Andreas Cederholm kam über die Rolle des Ersatzes von Rambo nicht hinaus und gab frühzeitig seinen Wechsel zum TBV Lemgo bekannt. Ihm folgte Christoph Reißky als Rambo-Backup. Vor Beginn dieser Spielzeit verletzte er sich schwer. Für ihn kam der 40-Jährige Christian Zeitz, WM-Gewinner 2007. Er spielte im Angriff bislang wenig weltmeisterlich.

Von Stars und Sternchen: Die Liste der GWD-Linkshänder im rechten Rückraum

Filigraner Handball-Künstler statt eines Haudraufs: Jan-Fiete Buschmann (am Ball) duelliert sich einige Male mit dem TuS N-Lübbecke. Foto: MT-Archiv © mlorenz

Minden. Es mag berühmtere Spieler in der Geschichte von GWD Minden gegeben haben, die im rechten Rückraum auf Torejagd gingen. Doch Christoffer Rambo hat sie in der Anzahl der erzielte Tore für Dankersen alle weit in den Schatten gestellt. Im enttäuschenden Spiel gegen HBW Balingen-Weilstetten erzielte der Norweger sein tausendstes Tor für den Traditionsklub. Damit sorgte der Mann, den sie „John“ nennen, dafür, dass aus dem illustren Klub derer, der eine vierstellige Anzahl an Toren für GWD erzielte, ein Quintett wurde. Aleksandar Svitlica, Dalibor Doder, Dmitri Kuselev und Arne Niemeyer vervollständigen diesen Kreis.

Bernd Munck

Die Liste der Linkshänder, die in den vergangenen 50 Jahren für GWD im Rückraum spielten, ist lang. Wir beginnen sie mit Bernd Munck. Der elegante Edeltechniker aus Niedersachsen spielte von 1969 bis 1975 an der Weser und zählte zu der legendären Truppe, die 1970/1971 das einmalige Kunststück fertigbrachte, drei deutsche Meisterschaften binnen weniger als 365 Tagen einzufahren. Der Lehrer bestritt mehr als 100 Länderspiele für Deutschland. Walter von Oepen spielte von 1975 bis 1980 bei GWD. ZDF-Reporter Klaus Schwarze attestierte dem Lüdenscheider, der bis heute in Minden lebt, einen „furchteinflößenden Wurf“. Von Oepen kam bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal zum Einsatz. Mit GWD holte er eine Deutsche Meisterschaft und zwei DHB-Pokalsiege.

Alexander Tutschkin. Repro: Michael Lorenz - © mlorenz
Alexander Tutschkin. Repro: Michael Lorenz - © mlorenz

Bernd Seehase

Der Berliner Bernd Seehase spielte dreimal, von 1979 bis 1983, 1984 und von 1991 bis 1992 für GWD. Der Spezialist für Hüft- und Schlagwürfe zeigte sein überragendes Talent für Ballsportarten auch nach seiner Karriere beim Tennis und vor allem beim Golf. Milomir Mijatovic aus dem damaligen Jugoslawien war von 1983 bis 1985 der Torgarant bei GWD. Der spätere GWD-Trainer verstarb im vergangenen Sommer. Sein Landsmann Jovica Cvetkovic spielte in der Saison 1987/1988 bei GWD in der 2. Liga Nord, was im Nachhinein ein kleines Wunder war. Denn der Mann aus Belgrad gilt vielen Beobachtern bis heute als einer der weltbesten Handballer aller Zeiten.

Gutes Auge im Spiel: Moritz Schäpsmeier, heute Trainer des Drittligisten GWD Minden II. Foto: MT-Archiv - © mlorenz
Gutes Auge im Spiel: Moritz Schäpsmeier, heute Trainer des Drittligisten GWD Minden II. Foto: MT-Archiv - © mlorenz

Thomas Brandes

Ihm folgte ein junger Deutscher namens Thomas Brandes. Er war kein klassischer Shooter, der wie heute Rambo seine Tore aus großer Distanz erzielt, war aber sehr effektiv. Würfe am Mann und Überzieher waren seine Spezialität. Brandes spielte in der Saison 1988/89 in Minden. 1988 stand mit ihm ein echter „Mindener Jung“ im Kader. Guido Klöpper war ein Halbrechter mit Spielmacherqualitäten. Sein früher Krebstod sorgte bei allen Weggefährten für tiefe Bestürzung. Bei GWD spielte er bis 1991. Von 1989 bis 1991 bildete er ein Gespann mit Jörg Reichert, einem Distanzschützen.

Filigraner Handball-Künstler statt eines Haudraufs: Jan-Fiete Buschmann (am Ball) duelliert sich einige Male mit dem TuS N-Lübbecke. Foto: MT-Archiv - © MT-Archiv
Filigraner Handball-Künstler statt eines Haudraufs: Jan-Fiete Buschmann (am Ball) duelliert sich einige Male mit dem TuS N-Lübbecke. Foto: MT-Archiv - © MT-Archiv

Rüdiger Borchardt

1990 gelang den GWD-Verantwortlichen ein echter Coup: Rüdiger Borchardt, einer der Topstars der gerade erst untergegangenen DDR, spielte für zwei Jahre in der 2. Liga in Minden. Auf ihn folgte in Bodo Leckelt ein variantenreicher Werfer, der aber nicht aus großer Distanz feuerte. Diesem Mangel wurde in der Winterpause der Aufstiegssaison 1995/96 abgeholfen: Der Nationalspieler Hendrik Ochel kam vom THW Kiel. Ein Jochbeinbruch zum Ende der Saison beendete seine Laufbahn jäh. Später wanderte er nach Kanada aus.

Alexander Tutschkin

Repro: Michael Lorenz - © privat
Alexander Tutschkin
Repro: Michael Lorenz - © privat

Stephan Stoecklin

Eine Art Weltstar, jedenfalls auf Handball bezogen, folgte im Jahr 1996. Der Franzose Stephan Stoecklin kam als Weltmeister, wurde bei GWD-Bundesliga-Torschützenkönig und Welthandballer. 1998 erhielt er vom japanischen Verein Honda Suzuka ein Angebot, welches er, um es mit Vito Corleone zu sagen, nicht ablehnen konnte.

Gutes Auge im Spiel: Moritz Schäpsmeier, heute Trainer des Drittligisten GWD Minden II. Foto: MT-Archiv - © MT-Archiv
Gutes Auge im Spiel: Moritz Schäpsmeier, heute Trainer des Drittligisten GWD Minden II. Foto: MT-Archiv - © MT-Archiv

Alexander Tutschkin

Alexander Tutschkin gilt bis heute als eine der größten Werfer, den die Welt je sah. Auch wenn er in Minden seine Glanzjahre bereits hinter sich hatte, traf er bisweilen zweistellig aus dem Feld. Auf ihn folgte Blazo Lisicic, ein Werfer, der auch im Innenblock decken konnte. Mit ihm begann die lange GWD-Laufbahn von Jan-Fiete Buschmann. Der deutsche A-Jugendmeister von 2001 war nicht gerade durch einen furchteinflößend harten Wurf bekannt, aber er war ein Virtuose, zudem ein starker Beachhandballer. Elmar Romanesen, der Blondschopf aus Bayern, kam nicht über den Status der Nummer drei hinaus.

Moritz Schäpsmeier

Du musst ein überragender Abwehrspieler werden, nur dann kannst Du es in die Bundesliga schaffen“, sagte GWD-Manager Horst Bredemeier zu dem jungen Mindener Moritz Schäpsmeier einst. Gehört, getan. Nach seiner ersten GWD-Zeit spielte er in Großwallstadt und Magdeburg im Europapokal, ehe er seine Karriere an der Weser ausklingen ließ. Heute Trainiert Schäpsmeier den Drittligisten GWD Minden II. Denis Maksimowitch kam ebenfalls 2002. Der Mann aus Minsk hinterließ keine verwertbaren Spuren und war schnell wieder weg. Für ihn kam noch während der Saison der Spanier José Panadero, der für Torgefahr von rechts sorgte.

Evars Klesniks

Ivan Vukas folgte ihm, und der spielte nicht schlecht. Er half aber auch nicht in der Form, wie man es von einem kroatischen Nationalspieler hätte erwarten dürfen. Evars Klesniks spielte von 2009 an vier Jahre in Minden. Zur Kultfigur wurde er erst danach in Wetzlar und mit seinen Erfolgen mit der Nationalmannschaft Lettlands. Der Slowake Marian Hunady blieb unauffällig und nur ein Jahr an der Weser.

Christoph Steinert

Ganz anders Christoph Steinert: Der Kumpel von Spielmacher Sören Südmeier setzte vorne wie hinten Akzente, verließ nach dem zweiten Abstieg mit GWD den Verein im Jahr 2015 aber. Andreas Cederholm kam über die Rolle des Ersatzes von Rambo nicht hinaus und gab frühzeitig seinen Wechsel zum TBV Lemgo bekannt. Ihm folgte Christoph Reißky als Rambo-Backup. Vor Beginn dieser Spielzeit verletzte er sich schwer. Für ihn kam der 40-Jährige Christian Zeitz, WM-Gewinner 2007. Er spielte im Angriff bislang wenig weltmeisterlich.

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