Vieles läuft besser: Eine Niederlage als Mutmacher Jörg Wehling Hamburg. Wer es bisher gut meinte mit dem Handball-Bundesligisten GWD Minden, der wurde zuletzt bitter enttäuscht. Sang- und klanglos gingen die bisherigen Partien verloren, die Hoffnung auf ein gutes Spiel waren zumeist schon nach der ersten Halbzeit dahin. Gestern Nachmittag in der Alsterdorfer Sporthalle war dies gegen den Aufsteiger HSV Hamburg anders. Die Zuschauer sahen eine engagiert auftretende Gäste-Mannschaft, die fast bis zum Schluss auf etwas Zählbares hoffen durfte. Die 27:31-Niederlage nach 14:13-Pausenführung handelten sich die Mindener in den letzten zehn Minuten ein, als überhastete Abschlüsse und unnötige Zeitstrafen überhand nahmen und die Hamburger mit einem 5:0-Lauf entscheidend von 23:23 auf 28:23 davonziehen konnten. „Natürlich war das besser, als bisher. Aber was hilft es uns, wenn wir am Ende dennoch ohne Punkte dastehen. In den letzten zehn Minuten konnten die Gegenspieler aus sechs Metern fast durch unsere Abwehr laufen. Das ist unerklärlich“, kanalisierte Max Janke den Frust in diese Aussage. Gerade Janke hatte sich wenig vorzuwerfen. Er setzte mit seinen Durchbrüchen auch in der Offensive reichlich Akzente. Richtig gut lief es bei vielen GWD-Akteuren im ersten Durchgang, beispielsweise auch bei Jan Grebenc. Der Halblinke hatte bei seinen ersten Treffern ein wenig Glück, gewann daraus aber Selbstvertrauen und fiel so auch durch gute Zuspiele auf. Bis zum 5:5 (11.) war die Partie mindestens ausgeglichen und aus einem 7:9-Rückstand machten die Grün-Weißen ein 10:10. Das letzte Tor der ersten Halbzeit machten ebenfalls die Mindener durch Mannschaftskapitän Niclas Pieczkowski zum 14:13. Weil die Gastgeber nicht wie gewohnt zum Abschluss kamen, war sogar eine höhere Pausenführung möglich. „Wir hatten in der ersten Halbzeit eine gute Spielanlage und produzierten wenig technische Fehler. Vielleicht hatten wir ein oder zwei Fehlwürfe zu viel“, bestätigte Trainer Frank Carstens diesen Eindruck. Klar machte der GWD-Trainer aber auch, warum es im zweiten Durchgang nicht mehr ganz so gut lief. „Die Hamburger haben besser gedeckt und waren in einigen Aktionen in der Schlussphase besser als wir. Wir mussten dann hohes Risiko gehen und haben teilweise zu früh abgeschlossen.“ Ein Sinnbild dafür war Max Staar, der für seinen einzigen Treffer sechs Versuche brauchte. Die Niederlage leitete aber Christian Zeitz ein, als er sich in der Abwehr ein überflüssiges Foul leistete und somit beim Stande von 23:23 eine Zeitstrafe einhandelte (49.). Eine Schlüsselszene der Partie, denn anschließend zogen die Hamburger auf 28:23 davon. Drei Minuten später war dann auch für Joshua Thiele die Partie vorbei nach seiner dritten Zeitstrafe. Dafür tauchte in der Schlussviertelstunde aber Spielmacher Amine Darmoul auf dem Feld auf und gab ein vielversprechendes Comeback. „Er war schmerzfrei und hat die Partie auch sehr gut überstanden“, lobte Frank Carstens den Tunesier, der ein bisschen Hoffnungsträger für die weiteren Aufgaben sein soll. Ein kleiner Beleg dafür: Von den letzten vier GWD-Treffern markierte Darmoul drei Tore. Allerdings reichte die Zeit nicht mehr, um den Spiel eine Wende geben zu können. Die besseren Einzelspieler hatten gestern in Hamburg aber die Gastgeber, mit Johannes Bitter stand einer davon im Tor. Die anderen beiden hießen Azat Valiullin und Casper Mortensen (beide jeweils mit acht Treffern), die im entscheidenden Moment trafen. „Minden ist eine gute Mannschaft, obwohl sie null Punkte haben. Sie haben uns das Leben lange schwer gemacht“, lobte etwa Caspar Mortensen den Auftritt der Grün-Weißen in Hamburg. Viel kaufen können sich die Mindener dafür nichts oder wie es Max Janke ausdrückte. „Ein gutes Spiel zu machen ist schon wichtig, aber es hilft ja nichts. Wir brauchen endlich Punkte.“ Die Leistungskurve zeigt beim GWD-Team jedenfalls nach oben. So gesehen war die Niederlage in Hamburg, eine, die Mut macht für die kommende Aufgabe. Und die heißt am kommenden Wochenende dann TBV Lemgo-Lippe.

Vieles läuft besser: Eine Niederlage als Mutmacher

Endlich zurück auf der Platte: GWD Mindens Spielmacher Amine Darmoul traf in der Schlussphase drei Mal. . Foto: imago © imago images/Lobeca

Hamburg. Wer es bisher gut meinte mit dem Handball-Bundesligisten GWD Minden, der wurde zuletzt bitter enttäuscht. Sang- und klanglos gingen die bisherigen Partien verloren, die Hoffnung auf ein gutes Spiel waren zumeist schon nach der ersten Halbzeit dahin. Gestern Nachmittag in der Alsterdorfer Sporthalle war dies gegen den Aufsteiger HSV Hamburg anders. Die Zuschauer sahen eine engagiert auftretende Gäste-Mannschaft, die fast bis zum Schluss auf etwas Zählbares hoffen durfte. Die 27:31-Niederlage nach 14:13-Pausenführung handelten sich die Mindener in den letzten zehn Minuten ein, als überhastete Abschlüsse und unnötige Zeitstrafen überhand nahmen und die Hamburger mit einem 5:0-Lauf entscheidend von 23:23 auf 28:23 davonziehen konnten.

„Natürlich war das besser, als bisher. Aber was hilft es uns, wenn wir am Ende dennoch ohne Punkte dastehen. In den letzten zehn Minuten konnten die Gegenspieler aus sechs Metern fast durch unsere Abwehr laufen. Das ist unerklärlich“, kanalisierte Max Janke den Frust in diese Aussage. Gerade Janke hatte sich wenig vorzuwerfen. Er setzte mit seinen Durchbrüchen auch in der Offensive reichlich Akzente.

Richtig gut lief es bei vielen GWD-Akteuren im ersten Durchgang, beispielsweise auch bei Jan Grebenc. Der Halblinke hatte bei seinen ersten Treffern ein wenig Glück, gewann daraus aber Selbstvertrauen und fiel so auch durch gute Zuspiele auf. Bis zum 5:5 (11.) war die Partie mindestens ausgeglichen und aus einem 7:9-Rückstand machten die Grün-Weißen ein 10:10. Das letzte Tor der ersten Halbzeit machten ebenfalls die Mindener durch Mannschaftskapitän Niclas Pieczkowski zum 14:13. Weil die Gastgeber nicht wie gewohnt zum Abschluss kamen, war sogar eine höhere Pausenführung möglich.

„Wir hatten in der ersten Halbzeit eine gute Spielanlage und produzierten wenig technische Fehler. Vielleicht hatten wir ein oder zwei Fehlwürfe zu viel“, bestätigte Trainer Frank Carstens diesen Eindruck. Klar machte der GWD-Trainer aber auch, warum es im zweiten Durchgang nicht mehr ganz so gut lief. „Die Hamburger haben besser gedeckt und waren in einigen Aktionen in der Schlussphase besser als wir. Wir mussten dann hohes Risiko gehen und haben teilweise zu früh abgeschlossen.“ Ein Sinnbild dafür war Max Staar, der für seinen einzigen Treffer sechs Versuche brauchte.

Die Niederlage leitete aber Christian Zeitz ein, als er sich in der Abwehr ein überflüssiges Foul leistete und somit beim Stande von 23:23 eine Zeitstrafe einhandelte (49.). Eine Schlüsselszene der Partie, denn anschließend zogen die Hamburger auf 28:23 davon. Drei Minuten später war dann auch für Joshua Thiele die Partie vorbei nach seiner dritten Zeitstrafe. Dafür tauchte in der Schlussviertelstunde aber Spielmacher Amine Darmoul auf dem Feld auf und gab ein vielversprechendes Comeback. „Er war schmerzfrei und hat die Partie auch sehr gut überstanden“, lobte Frank Carstens den Tunesier, der ein bisschen Hoffnungsträger für die weiteren Aufgaben sein soll. Ein kleiner Beleg dafür: Von den letzten vier GWD-Treffern markierte Darmoul drei Tore. Allerdings reichte die Zeit nicht mehr, um den Spiel eine Wende geben zu können.

Die besseren Einzelspieler hatten gestern in Hamburg aber die Gastgeber, mit Johannes Bitter stand einer davon im Tor. Die anderen beiden hießen Azat Valiullin und Casper Mortensen (beide jeweils mit acht Treffern), die im entscheidenden Moment trafen.

„Minden ist eine gute Mannschaft, obwohl sie null Punkte haben. Sie haben uns das Leben lange schwer gemacht“, lobte etwa Caspar Mortensen den Auftritt der Grün-Weißen in Hamburg. Viel kaufen können sich die Mindener dafür nichts oder wie es Max Janke ausdrückte. „Ein gutes Spiel zu machen ist schon wichtig, aber es hilft ja nichts. Wir brauchen endlich Punkte.“

Die Leistungskurve zeigt beim GWD-Team jedenfalls nach oben. So gesehen war die Niederlage in Hamburg, eine, die Mut macht für die kommende Aufgabe. Und die heißt am kommenden Wochenende dann TBV Lemgo-Lippe.

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