Viel fehlt nicht: Komplimente für GWD nach couragiertem Auftritt bei den Löwen Jörg Wehling Mannheim/Minden. Komplimente vom Gegner, positive Erkenntnisse für den weiteren Saisonverlauf, aber eben keine Punkte nahmen die Bundesliga-Handballer GWD Mindens aus Mannheim mit auf die Rückfahrt. Ein bis vier Punkte waren für die Grün-Weißen aus den beiden Spielen möglich. Doch sowohl in Göppingen als auch in Mannheim zog der Underdog den Kürzen. „Einfach nur leer“ fühlte sich beispielsweise GWD-Spielmacher Juri Knorr nach der bitteren 27:29 (14:14)-Niederlage bei den Rhein Neckar Löwen. Für Knorr war es der erste Auftritt in der SAP-Arena, die ab der kommenden Saison seine Heimspielstätte sein wird. GWD-Schlussmann Malte Semisch, der mit zwölf Paraden durchaus das Zeug dazu hatte, zum Matchwinner für die Grün-Weißen zu werden, brachte es so auf den Punkt: „Ich kann die Lobeshymnen für unser Spiel langsam nicht mehr hören. Wir haben abgesehen von der letzten Phase vieles richtig gemacht. Aber es hat eben leider nicht ganz gereicht.“ Doch neben dem verständlichen Frust befand Semisch auch, dass „wir unbedingt positiv bleiben müssen. Schließlich haben wir am kommenden Donnerstag in Essen die nächste Chance, es besser zu machen.“ Für die Enttäuschung seiner Schützlinge hatte auch Trainer Frank Carstens Verständnis. Er sah aber eine Weiterentwicklung seiner Mannschaft. Christian Zeitz und Miro Schluroff setzten einige Akzente in der Offensive und sorgten so dafür, dass sich Doruk Pehlivan und Christoffer Rambo wichtige Verschnaufpausen auf der Bank gönnen konnten. „Natürlich ist das nervig, wenn man am Ende keine Punkte holt. Aber wir haben eine sehr stabile Leistung abgeliefert“, befand der GWD-Coach. Die zentrale Frage vor dem Duell in Mannheim war, wie lange die Spieler nur 48 Stunden nach dem Spiel in Göppingen kräftemäßig gegen den Tabellenvierten mithalten würden. Die Antwort war eindeutig: Bis 30 Sekunden vor dem Spielende. Bis zum 27:28 war für die Grün-Weißen alles im Bereich des Möglichen, sogar ein Erfolg gegen den Topfavoriten. Erst Löwen-Routinier Mait Patrail sorgte mit dem 29. Tor dafür, dass am Ende die Gastgeber jubeln durften. Überragender Mann bei den Löwen war Spielmacher Andy Schmid mit elf Treffern, allerdings waren darunter auch sechs Siebenmeter. Der Schweizer war nach der Partie ziemlich platt, was auch daran lag, dass sich die Mindener über 60 Minuten nicht abschütteln ließen. „GWD hat eine agile Abwehr mit einem guten Torwart und ein gutes Spielkonzept. Wir sind froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Über das ’Wie’ spricht in ein paar Wochen keiner mehr.“ Schmid markierte die ersten drei Treffer für die Hausherren. Doch die Mindener waren ebenfalls von Beginn an gut im Spiel und führten nach zwölf Minuten mit 6:5 – auch dank eines ebenfalls gut aufgelegten GWD-Spielmachers Juri Knorr. Selbst nach einem 7:9-Rückstand blieb das Spiel der Gäste stabil. Knorr sorgte mit seinem vierten Treffer für den 10:10-Ausgleich (21.). Und nach Knorrs Tor zum 12:12 war Löwen-Trainer Martin Schwalb gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Viel besser wurde es bis zur Pause für die Löwen nicht. Das lag auch daran, dass GWD mit Christian Zeitz die Routine-Karte ausspielte. Er machte eines seiner bisher besten Partien im GWD-Trikot. Neben dem Faktor Defensivarbeit, funktionierte der Routinier auch im Offensivspiel. Sehenswert war sein mit Auge abgeschlossener Wurf zur 14:13-Führung per Tempogegenstoß. Ganz zufrieden war Carstens mit der Vorstellung seiner Schützlinge in der ersten Halbzeit aber nicht. Zu viele technische Fehler erlaubte sich sein Team, zudem passte das Tempospiel nicht und bei den Abwehraktionen waren zu große Lücken am Kreis, die den Rhein Neckar Löwen einfache Tore erlaubten. In der zweiten Halbzeit lief das Spiel aus Mindener Sicht gut an, obwohl die Gastgeber schnell mit 16:14 führten. GWD blieb dran und antwortete. Zeitz traf zum 18:17 und wenig später Kevin Gulliksen zum 20:18 (40.). In der nächsten Auszeit stellte Martin Schwalb das Spiel seines Teams um. Defensiv wurde nun zeitweilig in einer 5:1-Deckung gespielt und offensiv spielten sie mit dem siebten Feldspieler. Außerdem brachte Schwalb frische Akteure mit Niclas Kirkelökke und Mait Patrail. „Wir haben aber auch in dieser Phase noch sehr gute Lösungen gefunden, uns aber vielleicht drei oder vier Passfehler zu viel erlaubt“, sagte Carstens anschließend. Die Folge war, dass sich die Hausherren an den Mindenern vorbeischoben und den knappen Vorsprung behaupteten. Über 21:21 (45.) hieß es 23:21. Ärgerlich für GWD war hier die Rote Karte von Justus Richtzenhain nach einem Foulspiel an Patrick Groetzki, der auf dem Fuß des Mindener Kreisläufer landete und umknickte. Die Unparteiischen werteten die Abwehraktion Richtzenhains offenbar als Unsportlichkeit (53.). Nach dem 25:25 sorgten Kirkelokke und Patrail für die 28:26-Führung. Beim Rambo-Tor zum 27:28 keimte noch einmal Hoffnung auf, die Patrail wenig später zunichte machte.

Viel fehlt nicht: Komplimente für GWD nach couragiertem Auftritt bei den Löwen

Hellwach in der Abwehr waren Christian Zeitz (links) und Maximilian Janke (rechts) gegen Romain Lagarde und Ymir Örn Gislason. Im Hintergrund bleibt Malte Semisch aufmerksam. Foto: Pix-Sportfotos/Michaela Kösegi © PIX-Sportfotos/Michaela Kösegi

Mannheim/Minden. Komplimente vom Gegner, positive Erkenntnisse für den weiteren Saisonverlauf, aber eben keine Punkte nahmen die Bundesliga-Handballer GWD Mindens aus Mannheim mit auf die Rückfahrt. Ein bis vier Punkte waren für die Grün-Weißen aus den beiden Spielen möglich. Doch sowohl in Göppingen als auch in Mannheim zog der Underdog den Kürzen.

„Einfach nur leer“ fühlte sich beispielsweise GWD-Spielmacher Juri Knorr nach der bitteren 27:29 (14:14)-Niederlage bei den Rhein Neckar Löwen. Für Knorr war es der erste Auftritt in der SAP-Arena, die ab der kommenden Saison seine Heimspielstätte sein wird.

GWD-Schlussmann Malte Semisch, der mit zwölf Paraden durchaus das Zeug dazu hatte, zum Matchwinner für die Grün-Weißen zu werden, brachte es so auf den Punkt: „Ich kann die Lobeshymnen für unser Spiel langsam nicht mehr hören. Wir haben abgesehen von der letzten Phase vieles richtig gemacht. Aber es hat eben leider nicht ganz gereicht.“ Doch neben dem verständlichen Frust befand Semisch auch, dass „wir unbedingt positiv bleiben müssen. Schließlich haben wir am kommenden Donnerstag in Essen die nächste Chance, es besser zu machen.“

Für die Enttäuschung seiner Schützlinge hatte auch Trainer Frank Carstens Verständnis. Er sah aber eine Weiterentwicklung seiner Mannschaft. Christian Zeitz und Miro Schluroff setzten einige Akzente in der Offensive und sorgten so dafür, dass sich Doruk Pehlivan und Christoffer Rambo wichtige Verschnaufpausen auf der Bank gönnen konnten. „Natürlich ist das nervig, wenn man am Ende keine Punkte holt. Aber wir haben eine sehr stabile Leistung abgeliefert“, befand der GWD-Coach.

Die zentrale Frage vor dem Duell in Mannheim war, wie lange die Spieler nur 48 Stunden nach dem Spiel in Göppingen kräftemäßig gegen den Tabellenvierten mithalten würden. Die Antwort war eindeutig: Bis 30 Sekunden vor dem Spielende. Bis zum 27:28 war für die Grün-Weißen alles im Bereich des Möglichen, sogar ein Erfolg gegen den Topfavoriten. Erst Löwen-Routinier Mait Patrail sorgte mit dem 29. Tor dafür, dass am Ende die Gastgeber jubeln durften.

Überragender Mann bei den Löwen war Spielmacher Andy Schmid mit elf Treffern, allerdings waren darunter auch sechs Siebenmeter. Der Schweizer war nach der Partie ziemlich platt, was auch daran lag, dass sich die Mindener über 60 Minuten nicht abschütteln ließen. „GWD hat eine agile Abwehr mit einem guten Torwart und ein gutes Spielkonzept. Wir sind froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Über das ’Wie’ spricht in ein paar Wochen keiner mehr.“

Schmid markierte die ersten drei Treffer für die Hausherren. Doch die Mindener waren ebenfalls von Beginn an gut im Spiel und führten nach zwölf Minuten mit 6:5 – auch dank eines ebenfalls gut aufgelegten GWD-Spielmachers Juri Knorr. Selbst nach einem 7:9-Rückstand blieb das Spiel der Gäste stabil. Knorr sorgte mit seinem vierten Treffer für den 10:10-Ausgleich (21.). Und nach Knorrs Tor zum 12:12 war Löwen-Trainer Martin Schwalb gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Viel besser wurde es bis zur Pause für die Löwen nicht. Das lag auch daran, dass GWD mit Christian Zeitz die Routine-Karte ausspielte. Er machte eines seiner bisher besten Partien im GWD-Trikot. Neben dem Faktor Defensivarbeit, funktionierte der Routinier auch im Offensivspiel. Sehenswert war sein mit Auge abgeschlossener Wurf zur 14:13-Führung per Tempogegenstoß.

Ganz zufrieden war Carstens mit der Vorstellung seiner Schützlinge in der ersten Halbzeit aber nicht. Zu viele technische Fehler erlaubte sich sein Team, zudem passte das Tempospiel nicht und bei den Abwehraktionen waren zu große Lücken am Kreis, die den Rhein Neckar Löwen einfache Tore erlaubten.

In der zweiten Halbzeit lief das Spiel aus Mindener Sicht gut an, obwohl die Gastgeber schnell mit 16:14 führten. GWD blieb dran und antwortete. Zeitz traf zum 18:17 und wenig später Kevin Gulliksen zum 20:18 (40.).

In der nächsten Auszeit stellte Martin Schwalb das Spiel seines Teams um. Defensiv wurde nun zeitweilig in einer 5:1-Deckung gespielt und offensiv spielten sie mit dem siebten Feldspieler. Außerdem brachte Schwalb frische Akteure mit Niclas Kirkelökke und Mait Patrail. „Wir haben aber auch in dieser Phase noch sehr gute Lösungen gefunden, uns aber vielleicht drei oder vier Passfehler zu viel erlaubt“, sagte Carstens anschließend.

Die Folge war, dass sich die Hausherren an den Mindenern vorbeischoben und den knappen Vorsprung behaupteten. Über 21:21 (45.) hieß es 23:21. Ärgerlich für GWD war hier die Rote Karte von Justus Richtzenhain nach einem Foulspiel an Patrick Groetzki, der auf dem Fuß des Mindener Kreisläufer landete und umknickte. Die Unparteiischen werteten die Abwehraktion Richtzenhains offenbar als Unsportlichkeit (53.). Nach dem 25:25 sorgten Kirkelokke und Patrail für die 28:26-Führung. Beim Rambo-Tor zum 27:28 keimte noch einmal Hoffnung auf, die Patrail wenig später zunichte machte.

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