Viel Geduld und ein bisschen Zeitz: GWD Minden empfängt die HSG Wetzlar Marcus Riechmann Minden. Der Start in die 55. Saison der Handball-Bundesliga ist beiden misslungen. GWD Minden verlor in Hannover 25:26, die HSG Wetzlar unterlag daheim vor 800 Fans der SG Flensburg-Handewitt 27:29. Heute Abend treffen die Verlierer in der Kreissporthalle Lübbecke aufeinander. Die Teams eint das Ziel: Sie wollen emotional ankommen in der Liga, nach Monaten der Vorbereitung endlich einen Sieg feiern und mit den ersten Pluspunkten den Druck vom Kessel nehmen. Denn der Druck in der Corona-Saison ist kein geringer. Da mit einer neuen Welle der Pandemie jederzeit ein erneuter Saisonabbruch zu befürchten ist, ist es wichtig, möglichst früh Punkte zu sammeln. Und für die Mindener, denen im ersten Saisonabschnitt ein schweres Programm mit vielen Auswärtsspielen bevorsteht, liegt eine Leistungslast in den wenigen Partien vor eigenem Publikum. Doch davon will Frank Carstens nicht viel wissen. „Druck gibt es immer“, sagt der GWD-Trainer und führt aus: „Es gibt auch in jedem Spiel die Chance zum Erfolg. Die hatten wir in Hannover, die haben wir gegen Wetzlar und die haben wir danach auch in Flensburg. Die sind so früh in der Saison auch noch nicht auf Schienen unterwegs.“ Zum Saisonstart sei vieles möglich, erst recht in diesem Jahr. Carstens entfacht Optimismus: „Wetzlar ist das nächste Spiel und damit das wichtigste. Wir haben in Lübbecke gute Erfolge erzielt, sie ist mit positiven Erinnerungen verknüpft. Diesen Faden nehmen wir auf.“ Gespannt dürfen die Fans auf das Debüt von Christian Zeitz sein. Doch Wunderdinge erwartet man vom wurfgewaltigen Ex-Weltmeister bei GWD nicht – jedenfalls noch nicht. Der 39-Jährige, der bis zum Bezug einer Wohnung mit seiner Familie vorübergehend allein im Hotel Lindgart abgestiegen ist, soll zunächst mal in Minden und im Team ankommen. „Wir wollen das alles nicht zu hoch hängen. Wir geben ihm Zeit“, sagt GWD-Sportgeschäftsführer Frank von Behren. Auch Trainer Frank Carstens dämpft die Erwartungen. „Christian hat im März das letzte Mal aufs Tor geworfen. Wir sind seit Mai wieder im Training, er hat erst am Sonntag das erste Mal mit uns trainiert“, beschreibt der Coach die Situation. Bis der kurzfristig für den lange verletzt fehlenden Christoph Reißky nachverpflichtete Routinier die Rolle als Partner von Christoffer Rambo im rechten Rückraum ausfüllen kann, werde es noch dauern. „Er ist da, er trainiert mit uns und wir werden sehen, wie weit wir bis Mittwoch kommen“, deutet Carstens an, dass es lediglich auf einen ersten Kurzeinsatz für den Linkshänder hinausläuft. Immerhin gilt: „Christian macht viel wett mit seiner Erfahrung und seinem individuellen Können.“ Fehlen wird Joshua Thiele, der sich ausgerechnet im ersten Spiel für GWD an seiner alten Wirkungsstätte in Hannover einen Anriss des Syndesmosebandes am Fuß zugezogen hat. Bei gutem Heilungsverlauf werde der Kreisläufer drei bis vier Wochen fehlen, vermutet Carstens. Damit wächst die Last im Angriff und im Abwehrinnenblock auf Lucas Meister. Entlastung soll der Schweizer Nationalspieler von Justus Richtzenhain erhalten. Über den Mann aus dem Anschlusskader sagt der Trainer: „Er ist auf einem guten Weg. Seine Aufgaben hat er bisher zuverlässig erledigt.“ Nun werden diese bisher nur Minuten währende Aufgaben wachsen. Carstens erwartet gegen Wetzlar ein völlig anderes Handballspiel als gegen Hannover. Die HSG spiele vor dem guten Keeper Till Klimke eine solide 6:0-Abwehr mit einem massiven Innenblock. „Da sieht man das Tor manchmal nicht“, beschreibt der Coach und fordert von seinen Angreifern Geduld. Ausdauer ist auch in der Defensive gefragt, denn Wetzlar „wird uns keine leichten Bälle schenken.“ Das Team von Coach Kai Wandschneider, der sein letztes Jahr in Wetzlar absolviert, beherrsche das jahrelang einstudierte Spielsystem im Schlaf. Der Gästeangriff besitzt mit Stefan Cavor im rechten Rückraum einen wuchtigen Schützen, der zum Saisonstart mit elf Toren gegen Flensburg zwei Treffer mehr erzielte als Mindens Topschütze Christoffer Rambo in Hannover. Die von Routinier Filip Mirkulovski geführte Offensive ist eingespielt, besitzt in Lenny Rubin einen wurfstarken Halblinken und in Ole Forsell-Schefvert auf derselben Position einen spiel- und zweikampfstarken Entscheider. Keine Frage: Es kommt Arbeit auf die Mindener zu. Das Team wird ackern müssen, damit es mit zwei Punkten und einem guten Gefühl aus dem Spiel gehen kann. Alles rund um GWD Minden und zum Saisonstart der Bundesliga bietet das Magazin „SPIELZEIT“, erhältlich im Zeitschriftenhandel und bei Express-Tickets in der Obermarktstraße

Viel Geduld und ein bisschen Zeitz: GWD Minden empfängt die HSG Wetzlar

Gute Chance, kein Tor. Dieses Manko müssen Aliaksandr Padshyvalau, hier beim Wurf im Spiel gegen Hannover, und GWD Minden heute gegen die HSG Wetzlar beheben. © MT-Foto: Riechmann

Minden. Der Start in die 55. Saison der Handball-Bundesliga ist beiden misslungen. GWD Minden verlor in Hannover 25:26, die HSG Wetzlar unterlag daheim vor 800 Fans der SG Flensburg-Handewitt 27:29. Heute Abend treffen die Verlierer in der Kreissporthalle Lübbecke aufeinander. Die Teams eint das Ziel: Sie wollen emotional ankommen in der Liga, nach Monaten der Vorbereitung endlich einen Sieg feiern und mit den ersten Pluspunkten den Druck vom Kessel nehmen.

Denn der Druck in der Corona-Saison ist kein geringer. Da mit einer neuen Welle der Pandemie jederzeit ein erneuter Saisonabbruch zu befürchten ist, ist es wichtig, möglichst früh Punkte zu sammeln. Und für die Mindener, denen im ersten Saisonabschnitt ein schweres Programm mit vielen Auswärtsspielen bevorsteht, liegt eine Leistungslast in den wenigen Partien vor eigenem Publikum.

Als Joshua Thiele verletzt ausgeschieden war und Lucas Meister eine Zeitstrafe absaß kam im ersten Saisonspiel in Hannover GWD-Kreisläufer Justus Richtzenhain (am Ball) zum einem Einsatz als Spezialkraft. - © MT-Foto: Riechmann
Als Joshua Thiele verletzt ausgeschieden war und Lucas Meister eine Zeitstrafe absaß kam im ersten Saisonspiel in Hannover GWD-Kreisläufer Justus Richtzenhain (am Ball) zum einem Einsatz als Spezialkraft. - © MT-Foto: Riechmann

Doch davon will Frank Carstens nicht viel wissen. „Druck gibt es immer“, sagt der GWD-Trainer und führt aus: „Es gibt auch in jedem Spiel die Chance zum Erfolg. Die hatten wir in Hannover, die haben wir gegen Wetzlar und die haben wir danach auch in Flensburg. Die sind so früh in der Saison auch noch nicht auf Schienen unterwegs.“ Zum Saisonstart sei vieles möglich, erst recht in diesem Jahr. Carstens entfacht Optimismus: „Wetzlar ist das nächste Spiel und damit das wichtigste. Wir haben in Lübbecke gute Erfolge erzielt, sie ist mit positiven Erinnerungen verknüpft. Diesen Faden nehmen wir auf.“

Gespannt dürfen die Fans auf das Debüt von Christian Zeitz sein. Doch Wunderdinge erwartet man vom wurfgewaltigen Ex-Weltmeister bei GWD nicht – jedenfalls noch nicht. Der 39-Jährige, der bis zum Bezug einer Wohnung mit seiner Familie vorübergehend allein im Hotel Lindgart abgestiegen ist, soll zunächst mal in Minden und im Team ankommen. „Wir wollen das alles nicht zu hoch hängen. Wir geben ihm Zeit“, sagt GWD-Sportgeschäftsführer Frank von Behren. Auch Trainer Frank Carstens dämpft die Erwartungen. „Christian hat im März das letzte Mal aufs Tor geworfen. Wir sind seit Mai wieder im Training, er hat erst am Sonntag das erste Mal mit uns trainiert“, beschreibt der Coach die Situation. Bis der kurzfristig für den lange verletzt fehlenden Christoph Reißky nachverpflichtete Routinier die Rolle als Partner von Christoffer Rambo im rechten Rückraum ausfüllen kann, werde es noch dauern. „Er ist da, er trainiert mit uns und wir werden sehen, wie weit wir bis Mittwoch kommen“, deutet Carstens an, dass es lediglich auf einen ersten Kurzeinsatz für den Linkshänder hinausläuft. Immerhin gilt: „Christian macht viel wett mit seiner Erfahrung und seinem individuellen Können.“

Fehlen wird Joshua Thiele, der sich ausgerechnet im ersten Spiel für GWD an seiner alten Wirkungsstätte in Hannover einen Anriss des Syndesmosebandes am Fuß zugezogen hat. Bei gutem Heilungsverlauf werde der Kreisläufer drei bis vier Wochen fehlen, vermutet Carstens. Damit wächst die Last im Angriff und im Abwehrinnenblock auf Lucas Meister. Entlastung soll der Schweizer Nationalspieler von Justus Richtzenhain erhalten. Über den Mann aus dem Anschlusskader sagt der Trainer: „Er ist auf einem guten Weg. Seine Aufgaben hat er bisher zuverlässig erledigt.“ Nun werden diese bisher nur Minuten währende Aufgaben wachsen.

Carstens erwartet gegen Wetzlar ein völlig anderes Handballspiel als gegen Hannover. Die HSG spiele vor dem guten Keeper Till Klimke eine solide 6:0-Abwehr mit einem massiven Innenblock. „Da sieht man das Tor manchmal nicht“, beschreibt der Coach und fordert von seinen Angreifern Geduld. Ausdauer ist auch in der Defensive gefragt, denn Wetzlar „wird uns keine leichten Bälle schenken.“ Das Team von Coach Kai Wandschneider, der sein letztes Jahr in Wetzlar absolviert, beherrsche das jahrelang einstudierte Spielsystem im Schlaf. Der Gästeangriff besitzt mit Stefan Cavor im rechten Rückraum einen wuchtigen Schützen, der zum Saisonstart mit elf Toren gegen Flensburg zwei Treffer mehr erzielte als Mindens Topschütze Christoffer Rambo in Hannover. Die von Routinier Filip Mirkulovski geführte Offensive ist eingespielt, besitzt in Lenny Rubin einen wurfstarken Halblinken und in Ole Forsell-Schefvert auf derselben Position einen spiel- und zweikampfstarken Entscheider. Keine Frage: Es kommt Arbeit auf die Mindener zu. Das Team wird ackern müssen, damit es mit zwei Punkten und einem guten Gefühl aus dem Spiel gehen kann.

Alles rund um GWD Minden und zum Saisonstart der Bundesliga bietet das Magazin „SPIELZEIT“, erhältlich im Zeitschriftenhandel und bei Express-Tickets in der Obermarktstraße

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