VIP-Raum-Gipfel an der Kampa-Halle: Lösung für GWD in Sicht Marcus Riechmann Minden. Unter den vielen Problemen im Interessengeflecht zwischen Kampa- und Multihalle ist der fehlende VIP-Raum eher eines der kleineren. Gleichwohl ist klar: Ohne eine Begegnungs- und Bewirtungsstätte für Sponsoren wird GWD Minden die Spiellizenz für die Mindener Kampa-Halle nicht erhalten. Folgerichtig bekam GWD am vergangenen Montag die Zulassung für die Bundesliga vom Ligaverband HBL ausschließlich für Heimspiele in der Kreissporthalle Lübbecke. Um die Kuh vom Eis zu holen und die Rückkehr von GWD in die Mindener Kampa-Halle zumindest nicht am VIP-Raum scheitern zu lassen, hatte sich nun ein illustrer Kreis am Ort des Geschehens versammelt. Auf Initiative von Bürgermeister Michael Jäcke machten sich der städtische Bau-Beigeordnete Lars Bursian, Kreis-Baudezernent Lutz Freiberg und GWD-Geschäftsführer Markus Kalusche gemeinsam ein Bild. Allein die nach ihrem Unfall ans Home-Office gebundene Landrätin Anna Bölling fehlte beim VIP-Raum-Gipfeltreffen. Die Suche nach Lösungen im gemeinsamen Austausch war offenbar ebenso notwendig wie fruchtbar. „Das war ein konstruktives Gespräch, es gibt Lösungsansätze, den VIP-Raum innerhalb der Kampa-Halle einzurichten“, berichtete Kreis-Baudezernent Freiberg übereinstimmend mit Bursian und Kalusche. „Ich freue mich, dass wir nun über andere Optionen diskutieren als über einen Bau auf dem Parkplatz“, sprach Bursian von einem Erfolg des Treffens, das den Kreis Minden-Lübbecke als Eigentümer der Halle mit GWD Minden als Mieter wieder ins Gespräch brachte. Die Lösung zielt auf die Errichtung eines VIP-Bereichs im Nordfoyer hinter der jüngeren Tribünenseite. „Es ist doch sinnhaft, das zu nutzen, was bereits vorhanden ist“, spricht Bursian von einer Lösung, die auf der Hand liegt. Mit kleinen und kostengünstigen Maßnahmen ließe sich dort eine VIP-Zone schaffen, meint Freiberg. Er spricht von einer vernünftigen Lösung, die den Anforderungen der Handball-Bundesliga gerecht werde. Die seit Jahren in der Schublade schlummernde Zelt-Idee von GWD-Geschäftsführer Kalusche ist damit wohl vom Tisch. Sein Plan lautete: Da der alte Mehrzweckraum in der Halle aus brandschutzrechtlichen Gründen nicht mehr als VIP-Zone genutzt werden darf, sollte ein Ersatz in einem temporären Bau auf dem Parkplatz unmittelbar vor der Halle errichtet werden. An Stadt und Kreis hatte Kalusche Anträge auf Übernahme der Kosten in geschätzter Höhe von 200.000 bis 225.000 Euro pro Jahr gerichtet. Am Mittwoch war der Antrag im Kreis-Finanzausschuss – wohl wegen des Gipfeltreffens – von der Tagesordnung genommen und in die Kreisausschuss-Sitzung am heutigen Montag verschoben worden. Im Kreishaus wird die Politik im Rahmen der Haushaltsdebatte über die Kostenübernahme entscheiden müssen, falls Kalusche den öffentlich kontrovers diskutierten Antrag nicht bis zur Sitzung zurückzieht. Letzteres scheint wahrscheinlich, um die gerade erbauten Brücken zwischen Kreis und Bundesliga-Klub nicht wieder einzureißen. Die Entscheidung darüber behält sich der Manager vor. „Der Antrag liegt auf dem Tisch“, sagte Kalusche, „wir wissen noch nicht, wie wir verfahren werden. Erstmal werden wir das in Ruhe besprechen.“ Gleichwohl gibt er die Richtung vor: „Am Ende geht es nicht um Wunschlösungen für GWD, sondern darum, dass die Vorgaben der HBL eingehalten werden.“ Mit der Lizenzierungsstelle der HBL werde er Rücksprache halten. Nicht nur der Kosten wegen mochten sich Freiberg und Bursian für die temporäre Lösung auf dem Parkplatz nicht erwärmen. Beide betonten die baurechtliche Komplexität des Vorhabens, bei dem neben Brandschutzbestimmungen auch nachbarschaftliche und weitere baurechtliche Gesichtspunkte eine Rolle spielen. „Das ist kein einfaches Thema“, machte Freiberg deutlich. Nicht einfach, so der Baudezernent, sei übrigens auch die Ertüchtigung des vorhandenen und jahrelang genutzten alten VIP-Raums. Dieser ließe sich als Teil eines Brandabschnitts nur im Rahmen einer größeren Sanierung auf den notwendigen Stand bringen. Als einfache und schnelle Lösung scheide das aus. Im Gegensatz dazu ist die Kampa-Halle in ihrem Kern kostengünstig wieder ans Netz zu bringen. Das war das Ergebnis des Hamacher-Gutachtens, das der Brandschutzdebatte um die 50 Jahre alte Halle im Herbst 2020 eine völlig neue Richtung verlieh. Zwei Jahre will der Kreis die Halle temporär betreiben und sie dann einer umfangreichen Sanierung unterziehen. Doch aus der aus dem Kreishaus im Februar angekündigten zeitnahen Wiedereröffnung binnen weniger Wochen wird nichts. „Vor den Sommerferien auf keinen Fall“, macht Freiberg deutlich und verweist unter anderem auf die notwendigen Ausschreibungsfristen für die Brandschutzmaßnahmen. Ende August oder Anfang September könne die Halle wieder ans Netz gehen, hofft der Baudezernent auf die Freigabe pünktlich zum Saisonstart der Handball-Bundesliga am 2. September. Ob GWD dann tatsächlich wieder in Minden spielen wird, ist fraglich. Denn damit die HBL die Lizenz erteilt, bedarf es neben eines VIP-Raums auch einer verlässlich zur Verfügung stehenden Spielstätte. Erst wenn die Kampa-Halle eröffnet wird oder jedenfalls ein fester Termin dafür steht, können die HBL-Manager die Halle überhaupt prüfen und – im Zuge eines neuen Lizenzantrags von GWD – als Spielort freigeben. Das könnte zeitlich knapp werden. Das weiß auch Kalusche, der die Rückkehr nach Minden herbeisehnt: „Ohne Öffnung der Halle wird es nix.“

VIP-Raum-Gipfel an der Kampa-Halle: Lösung für GWD in Sicht

Hin und wieder wurde das Nord-Foyer bereits für GWD-Partys genutzt, auch beim Weserspucker-Turnier war es wie hier im Jahr 2011 hinter der neuen Tribüne voll. Hier soll künftig auch der VIP-Raum für die Sponsoren des Mindener Bundesliga-Handballs entstehen. MT-Archivfoto: Sebastian Külbel © Sebastian Külbel

Minden. Unter den vielen Problemen im Interessengeflecht zwischen Kampa- und Multihalle ist der fehlende VIP-Raum eher eines der kleineren. Gleichwohl ist klar: Ohne eine Begegnungs- und Bewirtungsstätte für Sponsoren wird GWD Minden die Spiellizenz für die Mindener Kampa-Halle nicht erhalten. Folgerichtig bekam GWD am vergangenen Montag die Zulassung für die Bundesliga vom Ligaverband HBL ausschließlich für Heimspiele in der Kreissporthalle Lübbecke.

Um die Kuh vom Eis zu holen und die Rückkehr von GWD in die Mindener Kampa-Halle zumindest nicht am VIP-Raum scheitern zu lassen, hatte sich nun ein illustrer Kreis am Ort des Geschehens versammelt. Auf Initiative von Bürgermeister Michael Jäcke machten sich der städtische Bau-Beigeordnete Lars Bursian, Kreis-Baudezernent Lutz Freiberg und GWD-Geschäftsführer Markus Kalusche gemeinsam ein Bild. Allein die nach ihrem Unfall ans Home-Office gebundene Landrätin Anna Bölling fehlte beim VIP-Raum-Gipfeltreffen.

Die Suche nach Lösungen im gemeinsamen Austausch war offenbar ebenso notwendig wie fruchtbar. „Das war ein konstruktives Gespräch, es gibt Lösungsansätze, den VIP-Raum innerhalb der Kampa-Halle einzurichten“, berichtete Kreis-Baudezernent Freiberg übereinstimmend mit Bursian und Kalusche. „Ich freue mich, dass wir nun über andere Optionen diskutieren als über einen Bau auf dem Parkplatz“, sprach Bursian von einem Erfolg des Treffens, das den Kreis Minden-Lübbecke als Eigentümer der Halle mit GWD Minden als Mieter wieder ins Gespräch brachte.

Die Lösung zielt auf die Errichtung eines VIP-Bereichs im Nordfoyer hinter der jüngeren Tribünenseite. „Es ist doch sinnhaft, das zu nutzen, was bereits vorhanden ist“, spricht Bursian von einer Lösung, die auf der Hand liegt. Mit kleinen und kostengünstigen Maßnahmen ließe sich dort eine VIP-Zone schaffen, meint Freiberg. Er spricht von einer vernünftigen Lösung, die den Anforderungen der Handball-Bundesliga gerecht werde.

Die seit Jahren in der Schublade schlummernde Zelt-Idee von GWD-Geschäftsführer Kalusche ist damit wohl vom Tisch. Sein Plan lautete: Da der alte Mehrzweckraum in der Halle aus brandschutzrechtlichen Gründen nicht mehr als VIP-Zone genutzt werden darf, sollte ein Ersatz in einem temporären Bau auf dem Parkplatz unmittelbar vor der Halle errichtet werden. An Stadt und Kreis hatte Kalusche Anträge auf Übernahme der Kosten in geschätzter Höhe von 200.000 bis 225.000 Euro pro Jahr gerichtet. Am Mittwoch war der Antrag im Kreis-Finanzausschuss – wohl wegen des Gipfeltreffens – von der Tagesordnung genommen und in die Kreisausschuss-Sitzung am heutigen Montag verschoben worden.

Im Kreishaus wird die Politik im Rahmen der Haushaltsdebatte über die Kostenübernahme entscheiden müssen, falls Kalusche den öffentlich kontrovers diskutierten Antrag nicht bis zur Sitzung zurückzieht. Letzteres scheint wahrscheinlich, um die gerade erbauten Brücken zwischen Kreis und Bundesliga-Klub nicht wieder einzureißen.

Die Entscheidung darüber behält sich der Manager vor. „Der Antrag liegt auf dem Tisch“, sagte Kalusche, „wir wissen noch nicht, wie wir verfahren werden. Erstmal werden wir das in Ruhe besprechen.“ Gleichwohl gibt er die Richtung vor: „Am Ende geht es nicht um Wunschlösungen für GWD, sondern darum, dass die Vorgaben der HBL eingehalten werden.“ Mit der Lizenzierungsstelle der HBL werde er Rücksprache halten.

Nicht nur der Kosten wegen mochten sich Freiberg und Bursian für die temporäre Lösung auf dem Parkplatz nicht erwärmen. Beide betonten die baurechtliche Komplexität des Vorhabens, bei dem neben Brandschutzbestimmungen auch nachbarschaftliche und weitere baurechtliche Gesichtspunkte eine Rolle spielen. „Das ist kein einfaches Thema“, machte Freiberg deutlich. Nicht einfach, so der Baudezernent, sei übrigens auch die Ertüchtigung des vorhandenen und jahrelang genutzten alten VIP-Raums. Dieser ließe sich als Teil eines Brandabschnitts nur im Rahmen einer größeren Sanierung auf den notwendigen Stand bringen. Als einfache und schnelle Lösung scheide das aus.

Im Gegensatz dazu ist die Kampa-Halle in ihrem Kern kostengünstig wieder ans Netz zu bringen. Das war das Ergebnis des Hamacher-Gutachtens, das der Brandschutzdebatte um die 50 Jahre alte Halle im Herbst 2020 eine völlig neue Richtung verlieh. Zwei Jahre will der Kreis die Halle temporär betreiben und sie dann einer umfangreichen Sanierung unterziehen. Doch aus der aus dem Kreishaus im Februar angekündigten zeitnahen Wiedereröffnung binnen weniger Wochen wird nichts. „Vor den Sommerferien auf keinen Fall“, macht Freiberg deutlich und verweist unter anderem auf die notwendigen Ausschreibungsfristen für die Brandschutzmaßnahmen. Ende August oder Anfang September könne die Halle wieder ans Netz gehen, hofft der Baudezernent auf die Freigabe pünktlich zum Saisonstart der Handball-Bundesliga am 2. September.

Ob GWD dann tatsächlich wieder in Minden spielen wird, ist fraglich. Denn damit die HBL die Lizenz erteilt, bedarf es neben eines VIP-Raums auch einer verlässlich zur Verfügung stehenden Spielstätte. Erst wenn die Kampa-Halle eröffnet wird oder jedenfalls ein fester Termin dafür steht, können die HBL-Manager die Halle überhaupt prüfen und – im Zuge eines neuen Lizenzantrags von GWD – als Spielort freigeben. Das könnte zeitlich knapp werden. Das weiß auch Kalusche, der die Rückkehr nach Minden herbeisehnt: „Ohne Öffnung der Halle wird es nix.“

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