Turbulente Saison von GWD Minden endet mit enttäuschender Platzierung Sebastian Külbel Minden. Das letzte Wort einer turbulenten Saison hatte weder der Trainer noch der Kapitän oder einer der Geschäftsführer. Es war Landrat Dr. Ralf Niermann, der dem bewegten Geschehen rund um GWD Minden mit seinem Vorstoß zur Sanierung der Kampa-Halle in dieser Woche eine neue Wendung gab. Das passte zu einem Jahr, in dem es beim heimischen Handball-Bundesligisten neben dem Sport auch um ebenso zahlreiche wie bedeutende Nebenschauplätze ging. Das Resultat der abgebrochenen Spielzeit liest sich ernüchternd: Platz 15, nur 18 Punkte aus 26 Spielen und ein großes Fragezeichen in Sachen Zukunft. So geht es in Zeiten der Corona-Krise zwar vielen Profisportlern. Denn auch in der Handball-Bundesliga ist noch lange nicht klar, ob und wie die neue Saison im September oder Oktober starten kann. Bei GWD gibt es aber eine weitere offene Frage. Und da kommt wieder Niermann ins Spiel. Nach dem emotionalen Abschied aus der Kampa-Halle am 29. Dezember und dem Umzug nach Lübbecke scheint nun doch wieder eine Rückkehr in die angestammte Spielstätte möglich. Weil ein Umzug in die Nachbarstadt für mehrere Jahre keine Option ist und der Plan einer temporären Arena vom Coronavirus weggefegt wurde, bleibt GWD auch kaum eine andere Möglichkeit. Geschäftsführer Markus Kalusche braucht allerdings eine schnell umsetzbare Interimslösung, denn sein Fernziel bleibt die Multihalle am Bahnhof. Auch der sportliche Weg der Grün-Weißen ist mit einigen Fragezeichen versehen. Der im vorigen Sommer verjüngte Kader hat zwar sein Potenzial angedeutet. Dennoch leistete sich die Mannschaft zu viele Dellen in der Leistungskurve, sodass die Abstiegsgefahr bis zum Saisonabbruch ein steter Begleiter war. „Die Tabelle lügt nicht“, sagt Frank Carstens zur enttäuschenden Platzierung. Der Trainer bildet mit seiner Vertragsverlängerung bis zum Sommer 2023 immerhin eine wichtige Konstante für die nächsten Jahre. Sein Ruf als Förderer junger Spieler könnte in dieser Phase Gold wert sein, denn die Luft für die Klubs wird dünner. Erst in dieser Woche pochte Liga-Chef Frank Bohmann auf einen Gehaltsverzicht der Profis, auch Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren erwartet eine Markt-Regulierung. Für Ausbildungsvereine wie GWD könnte das eine Chance sein. Allerdings sind die Mindener auch darauf angewiesen, dass Talente wie Juri Knorr oder der zu den Füchsen Berlin wechselnde Marian Michalczik sich für sie entscheiden. Denn auch wenn in Carsten Lichtlein ein namhafter Torwart-Routinier an die Weser kommt, finden die großen Transfers schon lange ohne GWD statt. Wie so viele Kontrahenten muss der Klub jungen Talenten eine Chance geben oder in Auslandsnischen suchen. Ein risikoreicher Weg, wie die abgebrochene Saison gezeigt hat, als nicht alle Spieler im Team so funktionierten, wie es sich die Macher im Idealfall erhofft hatten. Dann gab es auch noch in Gesellschafterkreisen Unruhe, die Verlängerung mit den beiden Geschäftsführern zog sich quälend lange hin. Im November unterzeichneten Kalusche und von Behren dann aber für zwei weitere Jahre. Ihre Aufgabe ist mehr denn je die Konstruktion einer schlagkräftigen Profimannschaft. Erst recht, wenn nach dem Corona-Kassensturz Einschnitte im Budget folgen sollten und Einnahmen weiter ausbleiben. Aber auch wenn irgendwann nach dem Saisonstart im Herbst die Fans in die Hallen zurückkehren, muss Minden sich als Drittletzter der Zuschauertabelle hinten anstellen. Ein Wettbewerbsnachteil, der bis zum geplanten Bezug einer Multifunktionsarena bleiben wird. Egal in welcher Halle.

Turbulente Saison von GWD Minden endet mit enttäuschender Platzierung

Das junge GWD-Team deutete sein Potenzial immer wieder an, rief es in dieser Saison aber nicht konstant genug ab. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden. Das letzte Wort einer turbulenten Saison hatte weder der Trainer noch der Kapitän oder einer der Geschäftsführer. Es war Landrat Dr. Ralf Niermann, der dem bewegten Geschehen rund um GWD Minden mit seinem Vorstoß zur Sanierung der Kampa-Halle in dieser Woche eine neue Wendung gab. Das passte zu einem Jahr, in dem es beim heimischen Handball-Bundesligisten neben dem Sport auch um ebenso zahlreiche wie bedeutende Nebenschauplätze ging.

Das Resultat der abgebrochenen Spielzeit liest sich ernüchternd: Platz 15, nur 18 Punkte aus 26 Spielen und ein großes Fragezeichen in Sachen Zukunft. So geht es in Zeiten der Corona-Krise zwar vielen Profisportlern. Denn auch in der Handball-Bundesliga ist noch lange nicht klar, ob und wie die neue Saison im September oder Oktober starten kann. Bei GWD gibt es aber eine weitere offene Frage. Und da kommt wieder Niermann ins Spiel.

Nach dem emotionalen Abschied aus der Kampa-Halle am 29. Dezember und dem Umzug nach Lübbecke scheint nun doch wieder eine Rückkehr in die angestammte Spielstätte möglich. Weil ein Umzug in die Nachbarstadt für mehrere Jahre keine Option ist und der Plan einer temporären Arena vom Coronavirus weggefegt wurde, bleibt GWD auch kaum eine andere Möglichkeit. Geschäftsführer Markus Kalusche braucht allerdings eine schnell umsetzbare Interimslösung, denn sein Fernziel bleibt die Multihalle am Bahnhof.

Auch der sportliche Weg der Grün-Weißen ist mit einigen Fragezeichen versehen. Der im vorigen Sommer verjüngte Kader hat zwar sein Potenzial angedeutet. Dennoch leistete sich die Mannschaft zu viele Dellen in der Leistungskurve, sodass die Abstiegsgefahr bis zum Saisonabbruch ein steter Begleiter war. „Die Tabelle lügt nicht“, sagt Frank Carstens zur enttäuschenden Platzierung.

Der Trainer bildet mit seiner Vertragsverlängerung bis zum Sommer 2023 immerhin eine wichtige Konstante für die nächsten Jahre. Sein Ruf als Förderer junger Spieler könnte in dieser Phase Gold wert sein, denn die Luft für die Klubs wird dünner. Erst in dieser Woche pochte Liga-Chef Frank Bohmann auf einen Gehaltsverzicht der Profis, auch Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren erwartet eine Markt-Regulierung. Für Ausbildungsvereine wie GWD könnte das eine Chance sein.

Allerdings sind die Mindener auch darauf angewiesen, dass Talente wie Juri Knorr oder der zu den Füchsen Berlin wechselnde Marian Michalczik sich für sie entscheiden. Denn auch wenn in Carsten Lichtlein ein namhafter Torwart-Routinier an die Weser kommt, finden die großen Transfers schon lange ohne GWD statt. Wie so viele Kontrahenten muss der Klub jungen Talenten eine Chance geben oder in Auslandsnischen suchen.

Ein risikoreicher Weg, wie die abgebrochene Saison gezeigt hat, als nicht alle Spieler im Team so funktionierten, wie es sich die Macher im Idealfall erhofft hatten. Dann gab es auch noch in Gesellschafterkreisen Unruhe, die Verlängerung mit den beiden Geschäftsführern zog sich quälend lange hin. Im November unterzeichneten Kalusche und von Behren dann aber für zwei weitere Jahre.

Ihre Aufgabe ist mehr denn je die Konstruktion einer schlagkräftigen Profimannschaft. Erst recht, wenn nach dem Corona-Kassensturz Einschnitte im Budget folgen sollten und Einnahmen weiter ausbleiben. Aber auch wenn irgendwann nach dem Saisonstart im Herbst die Fans in die Hallen zurückkehren, muss Minden sich als Drittletzter der Zuschauertabelle hinten anstellen. Ein Wettbewerbsnachteil, der bis zum geplanten Bezug einer Multifunktionsarena bleiben wird. Egal in welcher Halle.

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