TuS gegen GWD: Team punktet gegen Einzelspieler Astrid Plaßhenrich Minden. Tom Skroblien durfte machen, was er wollte. So schien es zumindest. Der Linksaußen des TuS N-Lübbecke traf gegen GWD Minden 14-mal. Zehnmal war er aus dem Feld erfolgreich, dazu verwandelte er vier Siebenmeter. Der 28-Jährige war damit der Matchwinner des 68. Mühlenkreisderbys und hatte einen Riesenanteil an dem 23:18-Sieg des Aufsteigers. Während der TuS in der Kampa-Halle feierte, blickte GWD-Sportmanager Frank von Behren verständnislos auf die Leistung seines Teams. „Wir haben in der Abwehr nicht im Verbund gearbeitet. Wie kann es sein, dass wir zehn Tore von Linksaußen bekommen? Irgendwann muss ich dann reagieren. Und von den Spielern, die da sind, muss ich erwarten können, dass sie einfache Fehler abstellen. Insgesamt ist die Abwehr viel zu wenig bereit“, fasste von Behren zusammen. Die Lübbecker machten es den Mindnern in deren Kampa-Halle vor, wie man in der Bundesliga bestehen kann. Der Aufsteiger kämpfte mit Herz, machte immer einen Schritt mehr als Gegner, vergaß dabei nicht seine taktische Marschroute und hatte einen Trumpf in der Hand, der bei GWD von der ersten bis zur letzten Minute fehlte: Der Glaube an sich selbst. Das sah auch Emir Kurtagic so: „Das ist schon Wahnsinn. Defensiv haben wir vor allem in der ersten Halbzeit auf einem extrem hohen Niveau gespielt.“ Der TuS-Trainer lobte die Disziplin und die Leidenschaft seines Teams, das nach dem frühen Ausfall von Dominik Ebner nicht aus der Bahn geworfen worden war. Im Gegenteil: Nach der langen Behandlungspause schienen die Lübbecker sich eine Jetzt-erst-Recht-Mentalität zugelegt zu haben. Jeder TuS-Spieler überschritt die Schmerzgrenze, die für den Derbysieg nötig war. Florian Baumgärtner konnte in der Woche kaum trainieren und humpelte in den Schlussminuten nur noch über das Feld. Er zerriss sich für seine Mannschaft, für die ersten zwei Auswärtspunkte. Und er war nicht der einzige Lübbecker Rückraumspieler, der angeschlagen in das Nachbarschaftsduell gegangen war. Deshalb legte der TuS sein Spiel verstärkt über die Außen und dem Kreis an – und fand dort immer wieder in der Mindener Abwehr die Lücken. „Ich hätte mir sogar gewünscht, dass wir noch mehr über die Außen spielen. Wir haben die rechte Seite etwas vernachlässigt“, sagte Emir Kurtagic. Auf Halbrechts kam nach Ebners Ausfall Marvin Mundus vermehrt zum Einsatz, dessen angestammte Position normalerweise Rechtsaußen ist. Der 21-Jährige aus dem Anschlusskader hatte einige gute Aktionen und traf zur 11:5-Führung. „Marvin ist nicht ins kalte Wasser, aber ins kühle Wasser geworfen worden. Trotzdem hat er es super gemacht. Dadurch haben wir Dominiks Ausfall kompensieren können.“ Mundus fand sich in dem homogenen Lübbecker Gefüge schnell ein. Dagegen wirkten die Mindener wie ein Haufen von Individualisten. Dass GWD noch einmal auf drei Toren herankam (15:18, 51.), war keiner Mannschaftsleistung zu verdanken, sondern dem Können von Malte Semisch, der in der 37. Minute eingewechselt worden war und mit acht Paraden eine Quote von knapp 80 Prozent hatte. Dazu brach der TuS nach den kräftezehrenden ersten 45 Minuten merklich ein. „Dass nach so einer ersten Halbzeit ein Bruch ins Spiel kommt, war zu erwarten“, bilanzierte der Lübbecker Trainer, „wir haben unser Spiel etwas verlassen und es zu viel mit der Brechstange versucht.“ Zehn Minuten gelang den Lübbeckern kein Tor, aber in dieser Phase erwies sich Keeper Aljosa Rezar als sicherer Rückhalt und nahm mit seinen Paraden den GWD-Spielern und -Fans den letzten Funken Hoffnung auf ein erstes Erfolgserlebnis in der Meisterschaft. Emir Kurtagic war dagegen zurecht stolz auf seine Mannschaft: „Heute Abend sollen sie feiern, morgen sich erholen und Montag geht die Vorbereitung auf das nächste Spiel los.“ Schließlich sei das Derby nur eins von 36 Spielen gewesen. Bis zum Klassenerhalt sei es noch ein langer Weg.

TuS gegen GWD: Team punktet gegen Einzelspieler

So sehen Sieger aus: Die Spieler des TuS N-Lübbecke feiern ausgelassen den Sieg im Mühlenkreisderby. © Copyright 2021 Angela Metge – All rights reserved

Minden. Tom Skroblien durfte machen, was er wollte. So schien es zumindest. Der Linksaußen des TuS N-Lübbecke traf gegen GWD Minden 14-mal. Zehnmal war er aus dem Feld erfolgreich, dazu verwandelte er vier Siebenmeter. Der 28-Jährige war damit der Matchwinner des 68. Mühlenkreisderbys und hatte einen Riesenanteil an dem 23:18-Sieg des Aufsteigers. Während der TuS in der Kampa-Halle feierte, blickte GWD-Sportmanager Frank von Behren verständnislos auf die Leistung seines Teams.

„Wir haben in der Abwehr nicht im Verbund gearbeitet. Wie kann es sein, dass wir zehn Tore von Linksaußen bekommen? Irgendwann muss ich dann reagieren. Und von den Spielern, die da sind, muss ich erwarten können, dass sie einfache Fehler abstellen. Insgesamt ist die Abwehr viel zu wenig bereit“, fasste von Behren zusammen.

Die Lübbecker machten es den Mindnern in deren Kampa-Halle vor, wie man in der Bundesliga bestehen kann. Der Aufsteiger kämpfte mit Herz, machte immer einen Schritt mehr als Gegner, vergaß dabei nicht seine taktische Marschroute und hatte einen Trumpf in der Hand, der bei GWD von der ersten bis zur letzten Minute fehlte: Der Glaube an sich selbst.

Das sah auch Emir Kurtagic so: „Das ist schon Wahnsinn. Defensiv haben wir vor allem in der ersten Halbzeit auf einem extrem hohen Niveau gespielt.“ Der TuS-Trainer lobte die Disziplin und die Leidenschaft seines Teams, das nach dem frühen Ausfall von Dominik Ebner nicht aus der Bahn geworfen worden war. Im Gegenteil: Nach der langen Behandlungspause schienen die Lübbecker sich eine Jetzt-erst-Recht-Mentalität zugelegt zu haben.

Jeder TuS-Spieler überschritt die Schmerzgrenze, die für den Derbysieg nötig war. Florian Baumgärtner konnte in der Woche kaum trainieren und humpelte in den Schlussminuten nur noch über das Feld. Er zerriss sich für seine Mannschaft, für die ersten zwei Auswärtspunkte. Und er war nicht der einzige Lübbecker Rückraumspieler, der angeschlagen in das Nachbarschaftsduell gegangen war. Deshalb legte der TuS sein Spiel verstärkt über die Außen und dem Kreis an – und fand dort immer wieder in der Mindener Abwehr die Lücken. „Ich hätte mir sogar gewünscht, dass wir noch mehr über die Außen spielen. Wir haben die rechte Seite etwas vernachlässigt“, sagte Emir Kurtagic.

Auf Halbrechts kam nach Ebners Ausfall Marvin Mundus vermehrt zum Einsatz, dessen angestammte Position normalerweise Rechtsaußen ist. Der 21-Jährige aus dem Anschlusskader hatte einige gute Aktionen und traf zur 11:5-Führung. „Marvin ist nicht ins kalte Wasser, aber ins kühle Wasser geworfen worden. Trotzdem hat er es super gemacht. Dadurch haben wir Dominiks Ausfall kompensieren können.“ Mundus fand sich in dem homogenen Lübbecker Gefüge schnell ein. Dagegen wirkten die Mindener wie ein Haufen von Individualisten.

Dass GWD noch einmal auf drei Toren herankam (15:18, 51.), war keiner Mannschaftsleistung zu verdanken, sondern dem Können von Malte Semisch, der in der 37. Minute eingewechselt worden war und mit acht Paraden eine Quote von knapp 80 Prozent hatte. Dazu brach der TuS nach den kräftezehrenden ersten 45 Minuten merklich ein. „Dass nach so einer ersten Halbzeit ein Bruch ins Spiel kommt, war zu erwarten“, bilanzierte der Lübbecker Trainer, „wir haben unser Spiel etwas verlassen und es zu viel mit der Brechstange versucht.“ Zehn Minuten gelang den Lübbeckern kein Tor, aber in dieser Phase erwies sich Keeper Aljosa Rezar als sicherer Rückhalt und nahm mit seinen Paraden den GWD-Spielern und -Fans den letzten Funken Hoffnung auf ein erstes Erfolgserlebnis in der Meisterschaft.

Emir Kurtagic war dagegen zurecht stolz auf seine Mannschaft: „Heute Abend sollen sie feiern, morgen sich erholen und Montag geht die Vorbereitung auf das nächste Spiel los.“ Schließlich sei das Derby nur eins von 36 Spielen gewesen. Bis zum Klassenerhalt sei es noch ein langer Weg.

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