Alles anders beim Spielo-Cup: Leipzig besiegt GWD im ruppigen Finale, der TuS N-Lübbecke wird Vierter Marcus Riechmann,Christian Bendig Minden-Lübbecke. Alles anders beim Spielo-Cup in der Merkur-Arena in Lübbecke. Nicht nur, dass in der 31. Auflage des Handball-Turniers Corona bedingt erstmals keine Zuschauer auf der Tribüne saßen. Auch das Klassement des Vorjahres wurde mal so eben auf den Kopf gestellt. Der SC DHfK Leipzig, 2019 Turnierletzter nach einer Niederlage im kleinen Finale gegen GWD, holte sich diesmal den Pokal. 28:26 (15:13) besiegten die Sachsen GWD Minden in einer Neuauflage des letztjährigen Spiels, aber dieses Mal als Finale, und holten sich den Pokal mitsamt Prämie. Titelverteidiger TuS N-Lübbecke griff am zehnten Turniersieg vorbei. Nach Siebenmeterwerfen verloren die Hausherren gegen den Bergischen HC 28:30. Preise gab es für Minden und Lübbecke trotzdem: Christoffer Rambo und Valentin Spohn wurden als beste Torschützen des Turniers ausgezeichnet. Beide erzielten jeweils 13 Tore. "Tolles Turnier, sehr gut organisiert", lobte Leipzigs Trainer Andre Haber den Cup, "wir haben wertvolle Erkentnisse gewonnen und den Sieg nehmen wir gerne mit." Das Lob nahm Armin Gauselmann, Vorstand des Turniersponsors gerne an. ,,Die 31. Auflage des Spielo-Cups musste dieses Jahr zwar ohne Zuschauer stattfinden, was natürlich schade war, weil auch den Teams die Stimmung in der Halle fehlte. Dennoch haben viele Fans das Streamingangebot genutzt und die vier spannenden Partien von zuhause aus verfolgt. Leider lief es für den TuS sportliche gesehen nicht so gut. Ich gratuliere dem SC DHfK Leipzig zum Sieg und freue mich schon auf nächstes Jahr", bilanzierte Armin Gauselmann. Nicht unzufrieden war GWD Mindens Trainer Frank Carstens: Er sah an beiden Tagen eine gute Entwicklung seines Teams. Doch er sagte klar: "Es ärgert mich, dass wir heute nicht gewonnen haben. Da will ich noch mehr Willen am Ende sehen." Finale: GWD Minden - SC DHfK Leipzig  Ohne Aliaksandr Padshyvalau ging GWD in die Partie. Der Weißrusse hatte sich am Freitag beim 29:28-Halbfinalsieg gegen den Bergischen HC muskuläre Probleme rund um sein rechtes Knie eingefangen. Der Mittelmann schaute sich das Spiel gemeinsam mit dem an der Schulter operierten Christoph Reißky von der Seite aus an. Die beiden sahen eine engagiert startende Mindener Mannschaft und einen blendend aufgelegten Torhüter Carsten Lichtlein. Das 0:1 durch Maciej Geballa drehten die Gastgeber zügig in eine Führung. Christoffer Rambo, der für den am Freitag sicheren Strafwurfvollstrecker Mats Korte die Ausführung der Siebenmeter übernahm, traf zum 3:1 (5. Minute). Bis zum 5:4, erzielt vom Norweger mit einem Unterarm-Hammer, blieb Minden vorn. Dann häuften sich aber Fehler und der SC drehte nach dem 5:5 mit einem Doppelschlag von Niclas Pieczkowski den Spielstand zu einem eigenen 7:5-Vorteil. GWD-Coach Frank Carstens, der die komplette Spielzeit auf einen Einsatz des Abwehrchefs Miljan Pusica (leichte Muskelprobleme) verzichtete, steuerte in einer Auszeit gegen und tatsächlich stabilisierte sich das Mindener Spiel. Doch nach dem 9:8 durch Juri Knorr gab GWD erneut den Zügel aus der Hand. Kevin Gulliksen rutschte bei einem Konter kurz vor dem Wurf aus, Rambo scheiterte mit einem Siebenmeter an SC-Keeper Kristian Saeveras. Ein paar mäßige GWD-Abschlüsse später bis zum zweiten Siebenmeter-Fehlwurf Rambos hatten die von Nationalspieler Philipp Weber prächtig geführten Sachsen eine 15:11-Führung erarbeitet. "Das war heute ein Problem. Wir müssen beim Torwurf besser werden", stellte Coach Carstens fest. Mit zwei starken Defensiv-Aktionen kam GWD aber wieder heran. Einen erzwungenen Ballverlust der Gäste nutzte Gulliksen per Konter zum 12:15. Den nächsten Ballgewinn der Deckung vermochte Rambo im Gegenstoß gegen Saeveras zwar nicht zu nutzen, aber der mitgelaufene Josha Ritterbach war zur Stelle. Er vollendete den Konter und mit dem Pausenpfiff zugleich die erste Halbzeit mit dem Tor zum 13:15. Mit einer Überraschung wartete Leipzigs Trainer Adre Haber in der zweiten Halbzeit auf. Er ließ Routinier Philipp Müller im rechten Rückraum spielen. Eigentlich in die Geschäftsführung gewechselt half der abwehrstarke Routinier aufgrund der Leipziger Personalprobleme aus und war bereits in anderen Testspielen zum Einsatz gekommen. Doch von Müller ließ sich GWD nicht beeindrucken. Das Team spielte frisch auf und hatte nach 43 Minuten die Führung zum 19:18 durch Juri Knorr zurückerkämpft. Und an der Führung hatten die Männer in Grün offenbar Gefallen gefunden. Spielfreudig ließen sie den Ball laufen und vollstreckten sicher. Mats Korte, der zugunsten von Josha Ritterbach auf Außen pausierte, kam für einen Siebenmeter ins Spiel und traf zum 20:19. Danach warf der von Doruk Pehlivan fein am Kreis eingesetzte Joschua Thiele zum 21:19 ein. Es folgten schön über Außen abgeschlossene Ballstafetten: Kevin Gulliksen von rechts zum 22:20 und Josha Ritterbach von links zum 23:21. Bis zum 24:23 währte der Lauf, dann brachte sich GWD selbst aus dem Rhythmus. Dem wie schon Freitag bärenstarken Lucas Meister unterlief in der 52. Minute ein robustes Foulspiel gegen Leipzigs Gregor Remke. Meister sah die Rote Karte, die ohnehin mit einer Zeitstrafe (Thiele) belegten Mindener spielten in doppelter Unterzahl. Gegen die nun wieder offensiv um Weber agierende Leipziger Abwehr fanden Knorr, Rambo und Co. kurze Zeit noch Antworten. Als dann aber auch Knorr eine Zeitstrafe erhielt, schlugen die Gäste in der immer ruppiger werdenden Partie zu. Beim 25:24 durch Lukas Binder (Linksaußen) gingen sie vorbei und ließen Minden danach nicht mehr zurückkommen. Das lag auch am eingewechselten Gästetorwart Joel Birlehm, der mehrere gute GWD-Würfe abwehrte und bei einem Gulliksen-Heber an die Latte auch das nötige Glück hatte. GWD Minden: Lichtlein, Grabitz - Meister 3, Brand, Ritterbach 5, Richtzenhain, Rambo 7/2, Korte 1/1, Thiele 2, Strakeljahn, Knorr 4, Pusica, Pehlivan, Staar, Gulliksen 4. Spiel um Platz drei: TuS N-Lübbecke - Bergischer HC Einen Tag nach dem am Ende ärgerlichen Aus gegen den Erstligisten SC DHfK Leipzig knüpfte Handball-Zweitligist TuS N-Lübbecke im Spiel um Platz drei des 31. Spielothek-Cups gegen den Bergischen HC an die starke Leistung der zweiten Halbzeit von Freitagabend an. Gegen die Mannschaft von Trainer Sebastian Hinze, die am Freitag im Halbfinale mit 28:29 gegen GWD Minden den Kürzeren zog, unterlagen die Lübbecker am Samstag erst nach Siebenmeterwerfen 28:30. Nach 60 Spielminuten stand es 26:26. Zur Pause führte der TuS 13:11. TuS-Coach Emir Kurtagic hatte gleich nach der knappen Niederlage gegen den SC DHfK Leipzig seine Mannschaft in der Kabine versammelt und seine Erwartungen für das Spiel um Platz drei gegen den Bergischen HC formuliert. Wie der Sportliche Leiter des TuS N-Lübbecke, Rolf Hermann verriet, war die Ansage deutlich: Von Beginn sollte die Abwehrreihe um Kommandogeber Marko Bagaric derart aggressiv agieren, wie in der zweiten Halbzeit gegen die Sachsen. Mit einer schwachen Defensivleistung in Durchgang eins und dem daraus resultierenden 9:15-Rückstand verbauten sich die Lübbecker ein besseres Ergebnis als das 24:25. Gegen den BHC setzten die Rot-schwarzen die Vorgaben der sportlichen Leitung vorzüglich um und erwischten gegen die Gäste aus dem Bergischen Land einen Start nach Maß. Nach sieben Minuten lag der TuS nach zwei Treffern von Dominik Ebner, einem von Benas Petreikis und einem von Valentin Spohn mit 4:1 vorne. Spohn war es auch, der dem TuS-Spiel aus dem linken Rückraum heraus seinen Stempel aufdrückte und in Durchgang eins satte fünf Treffer, davon einen per Siebenmeter, erzielte. Nach der TuS-Führung fand der BHC langsam aber sicher besser ins Spiel und kam zum 4:5-Anschluss durch Arnor Gunnarsson. Der isländische Rechtsaußen verwandelte in der ersten Halbzeit alle vier seiner Siebenmeter und traf einmal aus dem Spiel heraus. Gunnarsson war es auch, der den 5:5 Ausgleich für den Fusionsverein aus Solingen und Wuppertal nach einer Viertelstunde und wenige Minuten später auch die erste BHC-Führung 7:6, 17.) besorgte. Von da an steigerte sich der TuS vor allem in der Defensive wieder erheblich und konnte sich zudem auf den sicheren Schlussmann Aljosa Rezar verlassen. Vorne übernahm Spohn wieder Verantwortung und brachte mit drei sehenswerten Treffern aus der zweiten Reihe seine Farben wieder 9:8 in Front. Der zehnte Treffer TuS-Treffer ging auf das Konto von Linksaußen Jan-Eric Speckmann. Rechtsaußen Peter Strosack hatte den Ball quer durch den Wurfkreis gepasst, Speckmann veredelte das Kempa-Anspiel zum 10:9, ehe Spohn noch mit einem Doppelschlag zur 13:11-Pausenführung erhöhte. Nach dem Seitenwechsel ging der TuS weiterhin couragiert zu Werke. Coach Kurtagic schenkte Youngster Marvin Mundus wie schon vor der Pause das Vertrauen im rechten Rückraum. Mundus gelangen die Treffer zum 16:14 unter Zeitspieldruck und auch das Tor zum 19:16 (40.). Lutz Heiny behauptete den Drei-Tore-Vorsprung (20:17, 44.). Angeführt vom nach der Pause bärenstarken David Schmidt und auch aufgrund der bei den Gastgebern schwindenden Kräfte erspielte sich der Erstligist nun zunehmend Vorteile, kam durch Jeffrey Boomhouwer zum 23:23-Ausgleich und legte in der heiß umkämpften Schlussphase immer einen Treffer vor. Eine Minute vor dem Ende glich TuS-Rechtsaußen Peter Strosack nach Mundus-Anspiel mit seinem ersten Treffer zum 25:25-aus. Auf der Gegenseite warf Tomas Babak den BHC wieder in Front (26:25). In den letzten Sekunden herrschte Spannung pur. Lutz Heiny setzte sich im Zweikampf durch, scheiterte aber am BHC-Keeper Tomas Mrkva. Die Hausherren blieben aber im Ballbesitz. Fünf Sekunden vor der Sirene fasste sich Spohn noch einmal ein Herz, stieg hoch, setzte die Harzkugel aus rund elf Metern in die Maschen und erzwang das Siebenmeterwerfen. In diesem scheiterten Tom Skroblin und Benas Petreikis am BHC-Torwart Mrkva. Spiel um Platz 3 TuS N-Lübbecke -Bergischer HC 30:28 (30:26, 26:26, 13:11) nach Siebenmeterwerfen. TuS N-Lübbecke: Rezar, Jepsen – Becvar, Heiny 2, Ebner 3, Petreikis 2, Bagaric, Strosack 1, Mundus 3, Dräger, Spohn 10/1, Nissen, Speckmann 2, Skroblin 2. Bergischer HC: Mrkva, Klama - Darj, Weck 1, Gunnarsson 5/4, Majdzinski, Fontaine, Fraatz 1, Babak 1, Damm 1, Gutbrod, Arnesson 4, Johannesson 1, Bergner, Nikolaison 2, Boomhouwer 2, Stutzk, Schmidt 8. Siebenmeterwerfen: Spohn (TuS) trifft gegen Mrkva (BHC), Gunnarsson (BHC) trifft gegen Reza (TuS), Skroblin (TuS) scheitert ab Mrkva (BHC), Weck (BHC) trifft gegen Reza (TuS), Speckmann (TuS) trifft gegen Mrkva (BHC), Boomhaouwer (BHC) trifft gegen Jepsen (TuS), Petreikis (TuS) scheitert an Mrkva (BHC), Damm (BHC) trifft gegen Reza (TuS).

Alles anders beim Spielo-Cup: Leipzig besiegt GWD im ruppigen Finale, der TuS N-Lübbecke wird Vierter

Juri Knorr zeigte mit GWD eine spielerisch überzeugende Leistung im Finale. © MT-Foto: Riechmann

Minden-Lübbecke. Alles anders beim Spielo-Cup in der Merkur-Arena in Lübbecke. Nicht nur, dass in der 31. Auflage des Handball-Turniers Corona bedingt erstmals keine Zuschauer auf der Tribüne saßen. Auch das Klassement des Vorjahres wurde mal so eben auf den Kopf gestellt. Der SC DHfK Leipzig, 2019 Turnierletzter nach einer Niederlage im kleinen Finale gegen GWD, holte sich diesmal den Pokal. 28:26 (15:13) besiegten die Sachsen GWD Minden in einer Neuauflage des letztjährigen Spiels, aber dieses Mal als Finale, und holten sich den Pokal mitsamt Prämie. Titelverteidiger TuS N-Lübbecke griff am zehnten Turniersieg vorbei. Nach Siebenmeterwerfen verloren die Hausherren gegen den Bergischen HC 28:30.

Preise gab es für Minden und Lübbecke trotzdem: Christoffer Rambo und Valentin Spohn wurden als beste Torschützen des Turniers ausgezeichnet. Beide erzielten jeweils 13 Tore.

"Tolles Turnier, sehr gut organisiert", lobte Leipzigs Trainer Andre Haber den Cup, "wir haben wertvolle Erkentnisse gewonnen und den Sieg nehmen wir gerne mit." Das Lob nahm Armin Gauselmann, Vorstand des Turniersponsors gerne an. ,,Die 31. Auflage des Spielo-Cups musste dieses Jahr zwar ohne Zuschauer stattfinden, was natürlich schade war, weil auch den Teams die Stimmung in der Halle fehlte. Dennoch haben viele Fans das Streamingangebot genutzt und die vier spannenden Partien von zuhause aus verfolgt. Leider lief es für den TuS sportliche gesehen nicht so gut. Ich gratuliere dem SC DHfK Leipzig zum Sieg und freue mich schon auf nächstes Jahr", bilanzierte Armin Gauselmann.

Nicht unzufrieden war GWD Mindens Trainer Frank Carstens: Er sah an beiden Tagen eine gute Entwicklung seines Teams. Doch er sagte klar: "Es ärgert mich, dass wir heute nicht gewonnen haben. Da will ich noch mehr Willen am Ende sehen."

Finale: GWD Minden - SC DHfK Leipzig 

Ohne Aliaksandr Padshyvalau ging GWD in die Partie. Der Weißrusse hatte sich am Freitag beim 29:28-Halbfinalsieg gegen den Bergischen HC muskuläre Probleme rund um sein rechtes Knie eingefangen. Der Mittelmann schaute sich das Spiel gemeinsam mit dem an der Schulter operierten Christoph Reißky von der Seite aus an. Die beiden sahen eine engagiert startende Mindener Mannschaft und einen blendend aufgelegten Torhüter Carsten Lichtlein. Das 0:1 durch Maciej Geballa drehten die Gastgeber zügig in eine Führung. Christoffer Rambo, der für den am Freitag sicheren Strafwurfvollstrecker Mats Korte die Ausführung der Siebenmeter übernahm, traf zum 3:1 (5. Minute). Bis zum 5:4, erzielt vom Norweger mit einem Unterarm-Hammer, blieb Minden vorn. Dann häuften sich aber Fehler und der SC drehte nach dem 5:5 mit einem Doppelschlag von Niclas Pieczkowski den Spielstand zu einem eigenen 7:5-Vorteil.

Stimmung auf der Bank nach einem GWD-Tor. - © MT-Foto: Riechmann
Stimmung auf der Bank nach einem GWD-Tor. - © MT-Foto: Riechmann

GWD-Coach Frank Carstens, der die komplette Spielzeit auf einen Einsatz des Abwehrchefs Miljan Pusica (leichte Muskelprobleme) verzichtete, steuerte in einer Auszeit gegen und tatsächlich stabilisierte sich das Mindener Spiel. Doch nach dem 9:8 durch Juri Knorr gab GWD erneut den Zügel aus der Hand. Kevin Gulliksen rutschte bei einem Konter kurz vor dem Wurf aus, Rambo scheiterte mit einem Siebenmeter an SC-Keeper Kristian Saeveras. Ein paar mäßige GWD-Abschlüsse später bis zum zweiten Siebenmeter-Fehlwurf Rambos hatten die von Nationalspieler Philipp Weber prächtig geführten Sachsen eine 15:11-Führung erarbeitet. "Das war heute ein Problem. Wir müssen beim Torwurf besser werden", stellte Coach Carstens fest. Mit zwei starken Defensiv-Aktionen kam GWD aber wieder heran. Einen erzwungenen Ballverlust der Gäste nutzte Gulliksen per Konter zum 12:15. Den nächsten Ballgewinn der Deckung vermochte Rambo im Gegenstoß gegen Saeveras zwar nicht zu nutzen, aber der mitgelaufene Josha Ritterbach war zur Stelle. Er vollendete den Konter und mit dem Pausenpfiff zugleich die erste Halbzeit mit dem Tor zum 13:15.

Mit einer Überraschung wartete Leipzigs Trainer Adre Haber in der zweiten Halbzeit auf. Er ließ Routinier Philipp Müller im rechten Rückraum spielen. Eigentlich in die Geschäftsführung gewechselt half der abwehrstarke Routinier aufgrund der Leipziger Personalprobleme aus und war bereits in anderen Testspielen zum Einsatz gekommen.

Hier jubelt Mindens Rechtsaußen Kevin Gulliksen. - © MT-Foto: Riechmann
Hier jubelt Mindens Rechtsaußen Kevin Gulliksen. - © MT-Foto: Riechmann

Doch von Müller ließ sich GWD nicht beeindrucken. Das Team spielte frisch auf und hatte nach 43 Minuten die Führung zum 19:18 durch Juri Knorr zurückerkämpft. Und an der Führung hatten die Männer in Grün offenbar Gefallen gefunden. Spielfreudig ließen sie den Ball laufen und vollstreckten sicher. Mats Korte, der zugunsten von Josha Ritterbach auf Außen pausierte, kam für einen Siebenmeter ins Spiel und traf zum 20:19. Danach warf der von Doruk Pehlivan fein am Kreis eingesetzte Joschua Thiele zum 21:19 ein. Es folgten schön über Außen abgeschlossene Ballstafetten: Kevin Gulliksen von rechts zum 22:20 und Josha Ritterbach von links zum 23:21. Bis zum 24:23 währte der Lauf, dann brachte sich GWD selbst aus dem Rhythmus. Dem wie schon Freitag bärenstarken Lucas Meister unterlief in der 52. Minute ein robustes Foulspiel gegen Leipzigs Gregor Remke. Meister sah die Rote Karte, die ohnehin mit einer Zeitstrafe (Thiele) belegten Mindener spielten in doppelter Unterzahl. Gegen die nun wieder offensiv um Weber agierende Leipziger Abwehr fanden Knorr, Rambo und Co. kurze Zeit noch Antworten. Als dann aber auch Knorr eine Zeitstrafe erhielt, schlugen die Gäste in der immer ruppiger werdenden Partie zu. Beim 25:24 durch Lukas Binder (Linksaußen) gingen sie vorbei und ließen Minden danach nicht mehr zurückkommen. Das lag auch am eingewechselten Gästetorwart Joel Birlehm, der mehrere gute GWD-Würfe abwehrte und bei einem Gulliksen-Heber an die Latte auch das nötige Glück hatte.

GWD Minden: Lichtlein, Grabitz - Meister 3, Brand, Ritterbach 5, Richtzenhain, Rambo 7/2, Korte 1/1, Thiele 2, Strakeljahn, Knorr 4, Pusica, Pehlivan, Staar, Gulliksen 4.

Spiel um Platz drei: TuS N-Lübbecke - Bergischer HC

Einen Tag nach dem am Ende ärgerlichen Aus gegen den Erstligisten SC DHfK Leipzig knüpfte Handball-Zweitligist TuS N-Lübbecke im Spiel um Platz drei des 31. Spielothek-Cups gegen den Bergischen HC an die starke Leistung der zweiten Halbzeit von Freitagabend an. Gegen die Mannschaft von Trainer Sebastian Hinze, die am Freitag im Halbfinale mit 28:29 gegen GWD Minden den Kürzeren zog, unterlagen die Lübbecker am Samstag erst nach Siebenmeterwerfen 28:30. Nach 60 Spielminuten stand es 26:26. Zur Pause führte der TuS 13:11.

TuS-Coach Emir Kurtagic hatte gleich nach der knappen Niederlage gegen den SC DHfK Leipzig seine Mannschaft in der Kabine versammelt und seine Erwartungen für das Spiel um Platz drei gegen den Bergischen HC formuliert. Wie der Sportliche Leiter des TuS N-Lübbecke, Rolf Hermann verriet, war die Ansage deutlich: Von Beginn sollte die Abwehrreihe um Kommandogeber Marko Bagaric derart aggressiv agieren, wie in der zweiten Halbzeit gegen die Sachsen.

Starker Auftritt: Valentin Spohn war von der Abwehr des Bergischen HC kaum zu halten und markierte im Spiel um Platz drei des Spielocups zehn Treffer. Foto: Krato - © Oliver Krato
Starker Auftritt: Valentin Spohn war von der Abwehr des Bergischen HC kaum zu halten und markierte im Spiel um Platz drei des Spielocups zehn Treffer. Foto: Krato - © Oliver Krato

Mit einer schwachen Defensivleistung in Durchgang eins und dem daraus resultierenden 9:15-Rückstand verbauten sich die Lübbecker ein besseres Ergebnis als das 24:25. Gegen den BHC setzten die Rot-schwarzen die Vorgaben der sportlichen Leitung vorzüglich um und erwischten gegen die Gäste aus dem Bergischen Land einen Start nach Maß. Nach sieben Minuten lag der TuS nach zwei Treffern von Dominik Ebner, einem von Benas Petreikis und einem von Valentin Spohn mit 4:1 vorne. Spohn war es auch, der dem TuS-Spiel aus dem linken Rückraum heraus seinen Stempel aufdrückte und in Durchgang eins satte fünf Treffer, davon einen per Siebenmeter, erzielte.

Nach der TuS-Führung fand der BHC langsam aber sicher besser ins Spiel und kam zum 4:5-Anschluss durch Arnor Gunnarsson. Der isländische Rechtsaußen verwandelte in der ersten Halbzeit alle vier seiner Siebenmeter und traf einmal aus dem Spiel heraus. Gunnarsson war es auch, der den 5:5 Ausgleich für den Fusionsverein aus Solingen und Wuppertal nach einer Viertelstunde und wenige Minuten später auch die erste BHC-Führung 7:6, 17.) besorgte.

Von da an steigerte sich der TuS vor allem in der Defensive wieder erheblich und konnte sich zudem auf den sicheren Schlussmann Aljosa Rezar verlassen. Vorne übernahm Spohn wieder Verantwortung und brachte mit drei sehenswerten Treffern aus der zweiten Reihe seine Farben wieder 9:8 in Front. Der zehnte Treffer TuS-Treffer ging auf das Konto von Linksaußen Jan-Eric Speckmann. Rechtsaußen Peter Strosack hatte den Ball quer durch den Wurfkreis gepasst, Speckmann veredelte das Kempa-Anspiel zum 10:9, ehe Spohn noch mit einem Doppelschlag zur 13:11-Pausenführung erhöhte.

Nach dem Seitenwechsel ging der TuS weiterhin couragiert zu Werke. Coach Kurtagic schenkte Youngster Marvin Mundus wie schon vor der Pause das Vertrauen im rechten Rückraum. Mundus gelangen die Treffer zum 16:14 unter Zeitspieldruck und auch das Tor zum 19:16 (40.). Lutz Heiny behauptete den Drei-Tore-Vorsprung (20:17, 44.). Angeführt vom nach der Pause bärenstarken David Schmidt und auch aufgrund der bei den Gastgebern schwindenden Kräfte erspielte sich der Erstligist nun zunehmend Vorteile, kam durch Jeffrey Boomhouwer zum 23:23-Ausgleich und legte in der heiß umkämpften Schlussphase immer einen Treffer vor.

Eine Minute vor dem Ende glich TuS-Rechtsaußen Peter Strosack nach Mundus-Anspiel mit seinem ersten Treffer zum 25:25-aus. Auf der Gegenseite warf Tomas Babak den BHC wieder in Front (26:25). In den letzten Sekunden herrschte Spannung pur. Lutz Heiny setzte sich im Zweikampf durch, scheiterte aber am BHC-Keeper Tomas Mrkva. Die Hausherren blieben aber im Ballbesitz. Fünf Sekunden vor der Sirene fasste sich Spohn noch einmal ein Herz, stieg hoch, setzte die Harzkugel aus rund elf Metern in die Maschen und erzwang das Siebenmeterwerfen. In diesem scheiterten Tom Skroblin und Benas Petreikis am BHC-Torwart Mrkva.

Spiel um Platz 3

TuS N-Lübbecke -Bergischer HC 30:28 (30:26, 26:26, 13:11) nach Siebenmeterwerfen.

TuS N-Lübbecke: Rezar, Jepsen – Becvar, Heiny 2, Ebner 3, Petreikis 2, Bagaric, Strosack 1, Mundus 3, Dräger, Spohn 10/1, Nissen, Speckmann 2, Skroblin 2.

Bergischer HC: Mrkva, Klama - Darj, Weck 1, Gunnarsson 5/4, Majdzinski, Fontaine, Fraatz 1, Babak 1, Damm 1, Gutbrod, Arnesson 4, Johannesson 1, Bergner, Nikolaison 2, Boomhouwer 2, Stutzk, Schmidt 8.

Siebenmeterwerfen: Spohn (TuS) trifft gegen Mrkva (BHC), Gunnarsson (BHC) trifft gegen Reza (TuS), Skroblin (TuS) scheitert ab Mrkva (BHC), Weck (BHC) trifft gegen Reza (TuS), Speckmann (TuS) trifft gegen Mrkva (BHC), Boomhaouwer (BHC) trifft gegen Jepsen (TuS), Petreikis (TuS) scheitert an Mrkva (BHC), Damm (BHC) trifft gegen Reza (TuS).

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