Treppe runter, Tür zu - Vor dem Heimspiel gegen Erlangen setzt Carstens auf "Kellerarbeit" Sebastian Külbel Minden. GWD Mindens Handballprofis gehen auf Tauchstation. „Bis einschließlich Leipzig ist Kellerarbeit angesagt“, beschwört Trainer Frank Carstens vor dem heutigen Heimspiel gegen den HC Erlangen (20.30 Uhr). Ein Sprachbild, das gleich doppelt passt: Zum einen soll sich sein Team angesichts der hohen Taktung im Marathon-Mai auf sich selbst konzentrieren und in seine mentalen Gewölbe zurückziehen. Zum anderen rackert sich GWD als 15. trotz zuletzt guter Ergebnisse weiter durch die bedrohlichen Niederungen der Bundesliga-Tabelle. Noch bis in die erste Juni-Woche heißt es für die Mindener: Treppe runter, Tür zu. Vorbereitung, Spiel, Regeneration und wieder von vorne. Fünf Partien in drei Wochen stehen auf dem Plan, erst nach dem Auftritt in Leipzig will Carstens eine Zwischenbilanz ziehen: „Dann erblicken wir das Tageslicht und schauen, was die Konsequenzen sind.“ Dazwischen erlaubt der Coach offiziell nur den Fokus auf die eigene Leistung: „Wenn so viele Spiele in so kurzer Zeit sind, kann sich die Großwetterlage sehr schnell ändern. Dann ist es wichtig, sich auf einzelne Aufgaben zu konzentrieren.“ Die Tabelle darf dagegen allenfalls im Hinterkopf sein: „Wenn sie zu präsent ist, ist man gehemmt.“ Beispiele, wie schnell der Wind sich in der wilden Liga angesichts der vielen Nachholspiele zurzeit drehen kann, gibt es genug. Gerade hatten sich die Eulen Ludwigshafen auf dem ersten Abstiegsplatz mit zwei Siegen in Folge wieder näher an GWD herangeschoben, da verloren sie das Kellerduell mit dem nun wieder punktgleichen Tabellennachbarn HSG Nordhorn-Lingen. Und der heutige Gegner Erlangen war bis zum Samstag mit 24 Zählern in Schlagdistanz, da gelang ihm ein überraschender Sieg bei den Rhein-Neckar Löwen. „In diesem dichten Spielplan ist eben nichts vorhersehbar und es gibt Ergebnisse, mit denen man nicht rechnet“, sagt Carstens. Ein Trend, der bis zum Saisonende anhalten könnte. Umso mehr gilt das Trainer-Mantra auch im anstehenden Heimspiel: „So lange wir punkten, ist alles gut.“ Das gelang den Mindenern jetzt viermal in Folge, wenngleich angesichts von drei Unentschieden vielleicht sogar mehr drin war. „Man darf aber nicht vergessen, dass das für GWD in der Bundesliga eine gute Bilanz ist“, betont Carstens. Auch gegen Erlangen dürfen sich die Gastgeber in der Lübbecker Kreissporthalle etwas ausrechnen, zumal der Gegner einige Verletzte zählt. „Sie müssen vor allem in der Defensive improvisieren“, weiß der Mindener Trainer. Vor der Grundausrichtung des HCE hat er großen Respekt: „Sie spielen eine sehr gute, engagierte Deckung, das ist ihre große Stärke. Wir müssen unsere Chancen sorgfältig erarbeiten und konsequent nutzen.“ Vor allem muss das besser gelingen als zuletzt beim 30:30 gegen Melsungen, als GWD im Positionsangriff eine unterdurchschnittliche Effektivität zeigte. Hinten müssen die Mindener die richtige Balance finden: „Erlangen hat Leute, die gut aus der Distanz treffen, spielt aber auch gut mit dem Kreis zusammen“, warnt Carstens. Bei allen taktischen Erwägungen kommt es aber für ihn aber vor allem auf die Einstellung an, denn beide Mannschaften gleichen sich: „Viele Erlanger Stärken sind komplementär zu unseren Stärken. Es wird wie im Hinspiel eng, und dann geht es darum, wie man Fehler und Negativerlebnisse wegsteckt.“ Das erste Saisonduell im Dezember endete 21:21, eines von bislang sieben Mindener Unentschieden. Es sind diese Spiele, die Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren kürzlich als „anstrengend“ beschrieb. Auch Coach Carstens empfindet die jüngsten Handball-Krimis als fordernd – „aber auch als extrem freudvoll“. Schließlich sehe er, wie seine Mannschaft ihre Aufgabe annimmt, Rückschläge verarbeitet und sich wieder ins Spiel kämpft: „Ich finde, dass sich unsere Leistungen gut entwickelt haben.“ Positiv hinzu kommt, dass Doruk Pehlivan das erste Spiel nach seiner Knie-Operation gut verkraftet hat und GWD somit eine wichtige Rückraum-Option mehr hat. Aliaksandr Padshyvalau ist wegen seiner Fußverletzung dagegen weiterhin krankgeschrieben. „Aber alle anderen sind voll da, und das ist ganz wichtig für die nächsten Wochen“, sagt Carstens. Denn nicht nur er will den Keller im Juni gerne verlassen.

Treppe runter, Tür zu - Vor dem Heimspiel gegen Erlangen setzt Carstens auf "Kellerarbeit"

Beim jüngsten Heimspiel gegen Melsungen tauchte plötzlich auch GWD Mindens Abwehrspezialist Maximilian Janke vorne auf – und traf trotz lädierter Schulter zum wichtigen 27:27. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden. GWD Mindens Handballprofis gehen auf Tauchstation. „Bis einschließlich Leipzig ist Kellerarbeit angesagt“, beschwört Trainer Frank Carstens vor dem heutigen Heimspiel gegen den HC Erlangen (20.30 Uhr). Ein Sprachbild, das gleich doppelt passt: Zum einen soll sich sein Team angesichts der hohen Taktung im Marathon-Mai auf sich selbst konzentrieren und in seine mentalen Gewölbe zurückziehen. Zum anderen rackert sich GWD als 15. trotz zuletzt guter Ergebnisse weiter durch die bedrohlichen Niederungen der Bundesliga-Tabelle.

Noch bis in die erste Juni-Woche heißt es für die Mindener: Treppe runter, Tür zu. Vorbereitung, Spiel, Regeneration und wieder von vorne. Fünf Partien in drei Wochen stehen auf dem Plan, erst nach dem Auftritt in Leipzig will Carstens eine Zwischenbilanz ziehen: „Dann erblicken wir das Tageslicht und schauen, was die Konsequenzen sind.“

Dazwischen erlaubt der Coach offiziell nur den Fokus auf die eigene Leistung: „Wenn so viele Spiele in so kurzer Zeit sind, kann sich die Großwetterlage sehr schnell ändern. Dann ist es wichtig, sich auf einzelne Aufgaben zu konzentrieren.“ Die Tabelle darf dagegen allenfalls im Hinterkopf sein: „Wenn sie zu präsent ist, ist man gehemmt.“

Beispiele, wie schnell der Wind sich in der wilden Liga angesichts der vielen Nachholspiele zurzeit drehen kann, gibt es genug. Gerade hatten sich die Eulen Ludwigshafen auf dem ersten Abstiegsplatz mit zwei Siegen in Folge wieder näher an GWD herangeschoben, da verloren sie das Kellerduell mit dem nun wieder punktgleichen Tabellennachbarn HSG Nordhorn-Lingen. Und der heutige Gegner Erlangen war bis zum Samstag mit 24 Zählern in Schlagdistanz, da gelang ihm ein überraschender Sieg bei den Rhein-Neckar Löwen.

„In diesem dichten Spielplan ist eben nichts vorhersehbar und es gibt Ergebnisse, mit denen man nicht rechnet“, sagt Carstens. Ein Trend, der bis zum Saisonende anhalten könnte. Umso mehr gilt das Trainer-Mantra auch im anstehenden Heimspiel: „So lange wir punkten, ist alles gut.“ Das gelang den Mindenern jetzt viermal in Folge, wenngleich angesichts von drei Unentschieden vielleicht sogar mehr drin war. „Man darf aber nicht vergessen, dass das für GWD in der Bundesliga eine gute Bilanz ist“, betont Carstens.

Auch gegen Erlangen dürfen sich die Gastgeber in der Lübbecker Kreissporthalle etwas ausrechnen, zumal der Gegner einige Verletzte zählt. „Sie müssen vor allem in der Defensive improvisieren“, weiß der Mindener Trainer. Vor der Grundausrichtung des HCE hat er großen Respekt: „Sie spielen eine sehr gute, engagierte Deckung, das ist ihre große Stärke. Wir müssen unsere Chancen sorgfältig erarbeiten und konsequent nutzen.“ Vor allem muss das besser gelingen als zuletzt beim 30:30 gegen Melsungen, als GWD im Positionsangriff eine unterdurchschnittliche Effektivität zeigte. Hinten müssen die Mindener die richtige Balance finden: „Erlangen hat Leute, die gut aus der Distanz treffen, spielt aber auch gut mit dem Kreis zusammen“, warnt Carstens.

Bei allen taktischen Erwägungen kommt es aber für ihn aber vor allem auf die Einstellung an, denn beide Mannschaften gleichen sich: „Viele Erlanger Stärken sind komplementär zu unseren Stärken. Es wird wie im Hinspiel eng, und dann geht es darum, wie man Fehler und Negativerlebnisse wegsteckt.“ Das erste Saisonduell im Dezember endete 21:21, eines von bislang sieben Mindener Unentschieden. Es sind diese Spiele, die Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren kürzlich als „anstrengend“ beschrieb.

Auch Coach Carstens empfindet die jüngsten Handball-Krimis als fordernd – „aber auch als extrem freudvoll“. Schließlich sehe er, wie seine Mannschaft ihre Aufgabe annimmt, Rückschläge verarbeitet und sich wieder ins Spiel kämpft: „Ich finde, dass sich unsere Leistungen gut entwickelt haben.“ Positiv hinzu kommt, dass Doruk Pehlivan das erste Spiel nach seiner Knie-Operation gut verkraftet hat und GWD somit eine wichtige Rückraum-Option mehr hat. Aliaksandr Padshyvalau ist wegen seiner Fußverletzung dagegen weiterhin krankgeschrieben. „Aber alle anderen sind voll da, und das ist ganz wichtig für die nächsten Wochen“, sagt Carstens. Denn nicht nur er will den Keller im Juni gerne verlassen.

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