Transferhammer: Weltmeister Christian Zeitz wechselt zu GWD Minden Christian Bendig,Marcus Riechmann Minden. Die Katze ist aus dem Sack: Handball-Profi Christian Zeitz wechselt zum Bundesligisten GWD Minden und erhält bei den Ostwestfalen einen Zwei-Jahres-Vertrag und das Trikot mit der Nummer 7. Mit der Verpflichtung des 166-maligen Nationalspielers reagiert GWD auf die Probleme im rechten Rückraum, wo Linkshänder Christoph Reißky wegen einer Schulterverletzung für etliche Monate ausfallen wird. Zeitz wird bei GWD an die Seite des Norwegers Christoffer Rambo rücken, die beiden bilden im rechten Rückraum eines der bemerkenswertesten Linkshänder-Doppel der Bundesliga. "Mit Christian Zeitz haben wir hochwertigen Ersatz für Christoph Reißky finden können. Er hat in der vergangenen Saison in Stuttgart gezeigt, dass er für jedes Team in der Liga eine Verstärkung ist", sagte GWD-Sportgeschäftsführer Frank von Behren, der in den vergangenen Tagen intensiv mit "Zeitzi" verhandelt hatte: "In den Gesprächen mit ihm, habe ich gemerkt, dass er hoch motiviert ist, noch zwei Jahre auf Top-Niveau zu spielen." Von Behren lobt die Angriffswucht und die Cleverness des Routiniers und hebt noch ein weiteren Aspekt hervor: "Christian bringt Eigenschaften mit, die uns im Team gut tun werden. Er besitzt unerschütterliches Selbstvertrauen und eine absolute Gewinnermentalität." Die Qualitäten des Torjägers kennt von Behren noch gut aus vielen gemeinsamen Jahren in der Nationalmannschaft. Etliche DHB-Erfolge haben die beiden gemeinsam gefeiert, auch der neue GWD-Torhüter Carsten "Lütti" Lichtlein war fast immer dabei. "Das ist schon lange her", wiegelt von Behren zwar ab, doch ihm gefällt die Zusammenführung der drei Alt-Internationalen in Minden: "Dass zwei alte Mitspieler aus der erfolgreichen DHB-Zeit jetzt hier in Minden spielen, war nicht abzusehen. Aber es ist schon cool, das wir so wieder zueinanderfinden." Von Behren, der am Montag seinen 44. Geburtstag begehen wird, ist vier Jahre älter als die beiden neuen GWD-Profis Zeitz und Lichtlein, die beide im November 40 Jahre alt werden und damit zu den Senioren der Liga gehören. Zeitz gewann in seiner Karriere etliche Titel. Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde der Mann mit dem gewaltigen Wurf 2004 Europameister und 2007 im eigenen Land Weltmeister, 2004 gewann er mit dem DHB-Team die olympische Silbermedaille. Seine Laufbahn in der DHB-Auswahl beendete der Linkshänder nach den dem enttäuschenden 9. Platz bei den Olympischen Spielen in Peking. Auch auf Vereinsebene feierte der gebürtige Heidelberger große Erfolge. Mit dem THW Kiel gewann er dreimal die Champions League, holte neun Deutsche Meisterschaften und sieben Mal den DHB-Pokal. Weil Zeitz momentan seine B-Lizenz-Ausbildung absolviert, wird er erst in der ersten Oktoberwoche zur Mannschaft stoßen. Beim Saisonauftakt der Mindener bei der TSV Hannover-Burgdorf am Donnerstag, 1. Oktober, wird Zeitz fehlen. "Er stößt am Samstag darauf zum Team und wird dann beim ersten Heimspiel dabei sein", kündigt von Behren das Zeitz-Debüt am Mittwoch, 7. Oktober, gegen die HSG Wetzlar an. "Ich bin dem Verein dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, zunächst den Trainerlehrgang wie geplant abzuschließen", so der 1,86-Mann. Zeitz wird mit seiner Familie in die Region ziehen und seinen Lebensmittelpunkt nach Ostwestfalen verlegen. "Das zeigt, wie ernst er die Sache nimmt", sagt Frank von Behren. Zusammen mit Carsten Lichtlein zählt Christian Zeitz zu den routinierten Spieler im Team von GWD. Er sagt: „Ich will der Mannschaft helfen, in dieser Saison gut abzuschneiden und am besten nichts mit den Abstiegsrängen zu tun zu haben. Carsten Lichtlein und ich möchten unsere Erfahrung an die jüngeren Spieler weitergeben." Nach einem zweijährigen Abstecher in die handballerischen Niederungen zur SG Nußloch feierte Zeitz nach der Insolvenz des Drittligisten Mitte Februar im Alter von 39 Jahren ein überraschendes Comeback beim Mindener Ligarivalen TVB Stuttgart. In den bis zum Saisonabbruch verbleibenden fünf Saisonspielen führte der Linkshänder den TVB Stuttgart im Abstiegskampf zu drei wichtigen Siegen gegen den HC Erlangen mit dem neuen GWD-Keeper Carsten Lichtlein, Frisch Auf Göppingen und den HBW Balingen-Weilstetten. Zu einem Aufeinandertreffen mit den Grün-Weißen, das eigentlich am 22. März hätte stattfinden sollen, kam es aufgrund des Saisonabbruchs nicht mehr. In seiner kurzen Zeit in Stuttgart erzielte Zeitz 22 Treffer. „Schade, ich hätte die Saison sehr gerne zu Ende gespielt, wir hatten gerade einen sehr guten Lauf", meinte Zeitz im Gespräch mit dem Zeitungsverlag Waiblingen und betonte „noch ein Jährchen in der Bundesliga spielen" zu wollen. Dafür ist sei er auch bereit, Abstriche in Kauf zu nehmen. „Mir ist auch bewusst, dass ich keine 26 Jahre alt mehr bin", sagte Zeitz. Er spielte in der 2.Bundesliga für den TSV Östringen und in der 1. Bundesliga für die SG Kronau-Östringen (die beiden Vorläufervereine der Rhein-Neckar Löwen), die SG Wallau/Massenheim, den THW Kiel und beim ungarischen Top-Klub MKB Veszprém. Er kehrte 2016 wieder zum THW Kiel, für den er insgesamt 1.155 Tore warf, zurück. Dort gab es aber Vertrags-Streitigkeiten zwischen Zeitz und dem Klub. Fortan spielte Zeitz nahe seiner Heimat Heidelberg in Nußloch und gab das Comeback beim TVB Stuttgart. Nun kehrt er in Minden ein weiteres Mal auf die große Bühne zurück.

Transferhammer: Weltmeister Christian Zeitz wechselt zu GWD Minden

Minden. Die Katze ist aus dem Sack: Handball-Profi Christian Zeitz wechselt zum Bundesligisten GWD Minden und erhält bei den Ostwestfalen einen Zwei-Jahres-Vertrag und das Trikot mit der Nummer 7. Mit der Verpflichtung des 166-maligen Nationalspielers reagiert GWD auf die Probleme im rechten Rückraum, wo Linkshänder Christoph Reißky wegen einer Schulterverletzung für etliche Monate ausfallen wird. Zeitz wird bei GWD an die Seite des Norwegers Christoffer Rambo rücken, die beiden bilden im rechten Rückraum eines der bemerkenswertesten Linkshänder-Doppel der Bundesliga.

Geimensam mit Sport-Geschäftsführer Frank von Behren (rechts) präsentiert Christian Zeitz sein neues GWD-Trikot mit der Nummer 7. - © Foto: pr
Geimensam mit Sport-Geschäftsführer Frank von Behren (rechts) präsentiert Christian Zeitz sein neues GWD-Trikot mit der Nummer 7. - © Foto: pr

"Mit Christian Zeitz haben wir hochwertigen Ersatz für Christoph Reißky finden können. Er hat in der vergangenen Saison in Stuttgart gezeigt, dass er für jedes Team in der Liga eine Verstärkung ist", sagte GWD-Sportgeschäftsführer Frank von Behren, der in den vergangenen Tagen intensiv mit "Zeitzi" verhandelt hatte: "In den Gesprächen mit ihm, habe ich gemerkt, dass er hoch motiviert ist, noch zwei Jahre auf Top-Niveau zu spielen." Von Behren lobt die Angriffswucht und die Cleverness des Routiniers und hebt noch ein weiteren Aspekt hervor: "Christian bringt Eigenschaften mit, die uns im Team gut tun werden. Er besitzt unerschütterliches Selbstvertrauen und eine absolute Gewinnermentalität."

Christian Zeitz verstärkt ab sofort GWD Minden und wird mit Christoffer Rambo ein wurfgewaltiges Duo bilden. Foto: imago - © imago images/masterpress
Christian Zeitz verstärkt ab sofort GWD Minden und wird mit Christoffer Rambo ein wurfgewaltiges Duo bilden. Foto: imago - © imago images/masterpress

Die Qualitäten des Torjägers kennt von Behren noch gut aus vielen gemeinsamen Jahren in der Nationalmannschaft. Etliche DHB-Erfolge haben die beiden gemeinsam gefeiert, auch der neue GWD-Torhüter Carsten "Lütti" Lichtlein war fast immer dabei. "Das ist schon lange her", wiegelt von Behren zwar ab, doch ihm gefällt die Zusammenführung der drei Alt-Internationalen in Minden: "Dass zwei alte Mitspieler aus der erfolgreichen DHB-Zeit jetzt hier in Minden spielen, war nicht abzusehen. Aber es ist schon cool, das wir so wieder zueinanderfinden." Von Behren, der am Montag seinen 44. Geburtstag begehen wird, ist vier Jahre älter als die beiden neuen GWD-Profis Zeitz und Lichtlein, die beide im November 40 Jahre alt werden und damit zu den Senioren der Liga gehören.

Zeitz gewann in seiner Karriere etliche Titel. Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde der Mann mit dem gewaltigen Wurf 2004 Europameister und 2007 im eigenen Land Weltmeister, 2004 gewann er mit dem DHB-Team die olympische Silbermedaille. Seine Laufbahn in der DHB-Auswahl beendete der Linkshänder nach den dem enttäuschenden 9. Platz bei den Olympischen Spielen in Peking. Auch auf Vereinsebene feierte der gebürtige Heidelberger große Erfolge. Mit dem THW Kiel gewann er dreimal die Champions League, holte neun Deutsche Meisterschaften und sieben Mal den DHB-Pokal.

Weil Zeitz momentan seine B-Lizenz-Ausbildung absolviert, wird er erst in der ersten Oktoberwoche zur Mannschaft stoßen. Beim Saisonauftakt der Mindener bei der TSV Hannover-Burgdorf am Donnerstag, 1. Oktober, wird Zeitz fehlen. "Er stößt am Samstag darauf zum Team und wird dann beim ersten Heimspiel dabei sein", kündigt von Behren das Zeitz-Debüt am Mittwoch, 7. Oktober, gegen die HSG Wetzlar an. "Ich bin dem Verein dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, zunächst den Trainerlehrgang wie geplant abzuschließen", so der 1,86-Mann. Zeitz wird mit seiner Familie in die Region ziehen und seinen Lebensmittelpunkt nach Ostwestfalen verlegen. "Das zeigt, wie ernst er die Sache nimmt", sagt Frank von Behren.

Zusammen mit Carsten Lichtlein zählt Christian Zeitz zu den routinierten Spieler im Team von GWD. Er sagt: „Ich will der Mannschaft helfen, in dieser Saison gut abzuschneiden und am besten nichts mit den Abstiegsrängen zu tun zu haben. Carsten Lichtlein und ich möchten unsere Erfahrung an die jüngeren Spieler weitergeben."

Nach einem zweijährigen Abstecher in die handballerischen Niederungen zur SG Nußloch feierte Zeitz nach der Insolvenz des Drittligisten Mitte Februar im Alter von 39 Jahren ein überraschendes Comeback beim Mindener Ligarivalen TVB Stuttgart. In den bis zum Saisonabbruch verbleibenden fünf Saisonspielen führte der Linkshänder den TVB Stuttgart im Abstiegskampf zu drei wichtigen Siegen gegen den HC Erlangen mit dem neuen GWD-Keeper Carsten Lichtlein, Frisch Auf Göppingen und den HBW Balingen-Weilstetten. Zu einem Aufeinandertreffen mit den Grün-Weißen, das eigentlich am 22. März hätte stattfinden sollen, kam es aufgrund des Saisonabbruchs nicht mehr. In seiner kurzen Zeit in Stuttgart erzielte Zeitz 22 Treffer.

„Schade, ich hätte die Saison sehr gerne zu Ende gespielt, wir hatten gerade einen sehr guten Lauf", meinte Zeitz im Gespräch mit dem Zeitungsverlag Waiblingen und betonte „noch ein Jährchen in der Bundesliga spielen" zu wollen. Dafür ist sei er auch bereit, Abstriche in Kauf zu nehmen. „Mir ist auch bewusst, dass ich keine 26 Jahre alt mehr bin", sagte Zeitz.

Er spielte in der 2.Bundesliga für den TSV Östringen und in der 1. Bundesliga für die SG Kronau-Östringen (die beiden Vorläufervereine der Rhein-Neckar Löwen), die SG Wallau/Massenheim, den THW Kiel und beim ungarischen Top-Klub MKB Veszprém. Er kehrte 2016 wieder zum THW Kiel, für den er insgesamt 1.155 Tore warf, zurück. Dort gab es aber Vertrags-Streitigkeiten zwischen Zeitz und dem Klub. Fortan spielte Zeitz nahe seiner Heimat Heidelberg in Nußloch und gab das Comeback beim TVB Stuttgart. Nun kehrt er in Minden ein weiteres Mal auf die große Bühne zurück.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in GWD Minden