Tempo, Tempo, Tempo: GWD Minden will gegen die HSG Wetzlar über Konter zum Erfolg kommen Astrid Plaßhenrich Minden. Der Jahresendspurt ist eingeläutet – und auf GWD Minden warten noch zwei anspruchsvolle Aufgaben: Wenn der Handball-Bundesligist an diesem Mittwoch die HSG Wetzlar in der Kampa-Halle empfängt, treffen zwei Teams aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein können. Auf der einen Seite stehen die eingespielten Hessen, deren Abläufe blind ineinanderlaufen. Auf der anderen Seite sucht der Tabellenletzte immer noch nach Automatismen. Aber nach den letzten drei Siegen in Folge steht eindeutig fest: Die Richtung stimmt. Montagmittag. Frank Carstens hat die Analyse des Leipzig-Spiels längst abgeschlossen und bereitet sich auf Wetzlar vor. Dafür schaut sich der GWD-Trainer das Pokalspiel der HSG beim HC Erlangen an. Die Hessen scheiterten krachend mit 19:31 an den Bayern. „Erlangen ist sehr stark über die Konter gekommen. Darin liegt auch unsere Chance“, sagt Carstens, „wir müssen das Tempospiel deutlich gewinnen, um Wetzlar unter Druck zu setzen.“Die Pleite in Erlangen war für die Wetzlarer ein Totalausfall, aber der bislang einzige in dieser Saison. Und: „Wir haben gute Schlüsse aus dem Spiel gezogen“, sagt HSG-Trainer Benjamin Matschke. Die waren bereits am Sonntag deutlich zu erkennen: Die HSG legte im Spiel eins nach dem Pokal-Aus gegen den Handball-Riesen aus Kiel den Schalter wieder um und gewann mit 29:27. Auch wenn der THW zum Jahresende körperlich und mental auf den Zahnfleisch geht, war es eine überzeugende Vorstellung der Wetzlarer.Die haben in dem Spiel genau das bestätigt, was sie auszeichnet. Die HSG liefert in der Liga seit Wochen kontinuierlich ab und arbeitete sich heimlich, still und leise auf Platz fünf der Tabelle vor. Carstens gewinnt der unaufgeregten und seriösen Arbeit der HSG viel ab. „Das zeugt von Qualität“, meint der 50-Jährige und ergänzt: „Trotzdem ist es unspektakulär, und niemand spricht darüber.“Daneben hat Wetzlar im Vergleich zu Minden einen Größenvorteil. „Die HSG hat viele große, schwere Leute im Zentrum“, sagt Carstens, „wir sind dagegen für Bundesligaverhältnisse eine kleingewachsene Mannschaft.“ Deswegen geht es für die Mindener in erster Linie darum, kompakt zu stehen. „Und wir brauchen vorne einen sehr schnellen Ballfluss, um in die Lücken zu kommen“, meint der GWD-Coach, „idealerweise können wir dann von der Torraumlinie aus abschließen.“ Denn: Aus der Distanz sei Wetzlar mit der "hervorragenden Block- und Torhüterkooperation" nur schwer zu überwinden.as ist auch HSG-Torwart Till Klimpke zu verdanken, der erneut eine starke Saison spielt. Seine Leistungen belohnte Bundestrainer Alfred Gislason gestern mit seiner EM- Nominierung. Der 23-Jährige verdrängte Melsungens Silvio Heinevetter und bildet zusammen mit dem ehemaligen Mindener Joel Birlehm und Andreas Wolff das Torhüter-Gespann. „Es ist immer eine Ehre für sein Land zu spielen und dies jetzt bei einem so großen EM-Turnier tun zu dürfen, ist das Größte für mich. Meine Vorfreude ist riesig, aber ich gehe die Aufgabe auch mit jeder Menge Demut, Respekt und Dankbarkeit an“, sagt Klimpke, der mit viel Selbstvertrauen in der Kampa-Halle auftreten wird. Aber auch die Mindener haben Selbstvertrauen getankt. „Wir haben festgestellt, dass selbst wenn Dinge schiefgehen, wir gewinnen können. Klar müssen wir maximalen Einsatz und maximale Bereitschaft zeigen. Aber wir brauchen keinen perfektionistischen Anspruch an unser Spiel, denn dann würden wir uns auch in eine mentale Falle begeben“, sagt Carstens, der auf den gleichen Kader zurückgreifen kann wie beim Sieg in Leipzig. Einzig Kreisläufer Joshua Thiele wird mit einer Innenbandverletzung am rechten Knie ausfallen.

Tempo, Tempo, Tempo: GWD Minden will gegen die HSG Wetzlar über Konter zum Erfolg kommen

Mindens Miro Schluroff (rechts) war im Spiel beim SC DHfK Leipzig einer der Matchwinner. Der 21-Jährige erzielte den Siegtreffer zum 26:25. Foto: Gabor Krieg/imago © imago images/Picture Point

Minden. Der Jahresendspurt ist eingeläutet – und auf GWD Minden warten noch zwei anspruchsvolle Aufgaben: Wenn der Handball-Bundesligist an diesem Mittwoch die HSG Wetzlar in der Kampa-Halle empfängt, treffen zwei Teams aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein können. Auf der einen Seite stehen die eingespielten Hessen, deren Abläufe blind ineinanderlaufen. Auf der anderen Seite sucht der Tabellenletzte immer noch nach Automatismen. Aber nach den letzten drei Siegen in Folge steht eindeutig fest: Die Richtung stimmt.

Montagmittag. Frank Carstens hat die Analyse des Leipzig-Spiels längst abgeschlossen und bereitet sich auf Wetzlar vor. Dafür schaut sich der GWD-Trainer das Pokalspiel der HSG beim HC Erlangen an. Die Hessen scheiterten krachend mit 19:31 an den Bayern. „Erlangen ist sehr stark über die Konter gekommen. Darin liegt auch unsere Chance“, sagt Carstens, „wir müssen das Tempospiel deutlich gewinnen, um Wetzlar unter Druck zu setzen.“

Die Pleite in Erlangen war für die Wetzlarer ein Totalausfall, aber der bislang einzige in dieser Saison. Und: „Wir haben gute Schlüsse aus dem Spiel gezogen“, sagt HSG-Trainer Benjamin Matschke. Die waren bereits am Sonntag deutlich zu erkennen: Die HSG legte im Spiel eins nach dem Pokal-Aus gegen den Handball-Riesen aus Kiel den Schalter wieder um und gewann mit 29:27. Auch wenn der THW zum Jahresende körperlich und mental auf den Zahnfleisch geht, war es eine überzeugende Vorstellung der Wetzlarer.

Die haben in dem Spiel genau das bestätigt, was sie auszeichnet. Die HSG liefert in der Liga seit Wochen kontinuierlich ab und arbeitete sich heimlich, still und leise auf Platz fünf der Tabelle vor. Carstens gewinnt der unaufgeregten und seriösen Arbeit der HSG viel ab. „Das zeugt von Qualität“, meint der 50-Jährige und ergänzt: „Trotzdem ist es unspektakulär, und niemand spricht darüber.“

Daneben hat Wetzlar im Vergleich zu Minden einen Größenvorteil. „Die HSG hat viele große, schwere Leute im Zentrum“, sagt Carstens, „wir sind dagegen für Bundesligaverhältnisse eine kleingewachsene Mannschaft.“ Deswegen geht es für die Mindener in erster Linie darum, kompakt zu stehen. „Und wir brauchen vorne einen sehr schnellen Ballfluss, um in die Lücken zu kommen“, meint der GWD-Coach, „idealerweise können wir dann von der Torraumlinie aus abschließen.“ Denn: Aus der Distanz sei Wetzlar mit der "hervorragenden Block- und Torhüterkooperation" nur schwer zu überwinden.

as ist auch HSG-Torwart Till Klimpke zu verdanken, der erneut eine starke Saison spielt. Seine Leistungen belohnte Bundestrainer Alfred Gislason gestern mit seiner EM- Nominierung. Der 23-Jährige verdrängte Melsungens Silvio Heinevetter und bildet zusammen mit dem ehemaligen Mindener Joel Birlehm und Andreas Wolff das Torhüter-Gespann. „Es ist immer eine Ehre für sein Land zu spielen und dies jetzt bei einem so großen EM-Turnier tun zu dürfen, ist das Größte für mich. Meine Vorfreude ist riesig, aber ich gehe die Aufgabe auch mit jeder Menge Demut, Respekt und Dankbarkeit an“, sagt Klimpke, der mit viel Selbstvertrauen in der Kampa-Halle auftreten wird.

Aber auch die Mindener haben Selbstvertrauen getankt. „Wir haben festgestellt, dass selbst wenn Dinge schiefgehen, wir gewinnen können. Klar müssen wir maximalen Einsatz und maximale Bereitschaft zeigen. Aber wir brauchen keinen perfektionistischen Anspruch an unser Spiel, denn dann würden wir uns auch in eine mentale Falle begeben“, sagt Carstens, der auf den gleichen Kader zurückgreifen kann wie beim Sieg in Leipzig. Einzig Kreisläufer Joshua Thiele wird mit einer Innenbandverletzung am rechten Knie ausfallen.

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