THW Kiel menschlich machen: GWD Minden will die Übermacht stressen und so zu Fehler zwingen Astrid Plaßhenrich Minden. Es ist das einfachste Spiel im Saisonendspurt. Wenn Bundesligist GWD Minden am Samstagabend (20.30 Uhr) den THW Kiel in der Lübbecker Kreissporthalle empfängt, rechnet ganz Handball-Deutschland mit einer Niederlage für die Grün-Weißen. „Sicherlich sprechen nicht viele Statistiken für uns", sagt auch Frank Carstens. Aber der Riese aus dem Norden wankt nach den zwei jüngsten Niederlagen. Und deshalb schließt der GWD-Trainer an: „Glücklicherweise geben Statistiken nicht immer den Ausschlag." Die Mindener hatten nach dem Mai-Marathon und der Leipzig-Partie Anfang Juni endlich Zeit, um durchzuatmen. Acht Spiele in vier Wochen steckten in den Beinen der GWD-Spieler. Für die Mindener ist das eine ungewohnte Situation, für die Kieler mit den zusätzlichen internationalen Einsätzen dagegen Alltag. Die THW-Profis bestreiten in Lübbecke bereits ihr 54. Pflichtspiel in dieser Saison. Zum Vergleich: Für GWD steht die 35. Partie an. Alles andere als normal ist bei den Kielern allerdings, dass eine Saison ohne Titel droht. Nach der Niederlage in Magdeburg hat der THW in der Meisterschaft die Verfolgerrolle übernommen und muss auf einen Ausrutscher von Tabellenführer Flensburg hoffen. Im Halbfinale des DHB-Pokals schied der amtierende Champions-League-Sieger im Halbfinale gegen Außenseiter TBV Lemgo aus – trotz eines Sieben-Tore-Vorsprungs zur Pause. „Lemgo, aber auch Magdeburg haben uns vorgemacht, was der Glaube an die eigenen Fähigkeiten bewirken kann", sagt Carstens und ist sich sicher: „Wenn wir all unsere Qualitäten zeigen, dann können auch wir den THW in die Bredouille bringen." Dass die Kieler mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch nach Lübbecke reisen, sei klar. „Aber das ist gleichzeitig auch unsere Chance. Sie können sich keinen Fehler mehr erlauben. Wenn wir es schaffen, auf den THW weiteren Stress aufzubauen, kann ihn das menschlicher machen", sagt Carstens. Soll heißen: In solchen Situationen macht selbst der deutsche Rekordmeister Fehler. Zusätzlich erinnert der Mindener Trainer daran, dass auch sein Team bereits gute Leistungen gegen den THW gezeigt habe. Das Hinspiel gehört aber sicherlich nicht dazu. Anfang November erfuhr GWD mit einer 26:41-Pleite eine herbe Bruchlandung. „Ich habe keine Worte. Wir sind überrannt worden und hatten Kiel nichts entgegenzusetzen", hatte Mindens Spielmacher Juri Knorr damals gesagt. Tatsächlich lief bei den Mindenern nichts zusammen. Bei den Zebras hingegen alles. „Wir hatten Riesenprobleme mit dem Kieler Tempospiel, konnten sie nie aufhalten. Vor allem nicht in der ersten Halbzeit", blickt Carstens zurück. Duvnjak, Weinhold, Reinkind & Co. überrollten die Mindener mit einer unglaublichen Power. „Wir müssen uns im Zweikampfverhalten ganz anders präsentieren als im Hinspiel", sagt Carstens und ist sehr zuversichtlich, dass das gelingt. Schließlich steht die Mindener Abwehr in den vergangenen Wochen stabil. Dagegen haperte es in den letzten drei Spielen erheblich im Angriff. „Da haben wir den Hebel angesetzt", sagt der GWD-Trainer. Vielleicht ist es für die Mindener auch ein Anreiz, am Samstag eine historische Marke überspringen zu können. GWD hat in der „ewigen Bundesligatabelle" aktuell 999 Punkte gesammelt. Der 1.000 Zähler kann dazukommen. „Der Fahrplan muss sein, dass Spiel so lange wie möglich offen zu halten, um dann am Ende mit einem Plus an Emotionen, einen Plus an Inspiration so ein Wunder zu schaffen", meint Carstens. Dazu kann ein wenig Spielglück auch nicht schaden.

THW Kiel menschlich machen: GWD Minden will die Übermacht stressen und so zu Fehler zwingen

Entschlossener Blick, die Faust geballt: Auf die Paraden von Mindens Torwart Malte Semisch wird es am Samstagabend gegen den THW Kiel einmal mehr ankommen. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden. Es ist das einfachste Spiel im Saisonendspurt. Wenn Bundesligist GWD Minden am Samstagabend (20.30 Uhr) den THW Kiel in der Lübbecker Kreissporthalle empfängt, rechnet ganz Handball-Deutschland mit einer Niederlage für die Grün-Weißen. „Sicherlich sprechen nicht viele Statistiken für uns", sagt auch Frank Carstens. Aber der Riese aus dem Norden wankt nach den zwei jüngsten Niederlagen. Und deshalb schließt der GWD-Trainer an: „Glücklicherweise geben Statistiken nicht immer den Ausschlag."

Die Mindener hatten nach dem Mai-Marathon und der Leipzig-Partie Anfang Juni endlich Zeit, um durchzuatmen. Acht Spiele in vier Wochen steckten in den Beinen der GWD-Spieler. Für die Mindener ist das eine ungewohnte Situation, für die Kieler mit den zusätzlichen internationalen Einsätzen dagegen Alltag. Die THW-Profis bestreiten in Lübbecke bereits ihr 54. Pflichtspiel in dieser Saison. Zum Vergleich: Für GWD steht die 35. Partie an.

Alles andere als normal ist bei den Kielern allerdings, dass eine Saison ohne Titel droht. Nach der Niederlage in Magdeburg hat der THW in der Meisterschaft die Verfolgerrolle übernommen und muss auf einen Ausrutscher von Tabellenführer Flensburg hoffen. Im Halbfinale des DHB-Pokals schied der amtierende Champions-League-Sieger im Halbfinale gegen Außenseiter TBV Lemgo aus – trotz eines Sieben-Tore-Vorsprungs zur Pause. „Lemgo, aber auch Magdeburg haben uns vorgemacht, was der Glaube an die eigenen Fähigkeiten bewirken kann", sagt Carstens und ist sich sicher: „Wenn wir all unsere Qualitäten zeigen, dann können auch wir den THW in die Bredouille bringen."

Dass die Kieler mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch nach Lübbecke reisen, sei klar. „Aber das ist gleichzeitig auch unsere Chance. Sie können sich keinen Fehler mehr erlauben. Wenn wir es schaffen, auf den THW weiteren Stress aufzubauen, kann ihn das menschlicher machen", sagt Carstens. Soll heißen: In solchen Situationen macht selbst der deutsche Rekordmeister Fehler.

Zusätzlich erinnert der Mindener Trainer daran, dass auch sein Team bereits gute Leistungen gegen den THW gezeigt habe. Das Hinspiel gehört aber sicherlich nicht dazu. Anfang November erfuhr GWD mit einer 26:41-Pleite eine herbe Bruchlandung. „Ich habe keine Worte. Wir sind überrannt worden und hatten Kiel nichts entgegenzusetzen", hatte Mindens Spielmacher Juri Knorr damals gesagt. Tatsächlich lief bei den Mindenern nichts zusammen. Bei den Zebras hingegen alles. „Wir hatten Riesenprobleme mit dem Kieler Tempospiel, konnten sie nie aufhalten. Vor allem nicht in der ersten Halbzeit", blickt Carstens zurück. Duvnjak, Weinhold, Reinkind & Co. überrollten die Mindener mit einer unglaublichen Power. „Wir müssen uns im Zweikampfverhalten ganz anders präsentieren als im Hinspiel", sagt Carstens und ist sehr zuversichtlich, dass das gelingt. Schließlich steht die Mindener Abwehr in den vergangenen Wochen stabil. Dagegen haperte es in den letzten drei Spielen erheblich im Angriff. „Da haben wir den Hebel angesetzt", sagt der GWD-Trainer.

Vielleicht ist es für die Mindener auch ein Anreiz, am Samstag eine historische Marke überspringen zu können. GWD hat in der „ewigen Bundesligatabelle" aktuell 999 Punkte gesammelt. Der 1.000 Zähler kann dazukommen. „Der Fahrplan muss sein, dass Spiel so lange wie möglich offen zu halten, um dann am Ende mit einem Plus an Emotionen, einen Plus an Inspiration so ein Wunder zu schaffen", meint Carstens. Dazu kann ein wenig Spielglück auch nicht schaden.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in GWD Minden