Strohfeuer oder Aufwärtstrend? HSV-Spiel kann ein Fingerzeig sein Jörg Wehling Minden. Ist es nur ein zartes Pflänzchen der Hoffnung, oder vielleicht doch mehr? War es ein Spiel, das die Wende zum Guten bringt oder war es doch nur ein Strohfeuer? Dem Augenschein nach war der Auftritt der Handball-Profis GWD Mindens trotz der 27:31-Niederlage beim HSV Hamburg mindestens akzeptabel. Die Formkurve des Handball-Bundesligisten zeigt eindeutig nach oben. Die Mängelliste der Konkurrenzfähigkeit in der Handball-Bundesliga ist für GWD damit signifikant kürzer geworden – aber eben immer noch zu lang. „Wir waren dicht dran an einem Punktgewinn. Aber der HSV war in der Schlussphase auch die vier Aktionen besser, als wir – leider“, sagt Trainer Frank Carstens im Nachhinein. Sein Matchplan ging bis in die Schlussphase hinein auf. Das Tempospiel mit schneller Feldüberquerung sowie erster und zweiter Welle, die zu einfachen Toren führten, schmeckte den Hamburgern überhaupt nicht. Trotz knapper Führung hatten die Gastgeber so ihre Mühe zum Torabschluss zu kommen. „Es war ein Kampfspiel und für den Kopf ein schweres Spiel für uns. Wir waren erstmals in einer gewissen Favoritenrolle und teilweise ein bisschen verkrampft“, sagte HSV-Trainer Torsten Jansen zum Spiel. Und das nutzten die Mindener in Durchgang eins aus, weil sie Nadelstiche setzen konnten, wie selten zuvor. Einer, der auf GWD-Seite dabei an vorderster Linie arbeitete, war Maximilian Janke, der seit längerem nicht nur das Mindener Abwehrspiel organisiert, sondern auch für Torgefahr sorgt. „Er hat angedeutet, was er in der Offensive für uns leisten kann. Aber nach langer Pause wieder vorne zu spielen, ist auch nicht so einfach“, sagt Carstens. Ohnehin war die zuletzt viel gescholtene Offensive besonders in der ersten Halbzeit auf der Höhe. Jan Grebenc gehörte auf der halblinken Position zu den Spielern, die ebenfalls Torgefahr ausstrahlten und dabei auch den Blick für den Nebenmann hatten. Mit fünf Treffern gehörte der Slowene damit neben Niclas Pieczkowski zu den GWD-Haupttorschützen. Auf der rechten Rückraumseite lief es dagegen nicht ganz so gut, weil Nikola Jukic noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Dementsprechend ließ in der zweiten Halbzeit die Torgefahr dort merklich nach. „In der ersten Halbzeit hat uns das Tempospiel getragen. Das gelang uns in der zweiten Halbzeit leider nicht mehr so gut“, analysierte Carstens. Ein weiterer Minuspunkt war die fehlende Torgefahr von beiden Außenpositionen. Und so bleibt bei allen positiven Aspekten die Tatsache, dass GWD mit sieben Niederlagen ohne Punkte das Schlusslicht der Bundesliga bildet. „Minden ist trotzdem eine gute Mannschaft, gegen die wir uns schwer getan haben“, sagte Casper Mortensen. Doch das ist aus GWD-Sicht nur ein schwacher Trost. Froh ist Frank Carstens darüber, dass er mit Amine Darmoul seinen etatmäßigen Spielmacher wieder zur Verfügung hat. Quasi als Joker tauchte der Tunesier in der Schlussviertelstunde auf. Dass seine vorangegangene Verletzung ihn dabei behinderte, war zumindest von außen betrachtet, nicht erkennbar. Viel wichtiger aber: Darmoul stand die Partie problemlos durch. Allerdings war es auch die Schlussviertelstunde, in der die Mindener die Partie verloren. Das lag aber keinesfalls an Darmoul. Zu schnelle Abschlüsse und fahrlässiges Deckungsverhalten gaben da eher den Ausschlag. „Manchmal waren wir in dieser Phase zu überhastet. Aber wir mussten auch mehr Risiko gehen“, sagt Carstens. Pech war auch, dass sich der gut spielende Joshua Thiele früh zwei Zeitstrafen einhandelte. Damit fehlte der Kreisläufer und Innenblocker in der „Crunchtime.“ Dass die Tagesform so ein Spiel entscheiden kann, das zeigte sich auf der Torhüterposition. Die keinesfalls enttäuschenden Malte Semisch und Carsten Lichtlein standen im Schatten des HSV-Keepers Johannes Bitter, der mit 15 Paraden maßgeblichen Anteil am HSV-Sieg hatte. Bitter spielte im Übrigen 60 Minuten durch, weil der ehemalige Mindener Jens Vortmann gesundheitlich passen musste. Nun gilt es nach der Aufarbeitung der HSV-Niederlage darum, sich ab Mittwoch auf den nächsten Gegner vorzubereiten. Und dieser ist mit dem TBV Lemgo-Lippe ein Hochkaräter. Dann wird es sich zeigen, was die Leistung vom Wochenende wert war.

Strohfeuer oder Aufwärtstrend? HSV-Spiel kann ein Fingerzeig sein

Ein Duell mit scheinbar umgekehrten Vorzeichen: HSV Hamburgs Haupttorschütze Azat Valiullin (rechts) stört die Kreise von GWD Mindens Abwehrspezialisten Maximilian Janke, der hier versucht, den Ball weiterzuspielen. Foto: imago-images © imago images/Lobeca

Minden. Ist es nur ein zartes Pflänzchen der Hoffnung, oder vielleicht doch mehr? War es ein Spiel, das die Wende zum Guten bringt oder war es doch nur ein Strohfeuer? Dem Augenschein nach war der Auftritt der Handball-Profis GWD Mindens trotz der 27:31-Niederlage beim HSV Hamburg mindestens akzeptabel. Die Formkurve des Handball-Bundesligisten zeigt eindeutig nach oben.

Die Mängelliste der Konkurrenzfähigkeit in der Handball-Bundesliga ist für GWD damit signifikant kürzer geworden – aber eben immer noch zu lang. „Wir waren dicht dran an einem Punktgewinn. Aber der HSV war in der Schlussphase auch die vier Aktionen besser, als wir – leider“, sagt Trainer Frank Carstens im Nachhinein.

Sein Matchplan ging bis in die Schlussphase hinein auf. Das Tempospiel mit schneller Feldüberquerung sowie erster und zweiter Welle, die zu einfachen Toren führten, schmeckte den Hamburgern überhaupt nicht. Trotz knapper Führung hatten die Gastgeber so ihre Mühe zum Torabschluss zu kommen. „Es war ein Kampfspiel und für den Kopf ein schweres Spiel für uns. Wir waren erstmals in einer gewissen Favoritenrolle und teilweise ein bisschen verkrampft“, sagte HSV-Trainer Torsten Jansen zum Spiel.

Und das nutzten die Mindener in Durchgang eins aus, weil sie Nadelstiche setzen konnten, wie selten zuvor. Einer, der auf GWD-Seite dabei an vorderster Linie arbeitete, war Maximilian Janke, der seit längerem nicht nur das Mindener Abwehrspiel organisiert, sondern auch für Torgefahr sorgt. „Er hat angedeutet, was er in der Offensive für uns leisten kann. Aber nach langer Pause wieder vorne zu spielen, ist auch nicht so einfach“, sagt Carstens.

Ohnehin war die zuletzt viel gescholtene Offensive besonders in der ersten Halbzeit auf der Höhe. Jan Grebenc gehörte auf der halblinken Position zu den Spielern, die ebenfalls Torgefahr ausstrahlten und dabei auch den Blick für den Nebenmann hatten. Mit fünf Treffern gehörte der Slowene damit neben Niclas Pieczkowski zu den GWD-Haupttorschützen.

Auf der rechten Rückraumseite lief es dagegen nicht ganz so gut, weil Nikola Jukic noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Dementsprechend ließ in der zweiten Halbzeit die Torgefahr dort merklich nach. „In der ersten Halbzeit hat uns das Tempospiel getragen. Das gelang uns in der zweiten Halbzeit leider nicht mehr so gut“, analysierte Carstens. Ein weiterer Minuspunkt war die fehlende Torgefahr von beiden Außenpositionen.

Und so bleibt bei allen positiven Aspekten die Tatsache, dass GWD mit sieben Niederlagen ohne Punkte das Schlusslicht der Bundesliga bildet. „Minden ist trotzdem eine gute Mannschaft, gegen die wir uns schwer getan haben“, sagte Casper Mortensen. Doch das ist aus GWD-Sicht nur ein schwacher Trost.

Froh ist Frank Carstens darüber, dass er mit Amine Darmoul seinen etatmäßigen Spielmacher wieder zur Verfügung hat. Quasi als Joker tauchte der Tunesier in der Schlussviertelstunde auf. Dass seine vorangegangene Verletzung ihn dabei behinderte, war zumindest von außen betrachtet, nicht erkennbar. Viel wichtiger aber: Darmoul stand die Partie problemlos durch.

Allerdings war es auch die Schlussviertelstunde, in der die Mindener die Partie verloren. Das lag aber keinesfalls an Darmoul. Zu schnelle Abschlüsse und fahrlässiges Deckungsverhalten gaben da eher den Ausschlag. „Manchmal waren wir in dieser Phase zu überhastet. Aber wir mussten auch mehr Risiko gehen“, sagt Carstens. Pech war auch, dass sich der gut spielende Joshua Thiele früh zwei Zeitstrafen einhandelte. Damit fehlte der Kreisläufer und Innenblocker in der „Crunchtime.“

Dass die Tagesform so ein Spiel entscheiden kann, das zeigte sich auf der Torhüterposition. Die keinesfalls enttäuschenden Malte Semisch und Carsten Lichtlein standen im Schatten des HSV-Keepers Johannes Bitter, der mit 15 Paraden maßgeblichen Anteil am HSV-Sieg hatte. Bitter spielte im Übrigen 60 Minuten durch, weil der ehemalige Mindener Jens Vortmann gesundheitlich passen musste.

Nun gilt es nach der Aufarbeitung der HSV-Niederlage darum, sich ab Mittwoch auf den nächsten Gegner vorzubereiten. Und dieser ist mit dem TBV Lemgo-Lippe ein Hochkaräter. Dann wird es sich zeigen, was die Leistung vom Wochenende wert war.

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