Sprung ins Ungewisse: Darauf stellt sich GWD gegen den BHC ein Astrid Plaßhenrich Minden. Sebastian Hinze leistet Pionierarbeit. Das sagt zumindest Frank Carstens über seinen Trainerkollegen vom Bergischen HC. „Sebastian entwickelt immer wieder neue Ideen, wenn er viel Zeit hat, und die hatte er jetzt in der WM-Pause", sagt der Coach des Handball-Bundesligisten GWD Minden und lacht. Wochen später kopiere dann die Konkurrenz die innovativen Akzente, das sei häufig zu beobachten. Ob der 41-jährige BHC-Trainer aber auch gegen GWD mit spielerischen und taktischen Überraschungen aufwartet, wird sich Donnerstagabend ab 19 Uhr in der Lübbecker Kreissporthalle zeigen. „Ich rechne aber ganz stark damit", erklärt Carstens. Hinzes Arbeit bleibt auch der Konkurrenz nicht verborgen. Wie der „Mannheimer Morgen" gestern berichtete, steht der BHC-Coach auf der Wunschliste der Rhein-Neckar Löwen, die mit Hochdruck einen Nachfolger für Martin Schwalb suchen. Der verlässt Mannheim am Saisonende. Hinze wiegelt allerdings ab: „Ich bin Trainer des Bergischen HC und habe eine vertragliche Bindung." Ob das tatsächlich eine endgültige Absage ist, oder ob Hinze bald der Chef von GWD-Spielmacher Juri Knorr sein wird, bleibt abzuwarten. Der Fokus des BHC-Trainers richtet sich jetzt eh auf GWD. Und fest steht, dass Hinze improvisieren muss: Der Pole Maciej Majdzinski erlitt im WM-Spiel gegen Deutschland seinen dritten Kreuzbandriss und wird monatelang ausfallen. Damit bleibt der deutsche Nationalspieler David Schmidt der nominell einzige Rückraumrechte im BHC-Kader. Im Testspiel gegen den Ligakonkurrenten HSG Nordhorn-Lingen (29:29) probierte Hinze einige Varianten aus, ließ zum einen Rechtshänder Lukas Stutzke auf der für ihn ungewohnten Position spielen, zum anderen den etatmäßigen Rechtsaußen Arnor Gunnarsson. Denkbar ist auch, dass Schmidt durch einen Abwehrwechsel genügend Pausen erhält und offensiv durchspielt. Neben Majdzinski werden auch die beiden Rückraumspieler Daniel Fontaine (muskuläre Probleme) und Alexander Weck (nach Kreuzbandriss) gegen GWD ausfallen. Dazu hat Ragnar Johannsson den Club auf eigenen Wunsch verlassen. Trotz der personellen Ausfälle sieht Frank Carstens den BHC sowohl in der Breite als auch individuell immer noch sehr gut aufgestellt. Kreisläufer und Abwehrchef Max Darj ist dabei ein Schlüsselspieler. Der Schwede kehrte mit der Silbermedaille von der Weltmeisterschaft zurück und überzeugte in Ägypten mit konstanten Leistungen auf hohem Niveau. Dazu gilt es, Zwei-Meter-Mann Fabian Gutbrod zu stoppen, der gerne seine Tore von außerhalb der der Neunmeter-Linie erzielt. „Er spielt eine hervorragende Saison", urteilt Carstens. Da sowohl Darj als auch auch drei Spieler des TBV Lemgo Lippe beim WM-Finalwochenende dabei waren, verschoben die beiden Mannschaften ihre für den vergangenen Samstag angesetzte Partie auf Ende Februar. Für das Hinze-Team ist der Auftritt in Lübbecke damit das erste Pflichtspiel nach der sechswöchigen Pause. GWD hat bereits eine Partie im Wettkampfmodus bestritten. Auch wenn die Performance bei der 20:27-Niederlage gegen den HBW Balingen-Weilstetten nicht nach den Mindener Vorstellungen verlief, kann die Praxis ein Vorteil sein. Ein weiterer Lichtblick: Nach schwachen Spielen haben die Grün-Weißen bereits oft die erhoffte Reaktion gezeigt. Auf die blutleere Vorstellung bei den Eulen Ludwigshafen folgte in den darauffolgenden fünf Spielen bis zum Jahresende drei Siege und ein Unentschieden.

Sprung ins Ungewisse: Darauf stellt sich GWD gegen den BHC ein

Es war eines der (vorerst) letzten Spiele in der Kampa-Halle: GWD Minden mit Aliaksandr Padshyvalau (rechts) gewann gegen den Bergischen HC mit Jeffrey Boomhouwer am 22. Dezember 2019 mit 26:23. Fotos: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden. Sebastian Hinze leistet Pionierarbeit. Das sagt zumindest Frank Carstens über seinen Trainerkollegen vom Bergischen HC. „Sebastian entwickelt immer wieder neue Ideen, wenn er viel Zeit hat, und die hatte er jetzt in der WM-Pause", sagt der Coach des Handball-Bundesligisten GWD Minden und lacht. Wochen später kopiere dann die Konkurrenz die innovativen Akzente, das sei häufig zu beobachten. Ob der 41-jährige BHC-Trainer aber auch gegen GWD mit spielerischen und taktischen Überraschungen aufwartet, wird sich Donnerstagabend ab 19 Uhr in der Lübbecker Kreissporthalle zeigen. „Ich rechne aber ganz stark damit", erklärt Carstens.

Hinzes Arbeit bleibt auch der Konkurrenz nicht verborgen. Wie der „Mannheimer Morgen" gestern berichtete, steht der BHC-Coach auf der Wunschliste der Rhein-Neckar Löwen, die mit Hochdruck einen Nachfolger für Martin Schwalb suchen. Der verlässt Mannheim am Saisonende. Hinze wiegelt allerdings ab: „Ich bin Trainer des Bergischen HC und habe eine vertragliche Bindung." Ob das tatsächlich eine endgültige Absage ist, oder ob Hinze bald der Chef von GWD-Spielmacher Juri Knorr sein wird, bleibt abzuwarten.

Der Fokus des BHC-Trainers richtet sich jetzt eh auf GWD. Und fest steht, dass Hinze improvisieren muss: Der Pole Maciej Majdzinski erlitt im WM-Spiel gegen Deutschland seinen dritten Kreuzbandriss und wird monatelang ausfallen. Damit bleibt der deutsche Nationalspieler David Schmidt der nominell einzige Rückraumrechte im BHC-Kader. Im Testspiel gegen den Ligakonkurrenten HSG Nordhorn-Lingen (29:29) probierte Hinze einige Varianten aus, ließ zum einen Rechtshänder Lukas Stutzke auf der für ihn ungewohnten Position spielen, zum anderen den etatmäßigen Rechtsaußen Arnor Gunnarsson. Denkbar ist auch, dass Schmidt durch einen Abwehrwechsel genügend Pausen erhält und offensiv durchspielt. Neben Majdzinski werden auch die beiden Rückraumspieler Daniel Fontaine (muskuläre Probleme) und Alexander Weck (nach Kreuzbandriss) gegen GWD ausfallen. Dazu hat Ragnar Johannsson den Club auf eigenen Wunsch verlassen.

Trotz der personellen Ausfälle sieht Frank Carstens den BHC sowohl in der Breite als auch individuell immer noch sehr gut aufgestellt. Kreisläufer und Abwehrchef Max Darj ist dabei ein Schlüsselspieler. Der Schwede kehrte mit der Silbermedaille von der Weltmeisterschaft zurück und überzeugte in Ägypten mit konstanten Leistungen auf hohem Niveau. Dazu gilt es, Zwei-Meter-Mann Fabian Gutbrod zu stoppen, der gerne seine Tore von außerhalb der der Neunmeter-Linie erzielt. „Er spielt eine hervorragende Saison", urteilt Carstens.

Da sowohl Darj als auch auch drei Spieler des TBV Lemgo Lippe beim WM-Finalwochenende dabei waren, verschoben die beiden Mannschaften ihre für den vergangenen Samstag angesetzte Partie auf Ende Februar. Für das Hinze-Team ist der Auftritt in Lübbecke damit das erste Pflichtspiel nach der sechswöchigen Pause.

GWD hat bereits eine Partie im Wettkampfmodus bestritten. Auch wenn die Performance bei der 20:27-Niederlage gegen den HBW Balingen-Weilstetten nicht nach den Mindener Vorstellungen verlief, kann die Praxis ein Vorteil sein. Ein weiterer Lichtblick: Nach schwachen Spielen haben die Grün-Weißen bereits oft die erhoffte Reaktion gezeigt. Auf die blutleere Vorstellung bei den Eulen Ludwigshafen folgte in den darauffolgenden fünf Spielen bis zum Jahresende drei Siege und ein Unentschieden.

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