Sport-Rückblicke: Montreal '76 auch ohne Bronze ein Erlebnis für GWD-Trio Busch, Becker und von Oepen Michael Lorenz Minden. Bei den Olympischen Spielen vor 45 Jahren in Montreal schrammten die westdeutsche Handballer an ihrem großen Traum vorbei: Im Spiel um Bronze, das am 18. Juli 1976 stattfand, verlor das Team der Bundesrepublik nach Verlängerung. Die Dankerser Bernhard Busch,Gerd Becker und Walter von Oepen kehrten ohne Edelmetall aus Kanada zurück. Bei den Spielen in München 1972 wurde erstmals ein Hallenhandballturnier ausgespielt. Es gewann Jugoslawien mit ihrem Trainer Vlado Stenzel. Der war 1976 Trainer der westdeutschen Mannschaft. Bereits die Ankunft im Olympischen Dorf und das Leben dort waren Highlights, wie sich Busch erinnert: „Wir waren eine junge Mannschaft, die alten Hasen hatte Stenzel alle aussortiert. Olympia war für uns der absolute Knaller. Wir saßen mit Sportlern am Frühstückstisch oder zumindest in der Nähe, die wir bis dahin nur aus den Medien kannten.“ Gespielt wurde in zwei Sechser-Gruppen. Die Sieger kamen ins Endspiel, die Zweitplatzierten ins „kleine Finale“. Deutschland gewann die ersten drei Spiele gegen Dänemark, Japan und Gastgeber Kanada, dann kamen die hohen Hürden: Sowjetunion und Jugoslawien. Gegen die damalige UdSSR verlor das Stenzel-Team 16:18. Danach bezwangen die Deutschen um Kapitän Horst Spengler den Titelverteidiger 18:17. Das Spiel um Bronze gegen Polen fand vor 14.000 Zuschauern statt. GWD-Spielmacher Gerd Becker und der Rückraum-Linke Bernhard Busch wirkten mit, Rückraum-Linkshänder Walter von Oepen stand nicht im Kader. Obwohl die Vorrundenspiele viel Kraft gekostet hatte, war die Kampfmoral ungebrochen. Bis zum 18:18 hielt das Stenzel-Team mit, doch am Ende stand es 21:18 für Polen. Deren überragender Spieler war Linkshänder Jerzy Klempel, der später zum Bundesliga-Star aufstieg. Er war der direkte Gegenspieler von Bernhard Busch. Der erinnert sich: „Klempel war unglaublich schwer zu verteidigen. Das war ein netter Kerl, der erstaunlich gut deutsch sprach. Nach dem Spiel haben wir uns noch lange unterhalten.“ Die Enttäuschung über das entgangene Edelmetall hielt sich zumindest bei Bernhard Busch in Grenzen: „Wir hätten gerne Bronze geholt, aber dass ich mich sehr geärgert hätte, wäre zuviel gesagt. Ich habe gegen Polen mein bestes Spiel in Kanada gemacht, und wir haben ein Superturnier gespielt. Schade war nur, dass wir während der gesamten Olympischen Spiele im Einsatz waren. So konnten wir uns Montreal und die Umgebung gar nicht richtig anschauen.“

Sport-Rückblicke: Montreal '76 auch ohne Bronze ein Erlebnis für GWD-Trio Busch, Becker und von Oepen

Der Dankerser Shooter Bernhard Busch mit seiner Stammnummer 10 im Dress der Handball-Nationalmannschaft. Foto: imago-images © imago sportfotodienst

Minden. Bei den Olympischen Spielen vor 45 Jahren in Montreal schrammten die westdeutsche Handballer an ihrem großen Traum vorbei: Im Spiel um Bronze, das am 18. Juli 1976 stattfand, verlor das Team der Bundesrepublik nach Verlängerung. Die Dankerser Bernhard Busch,Gerd Becker und Walter von Oepen kehrten ohne Edelmetall aus Kanada zurück.

Bei den Spielen in München 1972 wurde erstmals ein Hallenhandballturnier ausgespielt. Es gewann Jugoslawien mit ihrem Trainer Vlado Stenzel. Der war 1976 Trainer der westdeutschen Mannschaft. Bereits die Ankunft im Olympischen Dorf und das Leben dort waren Highlights, wie sich Busch erinnert: „Wir waren eine junge Mannschaft, die alten Hasen hatte Stenzel alle aussortiert. Olympia war für uns der absolute Knaller. Wir saßen mit Sportlern am Frühstückstisch oder zumindest in der Nähe, die wir bis dahin nur aus den Medien kannten.“

Gespielt wurde in zwei Sechser-Gruppen. Die Sieger kamen ins Endspiel, die Zweitplatzierten ins „kleine Finale“. Deutschland gewann die ersten drei Spiele gegen Dänemark, Japan und Gastgeber Kanada, dann kamen die hohen Hürden: Sowjetunion und Jugoslawien. Gegen die damalige UdSSR verlor das Stenzel-Team 16:18. Danach bezwangen die Deutschen um Kapitän Horst Spengler den Titelverteidiger 18:17.

Das Spiel um Bronze gegen Polen fand vor 14.000 Zuschauern statt. GWD-Spielmacher Gerd Becker und der Rückraum-Linke Bernhard Busch wirkten mit, Rückraum-Linkshänder Walter von Oepen stand nicht im Kader. Obwohl die Vorrundenspiele viel Kraft gekostet hatte, war die Kampfmoral ungebrochen. Bis zum 18:18 hielt das Stenzel-Team mit, doch am Ende stand es 21:18 für Polen.

Deren überragender Spieler war Linkshänder Jerzy Klempel, der später zum Bundesliga-Star aufstieg. Er war der direkte Gegenspieler von Bernhard Busch. Der erinnert sich: „Klempel war unglaublich schwer zu verteidigen. Das war ein netter Kerl, der erstaunlich gut deutsch sprach. Nach dem Spiel haben wir uns noch lange unterhalten.“

Die Enttäuschung über das entgangene Edelmetall hielt sich zumindest bei Bernhard Busch in Grenzen: „Wir hätten gerne Bronze geholt, aber dass ich mich sehr geärgert hätte, wäre zuviel gesagt. Ich habe gegen Polen mein bestes Spiel in Kanada gemacht, und wir haben ein Superturnier gespielt. Schade war nur, dass wir während der gesamten Olympischen Spiele im Einsatz waren. So konnten wir uns Montreal und die Umgebung gar nicht richtig anschauen.“

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