Spielo-Cup: Die Türen für die Fans bleiben verschlossen Marcus Riechmann Minden-Lübbecke. Während sich an vielen Stellen der Sportwelt die Türen für Fans vorsichtig wieder öffnen, bleiben sie beim Spielo-Cup geschlossen. Das topbesetzte Handball-Traditionsturnier mit GWD Minden und dem TuS N-Lübbecke spielt angesichts der Corona-Lage in seiner 31. Auflage am Freitag und Samstag seinen Sieger unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Das ist ein Novum beim seit 1986 ausgespielten Pokalturnier. Doch die Entscheidung zur geschlossenen Gesellschaft sei eine Entscheidung für die Sicherheit der Spieler. „Wir wollen einfach kein Risiko eingehen“, begründete Armin Gauselmann gestern bei der Präsentation des Turniers. Der stellvertretende Vorstandssprecher von Turniersponsor Gauselmann und Beiratssprecher des TuS N-Lübbecke weist auch auf die Problematik des Ticketings hin: „Wie sollten wir die Karten vergeben?“ Zudem habe das Turnier einen langen Planungsvorlauf, die Zulassung von Zuschauern sei in den vergangenen Wochen noch nicht absehbar gewesen. Jetzt kurzfristig umzuplanen, wäre auch mit Blick auf den Ticketverkauf ein unverhältnismäßiger Aufwand geworden, erläuterte Turnierleiter Mark Truschkowski.. Und so geht das Turnier erstmal nur virtuell über die Bühne. Statt Stars zum Anfassen gibt es die Spieler auf der Mattscheibe. Das bedauert auch Gauselmann, der jüngst einem Lübbecker Testspiel beiwohnte. „Die Atmosphäre in der Halle hat nichts mit Handball zu tun“, meinte der Unternehmer ernüchtert. Doch es gelte, unter veränderten Rahmenbedingungen „alles dafür zu tun, dass alle die zwei Tage gesund überstehen.“ Auf sportdeutschland.tv werden im Internet die vier Partien des Turniers übertragen und vom Mindener Radio-Routinier Carsten Dehne kommentiert. Ihm zur Seite stehen im Wechsel die Sportchefs der beiden Co-Ausrichter: Rolf Hermann vom TuS N-Lübbecke und Frank von Behren von GWD Minden. Ein direkter Link zur Übertragung ist gelegt auf der Internetseite www.spielocup.de Das Turnier ist exzellent besetzt: Neben den beiden Gastgebern, dem Erstligisten GWD Minden und dem Zweitliga-Team des TuS N-Lübbecke als Titelverteidiger, nehmen zwei weitere Erstligisten teil: Der SC DHfK Leipzig und der Bergische HC wollen sich in der Merkur-Arena in Lübbecke den Feinschliff für den Saisonstart am 1. Oktober holen. Beide Teams sind nicht zum ersten Mal Turniergast im Mühlenkreis: Die Sachsen nahmen im vergangenen Jahr am Spielo-Cup teil, der BHC spielte ein Jahr zuvor beim Harting-Cup in Minden mit. Die Erwartungen an das Turnier sind zwei Wochen vor dem Liga-Start eindeutig. „Wir spielen als Zweitligist gegen Bundesligisten. Da werden wir sehen, wie weit wir sind und wo wir stehen“, will Emir Kurtagic das Turnier nicht als weiteren Testlauf sondern als klare Standortbestimmung werten. Der Lübbecker Trainer ist bislang mit der Vorbereitung zufrieden: „Wir hatten Höhen und Tiefen, aber das ist normal, denn wir hatten viele Wechsel im Team.“ Weniger zufrieden ist man derzeit beim Nachbarn. „Die Vorbereitung war durchwachsen. Wir haben zuletzt zweimal gegen Zweitligisten verloren. Damit haben wir uns intensiv auseinandergesetzt. Umso wichtiger ist das Turnier jetzt. Wir wollen am Wochenende positive Entwicklungen sehen“, sagt Sport-Geschäftsführer Frank von Behren. Personell bestehen bei GWD drei Probleme: Neben dem an der Schulter operierten Linkshänder Christoph Reißky drohen auch Teamkapitän Miljan Pusica (Muskelverletzung) und Torhüter Malte Semisch (Rückenprobleme) auszufallen. Bei Abwehrchef Pusica gebe es immerhin „positive Signale, dass er spielen kann.“ Beim TuS, der heute Abend noch ein Testspiel gegen den Liga-Konkurrenten TV Emsdetten mit Ex-Trainer Aaron Ziercke einstreut, wird der neu verpflichtete Rückraumspieler Florian Baumgärtner fehlen. Ein Fragezeichen steht hinter dem neuen Kreisläufer Leos Petrovsky, der sich in einem Zweikampf eine Verletzung am Handgelenk zugezogen hat. GWD Minden und der Bergische HC eröffnen am Freitag mit dem ersten Halbfinale um 17 Uhr das Turnier. Im zweiten Spiel treffen um 19 Uhr der TuS N-Lübbecke und der SC Leipzig aufeinander. Identisch sind die Zeiten am Samstag für das Spiel um Platz drei (17 Uhr) und das Endspiel, in dem um 19 Uhr ein Duell der Mühlenkreisrivalen aus Minden und Lübbecke möglich ist. Zum Auftakt der Vorbereitung spielten die beiden Teams bereits ein zackiges Testspiel-Derby aus, in dem GWD knapp 30:28 siegte. Kurtagic würde sich über ein Derby freuen, denn: „Das heißt, dass wir um Platz eins spielen.“ Auch von Behren würde am Derby gefallen finden, doch er gibt mit sanftem Sarkasmus zu bedenken: „Wenn ich die Statistik unserer vergangenen Spiele anschaue, ist die Wahrscheinlichkeit für ein Derby im Finale gering.“ TuS N-Lübbecke ist Titelverteidiger - Im vergangenen Jahr gelang dem TuS N-Lübbecke eine kleine Überraschung. Der Zweitligist setzte sich im Halbfinale gegen den Erstligisten SC Leipzig durch und überzeugte auch im Finale beim 25:24 gegen den damaligen Klassenpartner und späteren Aufsteiger HSC Coburg. Neun Turniersiege haben die Lübbecker auf dem Konto und liegen in der Statistik deutlich vor dem TBV Lemgo (6) und GWD Minden (5). - GWDMinden gelang im August 2019 nach der Auftaktniederlage gegen Coburg ein versöhnlicher Abschluss mit einem Erfolg gegen Leipzig im Siebenmeterwerfen im Spiel um Platz drei. - Im Jahr zuvor war das Turnier ausgefallen, an seiner Stelle wurde in Minden der Harting-Cup ausgespielt. Sieger 2018 wie in jeder der drei Auflagen des von GWD mit Unterstützung des langjährigen Hauptsponsors ausgetragenen Wettbewerbs waren die Gastgeber aus Minden, die sich im Finale gegen den Bergischen HC durchsetzten.

Spielo-Cup: Die Türen für die Fans bleiben verschlossen

Im vergangenen Jahr feierten die TuS-Handballer den Turniersieg in der Mindener Kampa-Halle gemeinsam mit den Fans. In diesem Jahr ist das anders: Die Kampa-Halle ist lange schon dicht und in Lübbecke bleiben die Türen in der Corona-Situation für Zuschauer verschlossen. MT-Archivfoto: Sebastian Külbel

Minden-Lübbecke. Während sich an vielen Stellen der Sportwelt die Türen für Fans vorsichtig wieder öffnen, bleiben sie beim Spielo-Cup geschlossen. Das topbesetzte Handball-Traditionsturnier mit GWD Minden und dem TuS N-Lübbecke spielt angesichts der Corona-Lage in seiner 31. Auflage am Freitag und Samstag seinen Sieger unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus.

Das ist ein Novum beim seit 1986 ausgespielten Pokalturnier. Doch die Entscheidung zur geschlossenen Gesellschaft sei eine Entscheidung für die Sicherheit der Spieler. „Wir wollen einfach kein Risiko eingehen“, begründete Armin Gauselmann gestern bei der Präsentation des Turniers. Der stellvertretende Vorstandssprecher von Turniersponsor Gauselmann und Beiratssprecher des TuS N-Lübbecke weist auch auf die Problematik des Ticketings hin: „Wie sollten wir die Karten vergeben?“ Zudem habe das Turnier einen langen Planungsvorlauf, die Zulassung von Zuschauern sei in den vergangenen Wochen noch nicht absehbar gewesen. Jetzt kurzfristig umzuplanen, wäre auch mit Blick auf den Ticketverkauf ein unverhältnismäßiger Aufwand geworden, erläuterte Turnierleiter Mark Truschkowski..

Und so geht das Turnier erstmal nur virtuell über die Bühne. Statt Stars zum Anfassen gibt es die Spieler auf der Mattscheibe. Das bedauert auch Gauselmann, der jüngst einem Lübbecker Testspiel beiwohnte. „Die Atmosphäre in der Halle hat nichts mit Handball zu tun“, meinte der Unternehmer ernüchtert. Doch es gelte, unter veränderten Rahmenbedingungen „alles dafür zu tun, dass alle die zwei Tage gesund überstehen.“

Auf sportdeutschland.tv werden im Internet die vier Partien des Turniers übertragen und vom Mindener Radio-Routinier Carsten Dehne kommentiert. Ihm zur Seite stehen im Wechsel die Sportchefs der beiden Co-Ausrichter: Rolf Hermann vom TuS N-Lübbecke und Frank von Behren von GWD Minden. Ein direkter Link zur Übertragung ist gelegt auf der Internetseite www.spielocup.de

Das Turnier ist exzellent besetzt: Neben den beiden Gastgebern, dem Erstligisten GWD Minden und dem Zweitliga-Team des TuS N-Lübbecke als Titelverteidiger, nehmen zwei weitere Erstligisten teil: Der SC DHfK Leipzig und der Bergische HC wollen sich in der Merkur-Arena in Lübbecke den Feinschliff für den Saisonstart am 1. Oktober holen. Beide Teams sind nicht zum ersten Mal Turniergast im Mühlenkreis: Die Sachsen nahmen im vergangenen Jahr am Spielo-Cup teil, der BHC spielte ein Jahr zuvor beim Harting-Cup in Minden mit.

Die Erwartungen an das Turnier sind zwei Wochen vor dem Liga-Start eindeutig. „Wir spielen als Zweitligist gegen Bundesligisten. Da werden wir sehen, wie weit wir sind und wo wir stehen“, will Emir Kurtagic das Turnier nicht als weiteren Testlauf sondern als klare Standortbestimmung werten. Der Lübbecker Trainer ist bislang mit der Vorbereitung zufrieden: „Wir hatten Höhen und Tiefen, aber das ist normal, denn wir hatten viele Wechsel im Team.“

Weniger zufrieden ist man derzeit beim Nachbarn. „Die Vorbereitung war durchwachsen. Wir haben zuletzt zweimal gegen Zweitligisten verloren. Damit haben wir uns intensiv auseinandergesetzt. Umso wichtiger ist das Turnier jetzt. Wir wollen am Wochenende positive Entwicklungen sehen“, sagt Sport-Geschäftsführer Frank von Behren. Personell bestehen bei GWD drei Probleme: Neben dem an der Schulter operierten Linkshänder Christoph Reißky drohen auch Teamkapitän Miljan Pusica (Muskelverletzung) und Torhüter Malte Semisch (Rückenprobleme) auszufallen. Bei Abwehrchef Pusica gebe es immerhin „positive Signale, dass er spielen kann.“

Beim TuS, der heute Abend noch ein Testspiel gegen den Liga-Konkurrenten TV Emsdetten mit Ex-Trainer Aaron Ziercke einstreut, wird der neu verpflichtete Rückraumspieler Florian Baumgärtner fehlen. Ein Fragezeichen steht hinter dem neuen Kreisläufer Leos Petrovsky, der sich in einem Zweikampf eine Verletzung am Handgelenk zugezogen hat.

GWD Minden und der Bergische HC eröffnen am Freitag mit dem ersten Halbfinale um 17 Uhr das Turnier. Im zweiten Spiel treffen um 19 Uhr der TuS N-Lübbecke und der SC Leipzig aufeinander. Identisch sind die Zeiten am Samstag für das Spiel um Platz drei (17 Uhr) und das Endspiel, in dem um 19 Uhr ein Duell der Mühlenkreisrivalen aus Minden und Lübbecke möglich ist. Zum Auftakt der Vorbereitung spielten die beiden Teams bereits ein zackiges Testspiel-Derby aus, in dem GWD knapp 30:28 siegte.

Kurtagic würde sich über ein Derby freuen, denn: „Das heißt, dass wir um Platz eins spielen.“ Auch von Behren würde am Derby gefallen finden, doch er gibt mit sanftem Sarkasmus zu bedenken: „Wenn ich die Statistik unserer vergangenen Spiele anschaue, ist die Wahrscheinlichkeit für ein Derby im Finale gering.“

TuS N-Lübbecke ist Titelverteidiger

- Im vergangenen Jahr gelang dem TuS N-Lübbecke eine kleine Überraschung. Der Zweitligist setzte sich im Halbfinale gegen den Erstligisten SC Leipzig durch und überzeugte auch im Finale beim 25:24 gegen den damaligen Klassenpartner und späteren Aufsteiger HSC Coburg. Neun Turniersiege haben die Lübbecker auf dem Konto und liegen in der Statistik deutlich vor dem TBV Lemgo (6) und GWD Minden (5).

- GWDMinden gelang im August 2019 nach der Auftaktniederlage gegen Coburg ein versöhnlicher Abschluss mit einem Erfolg gegen Leipzig im Siebenmeterwerfen im Spiel um Platz drei.

- Im Jahr zuvor war das Turnier ausgefallen, an seiner Stelle wurde in Minden der Harting-Cup ausgespielt. Sieger 2018 wie in jeder der drei Auflagen des von GWD mit Unterstützung des langjährigen Hauptsponsors ausgetragenen Wettbewerbs waren die Gastgeber aus Minden, die sich im Finale gegen den Bergischen HC durchsetzten.

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