Spaßfaktor Abstiegskampf - GWD und Balingen suchen das Positive ihres Unentschiedens im Kellerduell Sebastian Külbel Minden. Vielleicht muss man es wie Jens Bürkle sehen. „Es hat mega Spaß gemacht heute“, sagte HBW Balingen-Weilstettens Trainer nach dem hochintensiven, aber kaum hochklassigen Kellerduell der Handball-Bundesliga bei GWD Minden. Das Unentschieden der beiden Tabellenletzten am zweiten Weihnachtstag war der vorläufige Höhepunkt im Kampf um den Klassenerhalt. Und beide Teams bemühten sich, dem zähen Duell positive Seiten abzugewinnen. Vor allem Bürkle wirkte fast euphorisiert vom dritten Remis seiner Mannschaft in Folge. 23:23 gegen Flensburg, 26:26 in Berlin und jetzt wieder 23:23 in Minden – die Balinger haben sich beeindruckend aus ihrem Leistungstief im Herbst zurückgekämpft. „Das wird noch ein heißer Tanz“, blickte der HBW-Trainer mit glänzenden Augen auf die zweite Saisonhälfte. Auch sein Kollege Frank Carstens fiebert dem Wiederbeginn im Februar schon jetzt entgegen: „Ich freue mich über die Chance auf enge Monate, es wird bis zum Schluss spannend bleiben. Wir haben unsere Leistung deutlich verbessert.“ Denn auch wenn sein Team den sicher geglaubten Sieg am Sonntag noch aus der Hand gegeben hatte, befinden sich die Mindener im Aufwind. „Es fällt unglaublich schwer, das so zu sehen. Aber wir sind einen Punkt näher dran am Nichtabstiegsplatz“, sagte etwa Max Staar. Der Rechtsaußen sah sogar in den ärgerlichen Fehlern, mit denen die Gastgeber ihren Zwei-Tore-Vorsprung eine Minute vor Schluss noch verspielt hatten, etwas Gutes: „Es ist besser, wir machen die Fehler jetzt als im Saisonendspurt, wenn es wichtig wird.“ Wichtig war es allerdings auch schon am Sonntag. Siege in den direkten Duellen sind nicht nur auf dem Punktekonto mehr wert, sondern auch wichtig für das Selbstvertrauen. Zudem haben die Mindener ein weiteres Ziel verfehlt: Vor zwei Wochen hatte Vereinsvorsitzender und Gesellschafter Horst Bredemeier von der Mannschaft vier Punkte aus den letzten zwei Heimspielen des Jahres gefordert. Am Ende wurde es nur einer, mit dem Sieg in Leipzig aber immerhin drei aus dieser Phase. Trotzdem knapp vorbei. Allerdings hatte Bredemeier seine Vorgabe mit dem Erhalt einer realistischen Chance auf den Klassenverbleib verknüpft. Und die ist weiterhin vorhanden. „Wir sind konkurrenzfähig, daran müssen wir anknüpfen“, betonte Torwart Malte Semisch, schränkte jedoch ein: „Wir müssen aber zwei Mannschaften hinter uns lassen. Das haben wir bisher noch nicht geschafft.“ Umso wichtiger wäre ein Sieg gegen den Vorletzten als Signal gewesen. Doch Coach Carstens nahm auch den Punkt als Schritt nach vorn: „Ich will das nicht schön reden, aber es war der erste gegen einen direkten Konkurrenten.“ Es war allerdings auch schon das zweite Spiel der Saison gegen den Vorletzten aus Balingen, der den direkten Vergleich mit GWD dadurch klar gewonnen hat. Dennoch hat der Spielplan auch gute Seiten für die Mindener. Von den sieben ausstehenden Partien gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte bestreiten sie fünf zu Hause, davon auch das wichtige Duell gegen den Drittletzten Stuttgart. Und bei allem Hadern über vergebene Chancen und verlorene Bälle hat der Tabellenletzte seine wichtigste Baustelle vorerst geschlossen: „Die Abwehrleistung war wieder außerordentlich“, meinte Coach Carstens. Das war die Basis dafür, dass sein Team seit der bitteren Niederlage in Stuttgart Anfang Dezember wieder in jedem Spiel für Punkte in Frage kommt. So soll es im Februar weitergehen.

Spaßfaktor Abstiegskampf - GWD und Balingen suchen das Positive ihres Unentschiedens im Kellerduell

„Außerordentlich“: Die starke Abwehr ist die Basis dafür, dass GWD Minden wieder in jedem Spiel für Punkte in Frage kommt. Gegen Balingen reichte es aber trotzdem nur zum Remis. Foto: © Angela Metge

Minden. Vielleicht muss man es wie Jens Bürkle sehen. „Es hat mega Spaß gemacht heute“, sagte HBW Balingen-Weilstettens Trainer nach dem hochintensiven, aber kaum hochklassigen Kellerduell der Handball-Bundesliga bei GWD Minden. Das Unentschieden der beiden Tabellenletzten am zweiten Weihnachtstag war der vorläufige Höhepunkt im Kampf um den Klassenerhalt. Und beide Teams bemühten sich, dem zähen Duell positive Seiten abzugewinnen.

Vor allem Bürkle wirkte fast euphorisiert vom dritten Remis seiner Mannschaft in Folge. 23:23 gegen Flensburg, 26:26 in Berlin und jetzt wieder 23:23 in Minden – die Balinger haben sich beeindruckend aus ihrem Leistungstief im Herbst zurückgekämpft. „Das wird noch ein heißer Tanz“, blickte der HBW-Trainer mit glänzenden Augen auf die zweite Saisonhälfte.

Auch sein Kollege Frank Carstens fiebert dem Wiederbeginn im Februar schon jetzt entgegen: „Ich freue mich über die Chance auf enge Monate, es wird bis zum Schluss spannend bleiben. Wir haben unsere Leistung deutlich verbessert.“ Denn auch wenn sein Team den sicher geglaubten Sieg am Sonntag noch aus der Hand gegeben hatte, befinden sich die Mindener im Aufwind. „Es fällt unglaublich schwer, das so zu sehen. Aber wir sind einen Punkt näher dran am Nichtabstiegsplatz“, sagte etwa Max Staar.

Der Rechtsaußen sah sogar in den ärgerlichen Fehlern, mit denen die Gastgeber ihren Zwei-Tore-Vorsprung eine Minute vor Schluss noch verspielt hatten, etwas Gutes: „Es ist besser, wir machen die Fehler jetzt als im Saisonendspurt, wenn es wichtig wird.“ Wichtig war es allerdings auch schon am Sonntag. Siege in den direkten Duellen sind nicht nur auf dem Punktekonto mehr wert, sondern auch wichtig für das Selbstvertrauen. Zudem haben die Mindener ein weiteres Ziel verfehlt: Vor zwei Wochen hatte Vereinsvorsitzender und Gesellschafter Horst Bredemeier von der Mannschaft vier Punkte aus den letzten zwei Heimspielen des Jahres gefordert. Am Ende wurde es nur einer, mit dem Sieg in Leipzig aber immerhin drei aus dieser Phase. Trotzdem knapp vorbei.

Allerdings hatte Bredemeier seine Vorgabe mit dem Erhalt einer realistischen Chance auf den Klassenverbleib verknüpft. Und die ist weiterhin vorhanden. „Wir sind konkurrenzfähig, daran müssen wir anknüpfen“, betonte Torwart Malte Semisch, schränkte jedoch ein: „Wir müssen aber zwei Mannschaften hinter uns lassen. Das haben wir bisher noch nicht geschafft.“

Umso wichtiger wäre ein Sieg gegen den Vorletzten als Signal gewesen. Doch Coach Carstens nahm auch den Punkt als Schritt nach vorn: „Ich will das nicht schön reden, aber es war der erste gegen einen direkten Konkurrenten.“ Es war allerdings auch schon das zweite Spiel der Saison gegen den Vorletzten aus Balingen, der den direkten Vergleich mit GWD dadurch klar gewonnen hat. Dennoch hat der Spielplan auch gute Seiten für die Mindener. Von den sieben ausstehenden Partien gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte bestreiten sie fünf zu Hause, davon auch das wichtige Duell gegen den Drittletzten Stuttgart.

Und bei allem Hadern über vergebene Chancen und verlorene Bälle hat der Tabellenletzte seine wichtigste Baustelle vorerst geschlossen: „Die Abwehrleistung war wieder außerordentlich“, meinte Coach Carstens. Das war die Basis dafür, dass sein Team seit der bitteren Niederlage in Stuttgart Anfang Dezember wieder in jedem Spiel für Punkte in Frage kommt. So soll es im Februar weitergehen.

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