Schulter-OP: Ja oder Nein? Christoph Reißky muss sich entscheiden Marcus Riechmann,Astrid Plaßhenrich Minden. Christoph Reißky ist außer Gefecht. Das ist Fakt. Seit Wochen macht dem Rückraumspieler des Handball-Bundesligisten GWD Minden die Wurfarmschulter Probleme. Ob der 25-Jährige operiert werden muss oder ob eine konservative Behandlung greift, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt. Darüber wird in den kommenden Tagen nach weiteren Untersuchungen und Beratungen mit Teamarzt Dr. Jörg Pöhlmann entschieden. Reißkys Supraspinatussehne ist angerissen. Die ist vor allem für das Heben des Arms verantwortlich. Logisch, dass damit ein schmerzfreies Handballspielen unmöglich ist. Der Rückraumspieler macht sich pausenlos über seine Situation Gedanken, wägt ab, holt verschiedene Meinungen ein. „Eine Entscheidung für oder wider eine OP habe ich noch nicht getroffen“, sagt der Linkshänder. Sollte sich Reißky für eine Operation entscheiden, prognostizieren Experten eine sechsmonatige Pause – und dann entstände im GWD-Kader ein Vakuum. Denn der 25-Jährige hatte sich mit stabilen Leistungen als Backup im rechten Rückraum für Torjäger Christoffer Rambo etabliert. „Christoph hat keinen leichten Job. Er muss auf Knopfdruck funktionieren, wenn Rambo ausgewechselt wird. Und das ist umso schwieriger, weil Rambo oft große Spielanteile erhält. Andere sind in dieser Rolle gescheitert, Christoph hat sich aber zu einem Leistungsträger entwickelt“, sagt GWD-Trainer Frank Carstens. Mit seinen Vorstellungen in der vergangenen Saison verdiente sich Reißky, der zunächst von den Füchsen Berlin ausgeliehen war, einen Zwei-Jahres-Vertrag bei den Grün-Weißen. Den unterschrieb er im Februar. Der 1,88 Meter lange Rückraumspieler, der eigentlich das urbane Leben schätzt, ist sowohl sportlich als auch privat angekommen in Minden. Doch jetzt die Zwangspause. Frank Carstens stellt das vor neue Herausforderungen. Zumal am Freitag auch Christoffer Rambo ausfiel. Der Norweger meldete sich mit leichten Erkältungssymptomen vom Training ab. „Vor Corona hätte Rambo nicht pausiert. Jetzt sind wir aber sehr, sehr vorsichtig“, erklärt Carstens. Der Torjäger ließ sich direkt testen, das Ergebnis sollte an diesem Samstagmorgen vorliegen. „Wenn es negativ ist und Rambos Zustand sich nicht verschlechtert, wird er auch mit nach Nordhorn fahren“, erklärt Carstens. Im dortigen Euregium trifft Minden heute Abend um 19 Uhr auf den Bundesliga-Konkurrenten HSG Nordhorn-Lingen. Zuschauer sind nicht zugelassen, aber die Gastgeber übertragen die Begegnungs als Live-Stream auf ihrem Facebook-Account. Wenn Rambo nun aber doch ausfällt, geht GWD ohne Linkshänder ins Spiel. „Das wäre dann der absolute Ernstfall“, sagt Carstens, der von dem Szenario aber nicht ausgeht. Der GWD-Trainer ließ aber bereits beim 30:28-Testspielsieg gegen den TuS N-Lübbecke am vergangenen Mittwoch zeitweise drei Rechtshänder im Rückraum agieren. Juri Knorr, Aliaksandr Padshyvalau und Simon Strakeljahn standen gegen den Zweitligisten zeitgleich auf der Platte. „Natürlich studieren wir verschiedene Varianten ein“, sagt Carstens. Egal welches Personal dem Coach in Nordhorn zur Verfügung steht, sind die Testspiele enorm wichtig. „Dadurch kommen wir in den gewohnten Rhythmus“, erklärt der GWD-Trainer. In dem Spiel gegen Lübbecke seien bereits gute Ansätze zu erkennen gewesen. Jetzt gilt es diese gegen die HSG auszubauen. „Wir müssen in der Defensive präziser werden und die richtige Balance zwischen Kreativität und Disziplin finden“, sagt Carstens. Torwart Malte Semisch, der gegen den TuS noch geschont wurde, erhält nach seinem Hexenschuss erste Einsatzminuten. Zudem wird Doruk Pehlivan mehr Spielanteile als in Lübbecke erhalten. Derweil bleibt Frank von Behren gelassen. Vorerst zumindest. Erst wenn sich Reißky zu einer OP entschließen sollte und damit eine mehrmonatige Pause gewiss ist, scheint der GWD-Sportgeschäftsführer zum Handeln gezwungen. Allerdings könnte sich Reißky auch in wenigen Wochen wieder fit melden, wenn eine konservative Behandlung anschlagen sollte. Ein absoluter Schwebezustand. Allerdings scheint es ausgeschlossen, dass die Grün-Weißen mit Christoffer Rambo als einzigen Linkshänder im rechten Rückraum in die Saison starten. Dann müsste von Behren auf dem Markt nach Ersatz fahnden. Und wie schwer das in diesen Zeiten ist, hatte sich bereits bei der Suche nach einem Nachfolger für Marian Michalczik gezeigt. Bis endlich Pehlivan verpflichtet werden konnte, vergingen Wochen.

Schulter-OP: Ja oder Nein? Christoph Reißky muss sich entscheiden

Mindens Rückraumspieler Christoph Reißky muss eine Zwangspause einlegen. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden. Christoph Reißky ist außer Gefecht. Das ist Fakt. Seit Wochen macht dem Rückraumspieler des Handball-Bundesligisten GWD Minden die Wurfarmschulter Probleme. Ob der 25-Jährige operiert werden muss oder ob eine konservative Behandlung greift, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt. Darüber wird in den kommenden Tagen nach weiteren Untersuchungen und Beratungen mit Teamarzt Dr. Jörg Pöhlmann entschieden.

Reißkys Supraspinatussehne ist angerissen. Die ist vor allem für das Heben des Arms verantwortlich. Logisch, dass damit ein schmerzfreies Handballspielen unmöglich ist. Der Rückraumspieler macht sich pausenlos über seine Situation Gedanken, wägt ab, holt verschiedene Meinungen ein. „Eine Entscheidung für oder wider eine OP habe ich noch nicht getroffen“, sagt der Linkshänder.

Sollte sich Reißky für eine Operation entscheiden, prognostizieren Experten eine sechsmonatige Pause – und dann entstände im GWD-Kader ein Vakuum. Denn der 25-Jährige hatte sich mit stabilen Leistungen als Backup im rechten Rückraum für Torjäger Christoffer Rambo etabliert. „Christoph hat keinen leichten Job. Er muss auf Knopfdruck funktionieren, wenn Rambo ausgewechselt wird. Und das ist umso schwieriger, weil Rambo oft große Spielanteile erhält. Andere sind in dieser Rolle gescheitert, Christoph hat sich aber zu einem Leistungsträger entwickelt“, sagt GWD-Trainer Frank Carstens.

Mit seinen Vorstellungen in der vergangenen Saison verdiente sich Reißky, der zunächst von den Füchsen Berlin ausgeliehen war, einen Zwei-Jahres-Vertrag bei den Grün-Weißen. Den unterschrieb er im Februar. Der 1,88 Meter lange Rückraumspieler, der eigentlich das urbane Leben schätzt, ist sowohl sportlich als auch privat angekommen in Minden.

Doch jetzt die Zwangspause. Frank Carstens stellt das vor neue Herausforderungen. Zumal am Freitag auch Christoffer Rambo ausfiel. Der Norweger meldete sich mit leichten Erkältungssymptomen vom Training ab. „Vor Corona hätte Rambo nicht pausiert. Jetzt sind wir aber sehr, sehr vorsichtig“, erklärt Carstens. Der Torjäger ließ sich direkt testen, das Ergebnis sollte an diesem Samstagmorgen vorliegen. „Wenn es negativ ist und Rambos Zustand sich nicht verschlechtert, wird er auch mit nach Nordhorn fahren“, erklärt Carstens. Im dortigen Euregium trifft Minden heute Abend um 19 Uhr auf den Bundesliga-Konkurrenten HSG Nordhorn-Lingen. Zuschauer sind nicht zugelassen, aber die Gastgeber übertragen die Begegnungs als Live-Stream auf ihrem Facebook-Account.

Wenn Rambo nun aber doch ausfällt, geht GWD ohne Linkshänder ins Spiel. „Das wäre dann der absolute Ernstfall“, sagt Carstens, der von dem Szenario aber nicht ausgeht. Der GWD-Trainer ließ aber bereits beim 30:28-Testspielsieg gegen den TuS N-Lübbecke am vergangenen Mittwoch zeitweise drei Rechtshänder im Rückraum agieren. Juri Knorr, Aliaksandr Padshyvalau und Simon Strakeljahn standen gegen den Zweitligisten zeitgleich auf der Platte. „Natürlich studieren wir verschiedene Varianten ein“, sagt Carstens. Egal welches Personal dem Coach in Nordhorn zur Verfügung steht, sind die Testspiele enorm wichtig. „Dadurch kommen wir in den gewohnten Rhythmus“, erklärt der GWD-Trainer. In dem Spiel gegen Lübbecke seien bereits gute Ansätze zu erkennen gewesen. Jetzt gilt es diese gegen die HSG auszubauen. „Wir müssen in der Defensive präziser werden und die richtige Balance zwischen Kreativität und Disziplin finden“, sagt Carstens. Torwart Malte Semisch, der gegen den TuS noch geschont wurde, erhält nach seinem Hexenschuss erste Einsatzminuten. Zudem wird Doruk Pehlivan mehr Spielanteile als in Lübbecke erhalten.

Derweil bleibt Frank von Behren gelassen. Vorerst zumindest. Erst wenn sich Reißky zu einer OP entschließen sollte und damit eine mehrmonatige Pause gewiss ist, scheint der GWD-Sportgeschäftsführer zum Handeln gezwungen. Allerdings könnte sich Reißky auch in wenigen Wochen wieder fit melden, wenn eine konservative Behandlung anschlagen sollte. Ein absoluter Schwebezustand.

Allerdings scheint es ausgeschlossen, dass die Grün-Weißen mit Christoffer Rambo als einzigen Linkshänder im rechten Rückraum in die Saison starten. Dann müsste von Behren auf dem Markt nach Ersatz fahnden. Und wie schwer das in diesen Zeiten ist, hatte sich bereits bei der Suche nach einem Nachfolger für Marian Michalczik gezeigt. Bis endlich Pehlivan verpflichtet werden konnte, vergingen Wochen.

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