„Scharfer Start“ gegen Vizemeister Flensburg: GWD Minden setzt im Auftakt auf die Abwehr Minden. Wenn es um die Hauptrollen im deutschen Handball geht, ist die SG Flensburg-Handewitt gesetzt. Fast die gesamte Bundesliga glaubt an die nächste Auflage des Titelduells gegen den THW Kiel. Bei diesem Thema steht GWD Minden zwar nur am Rande, dennoch rückt der 16. der vergangenen Spielzeit beim heutigen Saisonauftakt um 19.05 Uhr in der Kampa-Halle als Gastgeber des deutschen Vizemeisters in den Fokus. Ein Sieg oder auch ein Remis gegen den hohen Favoriten wäre aus mehreren Gründen eine dicke Überraschung für die Grün-Weißen: Zum einen, weil Flensburg einige Stufen über den Mindenern steht. Während die Nordlichter um die Titel spielen, kämpft GWD um den Klassenerhalt. Zum anderen müssen die Gastgeber ihre neue Mannschaft nach einem großen personellen Umbruch erst einspielen. Auch der letzte Mindener Punktgewinn gegen die SG ist bereits mehr als 13 Jahre her: Das 29:28 am letzten Spieltag ging am 17. Mai 2008 als „Wunder von Flensburg“ in die GWD-Geschichte ein. Dennoch braucht es keine übernatürlichen Phänomene, um den Vizemeister von der Förde in Bedrängnis zu bringen. „Das ist uns in den letzten Jahren eigentlich immer gelungen“, erinnert sich Mindens Trainer Frank Carstens: „Wir haben mit unserer Art, zu verteidigen, meistens gut dagegen gehalten.“ Bester Beleg dafür ist das jüngste Heimspiel im März, als GWD dem Top-Team beim 28:29 nur knapp unterlag. Die Rückkehr in die Kampa-Halle und die Kulisse mit rund 1.800 möglichen Zuschauern sollen die Gastgeber zusätzlich beflügeln. Das wird auch nötig sein, denn Flensburg ist nicht umsonst seit 2016 entweder Meister (zweimal) oder Vizemeister (viermal) geworden. „Sie sind eines der besten und konstantesten Teams in der Liga und einer der Favoriten auf die Meisterschaft“, betont Carstens: „Für uns geht es also gleich scharf los.“ Besonders auf die Angriffe der SG hat er es abgesehen: Hier sollen Ballgewinne für das gute Mindener Konterspiel her, um bei den Zuschauern die passende Atmosphäre zu erzeugen und Druck zu entwickeln. Carstens: „Dass wir das können, haben wir im letzten Heimspiel gegen sie gezeigt.“ Hinten erwartet der Coach beim Gegner die traditionelle 6:0-Deckung, in der er Anton Lindskog als „tolle Verstärkung“ sieht. Dennoch war es für ihn schwierig, sich auf den Gegner vorzubereiten: „Sie hatten nur zwei Spiele mit annähernd komplettem Kader. Ich habe zwar auch den Test gegen Holstebro gesehen, aber da kannte ich mehr Spieler bei denen als bei Flensburg“, erzählt Carstens. Auch seine Mannschaft ist für den Gegner ein Fragezeichen. Sollte Miro Schluroff (Risswunde am Finger) ausfallen, würde GWD mit Jan Grebenc links, Amine Darmoul oder Niclas Pieczkowski in der Mitte sowie Nikola Jukic rechts einen komplett neuen Rückraum stellen. „Wir haben Mittel gegen defensive und offene Deckungsformate entwickelt, die wir auch beherrschen“, sagt Carstens zwar. Das „weiße Blatt Papier“, mit dem er in der Vorbereitung quasi bei Null angefangen hat, ist aber noch nicht allzu voll: „Wir haben vielleicht eine DIN-A4-Seite.“ Die ersten Wochen im Wettkampfmodus dürften schnell weitere Erkenntnisse bringen, in 16 Tagen stehen zum Saisonauftakt vier Spiele auf dem Plan. „Die Mannschaft muss sich entwickeln, aber das Potenzial ist da“, betont Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren. Vielleicht zeigt sie es ja schon heute.

„Scharfer Start“ gegen Vizemeister Flensburg: GWD Minden setzt im Auftakt auf die Abwehr

Johannes Golla ist vorne und hinten einer der Schlüsselspieler bei der SG Flensburg-Handewitt. In dieser Szene vom 7. März hat er sich gegen Mindens Maximilian Janke durchgesetzt und wirft aufs Tor. Foto: Noah Wedel © Noah Wedel

Minden. Wenn es um die Hauptrollen im deutschen Handball geht, ist die SG Flensburg-Handewitt gesetzt. Fast die gesamte Bundesliga glaubt an die nächste Auflage des Titelduells gegen den THW Kiel. Bei diesem Thema steht GWD Minden zwar nur am Rande, dennoch rückt der 16. der vergangenen Spielzeit beim heutigen Saisonauftakt um 19.05 Uhr in der Kampa-Halle als Gastgeber des deutschen Vizemeisters in den Fokus.

Ein Sieg oder auch ein Remis gegen den hohen Favoriten wäre aus mehreren Gründen eine dicke Überraschung für die Grün-Weißen: Zum einen, weil Flensburg einige Stufen über den Mindenern steht. Während die Nordlichter um die Titel spielen, kämpft GWD um den Klassenerhalt. Zum anderen müssen die Gastgeber ihre neue Mannschaft nach einem großen personellen Umbruch erst einspielen. Auch der letzte Mindener Punktgewinn gegen die SG ist bereits mehr als 13 Jahre her: Das 29:28 am letzten Spieltag ging am 17. Mai 2008 als „Wunder von Flensburg“ in die GWD-Geschichte ein.

Dennoch braucht es keine übernatürlichen Phänomene, um den Vizemeister von der Förde in Bedrängnis zu bringen. „Das ist uns in den letzten Jahren eigentlich immer gelungen“, erinnert sich Mindens Trainer Frank Carstens: „Wir haben mit unserer Art, zu verteidigen, meistens gut dagegen gehalten.“ Bester Beleg dafür ist das jüngste Heimspiel im März, als GWD dem Top-Team beim 28:29 nur knapp unterlag. Die Rückkehr in die Kampa-Halle und die Kulisse mit rund 1.800 möglichen Zuschauern sollen die Gastgeber zusätzlich beflügeln.

Das wird auch nötig sein, denn Flensburg ist nicht umsonst seit 2016 entweder Meister (zweimal) oder Vizemeister (viermal) geworden. „Sie sind eines der besten und konstantesten Teams in der Liga und einer der Favoriten auf die Meisterschaft“, betont Carstens: „Für uns geht es also gleich scharf los.“ Besonders auf die Angriffe der SG hat er es abgesehen: Hier sollen Ballgewinne für das gute Mindener Konterspiel her, um bei den Zuschauern die passende Atmosphäre zu erzeugen und Druck zu entwickeln. Carstens: „Dass wir das können, haben wir im letzten Heimspiel gegen sie gezeigt.“

Hinten erwartet der Coach beim Gegner die traditionelle 6:0-Deckung, in der er Anton Lindskog als „tolle Verstärkung“ sieht. Dennoch war es für ihn schwierig, sich auf den Gegner vorzubereiten: „Sie hatten nur zwei Spiele mit annähernd komplettem Kader. Ich habe zwar auch den Test gegen Holstebro gesehen, aber da kannte ich mehr Spieler bei denen als bei Flensburg“, erzählt Carstens.

Auch seine Mannschaft ist für den Gegner ein Fragezeichen. Sollte Miro Schluroff (Risswunde am Finger) ausfallen, würde GWD mit Jan Grebenc links, Amine Darmoul oder Niclas Pieczkowski in der Mitte sowie Nikola Jukic rechts einen komplett neuen Rückraum stellen. „Wir haben Mittel gegen defensive und offene Deckungsformate entwickelt, die wir auch beherrschen“, sagt Carstens zwar. Das „weiße Blatt Papier“, mit dem er in der Vorbereitung quasi bei Null angefangen hat, ist aber noch nicht allzu voll: „Wir haben vielleicht eine DIN-A4-Seite.“

Die ersten Wochen im Wettkampfmodus dürften schnell weitere Erkenntnisse bringen, in 16 Tagen stehen zum Saisonauftakt vier Spiele auf dem Plan. „Die Mannschaft muss sich entwickeln, aber das Potenzial ist da“, betont Mindens Sport-Geschäftsführer Frank von Behren. Vielleicht zeigt sie es ja schon heute.

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